Therapie

Wie die Behandlung aussieht, hängt von Ursache und Krankheitsstadium ab. Zuerst wird die Grunderkrankung behandelt, um weiteres, irreversibles Absterben von Nierengewebe zu verhindern.

 

Dann müssen die Folgeerkrankungen behandelt werden. Dazu sind notwendig:

  • vermehrte Flüssigkeitszufuhr (2 – 2,5 l/d) und Diuretika (harntreibende Medikamente)
  • regelmäßige Kontrolle von Blutelektrolyten (-salze) und Körpergewicht
  • Bluthochdruck behandeln (ACE-Hemmer und AT1-Blocker)
  • Blutfettwerte mindern (lipidsenkende Medikamente)
  • renalen Anämie (Blutarmut) behandeln
  • Knochenkrankheiten therapieren (Mangel an Vitamin D durch Niereninsuffizienz)

 

Ernährung

Der Erfolg der Behandlung hängt zum Großteil auch von der Ernährung ab. Die Kost sollte Protein- und Phosphatarm sein. In der Regel gilt, dass Lebensmittel mit hohem Eiweißgehalt auch reich an Phosphat sind.

 

Ernährungstipps:  
  • Phosphatreich sind Nüsse, Müsli, Innereien, Vollkornbrot, Schmelzkäse, Kochkäse, Dosenmilch und div. Wurstsorten. Wer nicht auf Wurst verzichten will, sollte sich vor dem Verzehr nach dem Phosphatgehalt erkundigen.  
  • Verzehrtes Protein sollte eine hohe biologische Wertigkeit besitzen, also aus vielen essentiellen Aminosäuren bestehen, welche der Körper selbst nicht bilden kann. Eine ausgewogene Kombination von Proteinquellen ist wichtig, z.B.: Kartoffeln + Ei, Bohnen + Ei, Milch + Weizen, Ei + Weizen, Hülsenfrüchte + Weizen.
  • Es gibt spezielle Eiweißarme Lebensmittel (z.b. Mehl und Backwaren), die verwendet werden sollten.  
  • Trink- und Kondensmilch können durch Obers ersetzt und je nach Verwendungszweck mit Wasser verdünnt werden.

 

Eine konsequente Therapie kann Folgeschäden an Herz, Gefäßen und Knochen größtenteils vermeiden. Die Niereninsuffizienz kann dennoch fortschreiten, sodass Dialyse (Blutwäsche) oder Nierentransplantation notwendig werden.

Prognose

Durch eine chronische Niereninsuffizienz kann die Lebenserwartung verkürzt sein, insbesondere wenn die Grunderkrankung Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist. Betroffene erliegen zum Teil den Folgeschäden an Herz und Gefäßen.

Vorbeugen

Die unumstritten häufigsten Ursachen von Nierenschäden sind Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) und Hypertonie (Bluthochdruck). Ein gut eingestellter Diabetes kann der chronischen Nierenschwäche vorbeugen.

Die Einnahme von Medikamenten (auch rezeptfreie!) belastet die Nieren zusätzlich. Besprechen Sie deshalb jedes Medikament mit Ihrem Hausarzt. Wenn bereits eine Niereninsuffizienz besteht, muss außerdem häufig die Dosis angepasst werden.

Tipps

Häusliche Pflege

Sobald Dialyse notwendig wird, kommt es zu einem großen Einschnitt in den gewohnten Alltag. Der Körper muss von Grund auf neu kennengelernt, die Ernährung umgestellt und das Trinkverhalten verändert werden. Wer gut über Nierenschwäche und Dialyse informiert ist, kann besser mit der neuen Situation umgehen, das gilt auch für Angehörige.

Neben dem Verstehen ist auch wichtig, auf seine seelischen und körperlichen Bedürfnisse zu hören und ihnen nachzugehen. Unterstützung bieten Familie, Personal im Dialysezentrum, Selbsthilfegruppen und andere Patienten.

 

  • Nach der Dialyse-Behandlung sollten Sie Ihrem Körper die Ruhe geben, die er braucht und jede Form von Anstrengung vermeiden.
  • Der Shunt (verbindet Vene und Arterie) muss wegen evtl. Nachblutungen beobachtet werden. Das Pflaster sollte bis zum nächsten Tag nicht entfernt werden.
  • Um Infektionen zu vermeiden, sollte die Haut um den Shunt täglich, insbesondere vor der Dialyse mit Wasser und Seife gereinigt werden. Ideal wären eine gesunde, reizlose Haut und ein tastbares „Rauschen“.
  • Keinesfalls sollte der Blutdruck am Shunt-Arm gemessen werden.

