Warzen (Verrucae)

Warzen (Verrucae)
Internationale Klassifikation (ICD) B07

Grundlagen

Als Warzen werden scharf begrenzte, gutartige Hautwucherungen von unterschiedlicher Form bezeichnet, die eine raue, schuppige Oberfl√§che besitzen. Der Ausl√∂ser f√ľr Warzen ist ein ansteckendes Virus (Humanes Papilloma- Virus, HPV), wobei √ľber 100 verschiedene Untertypen dieses Virus bekannt sind, die allesamt Warzen an Haut und Schleimh√§uten verursachen k√∂nnen. Bei manchen Untertypen kann man auch davon ausgehen, dass sie mitbeteiligt sind an der Entstehung von Geb√§rmutterhalskrebs.

Mann kann Warzen in Gruppen unterteilen, je nach Aussehen und Entstehungsort. Sie kommen an unterschiedlichen Hautregionen vor, je nachdem von welchem Untertyp des Virus sie hervorgerufen werden. Die h√§ufigste Warzenform ist die gew√∂hnliche Warze (Verrucae vulgares), die vor allem bei Kindern und Jugendlichem (selten bei Erwachsenen) an H√§nden und F√ľ√üen auftritt. Diese Warzenform ist zwar l√§stig aber normalerweise stellt sie keine Gefahr dar.

Eine andere Warzenform ist die Genitalwarze (Feigwarze), die im Zuge von Geschlechtsverkehr √ľbertragen wird und sehr viel ansteckender ist.

Die sogenannte Dellwarze (Mollusca contagiosa) z√§hlt nicht zu der Gruppe der Warzen, da sie von einer anderen Virusgruppe ausgel√∂st wird. Ihr Aussehen unterscheidet sich ebenfalls von den klassischen Warzen: Ihre Gr√∂√üe betr√§gt ein bis f√ľnf Millimeter. Sie sind hellrot gef√§rbt und haben ein perlen√§hnliches Erscheinungsbild. Ihr Name leitet sich von der zentralen Delle ab, die die gr√∂√üeren Kn√∂tchen besitzen. Daher die Bezeichnung Dellwarzen (Mollusken).

Ursachen

Der Grund f√ľr das Entstehen von Warzen sind Viren, die infolge von kleinen Hautverletzungen oder Rissen in die obere Hautschicht eindringen. Sechs Wochen nachdem sie in die Haut gelangt sind, kommt es zu einer Verdickung und Verhornung an der Eintrittsstelle und die Haut bildet Wucherungen, die dem klassischen Erscheinungsbild der Warze entsprechen.

In den betroffenen Hautzellen kommt es zu einer Vermehrung der Viren, die dann im sp√§teren Verlauf an der Oberfl√§che wieder freigesetzt werden. Somit kann man sich durch Ber√ľhren einer Warze anstecken. Dies gilt vor allem, wenn man kleine Hautrisse hat. Durch diesen Kreislauf k√∂nnen sich Warzen bei einer Person √ľber den ganzen K√∂rper verbreiten und von Mensch zu Mensch √ľbertragen werden.

Die Ansteckung mit Warzen kann auch indirekt erfolgen, etwa in Duschr√§umen von Schwimmb√§dern. Nach dem Schwimmen ist die Haut meist aufgeweicht und bildet somit eine g√ľnstige Eintrittsstelle f√ľr Viren, die infolge leichter eindringen k√∂nnen.

Jeder Mensch ist in einem unterschiedlichen Ausma√ü empf√§nglich f√ľr Warzen. So treten bei schlecht durchbluteten, kalten oder schwitzigen H√§nden und F√ľ√üen leichter Warzen auf. Auch Personen, die eine d√ľnne, trockene Haut besitzen sind anf√§lliger f√ľr Warzen. Auf der anderen Seite kommt es bei √§lteren Menschen seltener zu Warzeninfektionen.

Symptome

Die Inkubationszeit variiert stark und liegt in der Regel zwischen 1 bis 21 Monaten. Man unterscheidet verschieden Ausformungen von Warzen:

Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares):

In der Anfangsphase sind sie in der Regel zwei bis drei Millimeter gro√ü und von einer unauff√§lligen Hautf√§rbung. Mit der Zeit werden sie gr√∂√üer und erhalten durch die fortschreitende Verhornung eine raue Oberfl√§che. Das genaue Aussehen von Warzen ist von ihrer Lokalisation abh√§ngig. Im Bereich von Fingern und Handr√ľcken ist ihre Gestalt meist halbkugelf√∂rmig, sie sitzen zwischen den Fingern und Zehen (Interdigitalr√§umen) und sind meist abgeflachter. Treten Warzen an den Augenlidern auf, sind diese haupts√§chlich filiform mit langem fadenartigen Stiel (Pinselschwanz).

