Symptome

Bei der akuten Niereninsuffizienz hängt die Symptomatik sehr stark von der auslösenden Ursache ab. Mit geeigneten Testverfahren können jedoch trotzdem gewisse Parameter erhoben werden, die auf ein Nierenversagen hinweisen.

Symptome der Frühphase

In der so genannten Frühphase kommt es vor allem zu einer Verminderung der Urinausscheidung oder zu einer fehlenden Urinausscheidung. Da kein gesunder Mensch ein Protokoll über den eigenen Toilettengang führt, bleibt dies aber lange unentdeckt.

Offensichtlicher können hierbei die typischen Überwässerungszeichen sein. Dazu gehören zum Beispiel Wassereinlagerungen in Arme und Beine, in die Lunge oder in das Gehirn. Diese sind in vielen Fällen sehr leicht zu diagnostizieren.

In dieser Phase werden auch die so genannten Urämiesymptome der chronischen Niereninsuffizienz in mehr oder weniger starkem Umfang ausgebildet.

Übersicht über die Urämiesymptome

  • Allgemein: Schwäche, Wassereinlagerungen, Uringeruch
  • Herz/Kreislaufsystem: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen
  • Lunge: Wassereinlagerung, Lungenentzündung, Rippfellentzündung
  • Blut: Blutarmut, Gerinnungsstörung
  • Knochen: Knochenschmerzen, Neigung zu Knochenbrüchen
  • Verdauungstrakt: Magen-Darm-Grippe
  • Gehirn: Konzentrationsschwäche, Bewusstseinsstörung, Schmerzen
  • Hormonsystem: Potenzstörung, Zyklusstörung, Libidoverlust
Symptome in der Spätphase

In der Spätphase kommt es durch das vollkommene Versagen der Filterfunktion der Niere manchmal zu einer übermäßigen Harnausscheidung. Anstatt dass die gefilterte Flüssigkeit wieder in den Körper zurückgeführt wird, scheidet die Niere einfach alles aus. Dies führt natürlich innerhalb kürzester Zeit zu erheblichen Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt, was auch tödlich enden kann.

Diagnose

Zur Diagnose der akuten Niereninsuffizienz muss vor allem die Grunderkrankung richtig diagnostiziert werden. Dass es wirklich zu einer Schädigung der Niere gekommen ist, wird meistens nur herausgefunden, wenn explizit danach gesucht wird.

Genaue Bilanzierung von Ein- und Ausfuhr

Wenn eine mögliche Nierenschädigung vorliegt, muss sowohl die Flüssigkeitsaufnahme, so wie die Flüssigkeitsabnahme und das Körpergewicht genauestens aufgeschrieben und überprüft werden. So kann am effektivsten festgestellt werden, ob die Nieren noch funktionieren.

Blutuntersuchung ergeben weitere Hinweise

Weitere Hinweise kann man von der Blutuntersuchung gewinnen, bei der vor allem Harnstoff und Elektrolyte gemessen werden. Bei einer Störung der Nieren kommt es zu entsprechend erhöhten oder erniedrigten Werten.

Untersuchung des Urins

Naheliegend ist natürlich, dass auch das Produkt der Niere, der Urin, untersucht werden muss. Dabei wird zum Beispiel darauf geachtet, ob Zellen, die normalerweise nicht dort sein sollten, gefunden werden können. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Eiweiße oder auch weiße Blutkörperchen oder der Blutfarbstoff.

Zusätzlich wird auch gemessen, inwieweit der Urin konzentriert werden konnte oder nicht. Stark verdünnter Harn weist nämlich genau so auf eine Nierenschädigung hin, wie zu stark konzentrierter Harn.

Weitere Untersuchungen

Die Niere kann auch direkt untersucht werden. So kann über einen Ultraschall zum Beispiel festgestellt werden, ob die Nieren die richtige Größe und Konsistenz haben. Ein so genannter Farb-Doppler kann zudem noch überprüfen, ob die Niere gut durchblutet wird.

In einem Röntgenbild des Brustkorbs kann festgestellt werden, ob es bereits Wassereinlagerungen in die Lunge gibt.

Wenn man mit den anderen Untersuchungen nicht zweifelsfrei feststellen kann, wie es den Nieren geht, muss eine Nierenbiopsie gemacht werden. Dabei wird über eine Nadel ein kleines Stück der Niere entnommen, und in einem Labor untersucht.

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