Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis
Internationale Klassifikation (ICD) M06.-

Grundlagen

Rheumatoide Arthritis, oft einfach nur als Rheuma bezeichnet, ist gegen den weit verbreitenden Glauben keine Erkrankung des hohen Alters, sondern kann Menschen jeden Alters betreffen. Weiters ist zu sagen, dass die Rheumatoide Arthritis keine harmlose Erkrankung ist und in manchen F√§llen einen sehr schwierigen Verlauf nehmen kann. Bei der Rheumatoiden Arthritis kommt es durch eine Fehlfunktion des Immunsystems vor allem zu Gelenksentz√ľndungen, welche typische Beschwerden, wie Gelenkschmerzen und Schwellungen verursachen. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, kommt es zu einer irreversiblen Zerst√∂rung der Gelenke oder zum √úbergreifen auf andere Organe des K√∂rpers. In den meisten F√§llen sind √ľberwiegend die Gelenke an H√§nden und F√ľ√üen von der Krankheit betroffen.

Die Entstehung der Rheumatoiden Arthritis ist nicht gekl√§rt, jedoch ist bekannt, dass viele Komponenten zur Entwicklung der Erkrankung beitragen. So kann eine gewisse genetische Pr√§disposition zusammen mit Umweltfaktoren zum Ausbruch der Rheumatoiden Arthritis f√ľhren.

Unter dem im Allgemeinen als Rheuma bezeichneten Krankheitsbild ist die Rheumatoide Arthritis vor allem von Gelenksabnutzungen (Arthrosen) und Gichtanfällen abzugrenzen, die ebenfalls mit Gelenksbeschwerden einhergehen.

Die Rheumatoide Arthritis ist nur eine von vielen rheumatischen Krankheiten. Andere Vertreter der Erkrankungen, die mit Entz√ľndungen der Gelenke einhergehen, sind Morbus Bechterew, das Reiter-Syndrom, sowie die Psoariasis-Arthritis.

Weiters zu unterscheiden ist das Rheumatischer Fieber, eine durch eine Immunreaktion verursachte Erkrankung nach Streptokokkeninfektionen. Diese entz√ľndliche Erkrankung, die vor allem bei Kindern auftritt, kann ebenfalls Gelenksbeschwerden verursachen.

Es gibt auch eine Reihe an Erkrankungen der Gef√§√üe (Vaskulitiden) und des Bindegewebes (Kollagenosen), die ebenfalls zu Gelenksbeschwerden f√ľhren k√∂nnen. Ein wichtiger Vertreter ist Lupus erythematodes, bei dem des durch eine Autoimmunreaktion zu Entz√ľndungen in verschiedensten Organen, wie Haut, Niere und Gelenken, kommen kann. Anders kommt es bei der Sklerodermie vor allem durch eine Vermehrung des Bindegewebes zur Sch√§digung der Organe und Gelenke.

Rheumatoide Arthritis

Die Rheumatoide Arthritis ist mit einem Vorkommen von ungef√§hr 1% die h√§ufigste entz√ľndliche Erkrankung der Gelenke, wobei √∂fters Frauen als M√§nner von der Erkrankung betroffen sind. Obwohl √ľberwiegend Menschen h√∂heren Alters an der Rheumatoiden Arthritis erkranken, kommt diese Krankheit in allen Altersschichten vor.

Die Erkrankung entwickelt sich anfangs sehr unauff√§llig und langsam, weshalb sie meist nicht sofort erkannt wird. Die Beschwerden nehmen allerdings kontinuierlich zu und laufend sind immer mehr Gelenke von entz√ľndlichen Ver√§nderungen betroffen. Es ist von gro√üer Bedeutung die Rheumatode Arthritis rechtzeitig und ad√§quat zu behandeln, weil es ansonst zu einer irreversiblen Zerst√∂rung der Gelenke kommt. Verminderte Bewegungsfreiheit der Gelenke, sowie zunehmende Schmerzen und Gelenkssteifigkeit sind Folgen der Gelenkszerst√∂rung. Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung zur Behinderung und Berufsunf√§higkeit f√ľhren.

