Prick-Testlösung Goldrute

Abbildung Prick-Testlösung Goldrute
Zulassungsland Deutschland
Hersteller BENCARD ALLERGIE GmbH
BetÀubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 25.02.2021

Zulassungsinhaber

BENCARD ALLERGIE GmbH

Gebrauchsinformation

Was ist es und wofĂŒr wird es verwendet?

Die Prick-Testlösungen sind Arzneimittel, die als Allergene bezeichnete Wirkstoffe enthalten. Allergene können bei einigen Menschen allergische Reaktionen auslösen.

Die Prick-Testlösungen unterstĂŒtzen Ihren Arzt herauszufinden, auf welche Allergene Sie möglicherweise allergisch reagieren. Jede Lösung enthĂ€lt ein Allergen oder eine Allergenmischung, wie in Tabelle 1 angegeben. Ihr Arzt wird entscheiden, welche Allergene bei Ihnen getestet werden.

Die Bencard Prick-Testlösung Negativ-Kontrolle enthÀlt keine Allergene. Sie wird als Kontrolle gleichzeitig mit anderen Prick-Testlösungen angewendet.

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Wie wird es angewendet?

Der Pricktest wird von einer entsprechend ausgebildeten medizinischen Fachkraft durchgefĂŒhrt. Eine vollstĂ€ndige AusrĂŒstung zur Behandlung einer allergischen Reaktion muss zur VerfĂŒgung stehen.

Dieses Arzneimittel wird in die Ă€ußere Schicht Ihrer Haut appliziert.

DurchfĂŒhrung des Hautpricktests

  • Bei Bedarf wird die Haut zuerst gereinigt.
  • Der Pricktest wird ĂŒblicherweise auf der Innenseite des Unterarms oder auf dem RĂŒcken durchgefĂŒhrt. Bei extremen Außentemperaturen sollten Sie vor der Testung einige Zeit bei normaler Raumtemperatur verbringen.
  • Die medizinische Fachkraft wird, beispielsweise mit einem Kugelschreiber, auf Ihrer Haut markieren, auf welche Allergien man Sie testen wird.
  • Ein Tropfen der Testlösung wird auf die Haut aufgebracht.
  • Dann wird die HautoberflĂ€che mit einem scharfen Instrument (einer Lanzette) durch die Lösung hindurch angeritzt. ÜberschĂŒssige FlĂŒssigkeit wird abgetupft um zu vermeiden, dass sich die Testlösungen vermischen.
  • Reiben oder kratzen Sie nicht an der Stelle, an der der Pricktest durchgefĂŒhrt wird.
  • Die medizinische Fachkraft wird etwa 15 Minuten lang warten und in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden kontrollieren, ob eine Hautreaktion aufgetreten ist.
  • Eine positive Reaktion auf eine bestimmte Prick-Testlösung zeigt sich als blasse erhöhte Hautstelle (Quaddel) mit rotem Rand (Erythem).

Die Anwendung erfolgt einmalig im Ablauf einer Allergiediagnose. Die Tests mĂŒssen möglicherweise zu einem spĂ€teren Zeitpunkt wiederholt werden, wenn der Arzt feststellt, dass sich die Reaktionslage des Patienten geĂ€ndert hat.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Pricktests bei Kindern sind schon ab dem Alter von 1 Jahr, abhÀngig von der körperlichen Verfassung des Kindes, möglich. Jedoch sollten sie im Allgemeinen nicht bei Kindern unter 4 Jahren erfolgen. Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich nicht von der Dosierung bei Erwachsenen.

Wenn eine grĂ¶ĂŸere Menge von Prick-Testlösungen angewendet wurde, als vorgesehen

Durch das Anritzen der Haut gelangt nur eine geringe Menge des Allergens in Ihre Haut. Dadurch ist bei korrekter Anwendung eine Überdosierung nicht möglich.

In dem unwahrscheinlichen Fall einer Überdosierung können allergische Reaktionen auftreten, die stĂ€rker sind als bei Anwendung einer korrekten Dosis.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

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Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten mĂŒssen.

