Antibiotikaresistenz: resistente Keime auf dem Vormarsch

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Durch unverantwortliches Handeln steuert die Menschheit auf ein postantibiotisches Zeitalter zu. Welche Maßnahmen sind nötig, um diese Prozesse zu verlangsamen?

shutterstock.com / Lightspring

Antibiotikaresistenz stellt eine der größten Gefahren für die globale Gesundheit dar. Dabei handelt es sich um die zunehmende Widerstandsfähigkeit von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen gegen die verwendeten Arzneistoffe. Dies führt nicht nur zu einer erhöhten Sterblichkeit der betroffenen, sondern auch zu längeren Krankenhausaufenthalten und höheren Kosten.


Resistenzentwicklung

Die Entstehung von neuen Resistenzmechanismen lässt sich auf der ganzen Welt beobachten. Dieser Prozess kommt zwar auf natürliche Weise zustande, jedoch nimmt der Mensch durch sein Handeln entscheidenden Einfluss darauf und beschleunigt diese Vorgänge erheblich. Durch die häufigere und sorglose Verabreichung von Antibiotika an Menschen, aber auch Tier, verlieren die Arzneistoffe allmählich ihre Wirksamkeit. Immer mehr zuvor gut behandelbare Krankheiten, wie Tuberkulose und Lungenentzündungen werden zu einer immer größeren Herausforderung; manche Erkrankungen sind mittlerweile gar nicht mehr behandelbar. Zusammenhänge mit dem Entstehen solcher Resistenzen sehen Experten vor allem in Gebieten, in denen man Antibiotika ohne Rezept erhält oder in denen es keine oder wenige Regulatorien für die Abgabe und sachgemäße Anwendung dieser Medikamente gibt. Auch die sorglose Handhabung in der Tierhaltung, allen voran, der Fleischindustrie gibt zunehmend Grund zur Sorge. Die WHO warnt, dass wir uns ohne sofortige Maßnahmen auf eine post-antibiotische Ära zubewegen, in der bereits herkömmliche Infektionen und kleine Verletzungen zu einer großen Gefahr werden können.


Resistenz verhindern

Um diesem Problem entgegenzusteuern, müssen bestimmte Maßnahmen beachtet werden. Einzelpersonen sollten Antibiotika nur auf Anweisung eines Arztes einnehmen. Diese sollten nie mit Anderen geteilt werden und übergebliebene Antibiotika dürfen nicht eingenommen werden. Zusätzlich sollten generelle Hygienerichtlinien eingehalten werden, um Infektionen zu verhindern. Auch beim Fleischkonsum sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere keine Antibiotika erhalten haben.

Gesetzliche Bestimmungen sollten ebenfalls durchgesetzt werden. Diese sollten zum Ziel haben eine bessere Überwachung neuer Resistenzen und einen einfacheren Zugang zu Information zu ermöglichen. Die Abgabe und Anwendung von Antibiotika sollte einheitlichen Regeln unterworfen werden. Im Gesundheitssektor müssen einheitliche Richtlinien und Vorgehensweisen über Anwendung und Patientenaufklärung geschaffen werden. Die Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung hat einen äußert hohen Stellenwert und muss auch in Schwellen- und Entwicklungsländern stark reglementiert werden.

Die Entwicklung neuerer Antibiotika ist in den letzten Jahren zwar wieder etwas stärker vorangeschritten, gegen die gefährlichsten resistenten Keime sind aber selbst diese oft nicht mehr wirksam. Das Problem der Antibiotikaresistenz bedroht die Errungenschaften der modernen Medizin. Organtransplantationen, Chemotherapien oder chirurgische Eingriffe sind, ohne den Einsatz von Antibiotika, wesentlich gefährlicher und in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. In Zeiten der Globalisierung braucht es daher eine internationale und umfangreiche Antwort auf dieses immer größer werdende Problem.


Quellen:

https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/antibiotic-resistance

https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitsleistungen/medikamente/antibiotikaresistenz

Autor

Markus Falkenstätter

Letztes Update

29.10.2020

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