Dornwarzen (Verrucae plantares):

Diese Art von Warzen ist auf den Fußsohlen zu finden, wo sie bei Belastung schmerzhafte Beschwerden hervorrufen können. Dies ist vor allem der Fall, wenn sie an Hautarealen sitzen, die einer hohen Druckbelastung ausgesetzt sind. Dornwarzen reichen meist tief in die Haut hinein.

Flachwarzen (Verrucae planae):

Flachwarzen gleichen in ihrer Form kleinen, flachen, rundliche- ovalen Knötchen, die gehäuft im Gesicht vorkommen. In manchen Fällen kommt es zu einer sehr starken Vermehrung.

Diagnose

F√ľr die Diagnose gen√ľgen meist schon das Erscheinungsbild und der Ort, an dem die Warze auftritt. An H√§nden und F√ľ√üen gleichen sie rauen, meistens erhabenen Kn√∂tchen, die eine raue, schuppige Oberfl√§che aufweisen. In der Mitte k√∂nnen vereinzelt kleine schwarze Punkte vorkommen. An der Fu√üsohle (Plantarwarzen) kommt es oft zu einer mosaikartigen Verteilung der Warzen. Ist die betroffene Stelle gro√üem Druck ausgesetzt, entstehen teilweise schmerzhafte Dornwarzen (etwa am Fu√üballen).

Im Gesicht und am restlichen Körper können sich Warzen oft als unscheinbare, rötliche, leicht raue Erhebungen äußern. Feigwarzen, die in der Genitalregion vorkommen, wachsen meistens als kleine Erhebungen, die im späteren Verlauf einem blumenkohlartigen Aussehen ähneln. Unbehandelt können sie eine beachtliche Größe erreichen (Buschke- Löwenstein- Tumor).

F√ľr eine sichere Diagnose, kann der Arzt die Warzen mit Essigs√§ure betupfen. Infolge f√§rben sie sich gegens√§tzlich zur restlichen Haut wei√ü. Mit dieser Methode k√∂nnen auch nicht sichtbare Infektionsstellen ausgemacht werden. F√ľr eine genaue Diagnose kann auch ein Abstrich oder eine Gewebeprobe (Biopsie) gemacht werden.

Therapie

Oft kommt es vor, dass Warzen von allein abheilen. Ansonsten richtet sich die Behandlung nach dem jeweiligen Warzentyp:

  • Warzentinkturen und Warzenpflaster enthalten S√§ure wie Salicyls√§ure oder Milchs√§ure, die bewirken, dass das von den Viren verursachte Hautgebilde wegge√§tzt wird. Beim Auftragen sollte jedoch vorsichtig vorgegangen werden um das umliegende Hautareal nicht zu verletzen. Hierf√ľr bietet eine Zinkpaste Schutz, die vorher um die Warze aufgetragen wird. Diese Behandlung richtet sich nicht gegen die Viren selbst, weshalb die Therapie konsequent durchgef√ľhrt werden muss bis wirklich die gesamte Warze und mit ihr die Viren verschwunden sind. Eine solche Behandlung wird ausschlie√ülich bei gew√∂hnlichen Warzen angewendet. Eine √§hnliche Wirkung kann der Arzt erzielen, indem er die Warzen mit fl√ľssigem Stickstoff vereist.
  • Die Behandlung von Dornwarzen erfolgt in den meisten F√§llen beim Arzt, indem er sie vereist, ausschabt, elektrisch verschorft oder lasert. Durch diese Verfahren k√∂nnen mitunter Narben zur√ľckbleiben.
  • In der Hom√∂opathie kommen Verd√ľnnungen aus Thuja- Extrakt zum Einsatz. Die L√∂sung kann entweder eingenommen oder aufgetragen werden.

