Burnout

Burnout
Internationale Klassifikation (ICD) Z73
Symptome von Patient zu Patient unterschiedlich, HyperaktivitÀt, Erschöpfung, fehlende Empathie, Depression, Aggression, Motivationslosigkeit, Entfremdung, Suizidgedanken, Psychomatische Symptome
Mögliche Ursachen persönliche Faktoren, Umweltfaktoren
Mögliche Risikofaktoren Änderung der Lebenssituation, Überlastung am Arbeitsplatz, Ungerechtigkeit, ungelöste Konflikte, Ausbleiben von Erfolg

Grundlagen

„Burnout“ ist ein englischer Begriff (engl. burn out) und bedeutet ĂŒbersetzt ausgebrannt, völlig erschöpft. Eine eindeutige Definition von Burnout gibt es bislang nicht, weswegen die exakte Zahl der Betroffenen noch unklar ist.

Der Begriff wurde in den 1970ern vom amerikanischen Psychologen Herbert Freudenberger geprĂ€gt. Erstmalig wurde Burnout in Sozialberufen (Heil- und Pflegeberufe, ehrenamtliche Arbeiter) beschrieben. Der Idealismus der meisten Personen in dieser Berufsgruppe und das stĂ€ndige Arbeiten an der emotionalen und körperlichen Belastungsgrenze mit einem geringen Maß an Anerkennung, kann sie ausbrennen lassen.

Aktuell wird das Burnout-Syndrom als völlige körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung beschrieben. Hinzu kommen Unruhe, Anspannung, fehlen von Motivation, Leistungsabfall und psychosomatische Beschwerden.

Meist folgt diese Symptomatik auf eine starke Frustration, deren Ursache hĂ€ufig im Beruf liegt. GrĂŒnde dafĂŒr sind Überforderung, mangelnde Anerkennung (Lob, Aufstiegschancen, Gehaltserhöhung) oder bĂŒrokratische HĂŒrden, die das Erreichen persönlicher Ziele erschweren.

Ebenfalls frustrierend kann es sein, ein Lebensziel nicht zu erreichen oder es doch zu schaffen, ohne die erwartete Zufriedenheit zu verspĂŒren.

Heute ist man sich einig, dass Burnout alle Berufsgruppen und auch Senioren oder Arbeitslose betreffen kann. Dem Burnout muss dabei nicht zwingend das „Burn“ also Brennen im Sinne einem ĂŒbertriebenen Engagements vorausgehen, es kann auch durch Mobbing ausgelöst werden.

Phasen

Forscher unterteilen Burnout in verschiedene (meist nacheinander auftretende) Phasen. Das nachfolgende Modell bezieht sich auf den Experten Prof. Martin Burisch (UniversitÀt Hamburg).

Phase 1: Überforderung, Überengagement

Durch idealistisches, ĂŒberzogenes Engagement stĂŒrzen sich „brennende“ Personen auf ein Vorhaben. Zu diesem Zeitpunkt lĂ€sst sich Burnout nur sehr selten prognostizieren. Sobald die erhoffte Anerkennung (Belohnung, beruflicher Aufstieg) ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitpunkt der Erwartung hinterherhinkt, beginnt das eigentliche Burnout-Syndrom.

Der Druck, unter dem Betroffene leiden, kann auch extern motiviert sein. Es folgen Erschöpfung, Frustration und Irritation. Der Körper reagiert ebenfalls auf die Überbeanspruchung. Kopf- und Magenschmerzen sowie Schlafstörungen sind die Folge.

Phase 2: Reduziertes Engagement

Typisches Merkmal des Burnout-Syndroms ist eine starke Frustration. Erkrankte mĂŒssen akzeptieren, dass das gesteckte Ziel nicht erreicht wird. Der vorangegangene Idealismus verblasst und das Engagement sinkt.

Da viel Zeit und Fleiß in die Zielsetzung investiert wurde, werden AnsprĂŒche stark angehoben. Betroffene fĂŒhlen sich ausgebeutet und mit zu wenig WertschĂ€tzung behandelt.

Gleichzeitig findet eine innere KĂŒndigung statt. Von diesem Punkt an, wird nur noch das Notwendigste getan und selbst dabei großzĂŒgige Pausen eingehalten, Fehler hĂ€ufen sich. Bei manchen greift diese Haltung auch auf die Freizeit ĂŒber, andere blĂŒhen dagegen auf, sobald sie ihren Arbeitsplatz verlassen.

Burnout-Betroffene distanzieren sich von ihrem sozialen Umfeld. MitgefĂŒhl und Anteilnahme (Empathie) weichen emotionaler KĂ€lte, auch Zynismus ist nicht selten. Das normalerweise positive Empfinden gegenĂŒber Mitmenschen (Arbeitskollegen, Freunde, Familie) nimmt ab.

 

Phase 3: Depression, Aggression und Schuldzuweisung

FĂŒr das persönliche Scheitern muss nun ein Schuldiger gefunden werden. Es kann die Erkrankten selbst, aber auch Personen aus dem Umfeld treffen.

Wenn die Schuld bei sich selbst gesucht und gefunden wird, droht eine Depression. GefĂŒhle von Versagen, UnfĂ€higkeit, Ohnmacht und Hilflosigkeit nehmen Überhand und lassen jegliches SelbstwertgefĂŒhl schwinden.

Charakteristische Symptome einer Depression (NervositÀt, Leere, Pessimismus, Angst, sogar Suizidgedanken) werden bemerkbar.

Ein anderes Bild zeigt sich, wenn die Schuld bei Kollegen oder „dem System“ gefunden wird. Der eigene Anteil am Scheitern wird geleugnet, Aggressionen machen sich breit. Es kommt zu zahlreichen Konflikten mit Mitmenschen, gegen die sich der ganze Zorn richtet. Betroffene sind launisch, stĂ€ndig gereizt und fĂŒhlen sich sehr schnell angegriffen.

Phase 4: Abbau und schwindende LeistungsfÀhigkeit

FlĂŒchtigkeitsfehler nehmen zu, Termine werden vergessen. Entscheidungsschwierigkeiten, fehlende KreativitĂ€t und ein Unvermögen, komplexe Problemstellungen zu bewĂ€ltigen, sind die Folge der dauernden Anspannung.

Beruflich wird nach dem Leitsatz „Dienst nach Vorschrift“ gearbeitet. Initiative, Motivation und ProduktivitĂ€t nehmen stetig ab.

Auch die geistige Haltung verĂ€ndert sich allmĂ€hlich. „Schubladen-„ und „Schwarz-Weiß-Denken“ setzen ein, VerĂ€nderungen und Bruch mit Routine werden abgelehnt, da es einen Mehraufwand an Energie benötigen wĂŒrde.

Phase 5: Desinteresse, Verflachung

Betroffene ziehen sich wegen der sinkenden LeistungsfĂ€higkeit auch emotional zurĂŒck. GleichgĂŒltigkeit und Langeweile nehmen zu. Hobbies, Familie und Freunde werden auf ein Mindestmaß reduziert, Einsamkeit macht sich breit.

Phase 6: Verzweiflung

In der letzten Phase herrscht eine komplette Verzweiflung vor. Der Sinn und Wert des Lebens wird in Frage gestellt, Suizidgedanken hÀufen sich und werden teilweise auch in die Tat umgesetzt.

Ursachen

Burnout wird von inneren (persönlichen) und Ă€ußeren (Umwelt) Faktoren beeinflusst.

AbhĂ€ngig von der Persönlichkeit und der FĂ€higkeiten im Umgang mit Hindernissen und Druck ist das Risiko fĂŒr dieses Syndrom von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Es können aber auch einzelne Situationen derart belastend und ausweglos sein, dass sie nur von sehr wenigen durchgestanden werden können, ohne Spuren zu hinterlassen. Experten bezeichnen das als „Wearout“ (englisch fĂŒr Verschleiß) oder passives Burnout.

