Rotes Fleisch: Erhöht der Verzehr das Darmkrebsrisiko?

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Seit längerem vermuten Forscher einen Zusammenhang zwischen Darmkrebs und dem Verzehr von rotem Fleisch. Neue Studien geben nun weiter Hinweise auf einen Zusammenhang.

shutterstock.com / Natalia Lisovskaya

Seit längerem vermuten Forscher einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Darmkrebs und dem übermäßigen Verzehr von rotem Fleisch. Eine 2020 veröffentlichte Studie (Cell Death & Diseases; 2020; DOI: 10.1038/s41419-020-02950-8) hat nun die möglichen Ursachen und physiologische Zusammenhänge untersucht.


Ein globales Thema

Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes zählen zu den 3 häufigsten Krebsarten weltweit (neben Lungen- und Brustkrebs). Momentan ist dieser Trend in der Altersgruppe 20-50 sogar am Ansteigen. Ein Grund hierfür könnte laut Forschern der Zunehmende Verzehr von rotem Fleisch und Fleischprodukten sein. Zu Tieren mit rotem Fleisch zählen: Rind, Schwein, Schaf und Kaninchen.


Begünstigte Krebsentwicklung durch bestimmte Proteine

Die genaue Hintergründe der verstärkten Krebsentwicklung in diesem Zusammenhang sehen Wissenschaftler in bestimmten Proteinen, welche in den oben genannten Fleischarten vermehrt vorkommen und diesen auch die charakteristische rote Farbe verleihen. Es handelt sich um die sogenannten Hämproteine, genauer um Myoglobin, welches essenziell für die Sauerstoffversorgung der Muskeln ist. Die Besonderheit dieser Proteine ist eine Eisenatom welches den Sauerstoff binden kann und dessen Transport ermöglicht. In der zuvor genannten Studie wurde gezeigt, dass durch die Aufnahme des Hämeisens vermehrt Sauerstoffradikale entstehen können. Diese Radikale stellen eine besonders reaktive Form des Sauerstoffs dar, welche zum Zelltod oder einer DNA-Veränderung führen kann. Es macht also Sinn, dass rotes Fleisch mit seinem stark erhöhten Gehalt an Myoglobin, das Risiko einer DNA-Mutation und der resultierenden Entstehung von Krebs steigert.


Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die vorliegende Studie liefert nun also eine plausible Erklärung für zuvor durchgeführte Experimente, bei denen rotes Fleisch zu einer erhöhten Darmkrebsinzidenz bei Tieren geführt hat. Auch in Epidemiologischen Studien gibt es eindeutige Hinweise auf diese Zusammenhänge, weshalb rotes Fleisch nun von der IARC (International Agency for Research on Cancer) in die Gruppe der „wahrscheinlich krebserregenden“ Stoffe aufgenommen wurde. Wurstwaren wurden aufgrund von mehreren Zusatzstoffen, die erwiesenermaßen krebserregend sind, sogar in die Gruppe 1, also der mit Sicherheit krebserregenden Stoffe, aufgenommen. 


Mögliche Ernährungsumstellungen

Aufgrund der vorliegenden Studienergebnisse ist es plausibel zu behaupten, dass vom Verzehr von rotem Fleisch in großen Mengen abzuraten ist. Obgleich die Entscheidung, seine Ernährung umzustellen - oder nicht - durch Verschiedenes beeinflusst wird, erscheint die medizinische Komponente doch ein überzeugenderer Faktor als manch anderer zu sein.


Quellen: 

https://www.nature.com/articles/s41419-020-02950-8

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Ern%C3%A4hrung?s=&p=1&n=1&nid=117384

Autor

Markus Falkenstätter

Letztes Update

05.11.2020

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