Empagliflozin

Empagliflozin

Grundlagen

Empagliflozin ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird. Der Stoff gehört zur Klasse der SGLT2-Inhibitoren. Es wird zudem unterstĂŒtzend bei der Behandlung der chronischen Herzinsuffzienz eingesetzt. Es kann alleine oder als KombinationsprĂ€parat mit anderen Antidiabetika eingesetzt werden und wird oral eingenommen. Empagliflozin wurde von der Boehringer Ingelheim entwickelt und erstmals im Jahr 2014 zugelassen.

Medikamente mit Empagliflozin

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Jardiance 10 mg Filmtabletten Empagliflozin Boehringer Ingelheim International GmbH

Wirkung

Pharmakodynamik und Wirkmechamismus

Empagliflozin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Glucoseaufnahme in den Nieren verhindert und somit die Menge an Glucose, die ĂŒber den Urin ausgeschieden wird, erhöht. Es hat eine relativ lange Wirkdauer und muss nur einmal tĂ€glich eingenommen werden.

Der ĂŒberwiegende Teil der durch den Glomerulus gefilterten Glukose wird im proximalen Tubulus rĂŒckresorbiert, und zwar in erster Linie ĂŒber den SGLT2-Transporter, der fĂŒr etwa 90 % der gesamten GlukoserĂŒckresorption in den Nieren verantwortlich ist. SGLT2 bewirkt den Co-Transport von Na+ und Glukose aus dem Filtrat zurĂŒck ins Blut.  Die Hemmung dieses Co-Transports durch Empagliflozin ermöglicht einen deutlichen Anstieg der Glukosurie und eine Senkung des Blutzuckerspiegels ohne die InsulinausschĂŒttung zu beeinflussen.

Pharmakokinetik

Nach oraler Verabreichung wird die Höchstkonzentration im Plasma innerhalb von etwa 1,5 Stunden (Tmax) erreicht. Das scheinbare Verteilungsvolumen betrÀgt 73,8 L. Empagliflozin ist im Plasma zu etwa 86,2 % proteingebunden. Empagliflozin wird nur minimal in der Leber metabolisiert. Nach oraler Verabreichung werden etwa 45 % der verabreichten Dosis im Stuhl und 55 % im Urin ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit betrÀgt etwa 12,4 Stunden. 

Wechselwirkungen

Es gibt einige Wechselwirkungen, die bei der Einnahme von Empagliflozin berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Medikamente, die ebefalls den Blutzuckerspiegel senken, wie Insulin oder Sulfonylharnstoffe, sollten nicht gleichzeitig mit Empagliflozin eingenommen werden, da es sonst zu einer ÜbermĂ€ĂŸigen Blutglucosesenkung kommen kann. Die gleichzeitige Einnahme mit Diuretika sollte ebenfalls gemieden werden, da die Wirkung der Diuretika verstĂ€rkt werden kann.

ToxizitÀt

Nebenwirkungen

Eine der hĂ€ufigsten Nebenwirkungen ist ein erhöhtes auftreten von Infektionen des Urogenitaltraktes. Die Übersekretion von Glucose fĂŒhrt zu einer zuckerreichen urogenitalen Umgebung, was das Risiko von urogenitalen Infektionen bei mĂ€nnlichen und weiblichen Patienten erhöht. Durchfall und Schwindel durch eine Senkung des Blutdruckes sind ebenfalls mögliche Nebenwirkungen. In seltenen FĂ€llen kann es auch zu allergischen Reaktionen oder akutem Nierenversagen kommen.

Kontraindikationen

Da seine Wirkungsweise von der renalen Ausscheidung von Glucose abhÀngt, sollte Empagliflozin bei akutem Nierenversagen oder bei Patienten, die an chronischer Nierenerkrankung leiden, nicht eingesetzt werden. Sollte die behandelte Person an einer Ketoazidose leiden, ist der Einsatz von Empagliflozin ebenfalls kontraindiziert.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code A10BK03
Summenformel C23H27ClO7
Molare Masse (g·mol−1) 450,91
Aggregatzustand fest
CAS-Nummer 864070-44-0
PUB-Nummer 11949646
Drugbank ID DB09038

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer
Lektor

Stefanie Lehenauer ist seit 2020 freie Autorin bei Medikamio und studierte Pharmazie an der UniversitÀt Wien. Sie arbeitet als Apothekerin in Wien und ihre Leidenschaft sind pflanzliche Arzneimittel und deren Wirkung.

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