Angeborene Penisverkrümmung

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Internationale Klassifikation (ICD) Q55.6

Grundlagen

Der Penis eines Mannes ist selten ganz gerade. Meistens gibt es eine Verkrümmung in irgendeine Richtung. Wenn diese von Geburt an besteht, bezeichnet man sie als angeborene Penisverkrümmung. Mediziner sprechen von einer kongenitalen Penisdeviation.

Doch auch wenn die Verkrümmung schon von Geburt an besteht, wird diese meistens erst in der Pubertät bemerkt. Denn erst am erigierten Penis wird sichtbar, dass eine Abweichung von der Mittelachse besteht. Diese kann entweder nach oben, nach unten, zu einer Seite oder aber auch korkenzieherförmig um die Mittelachse gehen. Die Verkrümmung kann sich entweder über die gesamte Länge des Gliedes erstrecken oder sich als Knick darstellen. Es ist nahezu jede denkbare Variante möglich.

Unterscheidung zur erworbenen Penisverkrümmung

Auch wenn die kongenitale Penisdeviation meist erst relativ spät entdeckt wird, ist es von großer Bedeutung, dass sie von der erworbenen Form unterschieden wird. Denn eine erworbene Penisdeviation, bei der nicht selten ein Trauma zugrunde liegt, muss ganz anders therapiert werden.

Symptome stellen die Behandlungsindikation

In den meisten Fällen ist eine gewisse Abweichung des Penis vollkommen normal. Auch wenn verunsicherte Teenager dies oft anders sehen, ist es ohne besondere Bedeutung, solange es zu keinen Beschwerden kommt. Erst wenn es zu Schmerzen oder zu Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr kommt, muss die kongenitale Penisdeviation unbedingt behandelt werden.

Zur Sicherheit zum Urologen

Wenn man selbst denkt an einer Penisverkrümmung zu leiden, ist es auf jeden Fall sinnvoll, wenn man dies von einem Facharzt der Urologie kontrollieren und überprüfen lässt. Dieser kann einerseits versichern, dass alles noch im Normalbereich ist, andererseits eine Therapie einleiten, wenn diese denn notwendig ist.

Ursachen

Bei der genauen klinischen Untersuchung wird in vielen Fällen festgestellt, dass sich der Schwellkörper des Penis nicht richtig entwickelt hat. So kann es zu einseitigen Verhärtungen und sonstigen Formabweichungen kommen, die dann den ganzen Penis beeinflussen.

Beteiligung der Harnröhre in schweren Fällen

In schweren Fällen sind aber nicht nur die Schwellkörper des Geschlechtsteiles, sondern auch die Harnröhre betroffen. So kann es sein, dass diese nicht auf der Spitze der Eichel mündet, sondern an der Ober- oder Unterseite des Penis. Auch eine verkürzte Harnröhre kann zu massiven Einschränkungen führen. So kann es bei einer Erektion dazu kommen, dass die Mündung der Harnröhre unter Zug gerät und zurückgehalten wird, was sehr schmerzhaft ist.

Hormonmangel führt zur Entwicklungsstörung

Die Ursache der angeborenen Penisverkrümmung konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Experten vermuten jedoch, dass ein zeitweiliger Mangel an Androgenen während der Schwangerschaft eine Rolle spielen könnte. Während der fetalen Entwicklung braucht es zu jeder Zeit an jedem Ort spezifische Hormone und Faktoren, um eine normale Entwicklung zu ermöglichen. Wenn diese nicht da sind, fehlen die Signale für die Zellen, die sie brauchen würden, um sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Symptome

Wie schon erwähnt, haben die meisten Männer keinen absolut geraden Penis. Gewisse Abweichungen sind normal und verursachen auch keine Beschwerden. Und auch wenn es zu einer signifikanten Abweichung kommt, bleibt diese meistens über viele Jahre unbemerkt.

Verunsicherung in der Pubertät

Erst mit der Entdeckung der Männlichkeit in der Pubertät wird die kongenitale Penisdeviation auffällig. Bei den Erektionen fällt die Krümmung einerseits mehr auf, andererseits kann diese auch zu Schmerzen führen. Manchmal ist durch die Verkrümmung auch der Geschlechtsverkehr stark eingeschränkt oder gar unmöglich.

Psychische Aspekte der Penisdeviation

Meistens sind jedoch die psychischen Faktoren weit aus wichtiger und schwerwiegender als der organische Befund. In der Pubertät geht es bei den Buben vor allem auch darum, die eigene Persönlichkeit zu stärken und den Charakter zu entwickeln. Wenn die Jungs dabei das Gefühl haben, nicht perfekt zu sein, und die Abweichung von der Norm einen so sensiblen Bereich betrifft wie das männliche Glied, dann kann dies zu massiven Problemen führen.

