Brustkrebs

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Internationale Klassifikation (ICD) C50.9
Symptome Knoten und Verhärtungen in der Brust, Größen- und Formveränderung einer Brust, differenzierte Bewegung der Brüste beim Anheben der Arme, Farb- oder Empfindlichkeitsveränderungen, Wasserklare oder blutige Absonderung, einseitig Brennender Schmerz oder Ziehen, Hautrötungen
Mögliche Ursachen ausschlaggebende Auslöser ist bislang noch weitgehend unbekannt
Mögliche Risikofaktoren hohes Alter, Gene, ungünstiger Lebensstil, Mastopathie, früherer Brustkrebs, Hormonersatztherapie, geringere Stillzeit, Geburten nach dem 30. Lebensjahr, spät einsetzende Wechseljahre, früh eintretende Menstruation, Brustkrebsgene BRCA1, BRCA2, RAD51C, BARD1 und das ATM-Gen, Rauchen

Grundlagen

In Deutschland kommt es laut Schätzungen der deutschen Krebshilfe pro Jahr zu rund 60.000 Neuerkrankungen. Somit zählt Brustkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs. Beinahe 30 Prozent der Krebserkrankungen bei Frauen betrifft die Brust.

Seit 1980 ist ein Anstieg der Neuerkrankungen zu verzeichnen. Seit 1990 liegt jedoch die Zahl der Todesfälle, bedingt durch Brustkrebs bei rund 18.000 Frauen im Jahr. Die Gründe für den Rückgang der Todesstatistik: bessere Diagnostik, und Früherkennung, neue Medikamente und schonendere Operationsmethoden. Insgesamt zeigt sich eine deutliche Verbesserung in der Therapie der bösartigen (malignen) Brusttumore.

Betrachtet man die Brustkrebsfälle in der restlichen Welt, kann man eine Häufung in den westlichen, industrialisierten Ländern feststellen. Innerhalb Europas verzeichnen Belgien, Frankreich und Dänemark die höchsten Zahlen an Brustkrebsfällen. Zu den wenigsten Neuerkrankungen kommt es in den baltischen, sowie südeuropäischen Ländern.

Deutschland nimmt im europäischen Vergleich eine mittlere Position ein. Ein etwa 20 Prozent höhere Erkrankungsanzahl verzeichnen die Vereinigten Staaten. In Japan ist die Neuerkrankungsrate um mehr als die Hälfte geringer. Das Erkrankungsrisiko von Migrantinnen, welche aus einem Land mit einem geringen Risiko in ein Land mit einer hohen Brustkrebsrate übersiedeln, gleicht sich dem jeweiligen Land an, in dem sie leben. Der Grund hierfür liegt möglicherweise in der Anpassung an den neuen Lebensstil.

Todesrate:

Die Todesrate von Brustkrebs unterliegt innerhalb Europas einer geringeren Schwankung. In Westeuropa liegt sie etwa auf deutschem Niveau. In den USA werden sogar noch weniger Todesfälle verzeichnet.

Wird die Diagnose in einem sehr frühen Stadium gestellt, bestehen sehr gute Heilungschancen. Eine Genesung ist dann in mehr als 90 Prozent der Fälle möglich. Fünf Jahre nach der Diagnosestellung leben immer noch 83 bis 87 Prozent der betroffenen Frauen.

Gene als Risikofaktoren:

Mehrere Faktoren werden als Auslöser von bösartigen Brusttumoren vermutet. Etwa fünf bis zehn Prozent der erkrankten Frauen haben ein vererbtes Risiko. Zu den Risikogenen für Brust- und Eierstockkrebs zählen mutierte BCRA1 und BCRA2. BCRA1 sind Tumorsuppressorgene, also Gene, welche in der Funktion zur Unterdrückung von Tumoren beitragen. Dabei kodieren diese Gene Proteine, welche in Zellen beschädigte DNA-Teile reparieren. Falls diese mutieren, erhöht dies das Risiko für maligne Tumore. Folglich funktioniert die DNA-Reparatur nicht mehr effizient und DNA-Schäden können weiter repliziert werden. Das als BRCA2 bekannte Polypeptid ist ebenso für die DNA-Reparatur zuständig. Vor kurzem wurde auch das Gen RAD51C als Hochrisikogen eingestuft.

Weitere risikoerhöhende Faktoren:

  • Hormone
  • der Zeitpunkt der ersten Menstruation
  • das Alter, in dem die Menopause eingesetzt hat
  • das Alter bei der ersten Schwangerschaft
  • ob eine Frau gestillt hat
  • Übergewicht

Zusätzlich können auch Umwelteinflüsse und der Lebensstil das Risiko beeinflussen.

