Digoxin

Digoxin

Grundlagen

Digoxin ist ein Medikament aus der Gruppe der Herzglykoside und wird zur Therapie von Herzrhyhtmusstörungen und chronischer Herzinsuffizienz verwendet. Das Arzneitmittel wurde von Digitalisglykosiden, die natĂŒrlicherweise in verschiedenen Fingerhut-Arten vorkommen, abgeleitet.

Medikamente mit Digoxin

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Ricrat-Digo Digoxin MTW-Gesundheit GmbH
Lenoxin mite 0,125 mg Tabletten Digoxin Aspen Pharma Trading Limited
Lenoxin Liquidum Digoxin Aspen Pharma Trading Limited
Lenoxin 0,25 mg Tabletten Digoxin Aspen Pharma Trading Limited
Lanicor Ampullen Digoxin TEOFARMA S.R.L.

Wirkung

Pharmakodynamik
Das Herzglykosid blockiert das Enzym Adenosintriphosphatase, wodurch der Transport von Natrium- und Kalium-Ionen gehemmt wird. Durch eine verschobene Ionenverteilung der Membran fĂŒhrt dies zu einem vermehrten Einstrom von Calciumionen. Durch die erhöhte Calciumkonzentration verstĂ€rkt Digoxin die Kontraktionskraft und die Erregbarkeit und verringert die Herzfrequenz und die Erregungsleitung.

Pharmakokinetik
Die BioverfĂŒgbarkeit liegt bei 75 %, durch gleichzeitige Aufnahme mit ballaststoffreicher Nahrung kann die Resorption jedoch verringert werden. Nach oraler Einnahme wirkt das Medikament innerhalb von 30 Minuten bis zwei Stunden, das Wirkmaximum ist nach zwei bis sechs Stunden erreicht. Etwa fĂŒnf bis zehn Prozent werden hepatisch metabolisiert, mit 80 % wird der Großteil jedoch unverĂ€ndert ĂŒber die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 30 bis 50 Stunden und ist bei eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion verlĂ€ngert.

Wechselwirkungen
Chinidin, Verapamil, Nifedipin und Amiodaron können die Blutkonzentration von Digoxin erhöhen, weshalb bei gleichzeitiger Einnahme die Plasmaspiegel des Herzglykosides kontrolliert werden sollten. Durch parallele Medikation mit Erythromycin, Tetrazyklinen oder Parasympatholytika wird die BioverfĂŒgbarkeit erhöht. Durch Laxanzien, Metoclopramid, Colestyramin oder Antazida kann die BioverfĂŒgbarkeit jedoch verringert werden.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen
Die therapeutische Breite von Digoxin ist gering. Deshalb können unerwĂŒnschte Wirkungen oder Vergiftungen nach einer nicht korrekten Anwendung relativ schnell auftreten. HĂ€ufig treten Sehstörungen, Übelkeit, Diarrhö, Benommenheit, Herzrhythmusstörungen oder eine verlangsamte Herzfrequenz auf. Als seltene Nebenwirkungen wurden Verwirrtheit, Psychosen oder Wahrnehmungsstörungen beschrieben. Bei starker Überdosierung kann es zum Tod durch Kammerflimmern oder Asystolie kommen.

Toxikologische Daten
Im Tierversuch lag die mittlere letale Dosis bei Ratten bei 28,3 mg pro Kilogramm bei oraler Aufnahme. Aufgrund von Studien, die eine erhöhte MortalitÀt von Patienten unter Therapie mit Digoxin zeigten, wird das Medikament immer seltener verwendet.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code C01AA05
Summenformel C41H64O14
Molare Masse (g·mol−1) 780,94
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,4
Schmelzpunkt (°C) 260 - 265
Siedepunkt (°C) 931,6
PKS Wert 7,15; -3
CAS-Nummer 20830-75-5
PUB-Nummer 2724385
Drugbank ID DB00390

Redaktionelle GrundsÀtze

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Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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