Möglicherweise tritt bei Ihnen nachtrĂ€glich eine leichte Reaktion an der Stelle des Pricktests auf. Dies ist eine vorĂŒbergehende Reaktion und lĂ€sst sich z.B mit Antihistaminika (Arzneimitteln gegen allergische Reaktionen zum Einnehmen) oder einer Kortikosteroid-haltigen Creme (zum Auftragen auf die Haut) behandeln. Bei auftretenden Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt, wie Sie diese behandeln sollen.

Ein schwerer allergischer Schock kann innerhalb von einigen Minuten nach dem Pricktest auftreten, hĂ€ufig bevor eine lokale Reaktion aufgetreten ist. Ein schwerer allergischer Schock wĂ€hrend eines Pricktests ist Ă€ußerst selten.

Nehmen Sie sofort Àrztliche Hilfe in Anspruch, wenn Sie nach dem Pricktest schwere allergische Reaktionen bemerken, wie:

  • Juckreiz, Kribbeln, HitzegefĂŒhl – insbesondere an der Zunge, im Rachen, an den HandflĂ€chen und Fußsohlen
  • schwere pfeifende AtemgerĂ€usche oder Atemnot
  • Nesselsucht, Hautausschlag
  • Anschwellen von Lippen oder Rachen
  • BlĂ€sse oder graue VerfĂ€rbung der Haut
  • Herzrasen
  • Blutdruckabfall
  • Ohnmacht oder Kollaps

Sonstige Nebenwirkungen

In EinzelfÀllen können folgende sonstige Nebenwirkungen auftreten:

  • Unruhe
  • Blutdruckabfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen

ZusÀtzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Es wird davon ausgegangen, dass Art und HĂ€ufigkeiten der Nebenwirkungen bei Kindern die gleichen sind wie bei Erwachsenen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies gilt auch fĂŒr Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut fĂŒr Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, Paul-Ehrlich-Institut, Paul-Ehrlich-Str. 51-59, 63225 Langen, Tel: +49 6103 77 0, Fax: +49 6103 77 1234, Website: www.pei.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen ĂŒber die Sicherheit dieses Arzneimittels zur VerfĂŒgung gestellt werden.

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Wie soll es aufbewahrt werden?

  • Bewahren Sie diese Arzneimittel fĂŒr Kinder unzugĂ€nglich auf.
  • Im KĂŒhlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren.
  • Prick-Testlösung Esche und Prick-Testlösung Platane können bis zu 12 Monate nach dem ersten Öffnen verwendet werden, jedoch nicht lĂ€nger als das Verfallsdatum.
  • Prick-Testlösung Roggenkorn kann bis zu 18 Monate nach dem ersten Öffnen verwendet werden, jedoch nicht lĂ€nger als das Verfallsdatum.
  • Die Bencard Prick-Testlösung Negativ-Kontrolle sowie alle anderen Prick-Testlösungen können bis zu 24 Monate nach dem ersten Öffnen verwendet werden, jedoch nicht lĂ€nger als das Verfallsdatum.
  • Notieren Sie sich das Anbruchsdatum bzw. das Datum an dem das Arzneimittel zu entsorgen ist, falls dies vor dem Verfallsdatum ist, auf der Packung.
  • Sie dĂŒrfen diese Arzneimittel nach dem auf dem Etikett nach „Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
  • Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6 Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Prick-Testlösungen enthalten

Der Wirkstoff jeder Prick-Testlösung ist in Tabelle 1 am Anfang dieser Gebrauchsinformation aufgefĂŒhrt.

Die in Tabelle 1 aufgefĂŒhrten Allergenmischungen enthalten die in der Tabelle 2 gelisteten Extrakte.

AllergenmischungExtrakte in der Mischung zu gleichen Teilen
B2 GrĂ€serpollenPollen von Straußgras, Trespe, KnĂ€uelgras, Kammgras, Glatthafer, Wiesenschwingelgras, Wiesenfuchsschwanzgras, Wiesenrispengras, Lolch, Wiesenlieschgras, Ruchgras, Wolliges Honiggras
B3 BaumpollenPollen von Erle, Esche, Buche, Birke, Ulme, Hasel, Eiche, Platane, Weide, Pappel
B5 gemischte KrĂ€uterpollenPollen von Heide, Nessel, Wegerich, GĂ€nsefuß, Beifuß, Melde
BohnenSaubohnen, Gartenbohnen (weiße Bohnen), Stangenbohnen (grĂŒne Bohnen)
NĂŒsseMandel, Paranuß, Esskastanie, Haselnuß, Walnuß

Die Bencard Prick-Testlösung Negativ-Kontrolle ist ohne Wirkstoff.