So wie auch bei vielen anderen Krebsarten steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter. Das Mammakarzinom kann zwar auch junge Frauen betreffen, jedoch sind rund zwei Drittel der Erkrankten Frauen über 50 Jahre.

Auch Männer können von Brustkrebs betroffen sein. In Deutschland kommt es jährlich zu rund 400 Neuerkrankungen. Bei Frauen liegt das durchschnittliche Alter, in dem sie die Diagnose erhalten bei etwa 63 Jahren, bei Männern erfolgt die Erkrankung rund 10 Jahre später. Die Diagnose wird in den meisten Fällen erst spät gestellt, wodurch die Chancen auf Heilung sinken.

Ursachen

Der ausschlaggebende Auslöser für Brustkrebs ist bislang noch weitgehend unbekannt. Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass einige Faktoren das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Risikofaktoren:

  • Alter: Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken nimmt mit steigendem Alter zu
  • Erbliche Belastung: Frauen, bei denen eine erbliche Vorbelastung besteht, erkranken häufiger an Brustkrebs. Ist die Verwandtschaft 1. Grades betroffen (d.h. Mutter, Schwester), so erhöht sich das Risiko um das Zwei- bis Dreifache.
  • Bustkrebsgene: Innerhalb der letzten Jahre konnten einige Gene als Brustkrebsgene identifiziert werden. Laut Experten haben rund fünf Prozent der Patientinnen eine Veränderung (d.h. Mutation) in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2. Unlängst kam es zu der Entdeckung eines dritten Risikogens für Brust- und Eierstockkrebs. Dieses wird als RAD51C bezeichnet. Weiteres spielen BARD1 und das ATM-Gen eine bedeutende Rolle, denn beide liegen im Gen AKAP9 vor und scheinen das Brustkrebsrisiko steigern zu können.
  • Menstruation/ Wechseljahre: Eine früh eintretende Menstruation, sowie spät einsetzende Wechseljahre sind ein Risikofaktor für eine Brustkrebserkrankung.
  • Geburten: Frauen, deren Geburten nach dem 30. Lebensjahr erfolgt sind, erkranken Statistiken zufolge häufiger an Brustkrebs. Kinderlose Frauen haben ebenfalls ein höheres Risiko. Im Umkehrschluss ist das Risiko für Frauen, die jung geboren haben niedriger.
  • Stillzeit: Je länger eine Frau gestillt hat, desto geringer ist das Erkrankungsrisiko. Frauen, die mehr als 24 Monate gestillt haben, haben vergleichen mit Frauen, die nur ein bis sechs Monate gestillt haben, ein vermindertes relatives Brustkrebsrisiko.
  • Hormonersatztherapie: Hormonersatztherapie (HRT), welche während der Wechseljahre verabreicht wird, um starke Beschwerden zu vermeiden, führt nach neuesten Erkenntnissen zu einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Deshalb sollte sie Forschern zufolge, soweit wie möglich, kurz und niedrig dosiert werden.
  • Früherer Brustkrebs: Ist eine Brust bereits von Krebs befallen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich dieser ebenfalls in der anderen Brust entwickelt.
  • Mastopathie: Als Mastopathie bezeichnet man Knötchen- und Zystenbildungen an den Brüsten mit Entstehung von atypischen Zellen. Diese Symptomatik erhöht ebenfalls das Brustkrebsrisiko.
  • Lebensstil: In der Entstehung von Brustkrebs wird dem Lebensstil eine nicht unbeträchtliche Rolle beigemessen. Übergewicht steigert das Risiko, sowie übermäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel.

Symptome

Im Anfangsstadium ruft Brustkrebs keinerlei Beschwerden hervor. Auch im späteren Stadium muss es nicht zwingend zu Beschwerden kommen. Dennoch deuten einige Anzeichen auf einen Tumor hin. Aus diesem Grund ist es dringend anzuraten folgende Symptome von einem Arzt abklären zu lassen:

