Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Grundlagen

Eine Blinddarmentzündung bedeutet, dass der Appendix vermiformis (Wurmfortsatz) des Dickdarms entzündet ist. Er ist in etwa so groß wie ein kleiner Finger und befindet sich im auftsteigendem Teil des Dickdarms (Colon ascendens). Er spielt praktisch keine Rolle bei der Verdauung, es wird jedoch vermutet, dass er beim Schutz der Darmbakterien mitwirkt.

Ca. 7% der Bevölkerung, meistens im Alter von 10-30 Jahren, erleiden eine Blinddarmentzündung. Damit ist die Appendizitis die häufigste Erkrankung des Bauchraums, die eine Operation nötig macht.

Ursachen

Eine Blinddarmentzündung kann unterschiedliche Gründe haben:

• Oft verfangen sich Teile des Darminhaltes im Wurmfortsatz, führen so zu einer Verstopfung und in Folge dessen auch zu einer Entzündung.

• Manchmal sind es auch Obstkerne, Parasiten (zum Beispiel Würmer) oder sogar Tumore, die den Appendix vermiformis verschließen.

• Es kann auch vorkommen, dass das ganze Colon entzündet ist. Dann breitet sich das natürlich leicht auch auf den Wurmfortsatz aus.

• Wenn sich im Appendixbereich pathogene Bakterien ansiedeln, kann der Körper ebenfalls mit einer Entzündungsreaktion reagieren.

Symptome

Neben verringertem Appetit, Nausea (Übelkeit) und Erbrechen kommt es am Anfang zu Schmerzen rund um die Bauchnabelregion, die sich dann nach mehreren Stunden nach rechts unten verlagern und beim Aufstehen und Gehen zunehmen.

Leider zeigen sich diese Symptome bei jungen Kindern, werdenden Müttern und älteren Menschen nicht so deutlich. Sie treten diffuser und bei Älteren überhaupt abgeschwächter auf, wodurch eine Blinddarmentzündung oft erst verspätet diagnostiziert wird.

Diagnose

Wenn bei einer Blutuntersuchung, die Leukozytenzahl (Zahl der weißen Blutkörperchen) erhöht ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es eine Entzündung im Organismus vorliegt.

Zusätzlich gibt es spezielle Punkte im Bauchraum, die im Falle einer Appendizitis bei Berührung schmerzen (McBurney-Punkt und Lanz-Punkt).

Um andere Krankheiten ausschließen zu können, sollten Frauen zusätzlich zum Gynäkologen gehen, ihre Eierstöcke untersuchen lassen und einen Schwangerschaftstest machen.

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, kann man auch noch eine Harnuntersuchung und einen Ultraschall machen. Wenn man sich nicht sicher ist, ob der Wurmfortsatz entzündet ist, sollte trotzdem operiert werden, denn die Auswirkungen einer übersehenen Appendizitis können fatal enden. Es kann zu einer Perforation kommen, das bedeutet, dass der Wurmfortsatz aufplatzt und sich Eiter und Bakterien in der Bauchhöhle verteilen und zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen.

Therapie

Man kann eine Blinddarmentzündung mit 2 unterschiedlichen Operationsarten behandeln.

Herkömmliche Operation:

Durch einen relativ großem Schnitt (5 cm lang) rechts unten am Bauch wird der Appendix vermiformis herausgeschnitten und die Öffnung nachher wieder zugenäht.

Laparoskopische Operation:

Diese Methode wird bevorzugt verwendet, da nur 3 knopflochgroße Schnitte gemacht werden müssen. In eine der Öffnungen wird eine Kamera mit einer Lichtquelle geschoben. Sie filmt den gasgefüllten Bauchraum, der dann auf einen Bildschirm projiziert wird. Über die anderen 2 Löcher wird das benötigte chirurgische Instrumentarium hineingeschoben. Auch hier wird der Wurmfortsatz abgeschnitten und durch eine der Öffnungen entfernt.

Prognose

Wenn eine Blinddarmentzündung früh genug erkannt und operiert wird, besteht keine große Gefahr.

Lebensgefahr herrscht jedoch bei einer Perforation (Blinddarmdurchbruch), wobei sich Eiter in den Bauchraum entleert und eine Entzündung des Bauchfells folgt. In diesem Fall muss sofort operiert und starke Antibiotika verabreicht werden.

Manchmal kommt es vor, dass die Darmschlingen nach der Operation durch Vernarbungen aneinander haften (Adhäsionen) und dann noch einmal operiert werden muss.

Danilo Glisic

Danilo Glisic

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