Antivirale Behandlung bei Hepatitis C mit Erfolg?

Diagnose - Hepatitis-C-Virus. Medizinischer Bericht mit Zusammensetzung der Arzneimittel - rote Tabletten, Injektionen und Spritze. Selektiver Fokus.

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Die chronische Hepatitis C z√§hlt zu einer der h√§ufigsten Ursachen f√ľr eine Leberzirrhose und Leberzellkarzinom. Laut Sch√§tzungen der WHO ist etwa ein Prozent der Weltbev√∂lkerung chronisch mit Hepatitis C infiziert ‚Äď dies entspricht etwa 78 Millionen Menschen. Nun hat eine unl√§ngst publizierte Studie ermittelt, dass eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten die Gesamtmortalit√§t um 52 Prozent senken k√∂nnte.

Diagnose - Hepatitis-C-Virus. Medizinischer Bericht mit Zusammensetzung der Arzneimittel - rote Tabletten, Injektionen und Spritze. Selektiver Fokus.

shutterstock.com / Tashatuvango

Hepatitis C und dessen Virus:

Hepatitis C ist eine Leberentz√ľndung, die durch das Hepatitis-C-Virus verursacht wird. Dabei kann die Erkrankung entweder akut oder chronisch verlaufen. Chronische Hepatitis C gilt als eine der h√§ufigsten Ursachen f√ľr Leberzirrhose (d.h. Schrumpfleber) und Leberkarzinom (d.h. Leberkrebs). Das Virus ist ein RNA-Virus (d.h. Ribonukleins√§ure, im Gegensatz zur DNA meistens nur ein Strang) und geh√∂rt zur Familie der Flaviviren. Nach der Entdeckung 1989 bekam das vorher als Hepatitis-Non-A-Non-B bezeichnete Virus den heutigen Namen Hepatitis C. Zurzeit muss jeder Verdacht auf das Virus sowie jede nachgewiesene Infektion (und Todesf√§lle durch Hepatitis C) von √Ąrzten mit dem Namen des Patienten an das zust√§ndige Gesundheitsamt gemeldet werden.¬†

Unterschied im Krankheitsverlauf: 

Der Erreger des weltweit verbreiteten Virus wird haupts√§chlich √ľber menschliches Blut √ľbertragen. Geografisch sind der √∂stliche Mittelmeerraum und Europa am meisten davon betroffen. In rund 75% der F√§lle verursachen Infektionen mit Hepatitis C keine oder nur unspezifische Symptome. Dazu z√§hlen: M√ľdigkeit Appetitlosigkeit, √úbelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen oder leichtes Fieber. Die restlichen 25% der Infizierten k√∂nnen eine akute Leberentz√ľndung mit m√∂glichem milden Verlauf entwickeln. Die dabei entstehenden Symptome w√§ren m√§√üig erh√∂hte Leberwerte und Ikterus (d.h. Gelbsucht), Gelbf√§rbung der Haut Schleimh√§ute und der wei√üen Lederhaut im menschlichen Auge.¬†

Obwohl direkt wirkende Virustatika (d.h. antivirale Mittel) in gr√∂√üerem Umfang zur Behandlung von chronischer Hepatitis-C-Infektion eingesetzt werden, findet man wenige Berichte √ľber die klinische Wirksamkeit an Patienten. Eine im Jahre 2019, in der Fachzeitschrift The Lancet, publizierte Studie verglich in einer franz√∂sischen Kohorte die Inzidenz von Todesf√§llen, Leberzirrhose und Leberzellkarzinom zwischen Patienten, die mit direkt wirkenden Virustatika behandelt wurden und diejenigen, die keine solche Behandlung verabreicht bekommen haben.¬†

Studienmethode:

Die Beobachtungsstudie wurde an erwachsenen Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Infektion durchgef√ľhrt, welche in 32 verschiedenen Hepatologie-Expertenzentren in Frankreich stationiert waren. Dabei wurden Patienten mit chronischer Hepatitis B, eine Vorgeschichte mit Leberzirrhose oder Leberzellkarzinom ausgeschlossen ‚Äď sowie Patienten mit Lebertransplantation oder jene, die mit Interferon-Ribavirin (antiviraler Wirkstoff) behandelt wurden. Prim√§re Endergebnisse der Studie waren die Inzidenz der Gesamtmortalit√§t, Leberzellkarzinom und Leberzirrhose. Der Zusammenhang zwischen direkt wirkenden Virustatika und diesen Ergebnissen wurde mithilfe zeitabh√§ngiger Cox-Modelle gemessen. Diese Modelle z√§hlen zu den popul√§rsten statistischen Analyseverfahren zur Untersuchung von √úberlebensdaten.