Die Ursachen sind genauso variabel wie die Betroffenen. Da jede Lebenssituation unterschiedlich ist, lassen sich Entstehungsfaktoren nur grob in innere und Ă€ußere unterteilen.

Innere Faktoren

Es wird in zwei Typen von Menschen unterteilt. Beide verbindet das ausgeprÀgte Streben nach Anerkennung.

Typ 1: Personen mit geringem Selbstbewusstsein. Sie sind ĂŒberempfindlich, angepasst, passiv und sehr liebesbedĂŒrftig.

Typ 2: Sehr dynamische, zielstrebige und ehrgeizige Menschen mit einem hohen Maß an Idealismus und Engagement.

Hinzu kommen weitere Risikofaktoren:

  • Selbstbild baut auf die erfolgreiche AusĂŒbung einer einzigen Rolle (z.B erfolgreiche Manager) auf
  • Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns wird in Frage gestellt
  • unrealistisch hohe Ziele, ungleiche Relation zwischen benötigtem Aufwand und Outcome
  • Ziele werden entsprechend der Erwartungen anderer gesetzt
  • hohe Erwartungen an die Anerkennung nach Zielerreichung
  • fehlendes GespĂŒr und Akzeptanz von eigenen SchwĂ€chen, Hilflosigkeit
  • Unvermögen, Nein zu sagen (zu anderen oder dem eigenen Streben nach Perfektion)
  • Zielerreichung um jeden Preis, da man selbst oder das Vorhaben außergewöhnlich ist und alle Mittel rechtfertigt

Äußere Faktoren

Burnout beginnt hĂ€ufig mit einer einschneidenden Änderung der Lebenssituation (Studienbeginn, Berufseinstieg, Jobwechsel). Durch solche VerĂ€nderungen wird das Selbstbild erschĂŒttert und in Frage gestellt. Erwartungen können enttĂ€uscht und Lebensziele zerstört werden.

Im Gegensatz dazu, kann auch die EnttÀuschung einer Erwartung Burnout auslösen (ausbleibende Beförderung).  

  • Überlastung am Arbeitsplatz
  • zu geringe Kontrolle
  • zu geringe Autonomie
  • Ausbleiben von Erfolg und Anerkennung
  • Ungerechtigkeit
  • bĂŒrokratische HĂŒrden
  • nicht zufriedenstellende Belohnungen  
  • eigene Werte und Überzeugungen widersprechen Anforderungen
  • mangelnde soziale UnterstĂŒtzung
  • ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz

Innere Haltung und Empfinden der Situation haben einen grĂ¶ĂŸeren Einfluss auf die Entstehung von Burnout als die tatsĂ€chliche Belastung. Werden Input und Outcome bzw. Positives und Negatives als zumindest annĂ€hernd gleichwertig empfunden, können hohe Anforderungen auch ĂŒber lĂ€ngere Zeit durchgehalten werden.

Symptome

Burnout hat Auswirkungen auf Emotionen, Psyche, kognitive FÀhigkeiten und den Körper. In welcher Symptomkonstellation das Syndrom prÀsentiert, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Beschwerden können grob nach den Phasen und Psychosomatik eingeteilt werden.

Ad Phase 1: Warnsymptome

Überdurchschnittlicher Einsatz von Energie fĂŒr ein Vorhaben zeigt sich durch:

  • HyperaktivitĂ€t
  • freiwillige unentgeltliche Mehrarbeit
  • GefĂŒhl von eigener Unentbehrlichkeit
  • Empfinden von permanentem Zeitmangel
  • VerdrĂ€ngen von persönlichen BedĂŒrfnissen
  • Leugnen von Misserfolg und EnttĂ€uschung
  • EinschrĂ€nken sozialer Kontakte auf Zielsetzung (Kunden, Patienten etc.)