  • Knoten und Verhärtungen in der Brust, die erst kürzlich entstanden sind
  • Größen- und Formveränderung einer Brust
  • Beim Anheben der Arme zeigt sich eine differenzierte Bewegung der Brüste
  • Die Haut zieht sich über der Brustwarze oder einer anderen Stelle ein
  • Farb- oder Empfindlichkeitsveränderungen, die die Brusthaut, den Warzenvorhof oder die Brustwarze betrifft
  • Wasserklare oder blutige Absonderung aus einer Brustwarze
  • Knoten oder vergrößerte Lymphknoten, die sich in der Achselhöhle befinden
  • Hautrötungen, die erst kürzlich entstanden sind und nicht abklingen, sowie Hautschuppungen
  • Brennender Schmerz oder Ziehen, das nur einseitig auftritt

Nicht jeder Knoten in der Brust ist jedoch gleich ein bösartiger Tumor. Oft stecken hinter den Veränderungen auch andere Erklärungen wie etwa geschwollene Lymphdrüsen in der Achselhöhle aufgrund einer Infektion. Manchmal kann eine Zyste oder verdichtetes Bindegewebe der Grund für einen druckempfindlichen Knoten sein.

Dennoch sollte auch bei diesen Ursachen ein Arzt aufgesucht werden. Sollte es sich tatsächlich um Brustkrebs handeln, kann eine frühe Diagnose die Heilungschancen verbessern.

Diagnose

Der Grund für eine Verhärtung oder einen Knoten ist nicht immer Brustkrebs. Oft bestehen Knoten in der Brust lediglich aus Fett- oder Bindegewebe. In vielen Fällen kommt es auch unter Hormoneinfluss, beispielsweise im Zuge der Menstruation, zu Verhärtungen in der Brust, die nach der Menstruation wieder verschwinden.

Um eine Veränderung frühzeitig zu bemerken, sollte jede Frau ihre Brust regelmäßig selbst abtasten.

Fallen Symptome auf, sollten diese immer sogleich abgeklärt werden. Sichere Anzeichen, die auf einen Tumor hindeuten sind beispielsweise Absonderungen aus der Brustwarze oder Einziehungen der Haut. Diese Symptome müssen von einem Arzt mithilfe folgender Untersuchungen abgeklärt werden:

  • Tastuntersuchung: Der Arzt führt zuerst eine genaue Tastuntersuchung beider Brüste, sowie Lymphknotenstationen der Achselhöhle durch.
  • Mammografie: Stuft der Arzt die Veränderungen der Brust ebenfalls als unklar ein, wird eine Mammografie (Röntgen der Brust) durchgeführt. Mithilfe dieser Untersuchung können etwa feine Verkalkungen im Gewebe (Mikrokalk) erkannt werden, die auf Umbauvorgänge im Gewebe hinweisen können. Durch die Mammografie können auch Knoten (Verdichtungen), Hautverdickungen, Asymmetrie und Architekturstörungen der Brust erkannt werden.
  • Ultraschall: Ergänzend zu den anderen Methoden kann noch ein Ultraschall durchgeführt werden. Durch die Sonografie erkennt man hauptsächlich den Unterschied zwischen Knoten und Zysten. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für Frauen, deren Brustdrüsengewebe nicht sehr dicht ist.
  • Kernspintomografie: In manchen Fällen, eignet sich auch eine Kernspintomografie der Brüste (Magnetresonanztomografie, Mamma-MRT), da diese Methode sehr genau ist und somit auch Veränderungen aufgezeigt werden, die mit anderen Verfahren nicht erkannt werden können. Das Mamma-MRT zählt nicht zu den gängigen Standardverfahren der Brustkrebsdiagnostik, da es auch kostspielig ist. Dennoch lassen sich Lobuläre Karzinome (d.h. Drüsenläppchen der Brustdrüse) mit dieser Methode besser detektieren.
  • Gewebeprobe: Gewissheit, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig ist, bringt erst die Gewebeprobe. Als Standardmethode zur Gewebeentnahme gilt die Stanzbiopsie. Dieses Verfahren erfolgt unter örtlicher Betäubung und ruft kaum Schmerzen hervor. Die Gewebeproben müssen daraufhin von einem Pathologen untersucht werden. Werden Brustkrebszellen gefunden, kann man von einer eindeutigen Diagnose auf Brustkrebs ausgehen (pathologischer Befund).

Therapie

Zur Behandlung von Brustkrebs stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. In den meisten Fällen wird am Anfang eine Operation durchgeführt, danach kommt es zu einer Chemotherapie, Strahlentherapie und gegebenenfalls einer Anti-Hormontherapie.

Es besteht auch die Möglichkeit einer Kombination verschiedener Therapien. Die Wahl der Behandlung hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab.

