Auswirkungen der Schlafbeschränkung auf Frauen

Top Ansicht der sch√∂nen jungen Frau schlafen gem√ľtlich auf einem Bett in seinem Schlafzimmer bei Nacht. Blaue n√§chtliche Farben mit kaltschwachem Lampposten Licht durch das Fenster leuchten.

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Unzureichender Schlaf kann den Blutdruck erhöhen. - Untersuchungen zufolge schlafen rund 80% der Erwerbstätigen in Deutschland schlecht. Doch die Auswirkungen milderer, jedoch weit verbreiteter und häufig vernachlässigter negativer Schlafmuster ist in Bezug auf die Gefäßgesundheit bei Frauen noch nicht eindeutig erforscht. Eine unlängst publizierte Studie hat nun versucht, dies im Rahmen einer Analyse genau zu untersuchen.

Top Ansicht der sch√∂nen jungen Frau schlafen gem√ľtlich auf einem Bett in seinem Schlafzimmer bei Nacht. Blaue n√§chtliche Farben mit kaltschwachem Lampposten Licht durch das Fenster leuchten.

shutterstock.com / Gorodenkoff

Was ist Schlafmangel?

Schlafstörungen sind in unseren Breitengraden weit verbreitet. Denn dem DAK-Gesundheitsreport von 2017 zufolge schlafen rund 34 Mio. Erwerbstätige Deutsche Einwohner schlecht. Die Analyse von 2,6 Mio. Versicherten durch das IGES Institut in Berlin lieferte die Ergebnisse, wobei eine Schlafstörung im genaueren Kontext mehrfach kategorisiert wird (d.h. mehr als 80 verschiedene Schlafstörungen). Dabei unterscheidet man hauptsächlich zwischen Dauer der Störung (d.h. akut, subakut oder chronisch= also länger als 3 Monate) und organische oder nicht-organische Schlafstörung:

  • Insomnien: Dazu geh√∂ren Einschlafst√∂rungen, Durschlafst√∂rungen, fr√ľhmorgendliches Auswachen und durchgehend nicht-erholsamer Schlaf. Zus√§tzlich dazu k√∂nnen M√ľdigkeit, Aufmerksamkeits- oder Ged√§chtnisprobleme bzw. Kopfschmerzen auftreten. Eine Insomnie z√§hlt zu den h√§ufigsten Arten von Schlafst√∂rungen.
  • Hypersomnien: Hier ist, trotz ungest√∂rtem Tag-Nacht-Rhythmus, √ľberm√§√üige M√ľdigkeit w√§hrend des Tages zu verzeichnen.
  • Schlafbezogene Atmungsst√∂rungen: Dazu geh√∂ren unterschiedliche Formen von Schlafapnoe. Hierbei kann es zum kurzzeitigen, oft unbemerkten, Stoppen der eigenen Atmung kommen.
  • Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusst√∂rungen: Dabei ist der Schlaf-Rhythmus gest√∂rt und kann m√∂glicherweise zu Insomnie f√ľhren.
  • Parasomnien: Kennzeichen sind episodische Unterbrechungen des Schlafes durch k√∂rperliche Ereignisse wie Schlafwandeln, n√§chtliches St√∂hnen oder unbewusste Blasenentleerung w√§hrend der Schlafphase. ¬†
  • Schlafbezogene Bewegungsst√∂rungen: Die Schlafunterbrechung wird durch k√∂rperliche Bewegung erzeugt. ‚Äď Ein bekanntes Beispiel hierf√ľr ist das sogenannte Restless-Legs-Syndrom (englisch f√ľr: Syndrom der ruhelosen Beine).
  • Isolierte Symptome, Normvarianten, ungel√∂ste Probleme: In diese Kategorie werden alle schlafbezogenen Symptome verzeichnet, welche sich noch nicht eindeutig als ‚Äětypisch‚Äú oder ‚Äěkrankhaft‚Äú einstufen lassen. Dazu z√§hlen z.B.: Kurzschl√§fer (d.h. weniger als 5 Std.) oder Schnarchen und Sprechen w√§hrend der Schlafphase.¬†
  • Andere Schlafst√∂rungen: Dazu geh√∂ren alle schlafbezogenen St√∂rungen, welche nicht eindeutig in eine andere Kategorie eingeordnet werden k√∂nnen.

