Zusammenhang von Stress und Kopfschmerzen

Junge Frau leidet unter Kopfschmerzen auf dunklem Hintergrund. Studioaufnahme

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Termindruck, Verkehrsstau und digitale Dauererreichbarkeit haben einen Faktor gemeinsam, denn meistens werden diese Begriffe mit Stress in Verbindung gesetzt. Wenn die Belastungsphase √ľberfordert, kann es beim Entspannen folglich zu k√∂rperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Migr√§ne f√ľhren.

Junge Frau leidet unter Kopfschmerzen auf dunklem Hintergrund. Studioaufnahme

shutterstock.com / Artem Furman

Einteilung der Kopfschmerzen:

Laut der Internationalen Kopfschmerzgesellschaf (IHS) werden Kopfschmerzen in zwei Kategorien eingestuft. Primäre Kopfschmerzerkrankungen zeigen bei einer Untersuchung keine pathologischen Befunde. Migräne mit und ohne Aura (d.h. visuelle Wahrnehmungsstörung), Spannungskopfschmerzen und Clusterkopfschmerzen gehören dazu. Bei sekundären Kopfschmerzen sind diese ein Symptom einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel Trauma im Kopfbereich, Medikamentenmissbrauch oder Infektionen. Ungefähr 92% der Kopfschmerzpatienten leiden unter primären Kopfschmerzen. In 40-90% der Fälle treten die Schmerzen episodisch auf, d.h. weniger als 14 Tage pro Monat. Bei mehr als 15 Tagen im Monat spricht man von chronischen Kopfschmerzen, welche rund 3% aller Kopfschmerzpatienten aufweisen. Die restlichen Kopferkrankungen treten sporadisch, also weniger als einmal im Monat, oder häufig vor. 

Was ist Stress?

Der menschliche K√∂rper kann mithilfe sensorischer (d.h. von der K√∂rperperipherie in das zentrale Nervensystem (ZNS) geleiteter) und motorischer (d.h. aus dem ZNS in die Peripherie geleiteter) Nerven, Reize aus der Umwelt wahrnehmen und interpretieren. Durch unterschiedliche Faktoren, wie fr√ľhere Erfahrungen, werden diese Reize als positiv oder negativ bewertet. Solche negativen Reize werden dann als Stressoren bezeichnet. W√§hrend eine Massage als entspannend empfunden wird, kann ein lautes Ger√§usch wie Schreien als Stressfaktor interpretiert werden.¬†

Moderner Stressfaktor:

In weiterer Folge werden, durch den Stressor initiiert, chemische Reaktionen ausgelöst, welche Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol auslösen können. Der menschliche Körper wird in eine Belastungsphase gebracht. Da Stressoren durch die gesellschaftliche Entwicklung bedingt sind, ändern sich diese auch mit der Zeit. Während in der Steinzeit die Faktoren Hunger, Kälte oder körperliche Verletzungen von größter Bedeutung waren, zählen im modernen Zeitalter ökonomisch-sozialbedingte oder psychosomatische Umweltreize zu den häufigsten Ursachen. Moderne Stressoren wären Termindruck in der Arbeit, lange Stauzeiten auf Verkehrswegen oder die permanente Erreichbarkeit durch digitale Medien.

Falls dieser Stresszustand andauert und sich f√ľr einen l√§ngeren Zeitraum nicht entspannt, kann dies der eigenen Gesundheit schaden.

Der Zusammenhang:

Dementsprechend kann Stress ein Ausl√∂ser f√ľr Kopfschmerzen sein. Laut dem Institut f√ľr Psychosomatik und Verhaltenstherapie in Graz kann Stress zu physiologischen Ver√§nderungen im K√∂rper f√ľhren. Neurologisch bedingt ver√§ndern sich Blutgef√§√üe, Muskulatur oder das Gehirn, was zu Kopfschmerzen f√ľhren kann. Dabei werden periodische und chronische Spannungskopfschmerzen am h√§ufigsten diagnostiziert. Durch l√§ngeres Andauern der Kopfschmerzen k√∂nnen sich Folgen wie Depression und Angstzust√§nde entwickeln.

Laut einer 2018 in der Fachzeitschrift DNP ver√∂ffentlichten Meta-Analyse wurden f√ľr die prim√§ren Kopfschmerzen an erster und zweiter Stelle Stress (inklusive Erholungsphase) und Schlaf als Ausl√∂ser bei den Untersuchungen von insgesamt 27.122 Kopfschmerzpatienten genannt.

Fazit:

Als angeborener Mechanismus sch√ľtzt Stress die Menschen seit jeher vor unbekannten Gefahren. Gef√§hrliche Tiere oder Situationen versetzen uns in Alarmbereitschaft, wodurch wir innerhalb von wenigen Sekunden auf Kampf- oder Fluchtmodus umschalten. Moderne Stressoren k√∂nnen manchmal langsamer oder gar nicht abgebaut werden, was sich durch physische Symptome wie Kopfschmerzen zeigen kann. Gerade in der modernen Gesellschaft ist es deshalb wichtig, bewusst Stress abzubauen und auf Erholungsphasen Wert zu legen.¬†

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Letztes Update

17.12.2020

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