Leider ist derzeit noch keine vollst√§ndige Heilung der Rheumatoiden Arthritis m√∂glich, allerdings kann man die Erkrankung durch fr√ľhzeitige Behandlung gut unter Kontrolle bringen und die fortschreitende Zerst√∂rung der Gelenke reduzieren. Auch die Patienten selbst k√∂nnen durch gewisse Ma√ünahmen einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf aus√ľben.

Um Gelenksschäden und ein Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden ist eine lebenslange, medikamentöse Therapie notwendig. Außerdem können Gymnastik, Physikalische Therapie, sowie spezielle Massagen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Zu erwähnen ist aber, dass die Rheumatoide Arthritis von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, weswegen eine individuell angepasste Therapie und regelmäßige Kontrollen des Krankheitsverlaufes notwendig sind. Bei starken Gelenksschäden ist eine operative Sanierung notwendig.

Ursachen

Man nimmt an, dass die Entstehung der Rheumatoiden Arthritis sowohl eine genetische Komponente hat als auch durch den Einfluss vieler Umweltfaktoren ausgelöst wird. Aus diesem Grund haben Menschen, die nahe Verwandte mit Rheumatoider Arthritis haben, ein höheres Risiko ebenfalls daran zu erkranken. Auf welche Weise die Rheumatoide Arthritis aber genau entsteht, ist noch nicht bekannt.

Bei der Rheumatoiden Arthritis kommt es durch eine Autoimmunreaktion zu Entz√ľndungen der Gelenke. Aus nicht gekl√§rten Gr√ľnden bildet das Immunsystem Antik√∂rper, die gegen die Gelenkshaut gerichtet sind. Durch diese Antik√∂rper werden im Gelenksbereich Entz√ľndungen und in weiterer Folge Sch√§den verursacht.

Durch den Zellzerfall, der bei der Entz√ľndung entsteht, werden Stoffe aus den Zellen freigesetzt, welche den Entz√ľndungsprozess und die Antik√∂rperproduktion steigern. So werden sogenannte Zytokine, zum Beispiel TNF-alpha und Interleukin-1 freigesetzt, welche stimulierend auf das Immunsystem wirken. Durch diese Faktoren wird die Entz√ľndung stets in Gang gehalten, was sogar bis zur Sch√§digung von Knorpelgewebe und Knochensubstanz f√ľhren kann.

Symptome

Die anf√§nglichen Beschwerden der Rheumatoiden Arthritis sind sehr unspezifisch. Oft berichten die Patienten √ľber mangelnden Appetit, M√ľdigkeit, erh√∂hte K√∂rpertemperatur oder Gewichtsverlust. Da diese Symptome auf eine Vielzahl von Krankheiten hinweisen k√∂nnen, ist es sehr schwierig die Rheumatoide Arthritis schon zu Krankheitsbeginn zu diagnostizieren. Erst nach und nach kommt es zu den Gelenksbeschwerden, die hinweisend f√ľr die Erkrankung sind.

Erst das Auftreten von Gelenksschmerzen, Erw√§rmung und Schwellung der Gelenke f√ľhren in den meisten F√§llen zur Diagnose. Diese sehr typischen Symptome k√∂nnen allerdings bei jedem Betroffenen sehr verschieden ausgepr√§gt sein. So beginnen die Beschwerden bei einem Teil der Patienten sehr mild und steigern sich erst mit der Zeit, w√§hrend sie bei einem anderen Teil sehr heftig und pl√∂tzlich beginnen k√∂nnen.

Sehr typisch f√ľr die Rheumatoide Arthritis ist au√üerdem, dass die Gelenksbeschwerden in der Fr√ľh am st√§rksten sind. Viele Betroffene berichten gerade zu Beginn der Krankheit √ľber eine Morgensteifigkeit der Finger- und Handgelenke, welche die Betroffenen bei herk√∂mmlichen Handlungen in der Fr√ľh behindert. W√§hrend die Steifigkeit zu Krankheitsbeginn nur am Morgen auftritt, kann sie in sp√§teren Phasen der Erkrankung schubweise zu jeder Tageszeit auftreten. Auch eine mangelnde Durchblutung und deren Folgen k√∂nnen hinweisend f√ľr eine Rheumatoide Arthritis sein.