Bald macht sich Erschöpfung bemerkbar:

  • Rastlosigkeit, Unvermögen zu Entspannen
  • Energielosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • ĂŒberdurchschnittliche InfektanfĂ€lligkeit
  • steigende Unfallgefahr

Ad Phase 2:

  • Idealismus nimmt ab
  • Engagement wird eingeschrĂ€nkt
  • unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig steigende AnsprĂŒche
  • innere KĂŒndigung
  • Überzeugung ausgebeutet und nicht genug wertgeschĂ€tzt zu werden
  • innere Auflehnung gegen die Arbeit
  • sinkende Arbeitszeit (mehr Pausen, spĂ€teres kommen, frĂŒheres gehen)
  • zunehmende Distanz und negative GefĂŒhle fĂŒr Arbeits-Kontakten (Patienten, Kollegen)
  • AufblĂŒhen wĂ€hrend der Freizeit
  • fehlende Empathie
  • emotionale KĂ€lte, Zynismus

Ad Phase 3:

Depression:

  • Hilflosigkeit, Machtlosigkeit
  • innere Leere
  • sinkendes SelbstwertgefĂŒhl
  • Pessimismus
  • Angst
  • Niedergeschlagenheit
  • Motivationslosigkeit

Aggression:

  • Schuld wird außen gesucht (Kollegen, „das System“)
  • Reizbarkeit
  • Ungeduld
  • hĂ€ufige soziale Konflikte
  • Intoleranz
  • Aggression

Ad Phase 4:

  • FlĂŒchtigkeitsfehler
  • abnehmende KreativitĂ€t
  • Schwierigkeiten, komplexe Problemstellungen zu lösen
  • Entscheidungsschwierigkeiten
  • Motivationslosigkeit
  • sinkende ProduktivitĂ€t
  • Unwille zur Initiative
  • „Dienst laut Vorschrift“
  • Schubladen- und Schwarz-Weiß-Denken
  • Ablehnen von VerĂ€nderung

Ad Phase 5:

  • emotionaler RĂŒckzug
  • Langeweile
  • GleichgĂŒltigkeit
  • Vereinsamen
  • Aufgeben von Hobbies
  • Entfremdung

Ad Phase 6:

  • komplette Verzweiflung
  • Hoffnungslosigkeit
  • alles erscheint sinnlos
  • Zweifel am Sinn des Lebens
  • Suizidgedanken

Psychomatische Symptome

  • AlbtrĂ€ume, Schlafstörungen
  • Kopf- und RĂŒckenschmerzen, Verspannungen
  • Bluthochdruck, Herzklopfen, EngegefĂŒhl in der Brust
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • sexuelle Probleme
  • auffĂ€llige Gewichtsabnahme oder –zunahme (verĂ€nderte Essgewohnheiten)
  • erhöhter Nikotin-, Alkohol- oder Koffeinkonsum
  • hohe AnfĂ€lligkeit fĂŒr Infekte

Diagnose

Der ICD10- Katalog beinhaltet Burnout lediglich als Unterziffer mit der Beschreibung „Zustand der totalen Erschöpfung“. Da es keine offizielle eigenstĂ€ndige Diagnose gibt, ist es in der Praxis schwierig das Syndrom eindeutig festzustellen.

Die Beschwerden Antriebslosigkeit etc. Àhneln nicht nur stark einer Depression, Burnout endet unbehandelt auch meist in einer solchen.

Symptome wie Erschöpfung treffen ebenfalls auf das chronische Fatigue-Syndrom kurz CFS zu.

Aus diesen GrĂŒnden ist es unerlĂ€sslich, zuerst Ă€hnliche Erkrankungen auszuschließen. Dazu dient eine ausfĂŒhrliche Anamnese (Krankengeschichte, Beschwerden).

