Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
Internationale Klassifikation (ICD) C15.-
Symptome Erschwertes Schlucken, Teerstuhl, Erbrechen von Blut, häufiges Aufstoßen, Sodbrennen, Druckgefühl am Brustkorb
Mögliche Risikofaktoren Alkohol, Rauchen, sehr pikante Ernährung, fettreiche Ernährung, gastro-ösophageale Refluxkrankheit

Grundlagen

Bei Speiseröhrenkrebs, auch Ösophaguskarzinom genannt, kommt es zu einem übermäßigen, unkontrollierten Wachstum von entarteten Zellen der Speiseröhre. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Karzinom in umliegende Organe oder Lymphknoten einwächst oder Ansiedlungen in weiter entfernten Organen (d.h. Fernmetastasen) bildet. Im Allgemeinen erkranken Männer häufiger an Speiseröhrenkrebs als Frauen. Unter allen Krebserkrankungen kommt das Ösophaguskarzinom bei Männern mit einer Häufigkeit von zwei Prozent und bei Frauen mit einer Häufigkeit von 0,6 Prozent vor. Das Ösophaguskarzinom tritt bei Männern mit einem durchschnittlichen Erkrankungsalter von 67 Jahren früher auf als bei Frauen, welche im Mittel mit ungefähr 80 Jahren daran erkranken. Das heißt aber nicht, dass junge Menschen nicht an Speiseröhrenkrebs erkranken können. Etwa 25 Prozent aller Betroffenen sind bei Diagnosestellung noch keine 60 Jahre alt. Das Ösophaguskarzinom kann je nach Zelllinie, aus der es hervorgeht, in verschieden Subtypen unterteilt werden:

  • Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus veränderten Schleimhautzellen der Speiseröhre, die ein übermäßiges Wachstumspotential aufweisen.
  • Das Adenokarzinom geht aus Zellen hervor, die zum Drüsengewebe der Speiseröhre gehören.

In den meisten Fällen, nämlich bei ungefähr zwei Dritteln, handelt es sich beim Ösophaguskarzinom um ein Plattenepithelkarzinom. In einem Drittel der Fälle ist ein Adenokarzinom für die Erkrankung verantwortlich. In den letzten Jahren ist die Erkrankungsrate des Adenokarzinoms allerdings angestiegen.

Ursachen

Mittlerweile ist eine Reihe an Risikofaktoren bekannt, die das Auftreten von Speiseröhrenkrebs fördern können:

  • Sowohl Alkoholkonsum als auch Rauchen kann das Risiko an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken wesentlich erhöhen. Vor allem die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Zigaretten birgt ein hohes Erkrankungsrisiko.
  • Auch der ständige Verzehr von sehr pikanten oder zu heißen Gerichten fördert das Auftreten von Speiseröhrenkrebs.
  • Stoffe, die zu Verletzungen und Narbenbildung der Speiseröhrenschleimhaut führen, wie Säuren, Laugen aber auch Bestrahlung, können ein Ösophaguskarzinom verursachen.
  • Die sogenannte gastro-ösophagealen Refluxkrankheit, bei der Magensäure in die Speiseröhre eindringt und die oft mit Sodbrennen einhergeht, kann zu einer Umwandlung der Schleimhaut (Barrettösophagus) und in weiterer Folge zu Adenokarzinomen führen.
  • Als weiterer Risikofaktor zählt sehr fetthaltige Nahrung, vor allem, weil diese nach einer gewissen Zeit zur gastro-ösophagealen Refluxkrankheit führen kann.

Symptome

Im Anfangsstadium verläuft das Ösophaguskarzinom meist ohne Beschwerden. Erst mit Fortschreiten der Krankheit treten meist recht unspezifische Symptome auf:

  • Sodbrennen
  • Druck auf der Brust
  • Das Schlucken von Nahrung und Flüssigkeiten ist erschwert. Viele Patienten haben das Gefühl, als würde der Nahrungsbrei in der Speiseröhre stecken bleiben. Die durch den Tumor bedingte Einengung der Speiseröhre ist hierfür der Auslöser – während das Symptom zu Beginn nur bei der Aufnahme fester Nahrung zu spürbar ist, kann sich dies im späteren Stadium auch bei Einnahme weicher und flüssiger Nahrung ausbreiten. 
  • Wiederholtes Aufstoßen von Schleim und Nahrungsbrei.
  • Erbrechen von Blut oder schwarz gefärbter Stuhlgang (d.h. Teerstuhl)

Des Weiteren kann es vorkommen, dass die Speiseröhre durch krampfartige Kontraktionen Schmerzen verursacht. Jedoch ist zu bemerken, dass Symptome wie Schluckbeschwerden, Gewichtsverlust und Heiserkeit beim Sprechen erst in späteren Stadien der Erkrankung auftreten.

Diagnose

Anhand der geschilderten Symptome, Vorgeschichte, eventueller Risikofaktoren und einer körperlichen Untersuchung kann der Arzt in manchen Fällen bereits eine Vermutung haben, die definitive Diagnose kann jedoch nur mittels spezieller Untersuchungsverfahren gestellt werden:

So kann durch eine endoskopische Untersuchung der Speiseröhre (Spiegelung) eine Veränderung der Schleimhaut beobachtet werden. Bei Auffälligkeiten wird normalerweise eine kleine Gewebeprobe entnommen (Biopsie) und unter dem Mikroskop untersucht, ob eine Krebserkrankung vorliegt.

Einfacher durchzuführen ist allerdings eine Bariumschluck-Untersuchung, bei der Röntgenkontrastmittel geschluckt und dabei eine Röntgenaufnahme durchgeführt wird. Auch damit lassen sich Veränderungen der Schleimhaut feststellen.

