Wundrose (Erysipel)

Wundrose (Erysipel)
Internationale Klassifikation (ICD) A46

Grundlagen

Als Wundrose bezeichnet man eine hĂ€ufig vorkommende akute EntzĂŒndung der LymphgefĂ€ĂŸe der Haut, die örtlich begrenzt ist. Ausgehend von kleinen Hautverletzungen kann sie das Gesicht betreffen, sowie Arme, Beine und seltener den Nabel.

Auslöser fĂŒr Wundrose sind in den meisten FĂ€llen Bakterien, die als Streptokokken (der Gruppe A, selten auch G) bezeichnet werden. Ab und zu kann es auch vorkommen, dass andere Bakterienarten die Krankheit hervorrufen, wie zum Beispiel Staphylokokken. Die Krankheitsentstehung wird durch ein geschwĂ€chtes Immunsystem begĂŒnstigt. Dies ist auch der Grund, weshalb hauptsĂ€chlich alte Menschen gefĂ€hrdet sind.

Ursachen

Wie schon oben erwĂ€hnt ist der Auslöser der Wundrose das Bakterium Streptococcus pyogenes (in seltenen FĂ€llen auch Staphylokokkus aureus). Die Bakterien gelangen ĂŒber Hautverletzungen, wie etwa Hauteinrisse in den ZwischenzehenrĂ€umen, Ekzeme am Ohr oder im Gehörgang, in die LymphgefĂ€ĂŸe der Haut.

Besonders empfĂ€nglich fĂŒr eine Wundrose sind Ă€ltere Menschen, sowie Personen, die unter Fußpilz oder Wunden und GeschwĂŒren (beispielsweise BeingeschwĂŒre) leiden. Liegen diese Bedingungen vor, ist die Abwehrfunktion der Haut vermindert wodurch eine Wundrosen- Infektion begĂŒnstigt wird. Zu den Risikofaktoren zĂ€hlen auch Durchblutungsstörungen in den Beinen (pAVK) und Alkoholismus. Ein hohes Risiko haben ebenfalls Diabetiker.

Die am hĂ€ufigsten betroffenen Hautareale sind die Unterschenkel, FĂŒĂŸe, Gesicht, sowie die Arme.

Symptome

Die Inkubationszeit kann von wenigen Stunden bis hin zu zwei Tagen reichen. Als Erstsymptome können plötzliche Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und SchĂŒttelfrost auftreten, die meistens mit einem schweren KrankheitsgefĂŒhl einhergehen. ZusĂ€tzlich kann sich ein schmerzhaftes Brennen in dem betroffenen Hautbereich bemerkbar machen.

Nach wenigen Stunden bis maximal einem Tag nach Auftreten der ersten Symptome kommt es zur Bildung einer leuchtend roten Wundrose rings um die Eintrittspforte der Bakterien. Handelt es sich um eine oberflÀchliche Infektion, ist das betroffene Areal scharf begrenzt. Liegt hingegen eine tiefere Infektion vor können die Grenzen auch verschwimmen. Die daraus resultierenden AuslÀufer sind in den meisten FÀllen zungen- oder flammenförmig. Das betroffene Hautgebiet zeigt folgende charakteristischen Symptome der Wundrose:

  • HauterwĂ€rmung
  • Schwellung (Ödeme)
  • Rötung
  • Druckschmerzen
  • Lymphknotenschwellung

Diagnose

Meistens ist die Diagnose einer Wundrose fĂŒr den Arzt ohne Probleme zu stellen. Kennzeichnend ist bereits das typische Erscheinungsbild, anhand dessen man die Symptome erkennen kann.

Um sicher zu gehen, kann eine Blutabnahme erfolgen, sowie ein Abstrich von der geröteten Hautregion entnommen werden. Liegt eine EntzĂŒndung vor, sind etwa die Leukozytenwerte im Blut erhöht, sowie das C-reaktive Protein (CRP). Die Blutsenkung ist beschleunigt. Handelt es sich um eine Wundrose, befinden sich zusĂ€tzlich Antikörper gehen Streptokokken oder Staphylokokken im Blut. Mithilfe eines Abstriches von der betroffenen Hautstelle können die Bakterien direkt nachgewiesen werden. Oftmals ist diese Diagnosemethode jedoch nicht möglich.

Essentiell ist es auch die Eintrittspforten der Erreger aufzusuchen und zu behandeln. DarĂŒber hinaus sollte der Arzt Krankheiten, die gĂŒnstige Bedingungen fĂŒr eine Wundrose schaffen, abklĂ€ren. Zu diesen zĂ€hlen etwa GefĂ€ĂŸerkrankungen oder Diabetes (Zuckerkrankheit). Außerdem muss eine Borreliose ausgeschlossen werden.

Therapie

Patienten, die an einer Wundrose erkrankt sind, werden meistens einer stationÀren Behandlung unterzogen:

  • Es besteht Bettruhe
  • Die betroffene Körperregion wird hochgelagert und sollte ruhig gestellt werden
  • Zeitgleich wird eine hochdosierte Penicillintherapie durchgefĂŒhrt. Liegt eine Penicillinallergie vor, wird ein anderes Antibiotikum gegeben.
  • Die Gabe erfolgt ĂŒber eine Infusion in die Vene des Betroffenen.
  • Kommt es zum Abklingen der EntzĂŒndung, sollte die Weiterbehandlung mit einer Kompressionstherapie (zum Beispiel Anlegen eines Kompressionsverbandes) erfolgen.
  • Mithilfe entsprechender Medikamente soll einer Thrombose entgegengewirkt werden.

Prognose

Kommt es zu einer frĂŒhzeitigen Behandlung der Wundrose, fĂ€llt die Prognose meistens positiv aus. Ab und zu können jedoch auch Komplikationen auftreten.

Breitet sich eine Wundrose in die Tiefe aus, kann es zur Entstehung von sogenannten Phlegmonen kommen, die lebensgefÀhrlich sein können. Phlegmonen sind Infektionen der tieferen Hautschichten mit diffuser (nicht abgegrenzter) Ausbreitung entlang Muskeln und Sehnen.

Kommt es zu keiner Abheilung der Eintrittspforte, ĂŒber die die Bakterien in die Haut gelangen, oder ist die Antibiotikatherapie nicht erfolgreich, kann es zum erneuten Auftreten der Wundrose kommen.

Als hĂ€ufigste Eintrittspforte bei Wundrosen gilt die Fußpilzinfektion zwischen den Zehen (Interdigitalmykose). Immer wieder auftretende (rezidivierende) EntzĂŒndungen können ein Lymphödem als Folge haben.

Um das Risiko fĂŒr eine neuerliche Erkrankung möglichst gering zu halten, ist es fĂŒr Risikopatienten, wie etwa Diabetiker, empfehlenswert eine regelmĂ€ĂŸige medizinische Fußpflege in Anspruch zu nehmen.

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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