So kann zum Beispiel jegliches Versagen bei der Suche einer Partnerin oder beim Geschlechtsverkehr sofort auf den verkrümmten Penis geschoben werden. Dabei ist meistens nicht dieser Schuld, sondern nur die Verunsicherung, die die Verkrümmung mit sich bringt. Denn viele Jungs sind besonders nervös und aufgeregt, wenn sie befürchten, dass die Penisdeviation sie beim Geschlechtsverkehr beeinflussen könnte. Und dann kommt es allein aufgrund der Nervosität schon zu Problemen.

Dieser Aspekt der kongenitalen Penisdeviation darf keinesfalls negiert werden. Und auch wenn viele Männer sich dann eine Operation wünschen, obwohl keine organische Beeinträchtigung vorliegt, sollte von dieser abgeraten werden. Denn diese startet nur einen Teufelskreis von weiteren Verunsicherungen. Im Gegensatz dazu muss versucht werden die symptomlose Verkrümmung des Penis anzunehmen und zu verstehen, dass diese das andere Geschlecht nicht abschrecken wird.

Diagnose

Wenn einem Mann irgendwelche Unregelmäßigkeiten am Penis auffallen, sollte er sich unbedingt von einem Urologen untersuchen lassen. Auch wenn es vor allem für pubertäre Jungs, denen die Verkrümmung erstmals auffällt, schwierig ist, einen Facharzt für Urologie aufzusuchen, sollte jede Abweichung der Penisform abgeklärt werden.

Dort wird sich der Arzt vor allem auf die Erfragung des Problems konzentrieren. Es ist wichtig zu verstehen, inwieweit die Formabweichung die individuelle Person belastet. Zudem muss natürlich analysiert werden, wann genau die Beschwerden auftreten.

Weiterführende Untersuchungen

Nach der körperlichen Untersuchung können je nach Beschwerdebild noch weitere diagnostische Verfahren eingesetzt werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Schwellkörper mittels Ultraschall auf Strukturveränderungen untersucht werden.

Auch ein Röntgenbild kann hilfreich sein, um die Ursache der Penisverkrümmung heraus zu finden. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, keine unnötige Strahlenbelastung zu verursachen, weswegen bei jungen Männern oder bei bestehendem Kinderwunsch meist auf eine Röntgenaufnahme verzichtet wird. Denn es ist kaum möglich die empfindlichen Hoden vollkommen vor der Strahlung zu schützen, da keine großflächige Bleischürze angelegt werden kann.

Klinische Relevanz der Penisverkrümmung

Generell wird erst eine Penisverkrümmung von mehr als 30° als klinisch relevant angesehen. Es muss schon zu Schmerzen oder anderen Beeinträchtigungen kommen, damit eine Behandlung initiiert werden kann. Von einer Therapie aufgrund ästhetischer Gründe sollte unbedingt Abstand genommen werden.

Ab einer Penisverkrümmung von mehr als 40° geht man davon aus, dass der Geschlechtsverkehr nicht mehr möglich ist. In solchen Fällen sollte dann auch eine aggressive Behandlung initiiert werden, um die Penisverkrümmung zu beheben.

Therapie

Die Therapie der Penisdeviation darf niemals darin bestehen, dass man selbst versucht, den Penis wieder in die richtige Richtung zu biegen. Vor allem Manipulationen am erigierten Penis können nämlich zu Verletzungen führen, die unter Umständen nicht mehr reversibel sind.

Zertrümmerung mit Ultraschall

Wenn die Penisverkrümmung von verhärtetem Bindegewebe verursacht wird, kann dieses mit einem Ultraschall gelöst werden. Hierbei wird das gleiche Prinzip wie auch bei Nierensteinen angewendet. Diese Art der Behandlung ist aber sehr teuer und wird von den Kassen nicht übernommen. Deswegen kommt meistens nur eine operative Korrektur in Frage.

Operative Beseitigung der Verkrümmung

Bei der chirurgischen Therapie wird zuerst die Vorhaut entfernt und der Penisschaft nach unten gestülpt. Eine künstlich erzeugte Erektion zeigt an, wo genau die Verkrümmung liegt. Wenn diese durch verhärtetes Bindegewebe verursacht wird, kann dieses entfernt werden oder durch Nähte an der Gegenseite ein Ausgleich geschaffen werden. Am Ende der Operation wird nochmals mit einer künstlich verursachten Erektion überprüft, ob die Operation erfolgreich gewesen ist.

Bei den meisten Operationsmethoden muss aber damit gerechnet werden, dass die Länge des Penis um ein bis zwei Zentimeter verkürzt wird. Nur so kann ein ausreichender Ausgleich der Penisdeviation erreicht werden.

Häufige Methode mit erheblichen Risiken

Auch wenn die operative Rekonstruktion des Penis relativ häufig durchgeführt wird, darf die Operation nicht bagatellisiert werden. Denn Entzündungen, Blutungen, Narbenbildungen, Erektionsverlust und Schmerzen können den Erfolg der Operation stark schmälern. Deswegen sollte nur bei strenger Indikation eine Operation in Betracht gezogen werden.

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