Chlamydien

Chlamydien
Internationale Klassifikation (ICD) A74.9

Grundlagen

Die Chlamydien-Infektion ist die häufigste durch sexuellen Kontakt übertragene Krankheit.

Chlamydien sind Bakterien, die als Erreger (vor allem Chlamydiae trachomates) für verschiedene Erkrankungen verantwortlich sind:

• In den Industriestaaten als Hauptursache für Harnröhrenentzündungen und deren Komplikationen z.B. Eileiterentzündung etc.

• für das Trachom. Eine entzündliche Augenerkrankung in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen, die zum Erblinden führen kann. Das Trachom gilt als häufigste Ursache für Erblindung in den Entwicklungsländern.

• Lymphogranuloma venereum, eine Geschlechtskrankheit.

Infektionen durch Chlamydien sind mit Antibiotika gut behandelbar. Sie müssen, vor allem auch bei jüngeren Frauen, ernst genommen und sofort therapiert werden, da Komplikationen (massive Unterleibsentzündungen) schwerwiegende Folgen haben können. Unbehandelt können Chlamydien-Infektionen zu Unfruchtbarkeit führen.

Ursachen

Übertragungswege

• Chlamydien sind sexuell übertragbare Erreger

• Kinder können während der Geburt von ihrer infizierten Mutter angesteckt werden. Augenentzündungen und in seltenen Fällen Lungenentzündungen können die Folge sein. Inkubationszeit beträgt 7 bis 21 Tage.

Symptome

• Beim Mann ist das häufigste Symptom eine Harnröhren-Entzündung: erhöhter Harndrang (Polyurie), Jucken und Brennen beim Urinieren; in der Folge kann es zu ziehenden Schmerzen in der Harnröhre kommen und eitrigem, schleimigem Ausfluss.

• Bei Frauen kann grünlich-gelber Ausfluss auftreten und Brennen beim Wasserlassen (Dysurie). In der Folge kann es zu Entzündungen der Harnröhre, der Gebärmutterschleimhaut und der Eileiter kommen.

• Verwachsungen im Bauch, als Folge einer Infektion können zu ziehenden Schmerzen bei verstärkter Darmtätigkeit führen.

• Chlamydien-Infektionen des Enddarms führen zu Schmerzen, eventuell auch zu Durchfall und schleimig-eitrigem Ausfluss.

• In der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Wehen und Frühgeburten. Nach der Entbindung treten durch eine Infektion häufiger Gebärmutterentzündungen auf.

Oft geht eine Infektion bei Mann und Frau aber auch nur mit geringfügigen oder gar keinen Beschwerden einher!

Besonders gefährdet sind Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren.

Diagnose

Harnröhrenabstrich, bei Frauen auch Gebärmutterhalsabstrich.

Therapie

Es müssen unbedingt beide/ alle Partner behandelt werden! Die Antibiotika der Wahl sind Tetrazykline, die normalerweise zwei Wochen lang verabreicht werden. Bei Schwangeren müssen Antibiotika aus anderen Gruppen zum Einsatz kommen, z.B. Erythromycin.

Prognose

Eine Chlamydien-Infektion ist in einem frühen Stadium mit Antibiotika gut behandelbar und kann vollkommen ausgeheilt werden.

Unbehandelt kann sich die Infektion allerdings ausbreiten und

• bei Frauen zu Unterleibsentzündungen mit resultierenden Verwachsungen und damit zu Unfruchtbarkeit führen,

• bei Männern zu Entzündungen der Nebenhoden führen

• sowie als sehr seltene Komplikation zur sogenannten Reiter-Krankheit. Die Symptome reichen von Gelenksschwellungen (vor allem Fuß- und Kniegelenke), Ausschlägen auf Haut und Schleimhäuten bis zu Entzündungen der Augen und Harnwege. Diese Erkrankung betrifft vor allem junge Männer und die Veranlagung ist wahrscheinlich genetisch bedingt. Sie kann auch durch Darm-Infektionen ausgelöst werden, die ebenfalls diese überschießende Immunantwort hervorrufen.

Vorbeugen

Kondome stellen den einzigen wesentlichen Schutz dar

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