Hepatitis (Leberentzündung)

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Internationale Klassifikation (ICD) K75.9

Grundlagen

Unter Hepatitis versteht man alle Arten von Leberentzündungen, unabhängig welche Ursache zugrunde liegt. Auslöser für diese Entzündung können Viren, Autoimmunerkrankungen oder Gifte wie etwa Alkohol oder Medikamente sein. Am weitesten verbreitet ist die durch Viren ausgelöste Hepatitis.

Man kann den Verlauf der Hepatitis in akut und chronisch unterteilen. Sie unterscheiden sich dadurch, dass die akute Leberentzündung innerhalb eines Jahres ausheilt, während die chronische Entzündung über diesen Zeitraum hinweg bestehen bleibt.

Ursachen

Akute Hepatitis:

Die Ursachen für eine akute Hepatitis können verschiedener Natur sein.

Infektionen, die durch Hepatitis-Viren verursacht werden, führen zu folgenden unterschiedlichen Formen:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Hepatitis C (früher Non-A- bzw. Non-B-Hepatitis)
  • Hepatitis D
  • Hepatitis E
  • Hepatitis G

Andere Erreger können auch eine Leberentzündung hervorrufen. Mediziner bezeichnen solch eine Art der Hepatitis als Begleithepatitis. Zu den häufigsten Erregern zählt man:

  • Viren: Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus), Cytomegalie-Virus (CMV-Virus), Coxsackie-Virus
  • Bakterien: Leptospirose, Brucellose, Salmonellen
  • Parasiten: Amöbenruhr (Darmparasiten), Malaria (Blutparasiten)

Auch Vergiftungen können zu einer Hepatitis führen:

  • Gifte, wie etwa Alkohol, oder das Pflanzengift von Pilzen (Knollenblätterpilz)
  • Arzneimittel, beispielsweise eine Überdosierung von Paracetamol oder einige Narkosegase (Halothan)

Chronische Hepatitis:

Zu einer chronischen Hepatitis kann es infolge dieser Krankheiten kommen:

  • Hepatitis-Viren: Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D
  • Arzneimittel, beispielsweise einige Medikamente gehen Tuberkulose
  • Gifte, z.B.: Alkohol

Man unterscheidet auch noch die autoimmune Hepatitis, bei der das körpereigene Immunsystem gegen die Leberzellen vorgeht. Von dieser Form der Hepatitis sind Frauen öfter betroffen als Männer, wobei man annimmt, dass eine erbliche Veranlagung mit ausschlaggebend ist. In manchen Fällen kann diese Autoimmunerkrankung auch als akute Hepatitis auftreten.

Angeborene Stoffwechselerkrankungen:

  • Wilson-Krankheit: Bei dieser Erkrankung ist der Kupfer-Stoffwechsel beeinträchtigt
  • Hämochromatose: Hierbei ist der Eisenstoffwechsel im Körper in Mitleidenschaft gezogen

Bei einigen Patienten ist die Ursache der chronischen Leberentzündung nicht mehr zu ermitteln.

Symptome

Akute Hepatitis:

Die Beschwerden bei einer akuten Hepatitis äußern sich unterschiedlich. Manchmal kann es auch vorkommen, dass trotz nachgewiesener Infektion keine Krankheitssymptome auftreten. Bei Kindern ist meistens ein milderer Krankheitsverlauf der Hepatitis zu verzeichnen.

Frühphase:

Charakteristisch für die Frühphase sind Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Geschmacksveränderungen, Abneigung gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln, sowie Schmerzen unterhalb des rechten Rippenbogens. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich die Leber leicht vergrößert. Außerdem können Muskel-, Gelenks- und Kopfschmerzen, sowie Hautauschlag auftreten.

Gelbsucht-Phase:

Am Beginn dieses Krankheitsstadiums steht zunächst die Gelbfärbung der Skleren (Weiß des Auges), im späteren Verlauf färben sich auch die Haut und die Schleimhäute gelb. Der Urin nimmt eine auffällig dunkle Färbung an, der Stuhl entfärbt sich hingegen zunehmend. Hinzu kommt noch ein verstärkter Juckreiz während der Gelbsucht. Die anderen Beschwerden nehmen zeitgleich ab.

Erholungsphase (Rekonvaleszenzphase):

Während der Erholungsphase der Hepatitis leidet der Patient unter Müdigkeit und Erschöpfung. Dies kann mehrere Wochen bis Monate andauern.

Chronische Hepatitis:

Die Beschwerden der chronischen Hepatitis haben Ähnlichkeit zu denen der akuten Hepatitis. Mitunter können Patienten auch hier keinerlei Beschwerden zeigen. Symptome können unter anderem sein:

  • Müdigkeit, erhöhter Schlafbedarf, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Leichtes Drücken unterhalb des rechten Rippenbogens, aufgrund der vergrößerten Leber
  • Als spätes Symptom kann Gelbsucht auftreten. Tritt dieses Merkmal auf, ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten.

