Bluthochdruck (Hypertonie)

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Grundlagen

Bei einer sogenannten Hypertonie bzw. Bluthochdruck bleiben die Werte des messbaren Blutdruckes über einen längeren Zeitraum zu hoch. Bei jedem menschlichen Herzschlag wird Blut aus dem Herzen in die jeweiligen Blutgefäße gepumpt, wobei innere Druck auf die Gefäßwände entsteht. Diesen Blutdruckwert kann man messen. Hypertonie zählt zu den klassischen Volkskrankheiten, denn beinahe jeder 2. Erwachsene ist betroffen - Männer etwas häufiger als Frauen.

Systolischer und diastolischer Wert

Der ideale Blutdruckwert beträgt 120/80 mmHg (systolischer/diastolischer Wert gemessen in mm Quecksilbersäule). Als krankhaft im Sinne einer Hypertonie (zu hoher Blutdruck), werden Werte über 140 bzw. über 90 mmHg gewertet.

Die Systole bezeichnet die Phase in der sich der Herzmuskel anspannt und Blut auswirft. Ihr gegenüber steht die Diastole, bei der sich das Herz entspannt und dadurch erneut mit Blut füllen kann.

Ob eine Hypertonie behandelt werden muss, hängt vom gemessenen Blutdruck und dem Gesamtrisiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ab. Bei der Risikoeinschätzung hilft z.B. der PROCAM-Test. Auch andere Krankheiten wie das metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes können ausschlaggebende Faktoren sein.

PROCAM-Test

Der PROCAM-Gesundheitstest basiert auf der im Jahre 2002 publizierten PROCAM-Studie (d.h. Prospektive Cardiovaskuläre Münster), in der 50.000 Teilnehmer im Alter von 16-65 Jahren untersucht wurden. Dabei wurde ein Punktescore statistisch berechnet, mit dem man bei einem PROCAM-Gesundheitstest das Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der nächsten 10 Jahre ermitteln kann. Die Werte sind besonders für Männer, welche noch keine Koronare Herzkrankheit hatten, signifikant. 

Die Assmann-Stiftung bietet hierfür einen Online-Test, bei dem bestimmte Werte wie Systolischer Blutdruck oder LDL-Cholesterin angegeben werden. 


Allgemeine Wertetabelle systolischen und diastolischen Blutdruckes:

 

Bezeichnung

systolisch in mmHg diastolisch in mmHg
Optimal < 120 < 80
Normal 120 - 129 80 - 84
Normal hoch 130 - 139 85 - 89
Grad 1 Bluthochdruck (leicht) 140 - 159 90 - 99
Grad 2 Bluthochdruck (mittelschwer) 160 - 179 100 - 109
Grad 3 Bluthochdruck (schwer) ≤ 180 ≥ 110
Isoliert systolischer Bluthochdruck  ≥ 140 < 90

 

Bereits ein „normal hoher“ Blutdruck kann langfristig Schäden verursachen, insbesondere bei anderen Risikofaktoren für Gefäße. Kombiniert mit hohem Gesamtrisiko wird allgemein bereits empfohlen, medikamentös einzugreifen.

Bluthochdruckspitzen von rund > 230/130 mmHg werden als Hypertensive Krise (Blutdruckkrise) bezeichnet.


Da erst nach langer Zeit Beschwerden auftreten, wird Bluthochdruck meist sehr spät erkannt. Am stärksten beeinträchtigt werden Augen, Gefäße, Nieren und Herz.

Beinahe jeder zweite Todesfall ist auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zurückzuführen.

Eine Behandlung wird meist empfohlen, sobald wiederholt und eindeutig Werte über 140/90 mmHg gemessen werden. Parallel zum Alter der Patienten steigt die Komplexität der Behandlung. Oftmals müssen mehrere Präparate kombiniert werden. Eine Senkung des Blutdrucks auf unter 150/80 mmHg ist auch bei Personen jenseits des 80. Lebensjahres sinnvoll.

Ursachen

Primäre Hypertonie

Weshalb jemand an Bluthochdruck leidet, kann oftmals nicht geklärt werden. Werden keine organischen Ursachen gefunden, bezeichnen Fachleute das als primäre bzw. essenzielle Hypertonie.

 

Bestimmte Risikofaktoren können bei jedem die Wahrscheinlichkeit von zu hohem Blutdruck erhöhen:

  • gehäufte Fälle von Hypertonie in der Familie
  • zu wenig Bewegung
  • Stress
  • zu viel Salz
  • zu viel Alkohol
  • zu wenig Kalium in der Nahrung (findet sich v.a. in frischem Gemüse, Obst, Trockenobst und Nüssen)
  • Rauchen
  • Alter (Frauen > 65 J, Männer > 55 J)

 

Bestimmte Erkrankungen treten gehäuft in Verbindung mit Bluthochdruck auf:

  • Übergewicht (Bauchumfang Frauen > 88 cm, Männer > 102 cm)
  • Diabetes Typ 2
  • Gesteigerte Blutfettwerte

 

Treten die oben genannten Erkrankungen zusammen mit Hypertonie auf, sprechen Mediziner vom sog. metabolischen Syndrom.

 

Sekundäre Hypertonie

Bei der sekundären Hypertonie gehen dem erhöhten Blutdruck andere Erkrankungen voraus. Am häufigsten sind Nieren-, Stoffwechsel- oder Gefäßerkrankungen.

Verengte Nierenarterien, chronische Nierenerkrankungen und eine angeborene Verengung der Aorta (Hauptschlagader) können den Blutdruck dauerhaft steigen lassen. Auch Medikamente, wie Hormonpräparate oder Rheumamittel können verantwortlich sein.

In sehr seltenen Fällen sind hormonelle Erkrankungen die Ursache einer Hypertonie.  

  • Cushing-Syndrom: Zu hoher Blutkortisonspiegel.
  • Conn-Syndrom (prim. Hyperaldosteronismus):Oft gutartiger Nebennierentumor, verursacht Aldosteron-Überproduktion mit folgendem Bluthochdruck und Kaliummangel. Symptome sind Muskelschwäche, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen. Eine Operation schafft meist Abhilfe. In seltenen Fällen können Aldosteron-Antagonisten eingesetzt werden (reduzieren Aldosteronwirkung).
  • Phäochromozytom: Häufig gutartiger Nebennierentumor, produziert Katecholamine (Adrenalin und Nor-, Metanephrine). Symptome sind episodischer Bluthochdruck mit Kopfschmerzen, Schwindel und Herzrasen. Der Tumor kann operativ entfernt werden.
  • Adrenogenitales Syndrom: Vererbte Stoffwechselerkrankung, die Produktion von Aldosteron und Kortisol in der Nebenniere ist gestört. Fehlende Hormone werden ersetzt.
  • Akromegalie: Unkontrollierte Ausschüttung von Wachstumshormonen durch einen Tumor im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse. Extremitäten sind vergrößerst, oftmals liegt eine gestörte Glukosetoleranz vor. Als Therapieoptionen stehen Operation, Bestrahlung oder Medikamente zur Auswahl.

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