Konnte anhand einer Gewebeprobe Speiseröhrenkrebs diagnostiziert werden ist ein sogenanntes Staging notwendig. Hierbei wird mittels bildgebender Verfahren, wie CT, Ultraschall, oder MRT untersucht, wie weit sich das Ösophaguskarzinom ausgebreitet hat, oder ob es schon umliegende Lymphknoten bzw. Organe befallen hat.

Bei der Diagnose des Speiseröhrenkrebses bzw. bei der Untersuchung der Ausbreitung des Tumors kann auch eine Endosonographie angewendet werden. Dabei handelt es sich um ein spezielles Ultraschallgerät, das - ähnlich wie ein Endoskop- in die Speiseröhre eingeführt wird und genauere Bilder der Schleimhaut und der Umgebung liefert.

Weitere Diagnosemethoden:

  • Bronchoskopie (Spiegelung der Luftröhre und der Bronchien):

Diese Art der Spiegelung erfolgt, wenn ein Verdacht auf einen eingewachsenen Tumor in der Luftröhre oder Bronchien besteht. Dafür wird ein dünner, biegsamer Schlauch über die Nasenöffnung in die Luftröhre bis in die Bronchien platziert. Mithilfe eines optischen Gerätes kann der Arzt die Schleimhäute untersuchen und auch eine Biopsie durchführen. Vor der Diagnose wird dem Patienten in manchen Fällen ein beruhigendes Medikament verabreicht.

  • Laparoskopie (Spiegelung der Bauchhöhle):

Eine Laparoskopie ist als Diagnosemittel für bestimmte Fälle von Speiseröhrenkarzinomen geeignet. Dabei kann das Karzinom in der unteren Speiseröhre oder im Mageneingang genauer untersucht werden.

Therapie

Die Art der Behandlung ist im Wesentlichen abhängig vom Fortschritt der Krebserkrankung.

Operative Entfernung

Nur durch eine Operation, bei welcher der Tumor vollständig entfernt wird, ist eine Heilung des Ösophaguskarzinoms möglich. Abhängig von der Lage und der Ausbreitung des Ösophaguskarzinoms kann es notwendig sein, Teile der Speiseröhre zu entnehmen. Falls die ganze Speiseröhre entfernt werden muss, kann ein Teil des Magens umfunktioniert werden und als Speiseröhrenersatz dienen.

Ist der Speiseröhrenkrebs eher in der Halsregion lokalisiert, kann ein Teil des Dünndarms nach erfolgreicher Resektion des Karzinoms zur Überbrückung verwendet werden. Ist der Tumor noch auf die Schleimhaut begrenzt und noch nicht in tiefere Schichten vorgedrungen, kann der Tumor auch mit anderen Verfahren, zum Beispiel endoskopisch oder mittels Laserbehandlung, entfernt werden.

Ist es nicht möglich, den Tumor oder die Speiseröhre vollständig zu entfernen, muss anschließend an den chirurgischen Eingriff eine Bestrahlung oder eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie durchgeführt werden.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird beim Ösophaguskarzinom vor allem dann angewendet, wenn der Tumor inoperabel ist und starke Schluckbeschwerden im Vordergrund stehen. In speziellen Fällen ist es sogar möglich eine Heilung ohne Operation, sondern nur durch eine Kombination an Strahlentherapie und Chemotherapie, zu erzielen. Vor allem das Plattenepithelkarzinom ist sensibel gegenüber Strahlentherapie. Normalerweise wird die Speiseröhre von außen durch den Brustkorb bestrahlt, manchmal kann aber auch unterstützend von innen bestrahlt werden.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie ist bei Speiseröhrenkrebs nicht die Behandlung der Wahl, da Ösophaguskarzinome nicht gut darauf ansprechen. Allerdings kommt die Chemotherapie dann zum Einsatz, wenn der Krebs in einem fortgeschrittenen Stadium ist oder nicht operabel ist. Die Chemotherapie wird dann als palliative Therapie eingesetzt, also zur Lebensverlängerung bzw. zur Symptomlinderung, jedoch kann dadurch keine Heilung erzielt werden.

Ein anderes Einsatzgebiet der Chemotherapie liegt in der neoadjuvanten Behandlung. Dabei wird vor einer geplanten Operation eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung durchgeführt, um die Ausbreitung des Tumors zu reduzieren und damit die Erfolgschancen der Operation zu steigern. Auch nach einer Operation kann der Einsatz dieser Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie sinnvoll sein, um das Rezidivrisiko zu reduzieren.

Stent und Magensonde

Durch den Tumor kann es zu einer Einengung der Speiseröhre kommen, wodurch die Nahrungsaufnahme erschwert wird. In diesem Fall kann eine Drahtprothese (Stent) eingesetzt werden, um die Speiseröhre offen zu halten. Kann auch kein Stent mehr gelegt werden, weil die Verengung zu stark ist, kann eine Magensonde durch die Haut der Bauchdecke direkt in den Magen gelegt werden.

Prognose

Die Prognose des Speiseröhrenkrebses hängt wesentlich von einer frühzeitigen Diagnosestellung ab. Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und entsprechend therapiert bzw. operiert, hat der Betroffene eine gute Aussicht auf Heilung. Die 5-Jahres-Überlebensrate, also die Anzahl der Patienten, die 5 Jahre nach Diagnosestellung noch leben, liegt bei ungefähr 20 Prozent.

Besteht keine Aussicht auf vollständige Heilung, wird üblicherweise eine palliative Behandlung durchgeführt, es wird also vor allem auf eine Minderung der Beschwerden wertgelegt.

Dein persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten für häufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können für die Korrektheit der Daten keine Haftung übernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. Für Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden