Nierenbeckenentz├╝ndung (Pyelonephritis)

Nierenbeckenentz├╝ndung (Pyelonephritis)
Internationale Klassifikation (ICD) N12

Grundlagen

Beschreibung

Die Nierenbeckenentz├╝ndung beschreibt eine akute oder chronische Infektion von Nierenbecken und m├Âglicherweise auch Nierengewebe. Frauen sind aufgrund der k├╝rzeren Harnwege weit h├Ąufiger von der akuten Erkrankung betroffen als M├Ąnner.

Eine vorangegangene Blasenentz├╝ndung ist meistens f├╝r eine Nierenbeckenentz├╝ndung verantwortlich. Bei einem aufsteigenden Harnwegsinfekt k├Ânnen Keime von der Blase ├╝ber die Harnleiter in das Nierenbecken gelangen. Der Krankheitsverlauf ist von hohem Fieber, oft starken Schmerzen, ├ťbelkeit und allgemeinem Unwohlsein gepr├Ągt. Unbehandelt k├Ânnen sich Abszesse in der Niere bilden, die zu chronischen Entz├╝ndungen und einer herabgesetzten Nierenfunktion f├╝hren.

Die akute Nierenbeckenentz├╝ndung kann durch eine gest├Ârte Harnableitung (z.b. vesikoureteralem Reflux, Harnleiterenge) chronisch und ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum symptomfrei verlaufen. Nierengewebe vernarbt und kann bis zum totalen Versagen gesch├Ądigt werden. Eine Dialyse (k├╝nstliche Blutw├Ąsche) ist dann unumg├Ąnglich.

Ursachen

Beim gesunden Menschen sind sowohl im Harntrakt als auch im Urin keine Keime angesiedelt, die eine Nierenbeckenentz├╝ndung verursachen k├Ânnen. H├Ąufig stammen die Bakterien aus dem Darm (z.b. E.Coli).

Beg├╝nstigend wirken sich St├Ârungen von Harnabfluss (Nierensteine, Tumore, Prostatavergr├Â├čerung), Querschnittsl├Ąhmung oder Fehlbildungen des Harntraktes aus.

Weitere Einflussfaktoren:

  • Sexuelle Aktivit├Ąt
  • Schwangerschaft
  • Harnwegsinfekte (letzte 12 Monate)
  • Stoffwechselst├Ârungen (Gicht, Diabetes mellitus)
  • Immunschw├Ąche
  • Schmerzmittelmissbrauch
  • Eingriffe an Harnwegen

Symptome

Akute Nierenbeckenentz├╝ndung

  • Pl├Âtzliches, hohes Fieber
  • Starke Flankenschmerzen (k├Ânnen zum Becken hin ausstrahlen)
  • ├ťbelkeit, Erbrechen
  • Abwehrspannung zwischen Rippen und Wirbels├Ąule
  • H├Ąufiges und schmerzhaftes Wasserlassen (selten)

Chronische Nierenbeckenentz├╝ndung

Aufgrund des langsamen und kontinuierlichen Krankheitsverlaufs sind die Symptome eher uncharakteristisch.

  • Ungekl├Ąrtes Fieber
  • Chronische R├╝cken- und Kopfschmerzen
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Erschwertes Wasserlassen
  • Magenschmerzen, Erbrechen
  • Bluthochdruck ┬á

Bei Verdacht auf eine chronische Nierenbeckenentz├╝ndung sollten Sie einen Arzt aufsuchen, da dadurch die Leistung der Nieren einschr├Ąnkt wird.

Diagnose

Neben der Anamnese (Krankheitsgeschichte) und einer genauen Beschreibung der vorhandenen Beschwerden ist eine k├Ârperliche Untersuchung notwendig.┬áProben von Blut und Urin geben Aufschluss ├╝ber die Nierenfunktion. Bei hohem Fieber l├Ąsst sich aus der Blutprobe eine Bakterienkultur z├╝chten.

Durch eine Untersuchung mit Ultraschall werden m├Âgliche Ursachen f├╝r eine Harnstauung (z.b. Nierensteine) sichtbar. Wenn Fieber trotz antibiotischer Therapie l├Ąnger als 72 Std. bestehen bleibt werden weitere Untersuchungen notwendig:

  • R├Ântgenuntersuchung
  • Spiral-CT (spezielle Computertomographie)
  • Nierenszintigraphie

Therapie

Noch vor Erhalt der Untersuchungsergebnisse wird mit einer medikament├Âsen Therapie begonnen. Dazu wird ein Antibiotikum mit breitem Wirkungsspektrum verwendet um m├Âglichst viele potenzielle Erreger abzudecken. Die Einnahme erfolgt ├╝ber 7 bis 21 Tage. Die Therapie kann angepasst werden, sobald der Keim identifiziert wurde.

Unterst├╝tzt wird der Behandlungserfolg durch eine ausreichende Fl├╝ssigkeitszufuhr (mind. 2l pro Tag), Bettruhe und Vermeiden von allen Medikamenten, die Nieren belasten k├Ânnen. Gegen starke Schmerzen k├Ânnen krampfl├Âsende Arzneien und Schmerzmittel helfen, z.b.: Buscopan oder Novalgin.

Ein gest├Ârter Harnabfluss muss ebenfalls behandelt werden. Bei wiederkehrenden Entz├╝ndungen werden Medikamente oder Therapiedauer variiert.

Anomalien im Harntrakt erfordern unter Umst├Ąnden einen chirurgischen Eingriff.

Prognose

Normalerweise heilt eine akute Nierenbeckenentz├╝ndung ohne Folgen aus. Harnbefunde normalisieren sich bereits nach wenigen Tagen.

Wiederkehrende Infekte f├╝hren unter Umst├Ąnden zu einer eingeschr├Ąnkten Nierenleistung, seltener zu Sepsis (Blutvergiftung) oder Abszessen (Eiteransammlung). Wird die Ursache gefunden und behandelt, heilt aber auch die wiederholte Entz├╝ndung aus.

Vorbeugen

  • Trinken Sie mindestens 2l Fl├╝ssigkeit am Tag (Wasser oder unges├╝├čter Tee). Die Nieren werden in ihrer Funktion unterst├╝tzt und Keime k├Ânnen eventuell ausgesp├╝lt werden.
  • Unterk├╝hlung und Durchn├Ąssung sind zu vermeiden.
  • Bei der Intimhygiene sollten Sie keine Sprays, parf├╝mierten Seiten oder desinfizierende Mittel verwenden. Diese sch├Ądigen die empfindliche Haut und machen sie anf├Ąlliger f├╝r Keime.
  • Harnabflussst├Ârungen und Nierensteine sollten behandelt werden.

Redaktionelle Grunds├Ątze

Alle f├╝r den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr├╝ften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit├Ąten). Dabei legen wir gro├čen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinit├Ąt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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