Aortenaneurysma

Aortenaneurysma
Internationale Klassifikation (ICD) I71.-

Grundlagen

Ein Aorten- Aneurysma ist eine permanente Erweiterung des Querschnittes der Hauptschlagader (=Aorta). Diese Aussackung entsteht durch eine Veränderung (verminderte Elastizität) der Wand des Blutgefäßes.

Die Ausbuchtung kann in allen Bereichen der Aorta entstehen, der häufigste ist unterhalb der Nierengefäße im Bereich der Bauchaorta (Bauchaortenaneurysma), seltener im Brustbereich.

Das Aneurysma kann völlig symptomlos sein, die Gefahr liegt in einem Platzen der verdünnten, ev. verkalkten Gefäßwand (=Ruptur) und innerem Verbluten.

Etwa ein Prozent der Bevölkerung über Fünfzig (5x mehr Männer als Frauen) entwickelt ein Bauchaortenaneurysma. Oft wird es nur durch einen Zufallsbefund entdeckt.

Ursachen

Die Hauptursache für Aneurysmen ist die Veränderung der Gefäßwände mit steigendem Lebensalter. Sie werden weniger elastisch und können den hohen Druck, der in der Aorta herrscht, nicht mehr abfedern. Dabei verbreitert sich der Querschnitt des Blutgefäßes, es „beult sich aus“. Arteriosklerose (=Gefäßverkalkung) und Hypertonie (=Bluthochdruck) begünstigen die Entstehung eines Aneurysmas, weil die ohnehin schon unelastischen Gefäße unter dem hohen Blutdruck besonders leiden. Bis zu zehn Prozent der männlichen Hypertoniker über 65 Jahren haben ein Bauchaortenaneurysma.

Entzündungen der Gefäßwände durch Infektionskrankheiten wie Syphilis oder Tuberkulose und angeborene Erkrankungen wie das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom, für die eine Bindegewebsschwäche auch der Gefäßwände typisch ist, sind sehr seltene Ursachen für ein Aneurysma und betreffen vor allem die Hauptschlagader im Brustbereich (Thorakales Aortenaneurysma)

Symptome

Die meisten Menschen mit Aortenaneurysmen haben keine Beschwerden, eine Diagnose erfolgt meist zufällig im Zuge von anderen Untersuchungen.

Ab einer bestimmten Größe kann ein Aneurysma auf umgebende Strukturen drücken. Diffuse Bauch- und Rückenschmerzen und Schwindelgefühl können Symptome für eine Bauch-Aortenaneurysma sein, sowie ein schlecht tastbarer, unterschiedlich starker Leistenpuls. Manchmal lässt sich eine pulsierende Geschwulst durch die Bauchdecke ertasten. Brustschmerzen, Atemnot, Heiserkeit, Schluckstörungen und Husten können Symptome für ein Aneurysma im Brustbereich sein.

Die größte Gefahr ist ein Reißen (eine Ruptur) der Gefäßwand. Bei Aneurysmen über fünf bis sechs Zentimetern steigt diese Gefahr. Die Wände sind dann um 2 – 3 cm gedehnt. Bei einer Ruptur kann es durch den starken inneren Blutverlust zu einem Kreislaufschock kommen, die Betroffenen spüren heftige Schmerzen im Brust- oder Bauchbereich, die in den Rücken ausstrahlen, außerdem auch Übelkeit und Erbrechen.

Diagnose

Die Diagnose wird oft zufällig bei einer Routineuntersuchung gestellt, z.B. bei Ultraschall-Untersuchungen, beim Abhören mit dem Stethoskop können ungewöhnliche Strömungsgeräusche auffallen. Ein ausgeprägtes Bauchaneurysma kann bei schlanken Menschen als Schwellung ertastet werden. Bei einem Lungenröntgen kann man eine Aussackung der Brustschlagader erkennen, mit Hilfe eines Herz-Ultraschalls werden Teile der Aorta gut sichtbar.

Zur Abklärung des Zufallsbefundes kann eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), eine Computertomografie (CT) und eventuell eine Angiografie herangezogen werden. Ein genauer Befund, der auch die anderen Risikofaktoren, wie Bluthochdruck und Arteriosklerose-Stadium erfasst, ist für die Therapieplanung notwendig.

Therapie

Bei kleinen symptomlosen Aortenaneurysmen, kleiner als 4 cm Durchmesser, genügt beobachten - eine ein- bis zweimal jährliche Ultraschall-Untersuchung, sowie eine medikamentöse Therapie mit Betablockern, Blutdrucksenkern, Blutfettsenkern. Diabetes stellt einen Risikofaktor dar und sollte optimal eingestellt werden, Rauchen verschlechtert erheblich die Elastizität der Gefäße und muss beendet werden. Zu den Lebensstilveränderungen gehört auch nicht zu schwer heben und richtiges Atmen bei körperlicher Belastung. Husten erhöht den Druck in den Gefäßen, daher sollten Asthma und chronische Bronchitis gut eingestellt werden.

Bei Aneurysmen über einem Durchmesser von 5cm der Bauch-Hauptschlagader und bei 5,5cm der Brust-Hauptschlagader muss das Aneurysma direkt behandelt werden, da die Gefahr einer Ruptur erheblich steigt.

Thorakales Aneurysma

In einer Operation entfernt der Chirurg das Aneurysma und setzt eine Prothese, eine Überbrückung ein. Bei einem Aneurysma in Herznähe muss eventuell auch eine Aortenklappe durch eine Kunstklappe ersetzt werden.

Bauchaorten Aneurysma

• Bei der Operation im Bauchraum entfernt der Chirurg den erweiterten Teil der Arterie und ersetzt ihn durch eine Gefäßprothese.

• Stentmethode: eine kleine Röhre (Stent) wird über die Leistenarterie bis zum Aneurysma geschoben und stabilisiert dort das Gefäß. Derzeit das Mittel der Wahl: durch den gering invasiven Eingriff gibt es weniger postoperative Komplikationen.

Prognose

Die Prognose hängt von der Größe des Aneurysmas und der genauen Stelle ab an der sich die Ausbuchtung der Aorta befindet. Ab einer Größe von über fünf Zentimetern nimmt das Risiko zu, dass die Gefäßwand reißt. Geplatzte Aorten-Aneurysmen sind akut lebensbedrohlich und müssen sofort operiert werden. Eine Not-Operation, die dann notwendig ist, hat eine wesentlich schlechtere Prognose als eine vorbeugende Operation.

Vorbeugen

Mit einer gesunden Ernährung, viel Bewegung, Nichtrauchen und einer Kontrolle und Therapie von Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinwerten kann man Aneurysmen vorbeugen. (Hauptrisikofaktoren: Hoher Blutdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel).

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Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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