Digoxin

Digoxin
ATC Code C01AA05
Summenformel C41H64O14
Molare Masse (g·mol−1) 780,94
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,4
Schmelzpunkt (°C) 260 - 265
Siedepunkt (°C) 931,6
PKS Wert 7,15; -3
CAS-Nummer 20830-75-5
PUB-Nummer 2724385
Drugbank ID DB00390
Löslichkeit sehr schlecht in Wasser (65 mg/l bei 25 °C)

Grundlagen

Digoxin ist ein Medikament aus der Gruppe der Herzglykoside und wird zur Therapie von Herzrhyhtmusstörungen und chronischer Herzinsuffizienz verwendet. Das Arzneitmittel wurde von Digitalisglykosiden, die natürlicherweise in verschiedenen Fingerhut-Arten vorkommen, abgeleitet.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Das Herzglykosid blockiert das Enzym Adenosintriphosphatase, wodurch der Transport von Natrium- und Kalium-Ionen gehemmt wird. Durch eine verschobene Ionenverteilung der Membran führt dies zu einem vermehrten Einstrom von Calciumionen. Durch die erhöhte Calciumkonzentration verstärkt Digoxin die Kontraktionskraft und die Erregbarkeit und verringert die Herzfrequenz und die Erregungsleitung.

Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit liegt bei 75 %, durch gleichzeitige Aufnahme mit ballaststoffreicher Nahrung kann die Resorption jedoch verringert werden. Nach oraler Einnahme wirkt das Medikament innerhalb von 30 Minuten bis zwei Stunden, das Wirkmaximum ist nach zwei bis sechs Stunden erreicht. Etwa fünf bis zehn Prozent werden hepatisch metabolisiert, mit 80 % wird der Großteil jedoch unverändert über die Nieren ausgeschieden. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 30 bis 50 Stunden und ist bei eingeschränkter Nierenfunktion verlängert.

Wechselwirkungen
Chinidin, Verapamil, Nifedipin und Amiodaron können die Blutkonzentration von Digoxin erhöhen, weshalb bei gleichzeitiger Einnahme die Plasmaspiegel des Herzglykosides kontrolliert werden sollten. Durch parallele Medikation mit Erythromycin, Tetrazyklinen oder Parasympatholytika wird die Bioverfügbarkeit erhöht. Durch Laxanzien, Metoclopramid, Colestyramin oder Antazida kann die Bioverfügbarkeit jedoch verringert werden.

Toxizität

Nebenwirkungen
Die therapeutische Breite von Digoxin ist gering. Deshalb können unerwünschte Wirkungen oder Vergiftungen nach einer nicht korrekten Anwendung relativ schnell auftreten. Häufig treten Sehstörungen, Übelkeit, Diarrhö, Benommenheit, Herzrhythmusstörungen oder eine verlangsamte Herzfrequenz auf. Als seltene Nebenwirkungen wurden Verwirrtheit, Psychosen oder Wahrnehmungsstörungen beschrieben. Bei starker Überdosierung kann es zum Tod durch Kammerflimmern oder Asystolie kommen.

Toxikologische Daten
Im Tierversuch lag die mittlere letale Dosis bei Ratten bei 28,3 mg pro Kilogramm bei oraler Aufnahme. Aufgrund von Studien, die eine erhöhte Mortalität von Patienten unter Therapie mit Digoxin zeigten, wird das Medikament immer seltener verwendet.