MBI

Viele Fragebögen versuchen, Burnout messbar zu machen. Am hĂ€ufigsten wird der MBI – Maslach Burnout Inventory angewandt. Er wurde 1976 von der Psychologin Christina Maslach entwickelt und enthĂ€lt 22 Fragen und 3 Dimensionen:

  1. emotionale und anhaltende, körperliche Erschöpfung
  2. Depersonalisation (negative, distanzierte bis zynische Haltung gegenĂŒber Klienten, Kollegen, Vorgesetzten)
  3. reduzierte LeistungsfÀhigkeit

Weiters mĂŒssen Statements nach ihrem Zutreffen beurteilt werden.

In anderen Tests liegt der Fokus auf weitere Kriterien. Der Fragebogen Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) bewertet Arbeitsengagement, BelastungsfĂ€higkeit, emotionale Lage und beschreibt „BewĂ€ltigungstypen“.

Das wichtigste Tool zur Diagnosestellung bleibt unbestritten das Arzt-PatientengesprÀch. Dadurch werden auslösende Faktoren und Mechanismen identifiziert.

Therapie

Je spÀter Burnout behandelt wird, desto schlechter stehen die Heilungsaussichten. Deshalb ist es wichtig, die Behandlung schnell und professionell zu beginnen.

In der Entstehungsphase

Ist das Syndrom gerade erst im Entstehen, können Krisenintervention oder Kurzzeittherapie (wenige Stunden) ausreichen. Es werden verbesserte Strategien zu Problem- und Konfliktlösung erarbeitet und das GefĂŒhl fĂŒr Belastungsgrenzen geschĂ€rft. Autogenes Training und progressive Muskelentspannung können die Behandlung unterstĂŒtzen.

Fortgeschrittener Burnout

Ist die Krankheit bereits weiter fortgeschritten, wird eine intensivere Therapie (ambulant oder stationÀr) notwendig. Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen gibt es keine universelle Behandlungsstrategie.

Durch kognitive Verhaltenstherapie können fĂ€lschliche Vorstellungen und Verhaltensmuster identifiziert und schrittweise korrigiert werden. Paradigmen (Weltanschauungen) wie z.B. Zwang zu Perfektionismus, um wertvoll zu sein, werden umgestoßen und der Patient so von seinen krankmachenden, inneren Motivatoren befreit.

Bei den meisten Betroffenen steht der Aufbau eines gesunden SelbstwertgefĂŒhls an oberster Stelle. Dadurch wird die AbhĂ€ngigkeit von Ă€ußerer Anerkennung verringert. Oft ist dafĂŒr jedoch eine tiefgehende psychische Umstrukturierung notwendig. Diese kann durch zeit- und kraftintensive Verfahren wie tiefenpsychologische Verfahren oder eine Psychoanalyse erfolgen.

Manche Betroffene haben das GespĂŒr fĂŒr ihre eigenen BedĂŒrfnisse verloren. Um dieses wieder herzustellen, können Körpertherapien ergĂ€nzend helfen. Dabei wird gelernt, auf den Körper zu hören, körperliche Verspannungen gezielt aufzulösen und so auch die psychischen zu mildern.

Wenn eine Depression zu den Symptomen hinzukommt, können Medikamente (Antidepressiva, hochdosiertes Johanniskraut) als TherapieergÀnzung genutzt werden.

Prognose

Je frĂŒher Burnout erkannt und behandelt wird, desto besser sieht die Prognose aus. Die Voraussetzung zur Heilung ist trotzdem die Einsicht eines Problems. Betroffene sollten mit therapeutischer UnterstĂŒtzung diese 4 Fragen erörtern:  

  1. Wie trage ich selbst zu meinem Burnout bei?
  2. Wo ĂŒberschreite ich meine Grenzen?
  3. Welche Umweltfaktoren spielen eine Rolle?
  4. Welche lassen sich Àndern und welche nicht?

Wer sich sein Problem nicht eingesteht, kann auch die Ursache nicht behandeln.