Ergebnisse:

Zwischen August 2012 und Dezember 2015 haben 10 166 Patienten an dieser Studie teilgenommen. 97% davon, also 9895 Patienten, haben sogenannte Follow-Up-Informationen zur Verf√ľgung gestellt, welche in dieser Analyse einbezogen wurden. Als Follow-Up wird das nachtr√§gliche Verifizieren der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Untersuchungen bezeichnet ‚Äď bzw. eine Nachuntersuchung. Eine Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten, beispielsweise mit Sofosbuvir-Kombinationen wie etwa Sofosbuvir und Ledipasvir oder Sofosbuvir und Daclatasvir, wurde w√§hrend der Nachuntersuchung bei 7344 Patienten begonnen. Rund ein Viertel, also 2551 Patienten, blieben bis zur letzten Nachuntersuchung unbehandelt. W√§hrend des Follow-Up verstarben 218 Patienten (129 behandelt, 89 unbehandelt), 258 berichteten von einem Leberzellkarzinom (187 behandelt, 71 unbehandelt) und 106 hatten eine Leberzirrhose (74 behandelt, 32 unbehandelt). Die Einnahme von direkt wirkenden antiviralen Medikamenten war mit einem erh√∂hten Risiko f√ľr Leberzellkarzinom und Leberzirrhose verbunden.¬†

Anpassung an Variablen:

Da sich die beiden Behandlungsgruppen stark unterschieden haben, lie√üen die vorl√§ufigen Ergebnisse darauf deuten, dass eine virustatische Behandlung eher sch√§dlich sein k√∂nnte. Aufgrund von ethischen Gr√ľnden konnte keine kontrollierte Interventionsstudie durchgef√ľhrt werden, wodurch ein solches Ergebnis zustande gekommen war. Die Patienten unterschieden sich der Studie zufolge in signifikanten Punkten, welche den Risikofaktor beeinflussen k√∂nnten. Somit waren die Studienteilnehmer in der Behandlungsgruppe √§lter bzw. zeigten in der Anamnese h√§ufiger eine schwerwiegende Leberzirrhose oder exzessiven Alkoholkonsum.¬†

Nach Anpassung an Variablen wie Alter, Geschlecht, BMI-Wert, geografische Herkunft, Infektionsweg, Hepatitis-C-Behandlung bzw. -Typ und Alkoholkonsum, war die Einnahme von direkt wirkenden Virustatika mit einer Abnahme der Gesamtmortalität um 52% und Reduzierung eines Risikos Leberzellkarzinom zu entwickeln um 33% verbunden. Diese Anpassung konnte jedoch nicht mit Leberzirrhose assoziiert werden, denn auch nach dieser, war eine nicht-signifikante Risikoerhöhung um 14% verzeichnet. 

Fazit:

Eine Behandlung mit direkt wirkenden antiviralen Mitteln ist laut Studie mit einem verringerten Risiko f√ľr die Gesamtmortalit√§t und Leberzellkarzinom verbunden. Durch die hohen Kosten, die ein solcher 12-wochiger Behandlungszyklus (zum Beispiel mit dem Pr√§parat Sovaldi) besitzen kann ‚Äď etwa 40.000‚ā¨ - ist es nicht einfach, diese Therapie einer gr√∂√üeren Patientengruppe zug√§nglich zu machen. So versuchen NGOs wie √Ąrzte ohne Grenzen oder √Ąrzte der Welt¬†diese Patentrechte anzufechten, um die Herstellung von kosteng√ľnstigeren Arzneimitteln zu erm√∂glichen.¬†


Wirkstoffe:

    Quellenangaben

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    Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
    Danilo Glisic

    Danilo Glisic
    Autor

    Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner Affinität zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

    Letztes Update

    15.03.2021

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