Nagelpilz (Onychomykose)

Nagelpilz (Onychomykose)
Internationale Klassifikation (ICD) B35.-

Grundlagen

Beschreibung

Infektionen der NĂ€gel an Fingern und FĂŒĂŸen werden als Nagelpilz bezeichnet. Verursacht werden sie ĂŒberwiegend durch Dermatophyten (Fadenpilze) wie z.b. Trichophyton rubrum. Bei bereits vorhandenem Fußpilz kann sich der Erreger auch auf Finger ausbreiten bzw. umgekehrt.

Ebenfalls möglich sind Infektionen durch Hefen, die in der Praxis jedoch seltener vorkommen.

Feuchte Stellen sind fĂŒr Nagelpilz prĂ€disponierend, weshalb FĂŒĂŸe hĂ€ufiger betroffen sind als Finger. Mit steigendem Alter nimmt die HĂ€ufigkeit der Erkrankungen zu.

Ursachen

Hervorgerufen wird die Infektion durch langlebige Sporen bestimmter Pilze. Auch bei widrigen Bedingungen bleiben sie ĂŒber mehrere Wochen ansteckend.

Eine Übertragung ist von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch möglich, meistens findet sie aber in sanitĂ€ren Einrichtungen wie z.b. SchwimmbĂ€dern oder Duschen und Umkleiden von Fitnessstudios statt.

Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung erhöht sich durch engen Kontakt mit Betroffenen, Durchblutungsstörungen (z.b. bei Diabetes), vermehrtes Schwitzen oder drĂŒckende Schuhe.

Symptome

Bei Pilzbefall verdickt sich meist die Nagelplatte. Außerdem verfĂ€rbt sie sich (gelblich, brĂ€unlich) und wird vor allem beim NĂ€gelschneiden bröckelig.

Je nach Ursprung der VerfÀrbung kann man zwischen verschiedenen Auslösern unterscheiden. Beginnt sie beim Nagelwall (= Ansatz) sind Hefen schuld, wenn sie vom Nagelrand ausgeht, sind Fadenpilze die Verursacher der Pilzinfektion.

UnabhÀngig von einer Pilzinfektion können Àhnliche VerfÀrbungen auch durch eine Schuppenflechte (Psoriasis) hervorgerufen werden.

Diagnose

FĂŒr die Diagnose ist ein Hautarzt notwendig. Vor dem Arztbesuch und wĂ€hrend der Behandlung sollte kein Nagellack aufgetragen werden!

Obwohl Nagelpilz aufgrund von VerfĂ€rbung, Dicke des Nagels und Verformungen mit bloßem Auge zu erkennen ist, wird der Nagel grĂŒndlich untersucht.

Hierbei wird der Nagel zuerst so weit als möglich zurĂŒckgeschnitten. Das abgeschnittene Material wird im Labor angefĂ€rbt und macht PilzfĂ€den unter dem Mikroskop sichtbar. Um den verursachenden Pilz identifizieren zu können wird eine Pilzkultur angelegt, die eine gezielte Behandlung abgestimmt auf den Erreger ermöglicht.

Therapie

Schneiden und feilen

Da ein infizierter Nagel eine permanente Infektionsquelle fĂŒr Sie und andere darstellt, sollten Sie so viel als möglich vom betroffenen Nagel wegschneiden. Nach dem Schneiden des Nagels ist es empfehlenswert auch die OberflĂ€che grĂŒndlich abzufeilen. Wiederholen Sie die Nagelpflege regelmĂ€ĂŸig und achten Sie darauf, sich nicht zu verletzen.

Es ist nach jedem Gebrauch notwendig, die verwendeten Werkzeuge zu desinfizieren. Dazu kann 70 prozentiger Isopropylalkohol oder ein anderes Desinfektionsmittel verwendet werden. Sandblattfeilen sind bereits nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen.

Nagellack und Salbe

Sofern nur der Rand des Nagels befallen ist, kann eine Ă€ußerliche Anwendung ausreichen. DafĂŒr bieten sich eigene Salben oder Lacke an, deren Inhaltsstoffe fungizid (pilzhemmend) wirken. Sie durchdringen selbst die hĂ€rtesten Stellen des Nagels, dort wo gewöhnliche Cremes versagen.

Um die Wirkung zu optimieren, sollte die OberflÀche des Nagels vor jedem Gebrauch aufgeraut werden.

Auch nach erfolgreicher Anwendung und abgetötetem Pilz kann es noch einige Zeit dauern, bis die VerfÀrbung durch Nachwachsen von gesundem Nagel verschwindet.

Medikamente

In schweren FĂ€llen von Nagelpilz (infiziertes Nagelbett) oder bei mehreren betroffenen NĂ€geln ist die Einnahme von Medikamenten oft der einzige Ausweg.

Voraussetzung fĂŒr den Erfolg der medikamentösen Therapie, ist das Einhalten der Dosierungsempfehlung bis zum vollstĂ€ndigen Herauswachsen des erkrankten Nagels. Je nach Lokalisierung der Infektion dauert es zwischen 3 und 6 Monaten, in AusnahmefĂ€llen jedoch bis zu ĂŒber einem Jahr.

Prognose

Bei Nagelpilz bestehen ĂŒblicherweise sehr gute Heilungschancen. Einzige Bedingung fĂŒr den Heilungserfolg ist ein konsequentes Befolgen des Behandlungsplans. Auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf andere Gliedmaßen oder Individuen ist abhĂ€ngig vom Umgang mit der Erkrankung.

Vorbeugen

Obwohl sich die Erreger von Nagelpilz beinahe ĂŒberall befinden, lĂ€sst sich durch einfachste Maßnahmen wirksam vorbeugen.

Fußbekleidung

  • LuftundurchlĂ€ssige Schuhe (z.b. Turnschuhe) nicht dauerhaft tragen. Gönnen Sie Ihren FĂŒĂŸen durch Sandalen, luftige Halbschuhe oder barfuß laufend Erholung.
  • Lederschuhe durchlĂŒften und trocknen. Dazu können die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft werden. RegelmĂ€ĂŸiges Desinfizieren ist ebenfalls notwendig.
  • Atmungsaktive Materialien sind synthetischen vorzuziehen. Socken tĂ€glich, bei vermehrtem Schwitzen auch mehrmals tĂ€glich wechseln.
  • Schuhe und Socken mit niemandem teilen, ebenso wie Inlineskates, Gummistiefel etc.

Hygiene

  • Auch FĂŒĂŸe wollen gepflegt werden. Nach grĂŒndlichem Waschen FĂŒĂŸe gut trocknen, auch zwischen den Zehen.
  • In SanitĂ€rrĂ€umen stets Badeschuhe tragen.
  • Fußdesinfektionsspender sind besonders stark von Keimen befallen. Das Desinfektionsmittel greift darĂŒber hinaus Ihre Hautflora an.
  • Heimtextilien wie BadetĂŒcher, Badematten, BettwĂ€sche und auch Socken wenn möglich mit 90 °C waschen. Empfindliche Textilien können zusĂ€tzlich mit WĂ€schedesinfektionsmittel gewaschen werden (erhĂ€ltlich in der Apotheke).
  • Nach Absprache mit Ihrem Hausarzt können immungeschwĂ€chte Personen vorbeugend einen pilztötenden Spray verwenden, z.b. nach dem Besuch eines Schwimmbades.

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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