Fußpilz (Tinea pedis)

Fußpilz (Tinea pedis)
Internationale Klassifikation (ICD) B35.-

Grundlagen

Unter Fußpilz (fachsprachlich Tinea pedis genannt) versteht man eine Infektion mit Hautpilzen (Dematophyten) am Fuß. In mehr als 90% der FĂ€lle wird Fußpilz durch den Erreger Trichophyton rubrum ausgelöst. Es handelt sich hierbei um eine der hĂ€ufigsten Infektionskrankheiten in Mitteleuropa – Beispielsweise in Deutschland sind SchĂ€tzungen zufolge etwa 10% der Bevölkerung (vorzugsweise MĂ€nner) infiziert.

Ursachen

Der Pilz wird zumeist indirekt von Mensch zu Mensch ĂŒbertragen. Der Weitergabemechanismus besteht darin, dass die Betroffenen barfuß bei jedem Schritt pilzhaltige Hautschuppen verlieren, die sich bei der nĂ€chsten barfuß gehenden Person festsetzen können und dort anschließend ebenfalls Fußpilz auslösen. In der Haut der Fußsohlen und vor allem zwischen den Zehen herrschen fĂŒr den Pilz ideale, feucht-warme Bedingungen, die eine weitere Vermehrung begĂŒnstigen. Im Rahmen dieser entstehen die fĂŒr den Fußpilz typischen Symptome.

Aufgrund der Übertragung durch Hautschuppen ist das Infektionsrisiko besonders an Orten, an denen viele Menschen barfuß unterwegs sind, stark erhöht. Beispiele dafĂŒr wĂ€ren unter anderem SchwimmbĂ€der, Sporthallen, SportplĂ€tze, Hotelzimmer, Saunen, Duschen oder CampingplĂ€tze.

Kleine Verletzungen im Fußbereich, wie beispielsweise Schnitte, Risse oder AbschĂŒrfungen, erleichtern es dem Pilz erheblich, in den Körper einzudringen. Folgende Personengruppen sind besonders hĂ€ufig von Fußpilz betroffen:

  • Sportler (durch die hohe Fußfeuchtigkeit in Turnschuhen beim Sport)
  • Personen, die berufsbedingt dicht schließende Schuhe tragen (Bauarbeiter, Soldaten, Kanalarbeiter)
  • Diabetiker
  • Personen, in deren Umfeld hĂ€ufig Fußpilz auftritt
  • Menschen, die an Durchblutungsstörungen der Beine leiden
  • Personen mit schwachem Immunsystem

Symptome

Ein Fußpilz Ă€ußert sich hĂ€ufig mit einem juckenden oder brennenden GefĂŒhl an den FĂŒĂŸen. Weiters sind oftmals eine verstĂ€rkte Hautschuppung an den Fußsohlen, leichte Rötungen oder kleine Blasen zu beobachten.

Vor allem bei Pilzbefall zwischen den Zehen (Interdigitalmykose) erscheint die Haut dort feucht und leicht aufgeweicht (Mazeration). Die Mazeration erleichtert es nun auch bakteriellen Erregern erheblich, in die Haut einzudringen und dadurch schwere EntzĂŒndungen, wie zum Beispiel Rotlauf (Erysipel) auszulösen.

Der Fußpilz kann im weiteren Verlauf auch auf die Leisten- und Achselgegend ĂŒbergreifen – generell sind Körperareale mit erhöhter Hautfeuchtigkeit besonders gefĂ€hrdet.

Diagnose

Der erste Hinweis auf einen möglichen Pilzbefall ergibt sich durch die typischen Symptome wie juckendes GefĂŒhl am Fuß sowie charakteristisches Erscheinungsbild mit geröteten, schuppenden Hautstellen.

FĂŒr eine sichere Diagnose wird mittels Skalpell eine kleine, oberflĂ€chliche Hautprobe vom Rand des Infektionsherdes entnommen und unter einem Mikroskop untersucht. Auch kann mit der Hautprobe im Labor eine Pilzkultur angelegt werden, wodurch sich die exakte Pilzart bestimmen lĂ€sst.

FĂŒr eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, dass der Fußpilz diagnostisch von anderen schuppenden Hauterkrankungen wie zum Beispiel Ekzemen abgegrenzt wird.

Therapie

Die Therapie besteht zumeist darin, dass auf die betroffenen Hautareale ein Antimykotikum (pilzabtötendes Mittel) in Form von Cremes oder Sprays aufgetragen wird. In sehr schweren ErkrankungsfĂ€llen kann auch eine orale Einnahme von Antimykotika vonnöten sein. ZusĂ€tzlich zur medikamentösen Behandlung sollte sehr darauf geachtet werden, den Fuß und insbesondere die ZehenzwischenrĂ€ume trocken zu halten.

Eventuell sollten mit Pilzen kontaminierte KleidungsstĂŒcke bei mindestens 60°C in der Waschmaschine oder mit Desinfektionsmittel gereinigt werden um eine neuerliche Infektion zu verhindern.

Prognose

Medikamentös lĂ€sst sich Fußpilz sehr gut behandeln, ohne Therapie breitet er sich jedoch meist weiter aus und heilt nur selten von selbst ab.

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollte besonders darauf geachtet werden, einer erneuten Infektion vorzubeugen.

Vorbeugen

Einer Fußpilzinfektion kann effektiv vorgebeugt werden, wenn folgende Maßnahme beachtet werden:

  • Auf trockene FĂŒĂŸe und ZehenzwischenrĂ€ume achten – vor dem Anziehen von Socken und Schuhen sollten die FĂŒĂŸe abgetrocknet werden.
  • Die Schuhe sollten (vor allem nach bereits erfolgtem Pilzbefall) regelmĂ€ĂŸig desinfiziert werden.
  • Tragen von Bade- oder Hausschuhen in öffentlichen BĂ€dern, Saunen, Umkleidekabinen, Hotelzimmern, Duschen und auf CampingplĂ€tzen.
  • Verwendung von atmungsaktiven Schuhen, bevorzugt Lederschuhe mit Ledersohle.

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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