Impavido® darf nicht eingenommen werden,
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wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Miltefosin oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
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wenn Sie einen schweren Leber- oder Nierenschaden haben (siehe auch weiter unten bei „Patienten mit Schädigung der Leber- und Nierenfunktion“),
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wenn Sie an einem Sjögren-Larsson-Syndrom (eine sehr seltene, angeborene, zur Verhornung der Haut führende Stoffwechselstörung) leiden,
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wenn Sie schwanger sind.
Frauen im gebärfähigen Alter dürfen Impavido® nicht einnehmen, ohne einen zuverlässigen Empfängnisschutz zu praktizieren. Nach Abschluss der Behandlung muss dieser für 3 weitere Monate gewährleistet sein (siehe auch weiter unten bei „Schwangerschaft“).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Impavido® einnehmen. Eine nieren- und leberschädigende Wirkung von Impavido® kann nicht ausgeschlossen werden. Daher wird Ihr Arzt wöchentlich Urin- und Bluttests zur Kontrolle der Nieren- und Leberfunktion durchführen. Sofern die
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Issued: Dezember 2020
Werte für die Nierenfunktion am Behandlungsende deutlich von den Normalwerten abweichen, sollte die Überwachung bis zur Normalisierung fortgeführt werden.
Erbrechen und Durchfall sind mögliche Nebenwirkungen einer Therapie mit Impavido® (siehe auch weiter unten bei „Nebenwirkungen“). Bei längerem Andauern dieser Nebenwirkungen ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, damit die Gefahr einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion vermieden wird.
Augenbeschwerden, wie zum Beispiel eine Hornhautentzündung (Keratitis), können Symptome der Leishmanien-Infektion sein. In wenigen Fällen traten Augenbeschwerden auf, nachdem Impavido® über mehrere Wochen eingenommen wurde. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt, wenn Sie Augenbeschwerden bemerken (siehe auch weiter unten bei „Nebenwirkungen“).
Patienten mit Schädigung der Leber- und Nierenfunktion
Patienten mit schwerer Schädigung der Leber- und Nierenfunktion wurden nicht untersucht.
Ausreichende Daten von Patienten mit leichten und mittelschweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen liegen nicht vor. Patienten mit Leberwerten (GOT, GPT, alkalische Phosphatase), die 3-fach und mit Nierenwerten (Serumkreatinin, BUN), die 1,5-fach über dem Normalbereich lagen, wurden in der klinischen Studie ausgeschlossen.
Immungeschwächte Patienten
Bei immungeschwächten Patienten darf Impavido® nur nach Versagen der Standardtherapie angewendet werden, da nur begrenzte Erfahrungen mit der therapeutischen Anwendung von Impavido® bei solchen Patienten vorliegen.
Impavido® wurde bei 39 HIV-Patienten mit einem mittleren Körpergewicht von 59 kg (Bereich 43-99 kg) in einer Dosis von 100 mg pro Tag zur Behandlung einer Leishmaniasis-Koinfektion eingesetzt, die nach einer medikamentösen Therapie wieder auftrat oder auf diese nicht ansprach. Nach einer mittleren Behandlungsdauer von 55 Tagen (Medianwert: 30 Tage, Spanne 4-732 Tage) sprachen 25 Patienten (65 %) auf die Therapie an; von diesen zeigten 16 Patienten (43 %) eine negative Parasitologie. 22 Patienten erhielten wenigstens einen weiteren Behandlungskurs mit ähnlicher Erfolgsrate und Verträglichkeit.
Männliche Patienten
In Tierversuchen wurde bei männlichen Ratten eine Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit festgestellt. Bislang haben die Daten von männlichen Patienten, die in klinischen Studien mit Impavido® behandelt wurden, keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit ergeben.
Kinder und Jugendliche
Impavido® 50 mg Kapseln sind nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit weniger als 30 kg Körpergewicht vorgesehen. Für diese Patienten steht Impavido® 10 mg Kapseln zur Verfügung.
Einnahme von Impavido® zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen oder angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen oder anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft
Vergewissern Sie sich vor Beginn der Behandlung mit Impavido®, dass Sie nicht schwanger sind. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu 3 Monate nach der Behandlung einen zuverlässigen Empfängnisschutz praktizieren.
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Erbrechen und Durchfall sind sehr häufige Nebenwirkungen einer Therapie mit Impavido® und können die Wirksamkeit einer mit der Antibabypille durchgeführten Empfängnisverhütung beeinträchtigen. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn diese Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, damit eine andere zuverlässige Form der Empfängnisverhütung durchgeführt wird.
Wenn Sie während der Behandlung mit Impavido® oder innerhalb von 3 Monaten nach Beendigung der Therapie vermuten, schwanger zu sein (z. B. Ausbleiben der Regelblutung), müssen Sie sofort Ihren Arzt benachrichtigen, damit ein Schwangerschaftstest durchgeführt wird. Falls dieser Test bestätigt, dass Sie schwanger sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt das Risiko für Ihr Kind.
Stillzeit
Impavido® darf während der Stillzeit nicht verabreicht werden, andernfalls ist abzustillen.
Zeugungs-/Gebärfähigkeit
In Studien an Tieren zeigte sich eine Beeinträchtigung der Zeugungsfähigkeit, welche jedoch umkehrbar war. Ob diese Beeinträchtigung auch bei Männern auftritt, ist bislang nicht bekannt.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Bekannte Nebenwirkungen von Impavido® führen auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Daher dürfen Sie keine Fahrzeuge führen, Maschinen bedienen oder andere gefahrvolle Tätigkeiten ausführen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Impavido®
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Impavido® daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.