 

Körperpflege

  • Durch die Dialyse können Hautprobleme (Juckreiz, Trockenheit) auftreten. Abhilfe schaffen milde Pflegemittel mit Kamillen- oder Salbeiextrakt und klares Wasser. Sie beseitigen außerdem unangenehme Gerüche. Entfettende Seifen sollten vermieden werden. Einem Vollbad sollten Sie Badeöle zufügen.
  • Feuchtigkeitscreme sollte zumindest 1x täglich am gesamten Körper aufgetragen werden.  
  • Alkoholische Lösungen (z.B. Franzbranntwein) sollten vermieden werden. Sie erfrischen zwar, trocknen aber die Haut aus.
  • Bei der Kleidungswahl sollte Naturfasern (Atmungsaktiv!) der Vorzug gegeben werden. Steigern Sie Ihr Wohlbefinden außerdem mit viel frischer Luft und Bewegung, kühles Raumklima und ausreichender Luftfeuchtigkeit.
  • Die Mundhygiene kann, abgesehen von Zahnpasta, mit Kräutertees, verdünntem Zitronensaft oder Mundwasser unterstützt werden.

 

Sport und Bewegung

Generell steht chronisches Nierenversagen Sport nicht im Weg. Dennoch sollten Sie mit Ihrem Arzt klären, ob Sie Sport treiben können und vor allem welchen. Möglich sind z.B.:

  • Wassergymnastik
  • Schwimmen
  • Radfahren
  • Wandern

Sie sollten sich keinesfalls überlasten, ein Pulsmessgerät kann dabei helfen. Normalerweise ist die Belastung angemessen, solange Sie sich noch locker unterhalten können.

 

Essen und Trinken

Diätvorschläge, welche mit Ihnen im Krankenhaus erarbeitet wurden, sind unbedingt zuhause umzusetzen. Damit tragen Sie zum Großteil des Behandlungserfolgs bei.

Vermeiden Sie stark wasser- und kaliumhaltige Nahrung. Ein zu hoher Kaliumblutspiegel kann zu Herzrhythmusstörungen führen.

Stark kaliumhaltig sind:

  • frisches Gemüse (Spinat, grüner Kohl, Tomate)
  • frisches Obst, Trockenfrüchte (Banane, Kiwi)
  • Obst- und Gemüsesäfte
  • Nüsse
  • Schokolade und Kakaoprodukte
  • Vollkornprodukte
  • Kartoffeln

 

Kartoffeln und Gemüse sollten schon einige Stunden vor dem Verzehr gewässert werden. Dosenobst und –gemüse sollte der Vorzug gegeben werden, da sie weniger Kalium enthalten als frisches. Beim Kauf von Fertigprodukten sollten Sie einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen, da häufig Phosphat zugesetzt ist (z.B. Schmelzkäse).

Dialysepatienten dürfen nur begrenzt Flüssigkeit zu sich nehmen. Das erfordert ein hohes Maß an Disziplin. Wieviel getrunken werden darf, hängt von der Urinausscheidung pro 24h ab. Es sollte nur soviel getrunken werden, wieviel Sie auch wieder ausscheiden können, plus 0,5 l. Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass auch Nahrung Flüssigkeit enthält (nicht nur Suppen, sondern auch Obst, Gemüse, Joghurt, Pudding, Fisch, Fleisch, etc).

 

Durstlöscher

  • Kaugummi ohne Zucker
  • Eiswürfel
  • Zitronenstücke
  • Mund spülen
  • sehr Süßes oder Salziges meiden

 

Peritonealdialyse-Patienten

Beim Beutelwechsel ist Sauberkeit oberstes Gebot. Sämtliche Teile und Utensilien müssen steril sein, um Infektionen vorzubeugen.

Die Katheter-Austrittsstelle muss regelmäßig überprüft werden. Anzeichen einer Entzündung sind Rötung, Schwellung oder Ausfluss von Sekret.

Bei intakter, reizloser Haut, reicht es den Verband alle 1-2 Tage zu wechseln. Dazu wird die Stelle zuerst desinfiziert, mit sterilen Tupfern getrocknet und dann neu verbunden. Tägliches Duschen stellt kein Problem dar, allerdings muss danach der Verband gewechselt werden. Bei einer geröteten Austrittsstelle sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.

 

Bei weiteren Fragen können Sie sich an das nächste Dialysezentrum wenden.

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