Obwohl sich die medizinische Wissenschaft mit Schlaf und schlafbezogene St√∂rungen weitreichend besch√§ftigt, sind Studien, in denen die Auswirkung der Beschr√§nkung von Schlaf auf den Blutdruck analysiert werden, meistens durch k√ľrzere Studiendauer, starker Schlafbeschr√§nkung und nicht ausreichende Beachtung der psychischen Belastung als m√∂glicher Vermittler, begrenzt.¬†

Beschränkten Schlaf analysieren:

Die im Jahre 2020, in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift American Heart Journal, publizierte Studie untersuchte die ausgestellte Hypothese, dass eine chronische Schlafbeschr√§nkung bei Frauen m√∂glicherweise zu einem erh√∂hten kardio-metabolischen Risiko f√ľhren kann. Die Forscher haben erwartet, dass ein ungesunder Lebensstil, Adipositas-Risiko, Blutdruck und Glukoseintoleranz in Relation zu Schlafentzug zunimmt ‚Äď besonders bei Frauen vor der Menopause.¬†

Die randomisierte, Crossover (d.h. vergleichende √úberkreuzstudie), ambulante Schlafbeschr√§nkungs-Studie bestand aus zwei Phasen mit jeweils 6 Wochen L√§nge und zus√§tzlicher 6-w√∂chiger Auswaschzeit zwischen den Abschnitten. Die Schlafdauer in jeder Phase entsprach der jeweiligen regul√§ren Bett- und Wachzeit der StudienteilnehmerInnen w√§hrend der gew√∂hnlichen Schlafphase (GS-Phase) und 1,5 Stunden weniger in der Schlafbeschr√§nkungs-Phase (kurz: SB-Phase). W√§hrend der GS-Phase sollten die TeilnehmerInnen die regul√§re Routine befolgen. In der SB-Phase sollte die Weckzeit konstant gehalten werden ‚Äď die Schlafenszeit jedoch nach hinten verschoben werden.¬†

Eine Gemeinde-basierende Kohorte mit 237 Frauen im durchschnittlichen Alter von 34 Jahren wurde neben einer randomisierten Crossover Interventionsstudie an 41 Frauen im mittleren Alter von 30 Jahren zusammengestellt, um die Folgen von Schlafbeschränkung auf den Blutdruck zu bestimmen. Während die Kohorten-Gruppe in Bezug auf Assoziationen zwischen Schlaf und psychosozialen Faktoren analysiert wurde, maß man in der Interventions-Gruppe den Blutdruck wöchentlich. Auch psychologische Faktoren wurden zu Studienbeginn und am Endpunkt analysiert. 

Ern√ľchternde Ergebnisse:

In der Kohorten-Gruppe konnten h√∂her wahrgenommener Stress, stressige Vorf√§lle und niedrigere Belastbarkeit mit k√ľrzerem Schlaf, schlechterer Schlafqualit√§t und gr√∂√üere Insomnie-Symptomen in Verbindung gebracht werden. In der Interventionsgruppe war der Blutdruck nach einer Schlafbeschr√§nkungs-Phase h√∂her als nach einer gew√∂hnlichen Schlafphase. Die Psychologische Belastung jedoch war von der w√∂chentlichen Gesamt-Schlafzeit nicht betroffen und konnte nicht auf den Blutdruck in der Schlafbeschr√§nkungs-Phase Einfluss zeigen. Au√üerdem wurde in der Studie auch ein bestimmter Proteinkomplex (NF-őļB) gemessen, welcher ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Entz√ľndungen ist. Die Ergebnisse zeigten dabei, dass eine geringe Schlafqualit√§t, Insomnie und l√§ngere Einschlaf-Dauer mit einer erh√∂hten Aktivierung dieses Proteinkomplexes in Zusammenhang stehen.¬†

Fazit:

Der Studie zufolge legen die Ergebnisse nahe, dass eine Schlafbeschr√§nkung bzw. h√§ufige aber meistens vernachl√§ssigte Schlafst√∂rungen wie schlechte Schlafqualit√§t und Insomnie mit erh√∂htem Blutdruck und Gef√§√üentz√ľndungen in Verbindung gebracht werden k√∂nnten.¬†

Eine sekund√§re Studienanalyse hat au√üerdem erforscht, dass Frauen, die ihre t√§glichen Schlafenszeiten weniger oft √§nderten, ohne dabei die Schlafdauer zu √§ndern, weniger Fettgewebe im Vergleich zu Frauen aufwiesen, die ihre Schlafzeiten h√§ufiger √§nderten. Dadurch k√∂nnte laut Analyse ein konstanter Schlafrhythmus, ohne dabei die Schlafdauer zu ver√§ndern, m√∂glicherweise die kardiometabolische Gesundheit verbessern, indem Adipositas und Entz√ľndungen verringert werden w√ľrden. Die Studien zeigen auf jeden Fall neue Einblicke in die Wechselwirkung von Schlaf und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit bei Frauen, weswegen ein regelm√§√üiges Schlafmuster nicht vernachl√§ssigt werden sollte.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Letztes Update

23.08.2021

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