Die sonstigen Bestandteile aller Prick-Testlösungen und der Bencard Prick-Testlösung Negativ- Kontrolle sind in den Tabellen 3 bis 6 aufgefĂŒhrt.

Tabelle 3: Sonstige Bestandteile, die in den Prick-Testlösungen der rechten Spalte enthalten sind

Sonstige BestandteileArzneimittelname Prick-Testlösung
Phenol 0,5% (G/V),Apfelsine
Natriumchlorid,Aster
Glycerol,Auster
Wasser fĂŒr InjektionszweckeB2 GrĂ€serpollen
B3 Baumpollen
B5 gemischte KrÀuterpollen
Beifuß
Birke
Bohnen
Buche
Chrysantheme
Eiche
Erbse
Erle
Esche
GĂ€nsefuß
Garnele
Gerstenkorn
Goldrute
Hafer
Haferkorn
Hasel
Haselnuß
Hausstaubmilbe (D. farinae)
Hausstaubmilbe
(D. pteronyssinus)
Hering
Holunder
Hummer
Hundszahngras
Kabeljau
Kartoffel
KĂ€se
Krabbe
Kuhmilch

Linde

Löwenzahn

Mais

Mandel

Margerite

Melde

MohrrĂŒbe

Muschel

Nessel

NĂŒsse

Pferdehaare

Pilze

Platane

Ragweed

Raps

Robinie

Roggen

Roggenkorn

Roggenmehl

Sardine

Schokolade

Scholle

Sellerie

Spinat

Tomate

Trauben

Ulme

Wegerich

Weide

Weißkohl

Weizen

Weizenkorn

Weizenmehl

Weizenschrotmehl

Wiesenlieschgras

Zwiebel

Bencard Prick-Testlösung Negativ-Kontrolle

Tabelle 5: Sonstige Bestandteile, die in den Prick-Testlösungen der rechten Spalte enthalten sind

Sonstige BestandteileArzneimittelname Prick-Testlösung
Phenol 0,5% (G/V), Natriumchlorid, Glycerol, Natriummonohydrogenphosphat- Dodecahydrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Wasser fĂŒr InjektionszweckeHundehaare Katzenfell Walnuß

Tabelle 6: Sonstige Bestandteile, die in den Prick-Testlösungen der rechten Spalte enthalten sind

Prick-Testlösung
Phenol 0,5% (G/V), Glycerol, Wasser fĂŒr InjektionszweckeAlternaria alternata Cladosporium cladosporioides

Wie die Prick-Testlösungen aussehen und Inhalt der Packung

Die einzelnen Prick-Testlösungen zeigen, abhÀngig von den Allergenen, unterschiedliche Farben. Pollen neigen beispielsweise zu einem gelblichen Aussehen, wÀhrend Schimmelpilze Braunschattierungen zeigen.

Prick-Testlösungen fĂŒr die Hauttestung sind in Glasflaschen mit Tropfpipetten zu je 2 ml Lösung erhĂ€ltlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Prick-Testlösungen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmern und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Bencard Allergie GmbH

Leopoldstr. 175

80804 MĂŒnchen

Deutschland

Tel.: +49 89 3681150

Hersteller

Allergy Therapeutics (UK) Ltd.

Dominion Way

Worthing

West Sussex

BN14 8SA

Vereinigtes Königreich

oder

Allergy Therapeutics Ibérica, S.L.U. Avenida Punto Es, 12

AlcalĂĄ de Henares 28805 Madrid Spanien

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt ĂŒberarbeitet im Februar 2020.

Die folgenden Informationen sind fĂŒr medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Dosierung und Art der Anwendung

Die Verabreichung des Pricktests darf nur durch entsprechend geschultes medizinisches Personal erfolgen.

Das Ergebnis eines Pricktests muss immer im Zusammenhang mit den klinischen Symptomen beurteilt werden.

