Chonische lymphatische Leukämie (CLL)

Chonische lymphatische Leukämie (CLL)
Internationale Klassifikation (ICD) C91.-

Grundlagen

Beschreibung

Bei der CLL sind die Lymphozyten (Unterart der wei√üen Blutk√∂rperchen) au√üer Kontrolle. Ihr Aufgabenbereich beim Gesunden ist die Immunabwehr. Die Akute lymphatische Leuk√§mie (ALL) geht zwar ebenfalls von den Lymphozyten aus, jedoch erfolgt die Entartung in einem fr√ľheren Entwicklungsstadium der Zellen.

Die chronische lymphatische Leukämie ist die häufigste Form aller Leukämien. Jährlich erkranken von 100.000 Personen 3 daran. Die Betroffenen sind im Durchschnitt 65 Jahre alt.

CLL wird heutzutage oft zu den Lymphomen (Non-Hodgkin-Lymphom, bösartige Veränderung des Lymphsystems) gezählt, weil auch die Lymphknoten angegriffen werden.

Ursachen

Das Immunsystem entfernt t√§glich unz√§hlige entartete Zellen aus dem K√∂rper. F√ľr CLL gen√ľgt ein einziger ver√§nderter Lymphozyt, der nicht als entartet erkannt wird, um Leuk√§mie auszul√∂sen. Wieso er nicht vom Immunsystem erkannt und vernichtet wird, ist bislang ungekl√§rt.

Einige Risikofaktoren sind:

  • Chemikalien (z.b. Benzol)
  • ionisierende Strahlung (z.b. Radioaktivit√§t)
  • Infektionen

Außerdem tritt die chronische lymphatische Leukämie bei verschiedenen Gruppierungen unterschiedlich oft auf.

Häufigkeit bei bestimmten Personengruppen:

  • √§ltere Personen, vor allem M√§nner
  • Verwandte 1. Grades (Kinder, Geschwister) von CLL-Erkrankten
  • Asiaten erkranken signifikant seltener

Symptome

Die Diagnose ist häufig Zufall, da sich Beschwerden erst mit Fortschreiten der Krankheit entwickeln und bemerkt werden.

Häufige Beschwerden zu Beginn:

  • schmerzlose Vergr√∂√üerung der Lymphknoten
  • M√ľdigkeit
  • Leistungsabfall
  • Abgeschlagenheit

Beschwerden bei fortgeschrittener Erkrankung:

  • Fieber
  • Nachtschwei√ü
  • Gewichtsverlust
  • vergr√∂√üerte Leber und Milz
  • An√§mie (Blutarmut), dadurch Bl√§sse, Schwindel, Herzrasen, Atemnot
  • Infektanf√§lligkeit wegen Mangel an wei√üen Blutk√∂rperchen
  • Blutungsneigung durch Blutpl√§ttchenmangel
  • Hautver√§nderungen
  • Herpesinfekte

Diagnose

Die Diagnose chronische lymphatische Leukämie ist oft Zufall, z.b. bei einer Routineuntersuchung durch den Hausarzt. Auffällig sind die erhöhten Werte weißer Blutkörperchen im Blutbild.

Nach dem Laborbefund folgt meistens eine körperliche Untersuchung. Erkrankte Lymphknoten werden bei Ultraschall, Röntgen oder CT (Computertomographie) sichtbar.

Eine Diagnose ist aber erst gesichert, nachdem mit Hilfe einer Biopsie von verdächtigen Lymphknoten oder Knochenmarkspunktion bösartige Zellen nachgewiesen werden.

In Ausnahmefällen wird es notwendig, ganze Lymphknoten zu entfernen und das Gewebe genauestens zu untersuchen, um CLL von anderen Tumorerkrankungen unterscheiden zu können.

Therapie

Wie die Behandlung aussieht, ist vom Stadium der Krankheit abh√§ngig. Bis zu 20 Jahre lang kann der Erkrankungsverlauf gutartig sein. Das bedeutet, es treten abgesehen von M√ľdigkeit, Appetitlosigkeit und vergr√∂√üerter Lymphknoten keine Beschwerden auf.

Die eigentliche Therapie beginnt, wenn die Lymphozyten erh√∂ht bzw. Blutpl√§ttchen und rote Blutk√∂rperchen sinken. Auch andere Komplikationen k√∂nnen ausschlaggebend sein. Die Erfolgsrate wird nicht vom (fr√ľhzeitigen) Behandlungsbeginn beeinflusst.

Bei sich rasch entwickelnder CLL oder bestimmten Risikofaktoren, die den Verlauf negativ beeinflussen w√ľrden, kann die Behandlung schon sehr schnell notwendig sein.

Chemotherapie

Sie ist den h√∂chsten Stellenwert bei der Behandlung von CLL und kann mit Tabletten und/oder Infusionen erfolgen. Der Behandlungserfolg ist zun√§chst meist sehr gut, Beschwerden k√∂nnen f√ľr Jahre in Schach gehalten werden. Selten muss eine zus√§tzliche Bestrahlung erfolgen.

Ein modernerer Therapieansatz sind monoklonale Antikörper (z.b. Alemtuzumab, Rituximab). Sie binden sich an Proteine, die vielfach auf der Oberfläche von Leukozyten zu finden sind und zerstören diese.

Die symptomatische Behandlung dient als Ergänzung zur Chemotherapie. Transfusionen helfen gegen Blutarmut, Antibiotika gegen Infektionen. Immundefizite werden mit Antikörpern ausgeglichen, sonstige Störungen des Abwehrsystems mit Kortison. Wenn einzelne Lymphknoten Beschwerden aufgrund der Schwellung verursachen, kann eine örtliche Bestrahlung Abhilfe schaffen.

Transplantation von Knochenmark und Stammzellen

Junge Patienten (<60 J) k√∂nnen eine Stammzell- (SZT) oder Knochenmarkstransplantation (KMT) erhalten. Stammzellen sind eine Art Bauplan f√ľr Blutzellen, die im Knochenmark bis zur Weiterentwicklung abgespeichert sind.

Eine hohe Erfolgsrate hat sich bislang bei der autologen SZT gezeigt. Hierbei werden dem Erkrankten direkt nach einer hochdosierten Chemotherapie spezielle Stammzellen √ľbertragen, welche davor bereits gewonnen und gereinigt wurden.

Prognose

Der Beginn starker Beschwerden kann sich bis zu 20 J hinauszögern. Mit Fortschritt der Erkrankung, nimmt auch die Zahl der Beschwerden zu, da das Organsystem verändert wird.

Die Prognose beim Einzelnen hängt vom Stadium ab (Lymphozytenzahl im Blut und Knochenmark, Größe von Milz und Leber, Bestehen einer Blutarmut).

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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