Akustikusneurinom (Kleinhirnbrückenwinkeltumor)

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Grundlagen

Das Akustikusneurinom ist eine Geschwulst eines Hirnnervens, der für das Gehör und das Gleichgewicht zuständig ist. Das Gewächs ist zwar gutartig, trotzdem kommt es zu einer Beeinträchtigung der Gehirnleistungen, da es sich in sehr beengten Stellen im Gehirn befindet, im inneren Gehörgang oder am sogenannten Kleinhirnbrückenwinkel. Je nach Lage kann der Tumor wenige Millimeter oder sogar mehrere Zentimeter groß werden.


Ungute Lage im Kleinhirnbrückenwinkel

Der Kleinhirnbrückenwinkel (lat. Angulus pontocerebellaris) ist eine kleine Nische im Gehirn, die sich ganz nahe am Felsenbein befindet. Dort treffen die Brücke, der Teil des Gehirnes, der die beiden Hälften des Großhirnes (d.h. Endhirn) miteinander verbindet, und das verlängerte Rückenmark aufeinander. Zudem liegt auch das Kleinhirn (lat. Cerebellum) ganz in der Nähe.

Sowohl die Brücke als auch das verlängerte Rückenmark sind für unser alltägliches Leben unbedingt notwendige Strukturen. Viele lebenswichtige Prozesse werden hier gesteuert. Ohne das Kleinhirn wären wir nicht dazu in der Lage flüssige und feinmotorisch koordinierte Bewegungen auszuführen.

Da das Akustikusneurinom meistens zwischen Kleinhirn und Brücke wuchert, wird es auch Kleinhirnbrückenwinkeltumor genannt. Neben diesen wichtigen Gehirnstrukturen befinden sich im Kleinhirnbrückenwinkel zehn der zwölf sogenannten Hirnnerven, die für einen Großteil der Funktionen im Kopf und Halsbereich zuständig sind.


Geschwulst am Nervus vestibulocochlearis

Den Ausgang nimmt der Tumor von einem dieser Hirnnerven, dem Nervus vestibulocochlearis. Deswegen ist das Akustikusneurinom in Fachkreisen auch unter dem Namen Vestibularisschwannom bekannt. 

Dieser Nerv ist für die Verbindung der Schnecke im Ohr und des Gleichgewichtsorganes mit dem zentralen Nervensystem (kurz: ZNS) verantwortlich. Ohne ihn könnten die Informationen über die Lage des Körpers, die im Gleichgewichtsorgan gesammelt werden, nicht weitergeleitet und bewertet werden.

Der gutartige Tumor grenzt sich in den meisten Fällen mit Bindegewebe von den benachbarten Gewebsstrukturen ab und bildet keine Metastasen. Das Akustikusneurinom tritt vor allem zwischen dem 30. und dem 60. Lebensjahr auf. Es macht ungefähr acht Prozent aller Gehirntumor aus – besitzt jedoch im allgemeinen gute Prognose. 

Ursachen

Obwohl diese Krankheit weder erblich noch ansteckend ist, lässt sich zurzeit noch nicht genau klären, weshalb sie entsteht. Dieser gutartige Tumor bildet in den meisten Fällen aus den sogenannten Schwann’schen Zellen, die um den N. vestibularis liegen. Diese sind notwendig, um den Nerv zu isolieren. Dadurch kann die Leitungsgeschwindigkeit in den Nervenbahnen erheblich erhöht werden.


Kleine Veränderung im Erbgut – große Wirkung

Durch eine Mutation, also eine Veränderung des Erbgutes, in den Schwann’schen Zellen beginnen diese überproportional stark zu wachsen. Zudem wird deren Lebensdauer verlängert, da das schützende Programm zur Selbstzerstörung alter oder beschädigter Zellen nicht mehr funktioniert.

Das Akustikusneurinom kann in seltenen Fällen auch im Zusammenhang mit der Erbkrankheit Neurofibromatose Typ-2 auftreten. Dabei können sich durch einen Defekt im Genom des menschlichen Körpers in diesem Geschwülste ausbreiten. Trotz Korrelation tritt nicht in jedem Fall ein Akustikusneurinom auf.  In etwa 5% solcher Fälle tritt das Akustikusneurinom jedoch auch auf beiden Seiten zur selben Zeit auf. Dann kann die Diagnose komplexer ausfallen, da überwiegend nur ein einseitiges Symptombild für diesen Tumor vorkommt. 

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