Harnwegsinfektionen und Blasenentzündung (Zystitis)

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Dr. Test Autor

Therapie

Generell sollten alle Harnabflussstörungen (beispielsweise durch eine Fehlbildung der Harnwege oder eine vergrößerte Prostata) behandelt und behoben werden, da ansonsten das Risiko, erneut an einem Harnwegsinfekt zu erkranken, sehr hoch ist.

Unkomplizierte Harnwegsinfektionen werden mit Antibiotika behandelt. Dabei werden häufig Wirkstoffe wie zum Beispiel Trimethoprim-Sulfamethoxazol oder Fosfomycin eingesetzt. Zusätzlich können Schmerzmittel und krampflösende Medikamente zur Linderung der Beschwerden eingenommen werden.

Falls Fieber auftritt oder bei oberen Harnwegsinfekten (Nierenbeckenentzündung) werden ebenfalls Antibiotika eingesetzt. Dabei werden zu Beginn der Therapie häufig Breitband-Antibiotika verabreicht – nach der Austestung von Bakterienkulturen auf etwaige Antibiotika-Resistenzen wird anschließend die Therapie mit dem passenden Präparat fortgeführt.

Vor allem für Frauen, die häufig unter wiederkehrenden Harnwegsinfektionen leiden, kann nach Absprache mit dem Urologen eine dauerhafte, präventive Einnahme eines speziellen Antibiotikums sinnvoll sein. Auch die Ansäuerung des Harns mit bestimmten Medikamenten (zum Beispiel mit L-Methionin) kann helfen, die Häufigkeit der Harnwegsinfekte zu reduzieren, da das Wachstum der Bakterien durch das saure Harnmilieu gehemmt wird.

Prognose

Wird die Harnwegsinfektion richtig behandelt, heilt die Erkrankung zumeist innerhalb weniger Tage aus. Besonders Frauen besitzen ein höheres Risiko, nach überstandener Infektion erneut an Harnwegsinfektionen zu erkranken – auch die wiederkehrenden Infektionen sind in den meisten Fällen gut therapierbar.

Liegen zusätzlich Harnabflussstörungen (zum Beispiel eine vergrößerte Prostata) oder anatomische Fehlbildungen der Harnleiter vor, besteht ein erhöhtes Risiko, dass eine untere Harnwegsinfektion aufsteigt und dadurch eine Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) auslöst. Um dieser Komplikation vorzubeugen, ist es empfehlenswert, diese Risikofaktoren durch den Arzt behandeln und beheben zu lassen.

Falls eine Harnwegsinfektion nicht entsprechend behandelt wird, kann es zur Ausbreitung der Infektion kommen. Gelangen die Erreger dabei über den Blutkreislauf in den Körper, kann dies zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Urosepsis) führen.

Vorbeugen

Folgende Maßnahmen können hilfreich sein, einer Harnwegsinfektion vorzubeugen:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Um Harnwegsinfektionen vorzubeugen, sollten täglich mindestens 1 Liter Flüssigkeit getrunken werden. Dadurch werden die ableitenden Harnwege gut gespült. Empfehlenswert sind Wasser und ungesüßte Tees. Als Ergänzung dazu können auch spezielle Blasen- und Nierentees getrunken werden. Diese enthalten verschiedene Pflanzenextrakte wie beispielsweise Birke, Brennnessel, Wacholder oder Schachtelhalm. Dadurch werden die Nieren zu einer verstärkten Harnproduktion angeregt.
  • Die Füße und den Unterleib warm halten – nasse Kleidung und Badesachen sollten sofort ausgezogen werden
  • Bei der Intimhygiene auf die Verwendung von Seife zu verzichten
  • Bärentraubenblättertee: Dieser enthält den Wirkstoff Hydrochinon, welcher desinfizierend auf den Harn wirkt. Dadurch kann das Risiko für Harnwegsinfekte gesenkt werden. Es sollten vier bis fünf Tassen des Tees pro Tag eingenommen werden – besonders wichtig ist eine Tasse Tee kurz vorm Einschlafen, sodass sich der desinfizierende Wirkstoff über Nacht in der Blase anreichern kann. Durch das Hinzugeben einer Messerspitze Natron kann die Wirkung verstärkt werden.
  • Preiselbeeren: Diese sind reich an Tanninen (Gerbstoffen), welche es Bakterien erschweren, sich an der Innenwand der Harnblase und der Harnwege anzuheften. Bei einer akuten Harnwegsinfektion wird daher empfohlen, zirka 200 ml Preiselbeersaft verdünnt mit Wasser über den Tag verteilt zu trinken.
  • Möglichst keine Zitrussäfte sowie keinen Kaffee und Alkohol

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