Betahistin

Betahistin

Grundlagen

Betahistin ist ein Medikament gegen Schwindel. Es wird h√§ufig bei Gleichgewichtsst√∂rungen oder zur Linderung von Schwindelsymptomen, z. B. im Zusammenhang mit der M√©ni√®re-Krankheit, verschrieben. Es wurde erstmals 1970 in Europa f√ľr die Behandlung der M√©ni√®re-Krankheit zugelassen. Betahistin ist ein Histamin-Analogon.

Medikamente mit Betahistin

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Vasomotal 24 mg Betahistin Mylan Healthcare GmbH
Vasomotal 16 mg Betahistin Mylan Healthcare GmbH
Betavert N 24 mg Tabletten Betahistin Hennig Arzneimittel GmbH & Co KG
Betavert 6mg Betahistin Hennig Arzneimittel GmbH & Co KG
Betavert 12mg Betahistin Hennig Arzneimittel GmbH & Co KG

Wirkung

Pharmakodynamik

Betahistin hat zwei Wirkmechanismen. In erster Linie ist es ein schwacher Agonist an den H1-Rezeptoren, die sich an den Blutgef√§√üen im Innenohr befinden. Die Stimulierung der H1-Rezeptoren im Innenohr bewirkt eine Gef√§√üerweiterung, die zu einer erh√∂hten Durchl√§ssigkeit der Blutgef√§√üe und einer Verringerung des endolymphatischen Drucks f√ľhrt; diese Wirkung verhindert die Ruptur des Labyrinths, die zu dem mit der M√©ni√®re-Krankheit verbundenen H√∂rverlust beitragen kann. Betahistin wirkt auch, indem es die asymmetrische Funktion der vestibul√§ren Sinnesorgane reduziert und den vestibulocochle√§ren Blutfluss erh√∂ht, was die Symptome des Schwindels lindert. Zus√§tzlich wirkt Betahistin auch als Histamin-H3-Rezeptor-Antagonist, indem es den Umsatz von Histamin aus postsynaptischen histaminergen Nervenrezeptoren erh√∂ht, was in der Folge zu einer Steigerung der H1-Agonisten-Aktivit√§t f√ľhrt.

Pharmakokinetik

Betahistin ist sowohl in Tablettenform als auch als Lösung erhältlich und wird oral eingenommen. Es wird schnell und vollständig resorbiert. Die mittlere Plasma-Eliminationshalbwertszeit beträgt 3 bis 4 Stunden, und die Ausscheidung erfolgt praktisch vollständig im Urin innerhalb von 24 Stunden. Die Plasmaproteinbindung ist sehr gering. Betahistin wird in der Leber in Aminoethylpyridin und Hydroxyethylpyridin umgewandelt und mit dem Urin als Pyridylessigsäure ausgeschieden.

Toxizität

Nebenwirkungen

Bei Patienten, die Betahistin einnehmen, können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Geringf√ľgige Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt
  • √úbelkeit
  • √úberempfindlichkeitsreaktionen und allergische Reaktionen

√úberempfindlichkeitsreaktionen klingen nach Absetzen von Betahistin schnell wieder ab.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code N07CA01
Summenformel C8H12N2
Molare Masse (g¬∑mol‚ąí1) 136,19
Aggregatzustand fest
Dichte (g¬∑cm‚ąí3) 0,98
Schmelzpunkt (¬įC) 113‚Äď114
PKS Wert 3,5
CAS-Nummer 5638-76-6
PUB-Nummer 2366
Drugbank ID DB06698

Quellenangaben

  • Drugbank
  • PubChem
  • Aktories, F√∂rstermann, Hofmann, Starke: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, Elsvier, 2017

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der Universität Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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