Kein Kinderspiel: Zwei fiebersenkende Mittel im Vergleich

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Ein Albtraum f√ľr Eltern: Das eigene Kind hat hohes Fieber. Gerade in dieser Situation ist es wichtig abzuw√§gen, auf welche Art und Weise dem jungen Patienten bestimmte fiebersendende Mittel verabreicht werden. Dazu bietet eine aktuelle Studie einen Vergleich der beiden weitverbreiteten Wirkstoffe Dexibuprofen (enthalten z.B. in Seractil forte Filmtabletten) und Propacetamol (enthalten z.B. in ben-u-ron Z√§pfchen) bei Kindern mit einer Infektion der oberen Atemwege mit Fieber.

Kranke Junge mit Thermometer im Bett

shutterstock.com / Rido

Fieber als Indikator:

Als eine der √§ltesten Krankheitsindikatoren bei S√§ugetieren ist Fieber einer der h√§ufigsten Gr√ľnde f√ľr Arztbesuche weltweit. Fieber ist h√§ufig als Reaktion auf Entz√ľndungen, Infektionen und Traumata bemerkbar. Neben einem Anstieg der K√∂rpertemperatur zeigt sich Fieber h√§ufig zus√§tzlich mit anderen Krankheitsverhalten. Genau deswegen ist es wichtig, welche Art von Medikamenteneinnahme (z.B.: intraven√∂s, rektal oder oral) zu verwenden ist. Denn wenn das Kind unter Atemnot oder Erbrechen leidet, w√§re z.B. eine rektale oder intraven√∂se Verabreichung eine Alternative.

Ethischer Standard:

Alle Verfahren der k√ľrzlich in dem Journal ‚ÄěBMC Pediatrics‚Äú ver√∂ffentlichten, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, vergleichenden klinischen Phase-3-Studie wurden in √úbereinstimmung mit den ethischen Standards des institutionellen und/oder nationalen Forschungsausschusses durchgef√ľhrt. Dabei wurden Patienten im Alter von 6 Monaten bis 14 Jahren mit einer axill√§ren (in der Achselh√∂hle) K√∂rpertemperatur von mehr als 38¬įC der Studiengruppe oder Kontrollgruppe zugewiesen.¬†

Methode und Ablauf der Studie:

Der Studiengruppe wurde erst intravenös Propacetamol und anschließend orale Placebo-Medikamente verabreicht. Patienten in der Kontrollgruppe wurden intravenös mit 100ml 0,9%-iger Natriumchloridlösung ohne Propacetamol infundiert. Danach wurde orales Dexibuprofen verabreicht. Die Körpertemperatur aller Patienten wurde nach 0,5, 1, 1,5, 2, 3, 4 und 6 Stunden ab oraler Anwendung von Placebo oder Dexibuprofen gemessen. Keine weiteren Antipyretika und Antibiotika wurden innerhalb von 6 Stunden nach Placebo oder Verabreichung von Dexibuprofen verabreicht, sofern dies von dem behandelnden Kinderarzt nicht als notwendig erachtet wurde. 

Es wurden insgesamt 263 Patienten (125 in der Studiengruppe) der Krankenh√§user Catholic University of Korea aufgenommen. Die K√∂rpertemperaturen von Patienten in der Studiengruppe waren bis zwei Stunden nach der Verabreichung signifikant niedriger (37,73¬įC gegen√ľber 38,36¬įC und 37,25¬įC gegen√ľber 37,40¬įC nach 0,5 bzw. 2 Stunden).¬†

Temperaturunterschied in dem Studien-Beobachtungszeitraum, h sind die Stunden

BMC Pediatrics (2018)

Die Temperaturen in dem Zeitraum 3, 4 und 6 Stunden nach der Verabreichung der Medikamente haben sich nicht deutlich voneinander unterschieden. Eine K√∂rpertemperatur von weniger als 38 ¬įC wurde innerhalb von 0,5 h nach Verabreichung von Propacetamol erreicht, w√§hrend es ungef√§hr eine Stunde dauerte, um die genannte K√∂rpertemperatur nach Verabreichung von Dexibuprofen zu erreichen. Die beiden Gruppen zeigten keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Reichweite der K√∂rpertemperaturabnahme, den Bereich der K√∂rpertemperatur√§nderung f√ľr fiebersenkende Verabreichungs-Zeit-Beziehung, den maximalen Wert der K√∂rpertemperaturabnahme w√§hrend der 6-st√ľndigen Testphase, die Patientenanzahl (deren K√∂rpertemperatur sich normalisierte), die mittlere Zeit bei der ersten Normalisierung von K√∂rpertemperatur und die Entwicklung von unerw√ľnschten Ereignissen einschlie√ülich Magen-Darm-Problemen, erh√∂hte Leber-Enzyme und niedrigem Thrombozyten-Wert (z.B.: Nasenbluten)

Vor der Verabreichung von Antipyretika und bei dem zweiten Besuch (3 Tage nach der ersten Verabreichung), wurden physische Untersuchungen und Labortests (mit kompletter Blutzellen Z√§hlung, Blutchemieanalyse und Urinanalyse) durchgef√ľhrt. Unerw√ľnschte Ereignisse wurden w√§hrend des gesamten Prozesses √ľberwacht und alle Vorkommen wurden aufgezeichnet.

Studienergebnisse:

Basierend auf den Studienergebnissen wurde die fiebersenkende Wirkung von intravenösem Propacetamol im Vergleich zu oral verabreichtem Dexibuprofen bei den Patienten mit Fieber nach 6 Stunden als ähnlich eingestuft. Weiteres waren die Werte der Körpertemperatur bei Ersterem in den ersten zwei Stunden signifikant niedriger als die Werte von Dexibuprofen. Während die Wirkstoffkonzentration von Propacetamol (intravenöse Verabreichung) den maximalen Wert innerhalb von 40 Minuten erreicht, dauert es länger als zwei Stunden damit Dexibuprofen (orale Verabreichung) seine höchste Konzentration erreicht. 

Fazit:

Dexibuprofen (enthalten z.B. in Seractil forte Filmtabletten) und Propacetamol (enthalten z.B. in ben-u-ron Z√§pfchen) sind die beiden h√§ufigsten angewendeten Antipyretika (d.h. fiebersenkende Medikamente) bei Kindern und Jugendlichen. In F√§llen, in denen der orale Weg nicht m√∂glich ist, kann Propacetamol auch durch einen rektalen Weg verwendet werden. Vor allem in jenen F√§llen, in denen das Kind unter Atemnot leidet oder erbricht w√§re diese Art der Verabreichung eine M√∂glichkeit. In einem solchen Fall jedoch w√§re die Bioverf√ľgbarkeit, d.h. der Teil der verabreichten Dosis, welcher den Kreislauf erreicht, wesentlich reduziert (54% weniger als oraler Weg). Genau deswegen ist es von gr√∂√üter Bedeutung abzuwiegen, ob intraven√∂se, rektale oder orale Verabreichung zu verwenden ist.

Quellenangaben

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Letztes Update

02.12.2020

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