Arthrose (Gelenkabnutzung)

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Internationale Klassifikation (ICD) M19.99

Grundlagen

Beschreibung

Auch Gelenke sind von Verschleiß nicht ausgenommen. Eine schmerzhafte, übermäßige Abnutzung der Knorpelschicht von Gelenken wird Arthrose genannt. Mit der Zeit sind Knochen, Muskeln, Gelenkkapseln und Bänder ebenfalls betroffen.

Am häufigsten betroffen sind stark beanspruchte Gelenke von:

  • Wirbelsäule
  • Hüfte
  • Knie
  • Füße

Bis heute kann Arthrose nicht geheilt werden. Jedoch können auftretende Symptome wie Schmerzen gemildert und ein Fortschreiten der Abnutzung eingedämmt werden.

Ist ein Gelenk besonders schwer von der Krankheit betroffen, kann es durch ein künstliches Gelenk (Endoprothese), ersetzt werden.

Von allen Erkrankungen, die Gelenke betreffen, ist Arthrose weltweit die häufigste. Beinahe jeder Mensch ist früher oder später betroffen, meist an Knie- oder Hüftgelenken.

Ursachen

Der Grundstein für Arthrose wird gelegt, sobald der Knorpel eines Gelenks überbelastet wird. Bei einer bereits bestehenden Schädigung reicht sogar eine normale Belastung aus.

Aus welchem Grund manche Personen früher (z.T. bereits in der Jugend) betroffen sind und manche nicht, konnte bislang nur unzureichend geklärt werden. Als Hauptursachen stehen weiterhin Überbelastung und langjährige Fehlbelastung fest.

Mögliche Risikofaktoren:

  • erbliche Faktoren (v.a. bei Fingergelenken)
  • angeborene Fehlstellungen (z.b. X- oder O-Beine, Hüftgelenksdysplasie)
  • falsch verheilte Verletzungen oder Operationen (z.b. Meniskus, Kreuzband)
  • jahrelange Überbelastung (z.b. Leistungssport, Übergewicht und schwere körperliche Arbeit)
  • Stoffwechselerkrankungen (z.b. Diabetes mellitus)

Symptome

Eine beginnende Arthrose lässt sich nicht leicht erkennen. Es treten eher unscheinbare Beschweren wie z.b. Steifigkeit, Wetterfühligkeit oder ein unsicherer Gang auf.

Anlaufschmerzen sind eindeutigere Warnzeichen. Es handelt sich dabei um Gelenksschmerzen beim Beginn einer Bewegung, die bei anhaltender Bewegung nachlassen.

Schreitet die Abnutzung der Gelenke fort, werden auch die Beschweren deutlicher:

  • Schmerzen bei Stoßbelastung (z.b. Bergablaufen)
  • überwärmte, gerötete Gelenke (Entzündung durch abgeriebenes Material, aktivierte Arthrose)
  • Verformung von Gelenken (bis zur Unbeweglichkeit)
  • Ruheschmerz
  • nächtlicher Schmerz

Wie stark der Schmerz ist, wechselt sich üblicherweise in mehr oder weniger ausgeprägten Phasen ab.

Diagnose

Arthrotische Veränderungen lassen sich anhand einer Röntgenuntersuchung feststellen, ebenso wie der Grad der Abnutzung.

Sichtbarer Krankheitsfortschritt und dazu gehöriges subjektives Empfinden sind von Patient zu Patient unterschiedlich. Deshalb kann auch eine leichte Arthrose bereits starke Schmerzen verursachen.

Ob die Beweglichkeit eingeschränkt ist, wird mit Hilfe einer körperlichen Untersuchung festgestellt.

Abhängig von Schmerzen und evtl. Bewegungseinschränkung wird dann eine Behandlungsstrategie festgelegt.

Therapie

Bereits abgenutzte Gelenke lassen sich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht regenerieren. Deshalb ist ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit äußerst wichtig.

Gelenke entlasten

Der Krankheitsverlauf lässt sich positiv beeinflussen, z.b. durch eine Entlastung der Gelenke.

Übergewichtige Personen sollten aus diesem Grund dringend ihr Körpergewicht reduzieren. Mit orthopädischen Hilfen (Handstock, Pufferabsätze, Einlagen) können Fehlstellungen ausgeglichen und Beschwerden gelindert werden.

Der Ernährungszustand des Knorpels verbessert sich durch Bewegung ohne Belastung (Schwimmen, Fahrrad fahren mit sehr leichten Gängen), was dem Fortschreiten der Abnutzung entgegengewirkt.

Positive Effekte ziehen auch Krankengymnastik und physikalische Therapie nach sich. Massagen, Wärme- und Kältebehandlung stärken die Muskulatur und schonen dadurch Gelenke.

Medikamente und Arzneien

Schmerzen und Entzündungen lassen sich durch Medikamente mildern.

Die Schmerztherapie wird in kortisonhaltige und kortisonfreie Arzneien (sog. Nichtsteroidale Antiphlogistika und COX-2 Hemmer) unterteilt. Es gibt auch die Möglichkeit, Kortison direkt in die Gelenke zu injizieren (in besonders schweren Fällen).

Manche Ärzte empfehlen, Hyalursonsäure als Gelenksschmiere in betroffene Gelenke zu spritzen. Es gibt Patienten, die nach 3-6 Injektionen sehr gut darauf ansprechen und sich Beschwerden zwischen 6 und 12 Monaten bessern.

Des Weiteren werden in vielen Apotheken und Drogerien Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Diese Präparate sollen durch Inhaltsstoffe wie Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat dem Knorpelaufbau dienen. Die Wirkung ist bislang noch nicht eindeutig erwiesen, manche Studien zeigen jedoch einen positiven (stabilisierend, beschwerdelindernd), andere keinen Effekt.

Künstliches Gelenk

Bei Patienten mit besonders ausgeprägter Arthrose gibt es die Möglichkeit einer Operation. Dabei wird im Zuge eines chirurgischen Eingriffs das beschädigte Gelenk durch eine Prothese (künstliches Gelenk) ersetzt. Danach folgt ein Krankenhausaufenthalt (bis zu 2 Wochen) und physiotherapeutisches Training zum Muskelaufbau und Erlernen des Umgangs mit dem neuen Gelenk.

Je nach Lebensstil, Aktivität und Beanspruchung der Prothese, bleibt sie rund 20 Jahre oder sogar länger funktionstüchtig. Bei Bedarf kann ein Austausch erfolgen.

Künstliches Gewebe

Durch den rasenden Fortschritt der Biotechnologie besteht mittlerweile die Möglichkeit, Knorpelgewebe zu züchten. Als Ausgangsgewebe dient körpereigener Knorpel, welcher künstlich gezüchtet (tissue engineering) und implantiert wird. Das Einsetzen muss jedoch erfolgen, bevor der Knochen unter dem betroffenen Gelenk beschädigt wird.

Man erhofft sich zukünftig vor allem für Kniegelenke gute Erfolge.

Prognose

Bis heute kann man eine Schädigung von Knorpel und Knochenmaterial nicht rückgängig machen.

Die Therapie beschränkt sich darauf, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen. Trotz der tendenziell negativen Prognose, sollte jede zur Verfügung stehende Therapie genutzt werden.

Vorbeugen

Um einer Arthrose vorzubeugen, müssen vor allem Fehl- und Überbelastungen von Gelenken vermieden werden. Die Korrektur von Fehlstellungen kann manchmal sinnvoll sein (Operation von X- und O-Beinen).

Wer unnötige Kilos verliert, entlastet seinen Körper am besten.

Bewegung stärkt Muskulatur und Knorpel. Besonders gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Fahrradfahren sind zu empfehlen, um die Knorpelernährung zu fördern. Parallel dazu empfiehlt sich ein gezieltes Muskelaufbautraining, wodurch Bewegungen sicherer und einseitige Belastungen vermieden werden.

Versuchen Sie deshalb, mehr Bewegung in Ihren Alltag einzubauen. Beispielsweise könnten Sie kleine Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen, oder einen kurzen Spaziergang dem Auto vorziehen.

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