Bei beginnendem Burnout können ein Arbeitsplatzwechsel, eine Krisenintervention oder ein Kuraufenthalt ausreichen. Mit therapeutischer UnterstĂŒtzung ist es wichtig, einen besseren Umgang mit Belastungen zu erlernen. Ein stabiles soziales Netz, finanzielle Sicherheit und Hobbies können sich positiv auf die Prognose auswirken.

Wird Burnout ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum nicht erkannt, sind dauerhafte SchĂ€den nicht ausgeschlossen. Bereits normaler Stress (beruflich oder sozial) stellt auch nach jahrelanger Therapie eine HĂŒrde dar.

Weil teilweise oder vollstÀndige InvaliditÀt nicht selten sind, muss Burnout ernstgenommen und behandelt werden.

Was Sie selbst tun können

Burnout wird von Ă€ußeren (Umwelt) und inneren (persönlichen) Faktoren beeinflusst. Innere Einstellungen langsam zu Ă€ndern gestaltet sich meistens einfacher, als das Umfeld (z.B. Job) von Grund auf zu verĂ€ndern. Unternehmen können ihre Mitarbeiter durch vielfĂ€ltige Maßnahmen unterstĂŒtzen und dazu beitragen, dass Arbeitnehmer nicht am Burnout-Syndrom erkranken.

Tipps

Tipps fĂŒr Einzelpersonen

GrundbedĂŒrfnisse identifizieren

Burnout entwickelt sich aus einer Frustration. Identifizieren Sie Aufgaben, die Ihre GrundbedĂŒrfnisse befriedigen. Dazu ist es wichtig, den Alltag der abgestrebten sozialen Rolle oder des Berufes genau zu kennen.

Lernen Sie Ihre BedĂŒrfnisse und WĂŒnsche kennen. Was ist Ihnen wirklich wichtig? Soziale Anerkennung, Aufstiegschancen, Freiheiten bzw. Einfluss bei der Arbeitsgestaltung?

Management von Stress und Entspannung

Stress hat einen großen Anteil an der Entstehung von Burnout. Nutzen Sie Stressmanagement und Entspannungstechniken, um dagegen anzusteuern.

Selbstaufmerksamkeit

Burnout entsteht meist im Verborgenen. Nehmen Sie sich regelmĂ€ĂŸig Zeit dafĂŒr, sich zu fragen, wie gestresst oder zufrieden Sie sind. Dazu kann ein Stresstagebuch helfen. Sie können damit Auslöser identifizieren und auch schleichendes Ansteigen von Stress erkennen. Eine weitere Möglichkeit ist, Freunde und Familie um Hilfe zu bitten. Sie können sie direkt ansprechen, falls Sie gereizter oder weniger motiviert sind als sonst.

Inneren Antreibern die Macht nehmen

GefĂ€hrdete werden von inneren Antreibern zur Überforderung getrieben. Solche Antreiber können Maxime wie Perfektion sein. Wer seine Antreiber enttarnt, kann ihnen ihre Macht nehmen. Versuchen Sie zu verstehen, dass Perfektion etwas Utopisches ist und ihre eigenen BedĂŒrfnisse auf derselben Stufe stehen wie die anderer.

Lebensziel definieren

Sie können sich folgende Frage stellen: Was will ich eigentlich vom Leben? Verfolgen Sie Ihre Ziele bewusst, nur so kommen Sie einer anhaltenden Zufriedenheit nÀher. Verabschieden Sie sich von Zielen, die eigentlich nicht Ihre eigenen sind.

Akzeptieren Sie sich selbst

Wer sein SelbstwertgefĂŒhl zu großem Teil auf beruflichen Erfolg baut, kann besonders Burnout gefĂ€hrdet sein. Wenn Sie sich selbst akzeptieren, entwickeln Sie ein von Erfolg unabhĂ€ngiges Selbstbewusstsein. Das schrĂ€nkt die Gefahr von Überengagement und Ausbeutung ein.