Mit der Zeit sind immer mehr Gelenke von der entz√ľndlichen Erkrankung betroffen, was sich durch eine zunehmende Zahl an geschwollenen, √ľberw√§rmten, ger√∂teten und schmerzhaften Gelenken bemerkbar macht. Was den Verlauf der Gelenksentz√ľndungen betrifft, kann man sagen, dass zu Beginn vor allem die Gelenke der Finger in Mitleidenschaft gezogen werden und dass die Beschwerden etwa zeitgleich an rechter und linker Hand auftreten. Erst nach einer gewissen Zeit sind auch andere Gelenke von der Rheumatoiden Arthritis betroffen, jedoch kann man nicht sagen, in welchem Gelenk wohl als n√§chstes die Entz√ľndung auftreten wird. Als Begleitbeschwerden der Gelenkentz√ľndungen an den Finger- und Handgelenken berichten viele Patienten auch √ľber Sehnenscheidenentz√ľndungen, wie das sogenannte Carpaltunnelsyndrom. In manchen F√§llen greift die Krankheit auch auf Gef√§√üe oder Organe √ľber.

Durch die gegen die Gelenke gerichtete Autoimmunreaktion kommt es zu einer Zerst√∂rung dieser, was anhaltende Schmerzen verursacht. Weitere Folgen sind Verformung und Versteifung der Gelenke, was bis zur massiven Bewegungseinschr√§nkung mit Behinderung f√ľhren kann. Die Verformungen k√∂nnen je nach Art und nach betroffenem Gelenk unterschiedlich bezeichnet werden. Bei einem Viertel der Patienten findet man au√üerdem sogenannte Rheumaknoten, bei denen es sich um kleine Knoten unter der Haut im Gelenksbereich handelt. Um Gelenkssch√§den mit Bewegungseinschr√§nkungen zu verhindern ist eine rechtzeitige und individuell angepasste Therapie notwendig, welche am Besten in spezialisierten Zentren oder von Rheumatologen durchgef√ľhrt werden sollte.

Wie bereits erwähnt, kann die Rheumatoide Arthritis von Mensch zu Mensch unterschiedlich verlaufen. Manche Patienten haben so gut wie nie Beschwerden, während andere ständig von Schmerzen geplagt sind. Kommt es in Zeitraum einiger Monate zur Zunahme der Symptome, wird dies als Rheumaschub bezeichnet.

Diagnose

Um den Krankheitsverlauf m√∂glichst positiv zu beeinflussen ist eine fr√ľhe Erkennung der Erkrankung wichtig. Es ist jedoch schwierig die Rheumatoide Arthritis zu Krankheitsbeginn zu diagnostizieren, weil sie anfangs sehr unspezifisch verl√§uft. Vor allem sollten Personen an eine Rheumatoide Arthritis denken, deren nahe Verwandte an der Erkrankung leiden und bei denen Morgensteifigkeit oder Durchblutungsst√∂rungen an den Finger- und Handgelenken auftreten.

Außerdem sollte man zur Abklärung der Erkrankung zu einem Spezialisten gehen, weil sich diese wegen sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufen als sehr schwierig herausstellen kann. Am Besten sucht man dazu einen Internist mit Schwerpunkt Rheumatologie auf.

Zu Beginn der Untersuchung wird der Arzt ein Krankengespr√§ch f√ľhren. Dabei ist es wichtig, die Beschwerden m√∂glichst umfangreich und detailliert zu beschreiben, damit sich der Arzt ein gutes Bild von den Beschwerden machen kann. Besteht nach dem Krankengespr√§ch der Verdacht auf eine Rheumatoide Arthritis, werden √ľblicherweise eine k√∂rperliche Untersuchung, eine Blutabnahme und bildgebende Verfahren durchgef√ľhrt:

‚ÄĘ Im Rahmen der k√∂rperlichen Untersuchung betrachtet der Arzt die befallenen Gelenke und achtet dabei auf Rheumaknoten, Schwellungen, Erw√§rmung, Schmerzen, sowie eine Bewegungseinschr√§nkung der Gelenke.