Ausschlaggebend sind vor allem die Art des Tumors, seine Größe, sowie die Ausbreitung und feingewebliche und biologische Eigenschaften. Diese Merkmale gehen aus dem pathologischen Befund hervor. Bei der Wahl der Therapie wird auch die jeweilige Situation des Patienten berücksichtigt, wie etwa das Alter.

Operation:

Bei der operativen Entfernung der Brust wird immer so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig weggenommen. Bei rund zwei Drittel aller Brustkrebspatientinnen kann mittlerweile eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren wird nur der Krebs, sowie etwas gesundes Gewebe herausgeschnitten. Früher wurden als vorbeugende Maßnahme noch möglichst viele Lymphknoten im Achselbereich herausgenommen, da nicht auszuschließen ist, dass sich Krebszellen bereits im Lymphsystem ausgebreitet haben. Mittlerweile gibt es ein neues Verfahren (Sentinel- Lymphknoten- Biopsie), das möglich macht, zu erkennen, ob Lymphknoten bereits befallen sind und somit entfernt werden müssen. Ist dies nicht der Fall, wird lediglich der Wächter- Lymphknoten (Sentinel- Lymphknoten) entnommen.

Ist der Tumor zu groß, und lässt er sich trotz Strahlen- und Chemotherapie im Vorfeld (neoadjuvante Therapie) nicht verkleinern, muss die ganze Brust, einschließlich der Achsel- Lymphknoten, abgenommen werden. Dieses Verfahren wird Mastektomie genannt. Dies ist auch notwendig, wenn sich an mehreren Stellen in der Brust Tumorherde befinden, oder wenn ein entzündlicher Krebs vorliegt. In manchen Fällen wird eine Mastektomie auch von den Patientinnen selbst gewünscht, da sie sich so sicherer fühlen.

Die fehlende Brust kann durch eine Prothese kaschiert werden. Alternativ steht auch noch die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion (Brustaufbau) zur Wahl.

Bestrahlung:

Bei fast jeder Frau, bei der eine brusterhaltende Operation durchgeführt wurde, empfiehlt sich eine Strahlentherapie im Anschluss. Mithilfe dieser Methode wird die Wahrscheinlichkeit für erneutes Auftreten von Krebszellen signifikant gesenkt. Eine Bestrahlung kann auch nach einer Mastektomie sinnvoll sein. Diese Form der Therapie wird außerdem vor oder statt einer Operation durchgeführt, sowie zur Behandlung von Knochenmetastasen.

Chemotherapie:

Es gibt zahlreiche Medikamente, die alle darauf abzielen die Krebszellen zu töten. Durch die Kombination verschiedener Zytostatika (Chemotherapeutika) wird versucht dies zu erreichen.

Eine Chemotherapie erfolgt in mehreren Zyklen. Somit werden sie nicht über mehrere Wochen oder Monate gegeben, sondern mit Pausen dazwischen. Diese Pausen sind dazu gedacht, dass sich die gesunden Zellen, die ebenfalls durch die Zytostatika in Mitleidenschaft gezogen werden, regenerieren können.

Anti- Hormontherapie:

Bei einigen Brustkrebsformen wird das Wachstum durch Hormone gefördert. In diesem Fall kann eine Anti-Hormontherapie hilfreich sein. Ob es sich um einen hormonabhängigen Tumor handelt oder nicht geht aus der pathologischen Untersuchung des Biopsiematerials oder des entfernten Brustgewebes hervor. Ein Anti-Hormon Präparat ist beispielsweise Tamoxifen, eventuell kombiniert mit GnRH- Analoga, Aromatase-Hemmern oder gegebenenfalls mit Gestagenen.

Gezielte Therapie:

Bei dieser neuen Form der Therapie (engl. targeted therapy) kommen nur Wirkstoffe zum Einsatz, die gezielt die Krebszellen schädigen, und im Gegensatz zur Chemotherapie nur geringe oder keine Nebenwirkungen auf die gesunden Körperzellen haben.

•    Trastuzumab: führt zu einer Blockade der Botenstoffe, die für das Wachstum der Brustkrebszellen zuständig sind.

•    Lapatinib: blockiert die Weiterleitung von Wachstumssignalen in der Zelle

•    Bevacizumab: führt zu einer Behinderung der Blutversorgung des Tumors

Therapie mit Bisphosphonaten:

Laut neuesten Untersuchungen führen sogenannte Bisphosphonate zu einer Senkung des Rückfallrisikos von Brustkrebs. Normalerweise werden diese Wirkstoffe zur Unterstützung der Knochen bei Osteoporose angewendet. Frauen, die unter einem hohen Rezidivrisiko für Brustkrebs leiden, können diese Therapie begleitend anwenden. 

Prognose

Die Heilungschancen von Brustkrebs sind stark davon abhängig, in welchem Stadium der Krebs erkannt wird. Wichtig ist hauptsächlich, ob sich die Krebszellen schon auf die Lymphknoten der Achselhöhle, sowie über die Blutbahn ausgebreitet haben. Auch bei Brustkrebs gilt wieder: Je früher die Krankheit diagnostiziert wird, desto besser gestalten sich die Chancen auf Heilung.

Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt 83 bis 87 Prozent. Das heißt, dass 83 bis 87 Prozent der Patientinnen nach fünf Jahren noch am Leben sind. Bei Frauen, deren Krebs sehr früh entdeckt wurde, liegt die Fünf-Jahres- Überlebensrate sogar bei 90 Prozent.

Bei etwa 50 Prozent aller Brustkrebsfälle, sind zum Zeitpunkt der Diagnose Krebszellen in den Lymphdrüsen nachweisbar. Die Heilungschancen sind umso schlechter, je mehr Lymphknoten befallen sind. Positive Auswirkungen auf die Prognose haben meistens Chemo- und/oder Anti-Hormontherapie, die nach der Operation erfolgen.

Weitere Faktoren, die die Prognose beeinflussen sind die Tumorart, der Hormonrezeptorstatus, die Größe und Aggressivität der Krebszellen und das Alter, sowie der Zustand der Patientin. Aus diesem Grund kann bei Brustkrebs niemals eine Standardtherapie erfolgen, sondern muss immer individuell abgestimmt werden.

Wenn ein Tumor am selben Ort erneut auftritt spricht man von einem Rezidiv. Dies tritt bei rund fünf bis zehn Prozent der Patientinnen innerhalb der ersten zehn Jahre nach einer erfolgreichen Behandlung auf. In etwa 50 bis 70 % aller Fälle ist dieses räumlich begrenzte Rezidiv operabel, bei den restlichen Patientinnen ist dies nur bedingt möglich.

Die Aggressivität eines Krebses erkennt man daran, wie schnell er nach einer abgeschlossenen Therapie wieder zurückkehrt. Kommt es zu einem Rezidiv innerhalb der ersten zwei Jahre, kann der Krebs nur schwer behandelt werden und zeigt eine hohe Rate an Metastasen (Tochtergeschwulste des Haupttumors in anderen Bereichen des Körpers). Sie sind meistens nicht operabel. Man kann sie lediglich in ihrem Wachstum einschränken.

Hat der Krebs bereits eine Brust befallen, fürchten viele Patientinnen, dass auch die zweite Brust befallen wird. Aus Angst vor einem sogenannten kontralateralen Tumor lassen sie sich deshalb vorsorglich die zweite Brust entfernen. Laut neuesten Studien, war jedoch bei lediglich 5 Prozent dieser Frauen tatsächlich Krebsgewebe in der zweiten Brust zu finden. Weitere 15 Prozent hatten veränderte Zellen mit einem möglichen Krebsrisiko.

Mehrere Faktoren können die Wahrscheinlichkeit für kontralateralen Krebs erhöhen. Dazu zählen mehrere Tumore in der ersten Brust, ein invasives lobuläres, sowie ein besonders aggressives Karzinom. Der Hormonrezeptorstatus hingegen spielt keine Rolle im Erkrankungsrisiko für die zweite Brust.

Beim Mann gestaltet sich die Prognose von Brustkrebs analog dem der Frau. Jedoch erkennt man bei den fünf und zehn Jahres Überlebensraten eine geringere Überlebenschance. Dies hängt damit zusammen, dass Männer meistens in einem höheren Alter erkranken und der Krebs weit fortgeschritten ist, bis er erkannt wird.

Weiters spielt die erbliche Vorbelastung bei Männern eine untergeordnete Rolle. Es ist egal, ob Brustkrebs in der Familie gehäuft auftritt.

Gleich ist bei beiden Geschlechtern jedoch, dass die Heilungschancen vom Lymphknotenbefall in den Achselhöhen abhängen. Sind diese noch nicht befallen, stehen die Chancen auf Heilung besser.

