Grundlagen

Beschreibung

Wenn die Emotion Angst den Alltag beherrscht, spricht man von einer Angststörung.

Es gibt folgende Kriterien, wonach Angst als krankhaft eingestuft wird:  

  • übermäßig starke Angst
  • zunehmende Dauer und Häufigkeit der Angstzustände
  • Unvermögen die Angst selbst zu überwinden
  • Lebensumstände reichen nicht, um die Angst zu rechtfertigen

Personen, die schon länger betroffen sind, ziehen sich üblicherweise immer mehr aus dem Alltag zurück. Angsteinflößende Orte und Situationen werden gemieden, daraus erfolgt häufig eine soziale Isolation.

Ungefähr 5 von 100 Menschen leiden an einer Angststörung, deren Ausmaß eine Behandlung erfordert.

Ursachen

Lerntheoretisches Erklärungsmodell

Ein mehrstufiger Prozess wird als Ursache einer Angststörung vermutet.

Zu Beginn „erlernt“ eine Person, dass eine ursprünglich normale Situation Angst auslöst. Diese wird dann als bedrohlich empfunden, wie etwa Flugturbulenzen.

Würde sich die Person derselben Situation nochmal aussetzen, könnte diese feststellen, dass die Angst unbegründet war. Weil die Furcht aber präsent ist, wird ein Wiederholen der Situation vermieden, die Angst bleibt bestehen. Körperliche Symptome werden verstärkt wahrgenommen (z.B. Herzrasen), es kommt zu einem Angst-Teufelskreis.

 

Neurobiologisches Erklärungsmodell

Die inneren Organe (z.B. Herz und Atmung) werden vom autonomen Nervensystem kontrolliert.

Bei von Angststörungen Betroffenen ist dieses Nervensystem vermutlich überempfindlich und kann leichter gereizt werden. Dadurch entstehen Angstsymptome schneller. Studien zeigen eine mögliche Vererbung dieser Veranlagung, gelten aber noch nicht als vollständig bewiesen. Außerdem wird die Beteiligung spezifischer Hirnareale und Botenstoffe bei der Entwicklung einer Angststörung vermutet.

 

Psychoanalytisches Erklärungsmodell

Normalerweise reagiert ein Mensch auf einen Konflikt mit dem Versuch einen Kompromiss einzugehen. Dadurch stellt sich ein psychisches Gleichgewicht wieder ein. Scheitert die Lösung eines solchen Konflikts, entsteht Angst.

Eine weitere Vermutung stützt sich auf die Möglichkeit, dass Betroffene in ihrer Jugend nicht gelernt haben, mit Angst umzugehen. Sie fühlen sich in konfliktreichen Situationen überfordert und kindliche Ängste können aufbrechen. Trennungsängste zeigen sich häufig beim sich ankündigenden Verlust einer Bezugsperson.

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