Grundlagen

Im Laufe seines Lebens ist jeder Mensch irgendwann einmal von Bauchschmerzen betroffen. Intensität, Ort und genaue Symptome (Zwicken, Ziehen, Stechen) können variieren.

Falls Bauchschmerzen ungewöhnlich stark sind und keine Besserung eintritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es kann sich dabei um das Symptom einer akuten Krankheit handeln, die eine Behandlung erfordert.

Plötzliche, heftige und unklare Schmerzen im Bauchraum werden von Medizinern als akutes Abdomen bezeichnet.

Ursachen

Bauchschmerzen können aus den unterschiedlichsten Gründen auftreten. Verzehrte Speisen können sich „auf den Magen schlagen“ wie z.b. zu fettiges oder zu schnell Gegessenes. In Folge kann der Darm ebenfalls belastet sein. Bei Frauen können Bauchschmerzen auch durch die Menstruation verursacht werden.

Normalerweise vergehen Beschwerden dieser Art wieder von selbst. Hausmittel (Wärmflasche, Kräutertee) können Linderung verschaffen.

Schmerzen im Abdomen können akut durch diverse Krankheiten verursacht werden. Die Ursache muss aber nicht immer im Bauch zu finden sein. Auch Stoffwechselerkrankungen oder Krankheiten außerhalb des Bauchraums können ursächlich sein.

Häufig ist eine Appendizitis (ugs. Blinddarmentzündung, jeder 4.) oder eine entzündete Gallenblase (jeder 10.) schuld. Bei jedem 3. Patienten kann die genaue Ursache nicht gefunden werden.

 

Erkrankungen im Bauchraum

Bauchfellentzündung (Peritonitis)

  • Bakterielle Infektion z.b. Appendizitis (ugs. Blinddarmentzündung) mit Durchbruch oder bakterielle Infektion im Bereich des Beckens
  • Chemische Irritation z.b. durchgebrochenes Magen- oder Darmgeschwür (perforierter Ulcus ventriculi bzw. duodeni), Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)

Verstopfte Hohlorgane

  • Dünn- bzw. Dickdarmverschluss (Ileus)
  • Gallengangssteine (Choledocholithiasis)
  • Harnleitersteine (Urolithiasis)

Vaskuläre Ursachen (Blutgefäße)  

  • Thrombose (Blutgerinnsel, vor Ort gebildet) oder Embolie (Blutgerinnsel, verschleppt)
  • Aussackung der Hauptschlagaderwand bzw. längsseitiger Einriss (Dissezierendes Aortenaneurysma)
  • Sichelzellanämie (Erbkrankheit, sichelartige Verformung der roten Blutkörperchen)  
  • Bluterguss in Muskeln der vorderen Bauchwand (Rektusscheidenhämatom)
  • Stumpfe Verletzung (Trauma)
  • Blutung im Bauchraum, häufig nach Unfällen (intraabdominelle Blutung)

Infektionen

  • Darminfektionen durch Bakterien (z.b. Salmonellen), Viren (z.b. Noro Virus) und Einzeller (z.b. Amöben) begleitet von Durchfall, Übelkeit oder Fieber

 

Erkrankungen außerhalb des Bauchraumes

Brustraum

  • Brustfell- und/oder Lungenentzündung (Pleuropneumonie)
  • Verschluss eines Lungenblutgefäßes (Lungenembolie)
  • Herzinfarkt

Genitalien

  • Verdrehung des Hodens (Hodentorsion) mit mögl. Absterben

Stoffwechselstörungen

  • Bleivergiftung
  • Harnvergiftung (Urämie z.b. durch Niereninsuffizienz)
  • Nicht bzw. schlecht eingestellter Diabetes (Diabetische Ketoazidose)
  • Gestörte Blutfarbstoffproduktion (akute intermittierende hepatische Porphyrie)
  • Kortisonmangel (Addisonkrise)
  • Zerfall roter Blutkörperchen (Hämolytische Krise)
  • Mangel an best. Eiweiß (C1-Esterase Inhibitor Mangel) mit Ödembildung
  • Mittelmeerfieber (Erbkrankheit) mit plötzlichem Fieber, Gelenk- und Brustfellentzündung)

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