  • Dosierung
    Ein Tropfen der fĂŒr den Test gewĂ€hlten Prick-Testlösung wird auf die Haut gebracht.
  • Art der Anwendung
    Zur intraepidermalen Anwendung.
    Die Haut wird bei Bedarf mit Wasser und Seife gereinigt. Eine Desinfektion ist aber nicht notwendig. Falls das Testareal mit Wasser oder Alkohol gereinigt wurde, ist mindestens zwei Minuten lang eine Normalisierung der Hautdurchblutung abzuwarten.
    Die Haut neben den vorgesehenen Teststellen kann (mit geeigneten Symbolen) mit einem geeigneten Stift markiert werden, um die verwendeten Allergen- und Kontrolllösungen anzuzeigen. Zwischen den Teststellen sollte ein Abstand von mindestens 4 cm liegen.
    Jeweils ein Tropfen der erforderlichen Testlösung wird auf den zuvor markierten Hautarealen aufgebracht. Durch den Tropfen hindurch wird mit einer Pricklanzette o. À. die Haut oberflÀchlich senkrecht durchstochen bzw. beim modifizierten Pricktest im spitzen Winkel angestochen und leicht angehoben. Es sollten keine Blutungen entstehen.
    ÜberschĂŒssige FlĂŒssigkeit wird vom Arm bzw. RĂŒcken abgetupft, wobei sorgfĂ€ltig darauf zu achten ist, eine Vermischung der verschiedenen Allergene an den Teststellen zu vermeiden.
    Da jede Flasche mehr als einmal verwendet werden kann, mĂŒssen ausreichende aseptische Maßnahmen angewendet werden, um das Risiko einer mikrobiellen Kontamination zu vermeiden. Daher darf die Haut des Patienten mit der Tropfpipette nicht berĂŒhrt werden.
    Der Patient sollte angewiesen werden, die Teststelle nicht zu reiben oder zu kratzen.
    Zur ÜberprĂŒfung der HautreagibilitĂ€t wird empfohlen, bei jeder Testreihe eine Testung mit der Negativkontroll- und der Positivkontrolllösung durchzufĂŒhren. Zur Positivkontrolle sollte normalerweise die 0,1%ige Histaminkontrolllösung verwendet werden, aber wenn dies zu einer fragwĂŒrdigen oder negativen Hautreaktion fĂŒhrt, sollte stattdessen die 1%ige Histaminkontrolllösung verwendet werden. Die Bencard Prick-Testlösung Negativ- Kontrolle wird verwendet um unspezifische Hautreaktionen zu bewerten.
  • Interpretation der Testresultate
    Der Reaktionsverlauf ist in bestimmten AbstĂ€nden zu kontrollieren. Das endgĂŒltige
    Testergebnis kann nach ca. 15 Minuten abgelesen werden. Als positiv (+) gilt eine Testreaktion ab einem Quaddeldurchmesser von ≄ 3 mm.
BeurteilungPrick (mm Durchmesser)
Ø0
(+)<3
+>3-<4
++> 4-<5
+++5-<6

Ø, negativ; (+), fraglich positiv; +, einfach positiv; ++, zweifach positiv; +++, dreifach positiv; ++++, vierfach positiv.

Sollte die Prick-Testlösung Negativ-Kontrolle eine Reaktion zeigen, kann der Hauttest aufgrund erhöhter HautreagibilitĂ€t nicht abschließend bewertet werden. Dieses muss bei der Auswertung der Hautreaktion berĂŒcksichtigt werden, idealerweise sollte der Pricktest zu einem spĂ€teren Zeitpunkt wiederholt werden.

Gegenanzeigen

Die Prick-Testlösungen dĂŒrfen in den folgenden FĂ€llen nicht verwendet werden:

  • akute allergische Symptomatik
  • schwere Allgemeinerkrankungen
  • instabiles oder therapeutisch nicht adĂ€quat eingestelltes Asthma bronchiale
  • fieberhafter Infekt
  • gestörte HautreagibilitĂ€t (z. B. Hyperkeratosis, Ichthyosis, Urticaria factitia) sowie akute und chronische Ekzeme, z. B. atopisches Ekzem (Neurodermitis) im Testbereich und SekundĂ€rinfektionen der Haut
  • HautlĂ€sionen in dem fĂŒr die Pricktests vorgesehenen Hautareal
  • Überempfindlichkeit gegen die enthaltenen sonstigen Bestandteile

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung

Prick-Testlösungen dĂŒrfen nicht zur Intrakutantestung verwendet werden. Eine intrakutane Anwendung könnte die allergischen Reaktionen verschlimmern und das Risiko einer Überdosierung und systemischer anaphylaktischer Reaktionen erhöhen.