Vorbeugen

Bei vielen Faktoren besteht die Vermutung, dass sie Brustkrebs beeinflussen. Einige kann man selbst verändern, wie etwa Ernährungsweise, Gewicht und Bewegung. Andere wiederum sind unveränderbar, wie etwa die genetische Veranlagung, oder das Lebensalter. Laut einer aktuellen Untersuchung von Wissenschaftlern am Deutschen Krebsforschungszentrum zeigte sich, dass rund 30 Prozent aller Brustkrebsfälle durch Bewegung und den Verzicht auf Hormonersatztherapie vermeidbar sind. Über 19 Prozent der Brustkrebsfälle sind allein auf Hormonersatztherapie zurückzuführen und bei etwa 13 Prozent liegt der Grund in der mangelnden Bewegung.

Übergewicht:

Eine große Rolle in der Entstehung von Brustkrebs spielt unter anderem das Körpergewicht und hier vor allem die Menge an Fett im Körper. Mit steigendem Body-Mass-Index (BMI), steigt auch das Erkrankungsrisiko. Dies ging aus verschiedenen Studien hervor.

Der Grund hierfür ist, dass Fett kein passiver Energiespeicher ist, sondern eine Reihe von Hormonen produziert, nicht zuletzt Östrogene. Diese wiederum spielen eine Rolle in der Zellteilung der Brustdrüse. Da aber jede Zellteilung das Risiko eines Fehlers im Code birgt, kann die Zelle im schlimmsten Fall entarten.

Weiters haben Übergewichtige in vielen Fällen auch einen erhöhten Insulinspiegel, was ebenfalls das Krebsrisiko erhöht, da Insulin nicht nur für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig ist, sondern auch zu den Wachstumshormonen zählt. Die Krebsvorläuferzellen sind mit Rezeptoren versehen, die beim Kontakt mit Insulin die Tumorproliferation (d.h. Wucherung von Zellen) fördern. US- Forscher konnten dies in einer Studie nachweisen. Teilnehmerinnen mit einem hohen Insulinspiegel hatten demnach ein doppelt so hohes Brustkrebsrisiko wie Frauen mit einem niedrigen Insulinspiegel.

Ist der Tumor bereits vorhanden, spielt das Gewicht ebenfalls eine wichtige Rolle. Laut Forschungsergebnissen sind die Überlebenschancen von einer schlanken Patientin weitaus höher als von einer übergewichtigen Patientin.

Bewegung:

Körperlich aktive Frauen haben ein geringeres Brustkrebsrisiko. Laut einer Studie mit 10.000 Teilnehmerinnen konnte nachgewiesen werden, dass das Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren unter körperlich aktiven Teilnehmerinnen um etwa ein Drittel gesenkt werden konnte. Dabei muss es sich nicht einmal um ein intensives Sportprogramm handeln. Es genügt, wenn Frauen rund zwei Stunden pro Tag zu Fuß unterwegs waren oder eine Stunde Rad fahren. Der Grund hierfür liegt in den niedrigeren Östrogenwerten, die durch körperliche Aktivität erreicht werden.

Alkohol:

Auch Alkohol übt einen großen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko aus, da Alkohol den Östrogenspiegel steigert. Frauen, die mehr als 35g Alkohol (ca. 0,3 Liter Wein) pro Tag trinken, haben ein 1,32-faches Risiko an Brustkrebs zu erkranken als Frauen, welche kaum oder moderat trinken (6g /Tag). Liegt eine noch größere Konsumation vor (ab 45g oder 0,5 Liter Wein) erhöht sich das Risiko auf das 1,46-fache.

Ernährung:

Laut Ernährungswissenschaftlern wirkt sich eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, positiv auf die Krebsentstehung aus. Als Grund wird der hohe Gehalt an Antioxidantien angenommen. Untersuchungen des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung haben nun ergeben, dass Frauen, die viel Butter, Margarine, Fleisch und Fisch konsumieren, aber wenig Brot und Fruchtsäfte ein höheres Risiko haben. Vergleicht man diese Personengruppe mit Frauen, die kontroverse Essgewohnheiten haben, verdoppelt sich das Brustkrebsrisiko.

Schwangerschaft und Stillen:

Es ist ein positiver Effekt hinsichtlich des Brustkrebsrisikos bei Frauen zu beobachten, die Kinder kriegen. Hierbei spielt auch das Alter, mit dem das erste Kind geboren wurde, die Stillzeit und die Anzahl der Kinder eine Rolle. Je jünger die Frau bei der Geburt des ersten Kindes war, je mehr Kinder sie bekommen hat und je länger sie gestillt hat, desto niedriger ist das Brustkrebsrisiko.

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