‚ÄĘ Des Weiteren kann die Diagnose mittels bildgebender Verfahren ermittelt werden. Dazu kann zum Beispiel eine R√∂ntgenuntersuchung an den betroffenen Gelenken durchgef√ľhrt werden. Dabei wird auf spezifische Ver√§nderungen der Gelenke geachtet, durch welche die Diagnose gestellt werden kann. Dazu geh√∂ren Knorpel- und Knochendefekte, eine Verschm√§lerung des Gelenkspaltes, eine Verminderung der Knochensubstanz und andere Sch√§den der Gelenke. Diese Ver√§nderungen sind allerdings zu Krankheitsbeginn noch nicht sichtbar.

Auch mittels einer Ultraschalluntersuchung lassen sich Ver√§nderungen der Gelenke, wie Entz√ľndungen oder Gelenkserg√ľsse, darstellen. In der Diagnostik der Rheumatoiden Arthritis wird der Ultraschall wegen ihrer hohen Verf√ľgbarkeit und aus Kostengr√ľnden sehr h√§ufig erg√§nzend angewendet.

Ein weiteres bildgebendes Verfahren, das zur Untersuchung der Rheumatoiden Arthritis angewendet werden kann, ist die Szintigraphie. Durch dieses Untersuchungsverfahren kann der Knochenstoffwechsel gut dargestellt werden, der bei der Rheumatoiden Arthritis verändert sein kann.

Schlie√ülich soll auch die Magnetresonanztomographie erw√§hnt sein, mittels welcher die Gelenke und anliegende Strukturen sehr gut darstellbar sind. Allerdings wird das MRT aus Kostengr√ľnden und wegen der geringeren Verf√ľgbarkeit nicht routinem√§√üig angewendet.

‚ÄĘ Mittels einer Blutabnahme kann man die Entz√ľndungsaktivit√§t der Rheumatoiden Arthritis untersuchen. Hierzu kann einerseits das C-reaktive Protein (CRP), andererseits aber auch eine hohe Blutsenkungsgeschwindigkeit verwendet werden. Des Weiteren kann bei vielen der Patienten mit Rheumatoider Arthritis ein Antik√∂rper, der sogenannte Rheumafaktor, im Blut bestimmt werden. Jedoch ist der Rheumafaktor nicht bei allen Patienten mit Rheumatoider Arthritis, vor allem nicht im Fr√ľhstadium der Erkrankung, positiv und kann auch durch andere Krankheiten, wie Krebs und Hepatitisviren, erh√∂ht sein.

Ein eindeutigeres Ergebnis ergibt die Auswertung der Antik√∂rper gegen cyclische citrullinierte Peptide (CCP-Antik√∂rper). Diese sind n√§mlich schon im Fr√ľhstadium der Erkrankung positiv, wodurch die Rheumatoide Arthritis sehr fr√ľh entdeckt und fr√ľhzeitig mit einer Therapie begonnen werden kann.

Au√üerdem m√ľssen eine Reihe an weiteren Faktoren im Blut bestimmt werden, um zwischen den unz√§hligen verschiedenen rheumatischen Erkrankungen unterscheiden zu k√∂nnen, beziehungsweise um die rheumatischen Erkrankungen von Krankheiten mit einem √§hnlichen Beschwerdebild abgrenzen zu k√∂nnen. Auch bei der Interpretation anderer Parameter ist Vorsicht geboten: so k√∂nnen zum Beispiel Antinukle√§re Antik√∂rper (ANA) einerseits bei manchen Patienten mit Rheumatoider Arthritis im Blut nachgewiesen werden, andererseits treten diese Antik√∂rper aber auch bei anderen Erkrankungen auf, die mit Gelenksbeschwerden einhergehen k√∂nnen.