Diagnose

Hepatitis kann anhand der Krankengeschichte (Anamnese), sowie einer körperlichen Untersuchung erkannt werden.

Zur Ursachenfindung der Hepatitis tragen verschiedene Blut-Untersuchungen bei. Zu diesen zählen die Bestimmung der Leberwerte (hauptsächlich sogenannten Transaminasen), sowie die Suche nach Antikörpern gegen Hepatitis-Viren. Aus diesen Untersuchungen lässt sich auch das Stadium der Lebernetzündung ermitteln.

In manchen Fällen ist es auch nötig, dass eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie), eine Gewebeprobe (Biopsie) der Leber oder eine Stuhl-Untersuchung gemacht werden.

Therapie

Die Therapie der Hepatitis richtet sich nach der Ursache. Gelten Medikamente oder Alkohol als Auslöser, sollten diese Stoffe gestrichen und in Zukunft vermieden werden.

Resultiert die Hepatitis aus einer anderen Erkrankung (Begleithepatitis), muss zunächst die Grunderkrankungen behandelt werden. Dadurch heilt die Hepatitis meistens von selbst wieder ab. Wird die Leberentzündung durch Viren hervorgerufen, steht zunächst Bettruhe und Alkoholverbot im Vordergrund.

Leidet der Betroffene unter einer chronischen Hepatitis B werden antivirale Substanzen wie Lamivudin und Adefovir verabreicht.

Bei einer chronischen Hepatitis C wird pegyliertes Interferon- alpha (PEG-IFN) in Kombination mit Ribavirin gegeben.

Eine autoimmune Hepatitis wird durch Medikamente behandelt, die die Aktivität des Immunsystems herabsetzten. Zu diesen gehören zum Beispiel Cortison und Azathioprin.

Was man selbst tun kann:

  • Bei ersten Symptomen bzw. der Diagnose auf Hepatitis sollte unbedingt auf Alkohol verzichtet werden
  • Ausgewogene Ernährung ist in diesem Zustand wichtig
  • Es sollten Informationen darüber eingeholt werden, welche Medikamente einen Leberschaden bewirken können.
  • Kommt es während einer akuten Leberentzündung zu Beschwerden, sollte unbedingt Bettruhe eingehalten werden.
  • Sind Viren vom Typ B oder C Auslöser für die Entzündung, sollten Familie und Sexualpartner darüber aufgeklärt werden. Sie können sich durch eine Impfung vor der Ansteckung schützen.
  • Liegt eine chronische Leberentzündung vor, sollte in regelmäßigen Abständen eine Untersuchung erfolgen.

Prognose

Eine akute Hepatitis vergeht in vielen Fällen von selbst wieder. Sind Arzneimittel oder Alkohol der Auslöser für die Leberentzündung, verfügt die Leber über eine gute Regeneration, insofern diese Stoffe vermieden werden und die Leber noch keinen bleibenden Schaden davongetragen hat.

Hepatitis B, C und D können die Vorstufe für eine chronische Hepatitis bilden.

Eine chronische Hepatitis vom Typ B oder C kann bei vielen Betroffenen Ursache für eine Schrumpfleber (Leberzirrhose) sein. Bei diesem Vorgang tritt anstelle von funktionalem Lebergewebe funktionsloses Narbengewebe. Solche eine Leberzirrhose ist irreversibel, sie kann also nicht mehr rückgängig gemacht werden. Leidet man an einer chronischen Hepatitis B oder C, kann dies auch die Basis für Leberkrebs bilden.

Andere Formen der Hepatitis können ebenfalls eine Schrumpfniere als Folge haben.

Vorbeugen

Mit Hepatitis A kann man sich durch verunreinigte Nahrungsmitteln infizieren. Deshalb sollte auf eine ausreichende Nahrungsmittelhygiene geachtet werden. Dies gilt vor allem in Urlaubsländern. Besteht bei einigen Menschen, etwa bei Krankenhauspersonal, ein erhöhtes Infektionsrisiko, bietet eine Impfung gegen Hepatitis A Schutz.

Auch gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung. Sie zählt seit einigen Jahren zur Standardimpfung aller Säuglinge und wird von der Krankenkasse rückerstattet. Hepatitis B wird sexuell übertragen. Einen sicheren Schutz bieten daher die Verwendung von Kondomen und die Vermeidung ständig wechselnder Geschlechtspartner.

Um Hepatitis generell zu vermeiden, sollte ein übermäßiger Alkholkonsum vermieden werden. Auch einige frei verkäufliche medizinische Präparate, sowie starkes Übergewicht können die Leber schädigen.

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