Autismus allgemein

Autismus allgemein
Internationale Klassifikation (ICD) F84.0

Grundlagen

Das Kanner-Syndrom (frühkindlicher Autismus) ist eine ausgeprägte Behinderung der Persönlichkeit, die sich in Form von Kontaktstörungen zu den Bezugspersonen und auch anderen Menschen äußert. Die Betroffenen können oft niemandem in die Augen sehen, reagieren schwer auf Gefühle und Emotionen und ziehen sich in ihre eigene Welt zurück. Außerdem geht Autismus auch oft mit motorischen und geistigen Entwicklungsstörungen einher. Die Krankheit manifestiert sich meist schon im Säuglingsalter, wo sie aber nicht immer gleich erkannt wird.

0,2% der Kinder in Deutschland erkranken an dieser Form des Autismus, davon sind Knaben häufiger betroffen als Mädchen.

Ursachen

Die Ursachen sind nicht endgültig geklärt. Es wird vermutet, dass es sich um genetische Einflüsse und Veränderungen handelt, da Autismus in manchen Familien gehäuft und in anderen gar nicht bis selten auftritt.

In einer großen Studie des Kinderspitals in Philadelphia fanden Wissenschaftler heraus, dass mehr als 65% der autistischen Kinder eine bestimmte genetische Variante hatten. Die Leiter der Studie vermuteten, dass die Ursache bei 15% der Autisten auf den Genabschnitt zwischen CDH10 und CDH9 zurückzuführen war, der für die Verknüpfung von Nervenzellen im Gehirn wichtig ist.

Der britischen Arzt Andrew Wakefield behauptete, dass ein Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln, für Fälle des Autismus verantwortlich gewesen sei. Diese Ansicht wurde nie belegt und seine verfasste Publikation wieder zurückgezogen.

Symptome

Die betroffenen Kinder entgleiten in ihre Gedankenwelt und versuchen sich dem Kontakt zu ihren Mitmenschen, wie Eltern und Geschwistern zu entziehen.

Die autistischen Kinder wirken oft kalt und gefühlsarm. Es wirkt so, als würde es ihnen nichts bedeuten, wenn ihre Eltern zornig, böse, oder auch froh und liebevoll sind. Verständlicherweise leiden darunter auch die Eltern, denn die Sprösslinge nehmen oft nicht einmal Blickkontakt zu ihnen auf. Sie können weiters Gesichtsausdrücke schlechter deuten und haben Probleme Gefühle zu verstehen.

Gestörte Sprachentwicklung Oft geht frühkindlicher Autismus mit einer gestörten Sprachentwicklung einher. Typisch bei solchen Kindern ist eine monotone Tonlage beim Sprechen. Auch die unterstützende Mimik und Gestik ist schwach und das Vokabular eingeschränkt. Manchmal verwenden sie Wörter falsch und vertauschen Pronomina zum Beispiel „ich“ statt „du“. Weitere Merkmale des frühkindlichen Autismus sind repetitive Handlungen. So werden beispielsweise Phrasen (Echolalie) nachgesprochen oder bestimmte Bewegungsabläufe mit den Händen wiederholt. Oft sammeln diese Kinder manisch irgendwelche Gegenstände, um sie dann der Größe nach anzuordnen. Eine Unterbrechung ihrer Handlungen kann wiederum zu Angstausbrüchen führen.

Verminderte Intelligenz

Anhand von altersgerechten Intelligenztests wurde herausgefunden, dass 75% der Betroffenen eine verminderte Intelligenz aufweisen. Beim frühkindlichen Autismus kommt eine spezifische Hochbegabung, wie ein fotografisches Gedächtnis oder besondere mathematische Fähigkeiten nur sehr selten vor. So etwas findet man vielmehr beim Asperger-Syndrom.

Andere Symptome, die nicht mit verminderter Intelligenz zusammenhängen sind, zum Beispiel: gehäufte Schlaf- und Essstörungen, Ängste, bei Veränderungen des Umfelds, grundloses Lachen, falsche Beurteilung von gefährliche Situationen oder selbstverletzende Handlungen.

Diagnose

Die Diagnose dieser Krankheit wird vom Arzt nach Gesprächen mit den Eltern und nach wiederholtem Beobachten des Kindes gestellt. Sie kann nur gestellt werden, wenn mehrere der oben genannten Symptome gleichzeitig auftreten.

Schnelle Hinweise erhält der Arzt, wenn er versucht mit dem Kleinkind Blickkontakt herzustellen und es beim Spielen beobachtet. Dabei ist es wichtig, dass diese „Tests“ in vertrauten, sowie in neuen Räumen stattfinden. Ebenfalls ist es wichtig die Intelligenz zu überprüfen. Wenn der Patient 5 Jahre alt ist, ist das Anlegen eines EEG (Elektroenzephalogramm) hilfreich. Damit können mögliche Epilepsieformen, aber auch andere ungewöhnliche Merkmale gefunden werden.

Bevor ein Frühkindlicher Autismus diagnostiziert wird, müssen andere, in Frage kommende Krankheiten ausgeschlossen werden. Dazu zählen; der atypische Autismus und das Rett-Syndrom, bei dem es zusätzlich zu den Symptomen des Kanner-Syndroms auch noch zu einer Abnahme der bereits erlernten Fähigkeiten kommt.

Um die Diagnose zu vereinfachen, haben sich vereinheitlichte Fragebögen bewährt.

Therapie

Da die Ursache dieser Erkrankung oft schwierig zu finden ist und nicht behandelt werden kann, versucht man symptomorientiert zu therapieren und die Eltern zu unterstützen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die Behandlung besonders früh begonnen wird.

Therapieschwerpunkte

• Das Erlernen von sozialen Fähigkeiten und Kommunikation mit den Mitmenschen wird mit verhaltenstherapeutischen Methoden trainiert.

• Mit dem Gerüst von TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) versucht man den Kindern zu helfen unabhängiger zu werden.

• Wichtig, um unter Menschen zu Recht kommen zu können, ist Selbstbeherrschung, die eigenen Gedanken von der Realität unterscheiden zu können und die Gefühle der Mitmenschen zu verstehen. Es wird versucht diese Eigenschaften durch Therapien anzutrainieren.

• Logopädische Übungen erleichtern durch bessere Ausdrucksmöglichkeit und Sprachverständnis die Fähigkeit zu kommunizieren.

• Bewegungstherapien, wie Gymnastik aber Musik- oder Tiertherapie können den Kindern in ihrer Entwicklung helfen Entscheidend für den Erfolg dieser Therapien, ist das Einbeziehen der Familienangehörigen. Eltern müssen lernen, wie mit einem autistischen Kind umzugehen ist und wie es am Besten unterstützt werden kann. Spezielle Schulungen und Trainings wirken hier unterstützend.

Arzneimittel werden nur zur Symptombehandlung (epileptische Anfälle, Aggressivität,…) eingesetzt.

Prognose

Frühkindlicher Autismus ist eine lebenslange Erkrankung. Oft nehmen die Symptome, durch Therapien mit dem Alter ab, nur in der Adoleszenz kann es zur Intensivierung des aggressiven Verhaltens kommen.

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