Therapie

Da eine Enzephalitis eine schwere Erkrankung mit hohem Komplikationsrisiko darstellt, müssen die Patienten immer stationär im Krankenhaus behandelt und beobachtet werden. Lebensbedrohliche Komplikationen können auf diese Weise schneller erkannt und therapiert werden. Die eigentliche Therapie variiert je nach Ursache der Gehirnentzündung.

Bei einer Enzephalitis ist es besonders wichtig, unverzüglich mit der Behandlung zu beginnen, um zu verhindern, dass das Gehirn durch die Entzündung Schäden erleidet. Da die exakte Art des Erregers bei der Diagnosestellung häufig noch nicht bekannt ist, wird zu Beginn der Therapie eine Kombination aus verschiedenen Antibiotika (Medikamente gegen Bakterien) und Virustatika (Medikamente gegen Viren) verabreicht. Wenn nach einiger Zeit der genaue Erreger im Labor bestimmt werden konnte, werden die unwirksamen Medikamente abgesetzt und die Behandlung wird gezielt mit den wirksamsten Mitteln fortgeführt.

Liegt der Gehirnentzündung eine Vireninfektion zugrunde, werden Virustatika eingesetzt. Als Beispiel hierfür wäre der Wirkstoff Aciclovir bei einer Herpes-Enzephalitis oder einer Varizellen-Enzephalitis wirksam sowie eine Kombination aus Ganciclovir und Forscamet bei der Zytomegalievirus-Enzephalitis denkbar. Bei Pilzinfektionen kommen Antimykotika (Antipilzmittel) zum Einsatz. Je früher die Medikamente verabreicht werden, desto besser ist die Prognose.

Zur Senkung des Gehirndrucks werden bei Bedarf Antiepileptika (Mittel gegen epileptische Anfälle) verordnet. Auch fiebersenkende Medikamente oder Schmerzmittel können nötig werden.

Prognose

Die Prognose einer Gehirnentzündung ist stark von der Schwere der Erkrankung sowie der Art des Erregers abhängig. Wenn die Erkrankung früh diagnostiziert und behandelt wird, sind die Heilungsaussichten normalerweise recht gut.

Selbst die sehr schwer verlaufende, durch Herpes-Simplex-Viren ausgelöste Enzephalitis, lässt sich heutzutage gut medikamentös behandeln, sodass über 80 Prozent der Erkrankten wieder gesund werden. In manchen Fällen bleiben jedoch irreversible Schädigungen des Nervensystems zurück. Da vor allem der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns entscheidend für eine günstige Prognose ist, sollten Hinweise wie plötzlich auftretendes, hohes Fieber oder Bewusstseinsstörungen ernst genommen und durch den Arzt umgehend abgeklärt werden.

Vorbeugen

Eine sichere Methode, einer Enzephalitis vorzubeugen, die im Rahmen einer Masern-, Mumps-, Röteln- oder Polioerkrankung auftritt, ist eine Impfung gegen die jeweiligen Viren. Auch für andere Erreger existieren Schutzimpfungen, die vor allem für Menschen sinnvoll sind, die in gefährdeten Gebieten wohnen oder dorthin reisen wollen. Beispiele hierfür wären Impfungen gegen das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus) in Zeckengebieten oder Impfungen gegen die Japan B Enzephalitis, die in ländlichen Gebieten in Südostasien verbreitet ist.

In manchen Fällen kann auch die Gabe von Antikörpern (Immunglobulinen) hilfreich sein, das Ausmaß einer Gehirnentzündung zu mildern. Auch wenn die betroffene Person dem Erreger bereits ausgesetzt war, kann eine Antikörperbehandlung sehr wirksam sein – jedoch sollte mit der Therapie so früh wie möglich begonnen werden.

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