Gesunder Lebensstil

Eine ausgewogene Mischkost und regelmĂ€ĂŸiger Sport und Bewegung können beim Abbau von Stress helfen. BeschrĂ€nken Sie Nikotin, Koffein und Genussmittel (Zucker, Alkohol) auf ein Mindestmaß.

Tipps fĂŒr Einzelpersonen als Teil einer Organisation

Zeitmanagement

In einem anspruchsvollen Beruf ist gut strukturiertes Zeitmanagement besonders wichtig.

Nein sagen

Um sich nicht zu ĂŒbernehmen, sollte gelernt werden, zu einer angebotenen oder selbst aufgetragenen Aufgabe bzw. Herausforderung „nein“ sagen zu können.

Unrealistische Erwartungen

Wer zu viel von der BewÀltigung einer Aufgabe erwartet, kann auch hÀufiger enttÀuscht zu werden.

Leben und Arbeit im Gleichgewicht

Die Work-Life-Balance bezeichnet ein wichtiges GrundbedĂŒrfnis der Menschen. Wer zu wenig Zeit fĂŒr FreirĂ€ume und Auszeiten einplant, kann sich auf ein Burnout zubewegen.

Karriereplanung

Karriereziele bewahren davor, in einer monotonen Langeweile zu verfallen. Auch Weiterbildungen schaffen eine neue Perspektive den beruflichen Alltag zu sehen und inspirieren.

Strategien im Betrieb

Burnout lĂ€sst sich durch Mitarbeiterzufriedenheit verhindern. Dazu trĂ€gt eine Unternehmenskultur bei, welche Mitarbeiter in ihrer Autonomie stĂ€rkt, Weiterentwicklung fördert und verfĂŒgbare Ressourcen positiv nutzt.

Mitarbeiterbefragung

Im Zuge streng anonymer, schriftlicher Befragungen können Anzeichen fĂŒr Burnout und eventuelle Unzufriedenheit identifiziert werden. Nur wenn Probleme bewusst sind, können sie auch behoben werden.

Flexible Arbeitsgestaltung

Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsinhalt aktiv beeinflussen können oder Art und Weise der AufgabenbewĂ€ltigung mitbestimmen können, haben mehr Raum fĂŒr Eigeninitiative und Selbstbestimmung.

Flexible Arbeitszeiten

FĂŒhrungspersonen sollten die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter im Auge behalten. Ein AnhĂ€ufen von Überstunden und MissverhĂ€ltnis zwischen Arbeit und Freizeit sollten vermieden werden. Dazu kann auch das Angebot von Teilzeitarbeit beitragen.

Schulungen fĂŒr einen Burnout-prĂ€ventiven FĂŒhrungsstil

Management-Schulungen sind ein gutes Tool um Burnout bei Mitarbeitern vorzubeugen. Personen mit FĂŒhrungsverantwortung lernen, wodurch Burnout beeinflusst wird und wie sie durch WertschĂ€tzung, UnterstĂŒtzung und Offenheit zur PrĂ€vention beitragen können.

Weiterbildung

Burnout kann auch durch einen monotonen Arbeitsalltag entstehen. Weiterbildungen können neue Perspektiven verschaffen und neuen Schwung in den Arbeitsalltag bringen.

Fitness und Wellness

Mitarbeiter können Stress abbauen und Energie tanken. Außerdem wird das GefĂŒhl von WertschĂ€tzung durch das Unternehmen gefördert, was Unzufriedenheit entgegenwirkt.

Konfliktmanagement, Entscheidungsbeteiligung, Informationsfluss

Die Autonomie des Einzelnen wird durch flache Hierarchien und offene Unternehmensphilosophie, die EntscheidungsspielrÀume zugesteht, gestÀrkt.

Enttabuisierung

Das offene Ansprechen von Burnout, kreiert ein Arbeitsklima, das die Grenzen und Ressourcen des Einzelnen schĂŒtzt.

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden