Symptome

Eine Masernerkrankung verläuft typischerweise in drei Stadien:

Prodromalstadium / Initialstadium

Auf die Inkubationszeit folgt für drei bis fünf Tage das Prodomalstadium, welches durch folgende Symptome gekennzeichnet ist:

  • Halsschmerzen, Fieber bis 41°C, Husten, Schnupfen, Bronchitis, Übelkeit, Konjunktivitis (Augenbindehautentzündung)
  • Überempfindlichkeit gegenüber Licht
  • In seltenen Fällen Auftreten sogenannter Koplik-Flecken (weiße, kalkspritzerartige Flecken auf gerötetem Grund) an der Mundschleimhaut im Bereich gegenüber der vorderen Backenzähne.

Exanthemstadium

Im Anschluss folgt für etwa drei Tage das Exanthemstadium, bei dem folgende Symptome auftreten:

  • Zunächst macht sich oftmals eine typische Schleimhautreizung (Enanthem) des weichen Gaumens im Rachenbereich bemerkbar.
  • Anschließend tritt der für Masern charakteristische fleckig-knotige (makulo-papulöse) Hautausschlag (Exanthem) auf. Typischerweise ist zunächst die Haut hinter den Ohren betroffen, von wo sich dann der Ausschlag innerhalb von 24 Stunden über den gesamten Körper ausbreitet.
  • Der Ausschlag geht mit einem erneuten Fieberanstieg auf bis zu 40°C einher.
  • Auftreten von Lymphknotenschwellungen.
  • Auch kann es zu kleinen Hautblutungen kommen.

Erholungsstadium

  • Nach vier bis fünf Tagen bildet sich der Ausschlag in der Regel zurück.
  • Nach Abklingen des Hautausschlags kann für kurze Zeit eine Abschuppung der Haut bestehen bleiben.
  • In der Zeit nach einer Maserninfektion ist aufgrund des geschwächten Immunsystems die Anfälligkeit gegenüber anderen Erkrankungen vorübergehend erhöht.
  • Bei unkompliziertem Krankheitsverlauf folgt eine rasche Erholung, die mit lebenslanger Immunität vor dem Masern-Virus einhergeht.

Untypische Verlaufsbilder

mitigierte Masern: Darunter versteht man eine abgeschwächte Form der Masern-Erkrankung, die bei Neugeborenen mit Leihimmunität durch mütterliche Antikörper oder bei Erkrankten, die mit Antikörperpräparaten behandelt wurden, auftreten kann.

weiße Masern: Diese können bei Menschen mit Immunschwäche (beispielsweise angeborene Defekte des zellulären Immunsystems, immunsuppressiver Therapie, AIDS, bösartige Tumore) auftreten. Dabei fehlen oftmals die typischen Symptome wie der Hautausschlag und es kann zu einem langen, schweren Krankheitsverlauf mit höherer Komplikations- und Sterberate als gewöhnlich kommen.

atypische Masern: Hierbei handelt es sich um eine schwere Form des Krankheitsverlaufs, die bei mit formalininaktivierten Impfstoffen geimpften Patienten auftrat, wenn diese später mit einem Wildtyp-Masernvirus in Kontakt kamen. Diese Impfstoffe wurden jedoch in den 1960er Jahre verwendet und werden heute nicht mehr eingesetzt.

Diagnose

Da Masern ein relativ charakteristisches Krankheitsbild besitzen, lässt sich die Diagnose zumeist anhand der Symptome stellen. Labordiagnostisch lassen sich Antikörper gegen das Masern-Virus mittels des ELISA-Verfahrens nachweisen. Auch der Nachweis von RNA (Erbgut) des Masernvirus mit einer PCR ist möglich.

Falls durch die Masern eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) ausgelöst wird, wird die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) auf das Vorhandensein von Viren hin untersucht. Der Liquor cerebrospinalis wird durch eine Lumbalpunktion (die Spritze wird hierbei in der Region der Lendenwirbel eingeführt) entnommen.

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