Grundlagen

Bei der Entscheidung, ob man das Gehör oder das Sehen unbedingt erhalten möchte, wenn beides nicht möglich ist, verzichten viele lieber auf das Gehör, da dieses nicht so wichtig zu sein scheint. Diese Meinung spiegelt sich auch im täglichen Leben wieder, in dem auffällt, dass das Gehör nur unzureichend geschützt wird. Aufgrund von diesem leichtfertigen Umgang mit dem Ohr kommt es viel zu oft zu einem so genannten akustischen Trauma, dessen Folgen einem erst dann bewusst werden, wenn man eine Hörminderung oder den Tinnitus am eigenen Körper verspürt.

Die akustischen Traumata können in ein Knalltrauma, ein Explosionstrauma, ein akutes Lärmtrauma und einen akustischen Unfall unterteilt werden.

Das Knalltrauma

Bei einem Knalltrauma gibt es für einen ganz kurzen Moment einen Schalldruck von mehr als 150dB. Ursache kann zum Beispiel ein Gewehrschuss oder ein Knallkörper sein. Es kommt zu einem mitunter drastischen Hörverlust und oft auch zu einem Tinnitus. Da im Innenohr aber keine Strukturen verletzt werden, bilden sich die Symptome meistens wieder zurück.

Das Explosionstrauma

Bei einem Explosionstrauma ist der Schallpegel zwar in etwa gleich groß wie beim Knalltrauma, er wirkt jedoch viel länger auf das Ohr. Dadurch können auch Innenohrstrukturen, wie das Trommelfell oder die Gehörknöchelchen, geschädigt oder gar zerstört werden. Ursachen sind Explosionen, Schläge ins Gesicht oder auch der sich entfaltende Airbag. Neben dem akuten Hörverlust und dem Tinnitus treten meist auch Schmerzen auf. Die Hörstörung nimmt im Verlauf immer weiter zu, zu einer Rückbildung kommt es nur in einem Teil der Fälle.

Das akute Lärmtrauma

Beim akuten Lärmtrauma liegen die Schalldruckpegel nur knapp über 100dB, der Lärm wirkt aber über mehrere Minuten bis Stunden auf das Ohr. Dies kann zum Beispiel im Berufsalltag oder auch beim Discobesuch der Fall sein. Folge ist ein beidseitiger Hörverlust und oft auch ein Tinnitus. Innerhalb einiger Stunden oder Tage kommt es aber zur Rückbildung der Symptome.

Der akustische Unfall

Zu einem akustischen Unfall kann es schon bei nur leicht erhöhten Schalldruckpegeln kommen, wenn zusätzlich eine unnatürliche Haltung der Halswirbelsäule eingenommen wird. Typisch ist dies beim Arbeiten mit der Bohrmaschine an der Decke. Auch hier kommt es zu einem akuten Hörverlust und zum Tinnitus. Im Verlauf einiger Stunden bilden sich die Symptome aber vollständig zurück.

Ursachen

Ein akustisches Trauma entsteht immer durch einen zu hohen und/oder zu lang einwirkenden Schalldruck. Dadurch entsteht nicht nur eine Hörminderung, sondern oftmals auch ein Tinnitus.

Schädigung von Mittel- und Innenohrstrukturen

Beim akustischen Trauma können Mittel- und Innenohrstrukturen geschädigt oder zerstört werden. So kann das Trommelfell beim Explosionstrauma einreißen, oder auch die Gehörknöchelchen können ausgerenkt werden.

Beim Knalltrauma kann es zu einer Schädigung der inneren Haarzellen kommen. Diese brauchen wir unbedingt, um die ins Ohr einfallenden Schallwellen in elektrische Signale zu verarbeiten, die vom Gehirn wahrgenommen werden können.

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