Adrenalin/Epinephrin und NotfallausrĂŒstung mĂŒssen immer sofort zur VerfĂŒgung stehen.

Eine Pricktestung an schwangeren Patienten oder Patienten, die Beta-Rezeptorenblocker einnehmen, sollte nur durchgefĂŒhrt werden, wenn vom Testresultat eine wichtige therapeutische Entscheidung abhĂ€ngt und eine systemische anaphylaktische Reaktion aufgrund der GesamtumstĂ€nde mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten ist.

Starke aktuelle Allergenexposition, z. B. wĂ€hrend der Pollenflugzeit, oder erst kurze Zeit zurĂŒckliegende, massive allergische Symptome können die Reaktionslage verĂ€ndern.

Sehr schwere anaphylaktische Reaktionen in der Anamnese können zu einer stĂ€rkeren GefĂ€hrdung des Patienten durch den Pricktest fĂŒhren.

Nach einer Pricktestung können systemische anaphylaktische Reaktionen auftreten. Der Anwender sollte ĂŒber ausreichende Erfahrung verfĂŒgen, um eine anaphylaktische Reaktion von anderen Reaktionen unterscheiden zu können, die bei der Hauttestung eher zu beobachten sind, wie vasovagale Reaktion, Hyperventilation usw. Er sollte in geeigneter Weise mit diesen Reaktionen umgehen können.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgefĂŒhrt.

Die lokale Behandlung mit Kortikosteroiden muss vor der TestdurchfĂŒhrung gestoppt werden.

Topische und systemische Antiallergika (z. B. Antihistaminika, Kortikosteroide in höherer Dosierung, Mastzelldegranuationshemmer) können die aktuelle Reaktionslage des Patienten maskieren und dadurch das Testergebnis verfÀlschen.

Ebenso können Medikamente, die die HautreagibilitĂ€t beeinflussen (z. B. Psychopharmaka), das Testergebnis verfĂ€lschen. Daher wird empfohlen, die Behandlung mit diesen Arzneimitteln vor der Testung abzusetzen. Die nachfolgende Tabelle gibt Empfehlungen ĂŒber den Zeitraum zum Absetzen der jeweiligen Arzneistoffe vor der Hauttestung.

ArzneistoffDauer der Unterbrechung vor Anwendung der Hauttests
Antihistaminika (zur Behandlung von Allergien)> 3 Tage
Antihistaminika mit langer> 8 Wochen
Wirksamkeit (Astemizol)
Mastzellstabilisator Ketotifen> 5 Tage
Trizyklische Antidepressiva> 2 Wochen
Neuroleptikum Promethazin> 5 Tage
Lokal anzuwendende Kortikoide (z. B. Salbenzubereitungen)> 1 Woche
Kortikoide in einer Dosierung < 50 mg PrednisolonÀquivalent pro Tag> 3 Tage
Kortikoide in einer Dosierung > 50 mg PrednisolonÀquivalent pro Tag> 1 Woche
Kortikoide bei Langzeitanwendung> 3 Wochen
in einer Dosierung > 10 mg
PrednisolonÀquivalent pro Tag

PrednisolonÀquivalent pro Tag

(Information entnommen aus: Hauttests zur Diagnostik von allergischen Soforttyp-Reaktionen, Leitlinien der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Allergologie und klinische Immunologie, AWMF Nr 061/026)

Nebenwirkungen

Nach einer Anwendung von diagnostischen Allergenextrakten mittels Pricktest wurden zwar sehr selten Nebenwirkungen beschrieben, sie sind aber nicht auszuschließen.

Im Besonderen ist zu erwĂ€hnen, dass Lokalreaktionen erwĂŒnscht sind, um die Empfindlichkeit des getesteten Allergens bzw. der getesteten Allergene zu ermitteln.

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Wie im Allgemeinen der Fall, wenn Patienten ihren auslösenden und kreuzreagierenden Allergenen ausgesetzt werden, sind allergische Reaktionen zu erwarten.

Tabellarische Übersicht ĂŒber die unerwĂŒnschten Nebenwirkungen

Die folgende Tabelle enthĂ€lt die unerwĂŒnschten Nebenwirkungen, geordnet nach Organsystem, die seit dem ersten Inverkehrbringen des Arzneimittels spontan berichtet wurden. Die genannten Nebenwirkungen sind sehr selten gemeldet worden.

Die Darstellung von HÀufigkeiten entfÀllt, da keine entsprechenden Daten aus klinischen Studien vorliegen.

MedDRA Systemorganklasse

MedDRA bevorzugter Begriff

Psychiatrische Erkrankungen Unruhe
GefĂ€ĂŸerkrankungen Hypotonie
Erkrankungen des Erbrechen, Übelkeit
Gastrointestinaltrakts  

Beschreibung einzelner unerwĂŒnschter Nebenwirkungen

  • Anaphylaktische Reaktionen/anaphylaktischer Schock
    Schwere anaphylaktische Reaktionen oder anaphylaktischer Schock sind in EinzelfÀllen im Zusammenhang mit der Anwendung von Prick-Testlösungen berichtet worden. Ein anaphylaktischer Schock kann sich innerhalb weniger Minuten nach Applikation entwickeln, oft noch vor dem Auftreten einer Lokalreaktion.
    Der behandelnde Arzt muss adĂ€quate Maßnahmen zur Behandlung von auftretenden Nebenwirkungen bereithalten.
  • Anaphylaktischer Schock
    Warnzeichen: Kribbeln, Jucken oder Brennen an der Zunge, Rachen und insbesondere an HandflĂ€chen und Fußsohlen. Auf diese Symptome kann unmittelbar ein Schock mit Zyanose, Hypotonie, Tachykardie, Bronchospasmus und Bewusstlosigkeit folgen.
    Weitere klinische Zeichen sind: AngstzustĂ€nde, Urtikaria, Ruhelosigkeit, Schwindel, Larynxödem mit Dyspnoe, Übelkeit und Erbrechen, Atem- und Herzstillstand.
    Schwere und potenziell lebensbedrohliche Reaktionen erfordern eine rasche und wirksame Notfallbehandlung. Die Behandlung von allergischen Reaktionen orientiert sich an den aktuellen medizinischen Leitlinien.
  • Klasseneffekte
    Systemische Nebenwirkungen, die bei Anwendung von subkutanen Immuntherapien/Hyposensibilisierungstherapien auftreten, können auch bei Allergen- Pricktests auftreten, diese sind aber Ă€ußerst selten. Zu diesen Nebenwirkungen zĂ€hlen:
    • Leicht: Wiederauftreten oder Exazerbation von patientenspezifischen allergischen Symptomen wie etwa Rhinokonjunktivitis, Augenjucken, Niesen, verstopfte Nase, Husten, generalisierte Urtikaria, Pruritus (generalisiert), atopisches Ekzem und leichter Bronchospasmus. Es kann auch zu MĂŒdigkeit, Hitzewallungen, gastrointestinalen Beschwerden und Reizung oder EngegefĂŒhl im Rachen kommen.
    • Mittelschwer bis schwer: Giemen, Dyspnoe oder Angioödem

Kinder und Jugendliche

Es wird davon ausgegangen, dass HĂ€ufigkeit, Typ und Schweregrad der Nebenwirkungen bei Kindern die gleichen sind wie bei Erwachsenen.

Andere spezielle Patientengruppen

Hochsensibilisierte Patienten können anfĂ€lliger fĂŒr allergische Reaktionen oder Reaktionen mit höherem Schweregrad sein.

Sonstige Hinweise zur Handhabung

Wenn der Schraubverschluss zu fest zugeschraubt wird, kann das Gewinde beschĂ€digt werden, und dies könnte zum Auslaufen von FlĂŒssigkeit aus der Flasche fĂŒhren.

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Zuletzt aktualisiert: 06.07.2022

Quelle: Prick-Testlösung Goldrute - Beipackzettel

Zulassungsland Deutschland
Hersteller BENCARD ALLERGIE GmbH
BetÀubungsmittel Nein
Zulassungsdatum 25.02.2021

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Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir können fĂŒr die Korrektheit der Daten keine Haftung ĂŒbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. FĂŒr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden