Grundlagen

Unter Migräne versteht man starke, plötzlich auftretende, pulsierende oder pochende Kopfschmerzen, die oftmals mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Zumeist treten dabei nur auf einer Seite des Kopfes Kopfschmerzen auf. Die Länge einer Migräne-Attacke kann zwischen vier Stunden und drei Tagen variieren.

Bei Migräne handelt es sich neben Spannungskopfschmerzen (Kopfschmerzen vom Spannungstyp) um die häufigste Form von Kopfschmerzen. Frauen (ca. 14%) sind davon fast doppelt so häufig betroffen wie Männer (7%). Fast jede vierte Frau leidet in ihrem Leben mindestens einmal unter einer Migräne.

Auch etwa fünf Prozent der Kinder im präpubertären Alter leiden unter Migräne-Attacken. Am häufigsten sind Personen zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr betroffen. Weiters ist zu beobachten, dass Kinder von Betroffenen ein erhöhtes Risiko aufweisen, ebenfalls an Migräne zu erkranken.

Ursachen

Die exakten Ursachen von Migräne-Attacken sind heutzutage noch nicht vollständig bekannt. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren eine große Rolle spielen, da Migräne in Familien mit einem erkrankten Elternteil gehäuft auftritt. Diese Vermutung wird auch durch verschiedene Studien an Zwillingsgeschwistern erhärtet. Bei der hemiplegischen Migräne – einer besonderen Form der Migräne – konnte das krankheitsauslösende Gen auf dem Chromosom 19 ermittelt werden.

Zwar sind die genauen Ursachen und Auslöser der Migräne nicht bekannt, dennoch existieren einige Theorien zur Entstehungsweise der charakteristischen Schmerzen:

  • Es wird angenommen, dass verschiedene Neurotransmitter (beispielsweise Serotonin) eine wichtige Rolle im Entstehungsmechanismus von Migräne spielen. Diese Neurotransmitter sind Botenstoffe des Gehirns, die in den Nervenzellen gespeichert und auf bestimmte Reize hin freigesetzt werden. Ihre Aufgabe besteht darin, dass sie Hemm- oder Aktivierungssignale für Organe wie zum Beispiel Muskeln, Blutgefäße, Herz oder den Verdauungstrakt weiterleiten. Eine Störung des Serotonin-Haushaltes im Gehirn könnte zur Entstehung einer Migräne führen.
  • Eine andere Theorie besteht darin, dass eine Migräne durch die Aktivierung eines sogenannten „Migräne-Generators“ im Hirnstamm ausgelöst wird. Bei der Migräne kommt es zu einer Übererregbarkeit von bestimmten Gehirnregionen (vor allem dem Trigeminuskern) sowie zu einer lokalen Entzündung der Nervenfasern, durch welche die Blutgefäße der Hirnbasis reguliert werden. Durch den Entzündungsprozess wird die Gefäßwand durchlässiger, wodurch verschiedene Substanzen aus den Blutgefäßen austreten und das umgebende Gewebe reizen können. Dadurch werden auch die Schmerzrezeptoren des Trigeminusnervs sowie der Trigeminuskern gereizt, wodurch sich der ganze Prozess selbst verstärkt und der Migräneanfall an Intensität zunimmt.

Es gibt von Mensch zu Mensch unterschiedliche Faktoren (Trigger genannt), welche einen Migräne-Anfall auslösen können:

  • Schlafmangel
  • Stress
  • sehr helles, grelles Licht
  • hormonelle Schwankungen während der Menstruation, Einnahme hormoneller Verhütungsmittel oder Schwangerschaft
  • Nikotin (sowohl beim Aktiv- oder Passivrauchen)
  • Alkohol
  • starke körperliche Belastung
  • In seltenen Fällen Nahrungsmittel wie Rotwein, Schokolade und bestimmte Sorten Käse

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK