Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis)

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Internationale Klassifikation (ICD) H91.1

Grundlagen

Ganz gleichgültig ob man es wahrhaben will oder nicht, im Alter lassen die Sinne einfach nach. Dazu gehört nicht nur der zunehmende Verlust der Sehschärfe, sondern vor allem auch die immer stärker werdende Altersschwerhörigkeit. Und diese macht oftmals mehr zu schaffen, als man in jungen Jahren vermutet hätte.

Der Fachbegriff für die Altersschwerhörigkeit ist die Presbyakusis. Oft spricht man auch von einer altersbegleitenden Schwerhörigkeit. Das große Problem an der Erkrankung ist, dass sie nicht geheilt werden kann. Anstatt dessen muss versucht werden, mit technischen Hilfsmitteln den Alltag so uneingeschränkt wie möglich zu gestalten.

Verbreitung der Presbyakusis

Vor allem bei fehlendem Schutz vor Lärm kann die Presbyakusis schon ab dem 40. Lebensjahr auftreten. Bei Männern ist sie ab dem 65. Lebensjahr sehr weit verbreitet, Frauen erkranken meist erst später.

Ursachen

Die Altersschwerhörigkeit ist eine Alterserscheinung. Mit der Zeit kommt es zum Verschleiß des so genannten Corti-Organs, welches für das Hören zuständig ist. Dies führt zu einer merkbaren Hörminderung, vor allem in den Frequenzbereichen, in denen unser Gehör am sensibelsten ist. Und genau in diesen Bereich fallen große Teile unserer Sprache.

Im Falle der Presbyakusis ist vor allem die Funktion des Innenohrs mit den Sinneszellen beeinträchtigt. Aber auch die Weiterleitung über den Hörnerv und die Interpretation im Gehirn wird durch die Abbauprozesse zunehmend beeinträchtigt.

Faktoren, die das Ohr schädigen

Trotzdem gibt es einige Faktoren, die den Verschleiß des Hörorgans fördern. So kann dauerhafter Lärm dazu führen, dass das Ohr übermäßig geschädigt wird, was die Presbyakusis früher oder stärker auftreten lässt.

Daneben spielen natürlich auch genetische Einflüsse und der altersbedingte Abbau von Gehirnmasse eine große Rolle, die nicht vernachlässigt werden darf. Denn auch wenn das Corti-Organ noch einwandfrei funktioniert, kann es durch Schädigungen am Hörnerv oder in den entsprechenden Gehirnarealen zu Verständnisschwierigkeiten kommen.

Symptome

Typisch ist eine langsame Zunahme der Schwerhörigkeit. Während diese anfangs noch kaum merkbar ist, kommt es vor allem beim Sprachverständnis zu einer immerweiter fortschreitenden Beeinträchtigung. Manche beschreiben es so, als würden sie nun alles durch einen Helm von Watte hören, der immer dicker wird.

Vom erschwerten Sprachverständnis zum sozialen Rückzug

Bei lauter Umgebung kommt es zu immer größeren Schwierigkeiten Sprache zu verstehen, vor allem das Satzverständnis ist stark eingeschränkt. Außerdem werden die Hintergrundgeräusche immer mehr als störend empfunden, da diese in einem Frequenzbereich liegen, den man noch gut hören kann.

Darauf folgt bei vielen Betroffenen ein sozialer Rückzug. Denn wenn die Kommunikation beeinträchtigt ist, man immer mehrmals nachfragen muss, um endlich verstanden zu haben, was der andere gesagt hat, dann ist es auch sehr schwer, sich irgendwo wohl zu fühlen.

Tinnitus als zusätzliches Symptom

Auch wenn dies nicht zwingend notwendig ist, beschreiben viele neben der Altersschwerhörigkeit auch einen Tinnitus. Dieser kann nur ab und an auftreten oder immer da sein. Auch die Geräuschqualität, also ob es ein Pfeifen, ein Rauschen, ein Klopfen oder sonst etwas ist, und die Lautstärke können von Person zu Person verschieden sein.

Inwieweit das Gehör geschädigt ist, und welche Sprachfrequenzen betroffen sind, ist sehr individuell, weswegen keine Angaben zum Verlauf der Symptome gemacht werden können.

Diagnose

Auch wenn die Diagnose der Altersschwerhörigkeit auf den ersten Blick als sehr einfach und trivial erschient, müssen unbedingt alle anderen Ursachen ausgeschlossen werden.

Ausschluss von durchblutungsmindernden Erkrankungen

Vor allem Erkrankungen, die die Fließeigenschaften des Blutes und die Struktur der Gefäße negativ beeinflussen, können auch zu einem Verlust des Hörvermögens führen. Dazu gehört nicht nur der Diabetes mellitus und die Arteriosklerose, sondern auch die Überfettung des Blutes. Diese sollten natürlich als Ursache ausgeschlossen und intensiv behandelt werden, wenn sie doch diagnostiziert werden können.

Hörprüfung

Bei der anschließenden Hörprüfung fällt ein beidseitiger Hörverlust auf, der vor allem die hohen Frequenzen betrifft. Bei der Sprache bedeutet dies, dass vor allem Zischlaute und harte Konsonanten nicht mehr gehört werden können. Dies führt auch zu einem sehr schlechten Ergebnis bei der Sprachaudiometrie.

Therapie

Der Alterungsprozess kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Deswegen besteht die Therapie vor allem darin, die Auswirkungen des Alterungsprozesses so gering wie möglich zu halten.

Hörgeräte

Im Fall der Presbyakusis müssen die Hörgeräte meist beidseitig verwendet werden. Diese werden genau auf die jeweiligen Hördefizite des Betroffenen angepasst. Mit den neuen Geräten kann so ein gutes Hörvermögen erreicht werden, ohne störende Nebengeräusche zu erzeugen.

Begleitende Schulungen

Begleitend sollten aber auch Schulungen zum gezielten Hören besucht werden, um im Alltag besser mit dem Hörverlust umgehen zu können. Auch das Erlernen des Lippenablesens kann sehr erleichternd wirken. Und nicht zuletzt muss auch der richtige Umgang mit dem Hörgerät erst einmal erlernt werden.

Den Alltag auf die Schwerhörigkeit anpassen

Zudem kann auch das Eigenheim auf die neue Situation angepasst werden. Es gibt zum Beispiel Verstärker, welche die Telefonlautstärke erhöhen und so auch ein Telefonat wieder möglich machen. Zudem können optische Signalhilfsmittel für Türglocke oder andere Warntöne installiert werden.

Besonders großen Wert sollte darauf gelegt werden, dass die Integration in einer Gruppe ermöglicht wird, in der darauf geachtet wird, dass die Schwerhörigkeit nicht zur sozialen Isolation führt.

Prognose

Die Altersschwerhörigkeit kann nicht geheilt werden. Jedoch können die Symptome abgeschwächt und ein normales Leben wieder ermöglicht werden. Bleibt die Erkrankung unerkannt und unbehandelt kann dies sozial und psychisch beträchtliche Einschränkungen mit sich bringen.

Sozialer Rückzug

So kommt es durch die verminderte Kommunikationsfähigkeit und durch das Unwohlsein in geräuschvollen Kulissen zu einem immer ausgeprägterem sozialen Rückzug und zur Isolation. Irgendwann wird es einfach unangenehm und nervig, wenn man nur die Hälfte versteht und dafür noch mehrmals nachfragen muss.

Psychische Belastung

Dies führt dann natürlich auch zu einer hohen psychischen Belastung. Oft treten Misstrauen und depressive Verstimmungen auf, die mit zunehmendem Alter durch mehrere Faktoren gefördert werden. Dazu können auch Angstzustände kommen, weil man auch Warnsignale nicht mehr frühzeitig wahrnehmen kann. Der Rückzug und die eingeschränkte Kommunikation führen früher oder später auch zu einem vorzeitigen geistigen Abbau.

Um all dies zu vermeiden ist es unbedingt notwendig eine adäquate Therapie ins Auge zu fassen.

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