In manchen F√§llen sind die Behandlungen zu wiederholen, da sich Warzen oft hartn√§ckig festsetzen oder erneut bilden. Folgende Ma√ünahmen kann man selbst ergreifen, um sich vor Warzen zu sch√ľtzen:

  • Hat man sehr viele Warzen, ist eine Abkl√§rung vom Arzt unerl√§sslich. Dieser kann ausschlie√üen, dass ein oder mehrere Warzen b√∂sartige Wucherungen darstellen.
  • Eigene chirurgische Ma√ünahmen, wie selbst herumschneiden, bohren oder bei√üen sollten vermieden werden, da infolge die Gefahr besteht, dass Viren freigesetzt werden und sich an anderen K√∂rperstellen verbreiten. Au√üerdem k√∂nnen andere Personen leichter angesteckt werden.
  • Damit die Behandlung mit Pflaster und L√∂sungen effektiv wirkt, m√ľssen die wegge√§tzten Hautzellen vor jeder erneuten Behandlung entfernt werden. Dies sollte mit einem Bimsstein erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass die betroffenen Hautstellen bei der Behandlung nicht zu bluten beginnen.
  • Hausmittel wie Warzen besprechen, bei Vollmond eine Schnecke √ľber die Warze kriechen lassen oder zweifelhafte Kr√§utertinkturen erzielen aus medizinischer Sicht keine Wirkung und k√∂nnen lediglich einen Placebo- Effekt ausl√∂sen.

Prognose

Normale Warzen (Verrucae vulgares) heilen im Idealfall von selbst wieder aus, da sie lediglich unsch√∂ne, aber gutartige Wucherungen sind. Narben k√∂nnen jedoch trotzdem zur√ľckbleiben, falls eine Behandlung mit aggressiven Ma√ünahmen erfolgt hat.

Dornwarzen (Verrucae platares) lassen sich nur mit M√ľhe behandeln, da sie als sehr therapieresistent gelten. Sie weisen eine hohe Rezidivrate auf, da sie, einmal behandelt, oft an derselben Stelle wieder auftreten.

Vorsicht ist im Umgang mit Feigwarzen geboten, da sie im schlimmsten Fall auch entarten k√∂nnen. Besteht der Verdacht auf Feigwarzen, sollte umgehend ein Arzt zurate gezogen werden. Einige Warzenarten (Humane Papilloma- Viren), die den Geb√§rmutterhals befallen, k√∂nnen unter Umst√§nden mitverantwortlich sein f√ľr Geb√§rmutterhalskrebs.

Vorbeugen

Um eine Infektion mit Warzen zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, in Schwimmb√§dern nach dem Baden Schuhe zu tragen, da der sch√ľtzende Talgfilm auf der feuchten Haut fehlt.

Extrem trockene Haut wird jedoch leicht rissig und bildet somit einen guten N√§hrboden f√ľr Warzen. Besonders anf√§llig sind hierbei die H√§nde, da diese auch tagt√§glich mit Gegenst√§nden wie Besteck, Zeitungen, Griffe in U-Bahn und Bus in Ber√ľhrung kommen. Abhilfe schafft in diesem Fall das regelm√§√üige eincremen der H√§nde, um sie vor dem Austrocknen zu sch√ľtzen. Auch der Nagelfalz sollte nicht ausgespart werden, da die Haut hier besonders zu Trockenheit neigt.

Tritt dennoch eine Warze auf, sollte als erste Ma√ünahme die umgebende Hautregion mit einem Handtuch abgetrocknet werden, das sp√§ter nicht f√ľr andere K√∂rperregionen verwendet werden soll, da sich die Viren sonst ausbreiten und an anderen Stellen Warzen ausl√∂sen k√∂nnen. Dieses Handtuch sollte im Anschluss gewechselt und hei√ü gewaschen werden.

Auf jeden Fall sollte ein Kratzen und Manipulieren an Warzen unterlassen werden, da sich die Viren durch Fingernägel und Fingerkuppen auf andere Areale ausbreiten können. So ist zum Beispiel oft zu sehen, dass sich Warzen entlang von Kratzspuren ausbreiten.

Um sich vor HP-Viren zu sch√ľtzen, die durch Geschlechtsverkehr √ľbertragen werden, hilft als einfache Ma√ünahme die Verwendung eines Kondoms. Mittlerweile ist auch eine Impfung am Markt zugelassen (Gardasil), die vor den h√§ufigsten HP- Viren sch√ľtzt und die vor allem jungen M√§dchen empfohlen wird. Jedoch bietet die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz vor Geb√§rmutterhalskrebs, weshalb regelm√§√üige Vorsorgeuntersuchungen durch den Gyn√§kologen zu empfehlen sind.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Anzeige

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualit√§tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo √∂ffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen √ľber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr h√§ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden