Antibiotikaresistente Keime am Vormarsch

Antibiotikaresistente Keime als Viren- oder Bakterienzellen als tödliche mutierte Viruserkrankung, die eine Pille mit einem Stachel als Krankheit der Medizin mit 3D-Illustrationen angreift.

Anzeige

Bei Antibiotikaresistenz handelt es sich um die zunehmende Widerstandsf√§higkeit von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen gegen die verwendeten Arzneistoffe ‚Äď dies stellt eine der gr√∂√üten Gefahren f√ľr die globale Gesundheit dar, denn Berechnungen des Robert Koch-Instituts zufolge erkranken in der EU j√§hrlich ungef√§hr 670.000 Menschen an Infektionen durch antibiotikaresistente Erreger.

Antibiotikaresistente Keime als Viren- oder Bakterienzellen als tödliche mutierte Viruserkrankung, die eine Pille mit einem Stachel als Krankheit der Medizin mit 3D-Illustrationen angreift.

shutterstock.com / Lightspring

Antibiotikaresistenz definiert:

Antibiotika werden als wirksame Arzneimittel beschrieben, die zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien zum Einsatz kommen ‚Äď wirken jedoch nicht gegen Viren. Falls Antibiotika nicht zielgerichtet angewendet werden, kann das Risiko einer Antibiotikaresistenz entstehen. Durch Ausbreitung dieser Resistenz k√∂nnen bestimmte Antibiotika nicht mehr wirksam bleiben.¬†

Substanzen mit antibiotischer Wirkung werden mithilfe von Mikroorganismen im menschlichen bzw. tierischen Körper produziert, um schädliche Bakterien zu verdrängen. Um einen eigenen Schutzmechanismus zu gewährleisten, entwickeln die Organismen eine Resistenz (d.h. Widerstandsfähigkeit). Da Bakterien jedoch sehr anpassungsfähig sein können, ist es möglich, dass diese ihr eigenes Erbgut verändern und dadurch selbst gegen ein bestimmtes Antibiotikum resistent werden. Dadurch kann das Antibiotikum die resistenten Bakterien nicht mehr abtöten bzw. im Wachstum hemmen. Folglich werden diese Abwehrmechanismen im Allel (d.h. Genvariation) des Bakteriums an die nachfolgende Generation weitervererbt, wodurch das bestimmte Antibiotikum seine Wirkung verliert. 

Mögliche Ursachen:

Dieser nat√ľrliche Abwehrmechanismus der Bakterien ist vor allem bei h√§ufiger Einnahme von Antibiotika zu verzeichnen. Die nun resistenten Keime k√∂nnen besonders f√ľr Kleinkinder und Menschen mit einem schw√§cheren Immunsystem schwerwiegende Folgen haben. Auch eine falsche Einnahme von Antibiotika, wie durch zu niedrige Dosis oder zu kurze Therapie, k√∂nnen zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen beitragen. Resistente Bakterien sind vor allem bei nosokomialen Infektionen, also in Krankenh√§usern erworbenen Infektionen, ein signifikantes Problem, da deren Bek√§mpfung meistens nur durch hoch potente Antibiotika oder Antibiotikakombinationen m√∂glich ist.¬†

Existieren neue Entwicklungen?

Obwohl neue Antibiotika entwickelt werden, besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, dass keines von ihnen gegen die gefährlichsten Formen antibiotikaresistenten Bakterien eine Wirkung zeigen kann. Angesichts der Tatsache, dass Menschen im derzeitigen Jahrhundert häufig und mit Leichtigkeit reisen können, ist Antibiotikaresistenz ein globales Problem. 

Neue Zahlen zur Krankheitslast und Todesfällen durch antibiotikaresistente Erreger:

Die im November 2018, in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases publizierte Studie, ver√∂ffentlichte Zahlen zur Krankheitslast durch Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern in der Europ√§ischen Union. Die auf Daten des¬†Europ√§ischen Antibiotikaresistenz-Surveillance-Netzwerks (Kurz: EARS-Net) basierenden Berechnungen zeigen Zahlen zu Krankheitsfolgen und daraus folgende Todesf√§lle. Die Ergebnisse zeigen dabei, dass sich die Krankheitslast durch Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern zwischen 2007 und 2015 erh√∂ht hat. Beispiel Klebsiella pneumoniae ‚Äď Die Anzahl von Todesf√§llen durch das antibiotikaresistente St√§bchenbakterium hat sich in diesem Zeitraum in der EU versechsfacht. Auch die deutsche Bundesbeh√∂rde f√ľr die Krankheits√ľberwachung und ‚Äďpr√§vention, das Robert Koch-Institut, beteiligte sich an den Studienforschungen. Demnach erkranken in der EU j√§hrlich ungef√§hr 670.000 Menschen an antibiotikaresistenzbedingte Infektionen, wobei pro Jahr etwa 33.000 Menschen daran versterben. In Deutschland erkranken laut Bericht j√§hrlich bis zu 54.500 Menschen an solchen Infektionen (mit ca. 2.400 Todesf√§llen). Der Gro√üteil dieser Infizierungen in Europa wird mit medizinischen Behandlungen assoziiert.¬†

Ausmaß des Problems:

Aufgrund des Anstieges der Antibiotikaresistenz weltweit entstehen neue Resistenzprozesse, welche die menschliche F√§higkeit, h√§ufige Infektionskrankheiten zu bek√§mpfen, gef√§hrden. Dazu geh√∂ren unter anderem: Lungenentz√ľndungen, Tuberkulose, Blutvergiftung und Gonorrhoe. √úberall dort, wo Antibiotika ohne Rezept f√ľr den menschlichen oder tierischen Gebrauch erworben werden k√∂nnen, kann sich die Ausbreitung von Resistenzen verschlimmern. Auch in L√§ndern ohne standardisierten Behandlungsrichtlinien f√ľr Antibiotika k√∂nnen diese durch medizinisches Gesundheitspersonal h√§ufiger hochdosiert verschrieben und von Patienten eingenommen werden.¬†

Falls Infektionen nicht mehr mit einfacheren Antibiotika behandelt werden k√∂nnen, m√ľssten kostspieligere Medikamente zum Einsatz kommen, wodurch eine l√§ngere Krankheits- und Behandlungsdauer in Krankenh√§usern auftreten k√∂nnte. Dadurch w√ľrden die Gesundheitskosten und die wirtschaftliche Belastung f√ľr Familien und Bev√∂lkerung erh√∂ht werden.¬†

Auch die Methoden moderner Medizinverfahren wie Organtransplantation, Chemotherapie und Operationen wie Kaiserschnitte w√ľrden ohne wirksame Antibiotika zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionen ein h√∂heres Risiko aufweisen.¬†

Fazit:

Obwohl die Entwicklung neuerer Antibiotika in den letzten Jahren wieder etwas stärker vorangeschritten ist, fehlt gegen die gefährlichsten resistenten Keime jedoch oft die Wirksamkeit dieser. Das Problem der Antibiotikaresistenz bedroht sogar die Errungenschaften der modernen Medizin, weswegen vor allem in Zeiten der Globalisierung eine internationale und umfangreiche Antwort auf dieses immer größer werdende Problem benötigt wird.

Quellenangaben

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Letztes Update

29.10.2020

Anzeige

Teilen

Anzeige

Ihr persönlicher Arzneimittel-Assistent

afgis-Qualit√§tslogo mit Ablauf Jahr/Monat: Mit einem Klick auf das Logo √∂ffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen √ľber medikamio GmbH & Co KG und sein/ihr Internet-Angebot: medikamio.com/ This website is certified by Health On the Net Foundation. Click to verify.
Medikamente

Durchsuche hier unsere umfangreiche Datenbank zu Medikamenten von A-Z, mit Wirkung und Inhaltsstoffen.

Wirkstoffe

Alle Wirkstoffe mit ihrer Anwendung, chemischen Zusammensetzung und Arzneien, in denen sie enthalten sind.

Krankheiten

Ursachen, Symptome und Behandlungsm√∂glichkeiten f√ľr h√§ufige Krankheiten und Verletzungen.

Die dargestellten Inhalte ersetzen nicht die originale Beipackzettel des Arzneimittels, insbesondere im Bezug auf Dosierung und Wirkung der einzelnen Produkte. Wir k√∂nnen f√ľr die Korrektheit der Daten keine Haftung √ľbernehmen, da die Daten zum Teil automatisch konvertiert wurden. F√ľr Diagnosen und bei anderen gesundheitlichen Fragen ist immer ein Arzt zu kontaktieren. Weitere Informationen zu diesem Thema sind hier zu finden