Um die Diagnose Rheumatoide Arthritis stellen zu k√∂nnen, m√ľssen mindestens vier der folgenden Kriterien zutreffen:

‚ÄĘ Entz√ľndungen an drei oder mehr Gelenken zur gleichen Zeit

‚ÄĘ Entz√ľndungen an Finger- und Handgelenken

‚ÄĘ Morgensteifigkeit, die mindestens eine Stunde anh√§lt

‚ÄĘ Auftreten von Rheumaknoten

‚ÄĘ Nachweis von kennzeichnenden Ver√§nderungen der Gelenke mittels bildgebender Verfahren

‚ÄĘ Rheumafaktoren k√∂nnen im Blut nachgewiesen werden

‚ÄĘ Gelenksentz√ľndungen am gleichen Gelenk der linken und rechten K√∂rperh√§lfte

Therapie

Da die Ursachen f√ľr die Entstehung der Rheumatoiden Arthritis noch nicht gekl√§rt sind, gibt es auch noch keine Therapie, die eine vollst√§ndige Heilung erm√∂glicht. Allerdings kann man mit einer fr√ľhzeitigen und gut eingestellten Therapie der Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und einer Verschlechterung der Beschwerden entgegenwirken. Dabei wird haupts√§chlich das Immunsystem, durch welches die Gelenksentz√ľndungen verursacht werden, medikament√∂s beeinflusst, wodurch die Gelenkszerst√∂rung vermindert beziehungsweise sogar komplett verhindert werden kann. Zu diesen auch als Basistherapeutika (DMARD = Disease Modifying Anti-Rheumatic Drugs) bezeichneten Medikamenten z√§hlen:

‚ÄĘ Methotrexat

‚ÄĘ Azathioprin

‚ÄĘ Goldverbindungen

‚ÄĘ Sulfasalazin

‚ÄĘ Cyclophosphamid

Zus√§tzlich zu diesen Basistherapeutika k√∂nnen Schmerzmittel und Entz√ľndungshemmer verabreicht werden um die Beschwerden zu lindern.

Um den Krankheitsverlauf m√∂glichst positiv zu beeinflussen, ist es wichtig in den ersten Monaten der Rheumatoiden Arthritis mit der Therapie zu beginnen, da in diesem Zeitraum das Fortschreiten der Erkrankung am progressivsten ist. Wird jedoch in den ersten 6 Monaten mit der Behandlung begonnen, kann die Prognose wesentlich verbessert werden. Da jeder Patient auf jedes Basistherapeutikum unterschiedlich reagieren kann, ist es von gro√üer Bedeutung die Behandlung bei einem Rheumatologen durchf√ľhren zu lassen um die geeignete medikament√∂se Therapie zu finden.

Erg√§nzend zur Basistherapie k√∂nnen zus√§tzliche Ma√ünahmen den Beschwerden entgegenwirken. So k√∂nnen zum Beispiel Physiotherapie, Operationen, sowie alternative Methoden das Beschwerdebild verbessern. Dabei ist eine gute Koordination zwischen medikament√∂ser und erg√§nzender Therapie notwendig, um so f√ľr jeden Patienten individuell ein geeignetes Konzept zu finden.

Prognose

Wird die Rheumatoide Arthritis im Fr√ľhstadium diagnostiziert und behandelt, k√∂nnen die Beschwerden meist gut unter Kontrolle gebracht und gebremst werden. Allerdings wird viel Kooperation von den Betroffenen selbst verlangt, denn nur unter guter Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patienten kann der Krankheitsverlauf verbessert werden. Da n√§mlich die Krankheit stetig fortschreitet, ist es von gro√üer Bedeutung, dass der Patient stets zu Kontrolluntersuchungen geht, die Therapiema√ünahmen befolgt, sowie auch selbst auf viel Bewegung achtet. Es ist nat√ľrlich nicht jede Form von Sport f√ľr Menschen mit Rheumatoider Arthritis geeignet. Auch hier sollte man mit dem betreuenden Arzt ein geeignetes Konzept zwischen Krankengymnastik und anderen Sportarten erstellen. Es wird also von den Betroffenen viel Disziplin und Engagement verlangt um ein Fortschreiten der Krankheit und eine Behinderung zu vermeiden. Au√üerdem zeigte sich, dass Patienten, die viel √ľber ihre eigene Erkrankung Bescheid wussten, wesentlich besser mit dieser umgehen konnten und damit den Krankheitsverlauf ebenfalls positiv beeinflussen konnten.

Leider gibt es aber auch Menschen mit Rheumatoider Arthritis, die trotz fr√ľhzeitiger Therapie und begleitenden Ma√ünahmen eine schlechte Prognose und eine reduzierte Lebenserwartung haben, da der Krankheitsverlauf zu schwer ist.

Tipps

Falls nahe Verwandte an Rheumatoider Arthritis leiden, sollte man fr√ľhzeitig beim Auftreten von Beschwerden zur Abkl√§rung zum Spezialisten gehen. Menschen, die bereits an Rheumatoider Arthritis erkrankt sind, sollten unbedingt regelm√§√üig zum Arzt gehen, um den Therapieverlauf kontrollieren und eventuell die Medikation neu einstellen zu lassen. Am Besten sollte man dazu Rheumazentren aufsuchen, da dort eine Kombination von √§rztlicher Betreuung und Physiotherapie, sowie anderen erg√§nzenden Ma√ünahmen, angeboten wird. Um sich mehr Wissen √ľber die Rheumatoide Arthritis anzueignen, sowie um besser mit der Erkrankung umgehen zu lernen, eignen sich Selbsthilfegruppen sehr gut, bei denen Patienten auch lernen, wie sie den Alltag am besten mit ihr Krankheit managen k√∂nnen.

Au√üerdem ist es wichtig regelm√§√üig zur Physiotherapie zu gehen, sowie gymnastische √úbungen auch alleine zu Hause anzuwenden. √úbungen f√ľr zu Hause k√∂nnen einerseits von Physiotherapeuten erlernt werden, andererseits gibt es hierzu aber auch eine Reihe an Videos und B√ľchern, die sich gut f√ľr das Training zu Hause eignen. Des Weiteren ist es von gro√üer Bedeutung auf regelm√§√üige Bewegung zu achten. Welche Sportart gut geeignet ist und welche zu meiden ist, sollte man am Besten mit dem betreuenden Arzt besprechen.

Ob Ern√§hrung einen guten Einfluss auf die Rheumatoide Arthritis hat, konnte bisher nicht wissenschaftlich best√§tigt werden. Jedoch berichten immer wieder Patienten, dass sich die Beschwerden bei ihnen durch umstellen der Ern√§hrung gebessert haben. Auch hier es empfehlenswert, dass jeder Betroffene f√ľr sich selbst herausfindet, ob eine andere Ern√§hrung einen positiven Einfluss auf die Erkrankung hat:

So soll beispielsweise Fleisch m√∂glichst vermieden werden, weil es h√∂here Mengen an Arachidons√§ure enth√§lt. Aus dieser unges√§ttigten Fetts√§ure kann der K√∂rper Stoffe bilden, die wichtig f√ľr Schmerz und Entz√ľndungsreaktionen sind. Wird weniger Arachidons√§ure √ľber die Nahrung zugef√ľhrt, so soll eine reduzierte Bildung dieser Entz√ľndungsstoffe den Krankheitsprozess angeblich lindern.

Hingegen ist belegt, dass es im Rahmen der Rheumatoiden Arthritis auch zu Osteoporose kommen kann, vor allem bei Kortisontherapie. Um der Osteoporose entgegenzuwirken sollte man ausreichend Vitamin D und Kalzium zu sich nehmen. Ist dies √ľber die herk√∂mmliche Nahrungsaufnahme nicht m√∂glich, kann man auch verschiedenste Nahrungssupplemente verwenden.

Viele Betroffene berichten, dass sich die Symptome durch verringerte Nahrungszufuhr verbessern. Allerdings ist durch Fasten nicht mit einem andauernden Nachlassen der Beschwerden zu rechnen, viel mehr kann es durch die fehlende Aufnahme wichtiger Nährstoffe auf Dauer zu weiteren Beschwerden kommen.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

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