Pfeiffersches Dr√ľsenfieber (infekti√∂se Mononukleose)

Pfeiffersches Dr√ľsenfieber (infekti√∂se Mononukleose)
Internationale Klassifikation (ICD) B27.-

Grundlagen

Beschreibung

Das Epstein-Barr Virus (EBV) verursacht Pfeiffersches Dr√ľsenfieber. Schleimh√§ute von Nasen-, Mund- und Rachenraum sowie B-Lymphozyten (Unterart wei√üer Blutk√∂rperchen) werden dabie befallen. Aufgrund der h√§ufigen Ansteckung per Speichelkontakt ist diese Krankheit im Volksmund als Kusskrankheit bzw. Kissing Disease bekannt.

Die Erkrankung heilt meist nach 2-3 Wochen komplikationslos aus. In seltenen F√§llen nimmt das Pfeiffersche Dr√ľsenfieber einen schweren Verlauf.

Infektiöse Mononukleose ist vor allem unter jungen Erwachsenen weit verbreitet, bis zum 30. Lebensjahr waren 95% bereits damit infiziert. Wer bereits einmal erkrankt war, hat gegen das Epstein-Barr-Virus Antikörper gebildet, die nahezu lebenslange Immunität gewährleisten. Nur Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können sich nochmals anstecken.

Ursachen

Ein Vertreter der Herpesviren l√∂st die infekti√∂se Mononukleose aus. Es handelt sich genauer gesagt um das Epstein-Barr Virus. Eine √úbertragung findet per Tr√∂pchen- (Husten und Niesen), Kontakt- oder Schmierinfektion (Speichelkontakt z.b. durch K√ľssen) statt. Umgangssprachlich ist diese Erkrankung auch als Studentenkrankheit, Studentenfieber oder Kissing Disease bekannt.

Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Symptombildung) beträgt zwischen 14 und seltener 50 Tagen.

Symptome

Vor Krankheitsausbruch bei Erwachsenen k√ľndigen sich grippe√§hnliche Symptome an, die in Fieber √ľbergehen.

  • Fieber
  • Tonsillitis (entz√ľndete Mandeln) mit wei√üem Belag
  • Stark geschwollene, schmerzende Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich (seltener Achseln)
  • Andauernde M√ľdigkeit (bis zu mehrere Monate lang)
  • Gliederschmerzen, Kopfschmerzen
  • Schmerzen im oberen Bauch, √úbelkeit
  • Milzvergr√∂√üerung
  • Lebervergr√∂√üerung
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Ausschlag nach Behandlung mit Aminopenicillinen (Antibiotika assoziertes Arzneimittelexanthem)

Bei Kleinkindern kann Pfeiffersches Dr√ľsenfieber auch komplett asymptomatisch (ohne jegliche Symptome) verlaufen.

Eine chronische Mononukleose ist in Ausnahmef√§llen m√∂glich. Depressive Verstimmung, Fieber oder M√ľdigkeit k√∂nnen ebenso wie geschwollene Lymphknoten Monate bis Jahre anhalten.

Diagnose

Aufgrund der uncharakteristischen Symptome wird eine infektiöse Mononukleose oftmals nicht sofort erkannt.

Eine Untersuchung der Blutwerte bringt eine eindeutige Diagnose. Indikatoren im Blut sind Antik√∂rper gegen das Epstein-Barr-Virus, erh√∂hte Leukozytenzahl und Virozyten bzw. Pfeiffer-Zellen. Letztere sind aktivierte T-Lymphozyten (spezielle Abwehrzellen). Auch erh√∂hte Leberwerte bekr√§ftigen einen Verdacht auf Pfeiffersches Dr√ľsenfieber.

Die Tests m√ľssen manchmal wiederholt werden, da vor allem die Epstein-Barr-Antik√∂rper nicht sofort nach Ansteckung mit der Erkrankung nachweisbar sind.

Therapie

Die Behandlung erfolgt symptomorientiert. Ein Medikament gegen die Ursache der Mononukleose gibt es nicht. In jedem Fall empfohlen werden:

  • K√∂rperliche Schonung (Gefahr einer Milzruptur)
  • Ausreichende Fl√ľssigkeitszufuhr (v.a. bei Fieber)
  • Fiebersenkende Medikamente bei stark erh√∂hter Temperatur

Zus√§tzlich zum Dr√ľsenfieber infizieren sich Erkrankte h√§ufig noch mit Streptokokken (Bakterien), die eine Mandelentz√ľndung (Tonsillitis) ausl√∂sen k√∂nnen.

Aufgrund eines m√∂glichen Hautausschlags (Arzneimittelexanthem) d√ľrfen keine Aminopenicilline (z.b. Ampicillin, Amoxicillin) genommen werden!

Komplikationen treten selten auf. Nicht auszuschlie√üen sind dennoch Enzephalitis (Gehirnentz√ľndung), autoimmunh√§matolytische An√§mie (infektionsbedingte Blutarmut) und Thrombozytopenie (Blutpl√§ttchenarmut). In diesen F√§llen wird Kortison angewendet, gegebenenfalls auch Virustatika (Virushemmer).

Prognose

Nach 2-3 Wochen heilt Pfeiffersches Dr√ľsenfieber bei den meisten Patienten ohne Komplikationen aus. Selten kann die Heilung l√§ngere Zeit in Anspruch nehmen.

Nur in wenigen Fällen nimmt die Erkrankung einen komplexeren Verlauf:  

  • Atemnot, drohender Verschluss der oberen Atemwege;
  • Lungenentz√ľndung, Pleuraerguss (Fl√ľssigkeitsansammlung zwischen Rippen- und Lungenfell);
  • Milzruptur (Milzriss ‚Äď Lebensbedrohlich!);
  • Meningitis (Hirnhautentz√ľndung), Enzephalitis (Gehirnentz√ľndung);
  • Myokarditis (Herzmuskelentz√ľndung), Perikarditis (Herzbeutelentz√ľndung);
  • H√§molytische An√§mie (Blutarmut), Thrombozytopenie (gesenkte Blutpl√§ttchenzahl);
  • Interstitielle Nephritis (Nierenentz√ľndung);

Bei immungeschwächten Patienten sind auch seltenere Folgeerkrankungen nicht ausgeschlossen:

  • B-Zell Lymphome, Burkitt Lymphom (Tumore der Lymphknoten)
  • Nasopharynxkarzinome (Tumore in Nasen- und Rachenraum)
  • Orale Haarleukoplakie (wei√üliche, streifige Ver√§nderungen am Zungenrand)

Immunsuppressive Menschen (z.b. nach Organtransplantat) können ebenfalls von obigen Komplikationen betroffen sein (Post-Transplantations-Syndrom).

Vorbeugen

Eine Infektion durch das Epstein-Barr-Virus kann nur durch Vermeiden von (Körper- und Speichel-) Kontakt mit Erkrankten verhindert werden. Bis jetzt gibt es keinerlei Impfstoffe.

Auch nach Abklingen der Symptome kann der Erreger noch monatelang im Speichel nachgewiesen werden. Auch von einer Blutspende sollte die ersten 6 Monate nach Auftreten der Erkrankung abgesehen werden.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Anzeige

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualit√§tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo √∂ffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen √ľber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr h√§ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden