Komplementäre und medikamentöse Behandlungsmethoden für primäre Regelschmerzen

Eine Frau sitzt und haltet sich mit den Händen am unteren Bauchraum, um Regelschmerzen symbolisch darzustellen.

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Regelschmerzen, medizinisch auch Dysmenorrhoe genannt, zeigen laut Querschnittstudien eine Häufigkeit von 45 – 97 % bei unterschiedlichen Personengruppen auf. Untersuchungen zufolge geben 30 bis 70 % davon an, aufgrund dessen Schmerzmedikamente eingenommen zu haben. Nun analysierte eine Studie die Behandlungsmöglichkeiten mittels medikamentöser Therapie und komplementärmedizinischen Verfahren, um einen aktuellen Überblick über die Problematik zu schaffen.

Eine Frau sitzt und haltet sich mit den Händen am unteren Bauchraum, um Regelschmerzen symbolisch darzustellen.

shutterstock.com / GBALLGIGGSPHOTO

Primäre Dysmenorrhoe:

Unter Dysmenorrhoe versteht man uterine stechende, krampfartige, klopfende bzw. dumpfe (teilweise dauerhafte) Schmerzen um die Menstruation herum und unterteilt diese in primäre und sekundäre Regelschmerzen. Meistens treten diese einen Tag nach Blutungsbeginn auf und verschwinden nach zwei bis drei Tagen wieder. Oft werden diese Schmerzen von Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall, Rückenschmerzen und häufigem Wasserlassen begleitet – sich Übergeben kommt seltener vor.
Eine primäre Dysmenorrhoe ist eine schmerzhafte Uteruskontraktion verursacht durch eine Verletzung der Gebärmutterschleimhaut.
Sekundäre Regelschmerzen sind durch Veränderung im Beckenbereich gekennzeichnet.
Trotz nicht eindeutiger Ursache für eine primäre Dysmenorrhoe akzeptieren die meisten Forscher die Annahme, dass eine erhöhte Synthese von Prostaglandinen (d.h. Wirken als Gewebshormone und Mediator bei Schmerzvermittlung und Entzündungsprozessen) damit assoziiert werden könnte (besonders E2 und F2α). Dabei werden Arzneimitteltherapien und komplementäre medizinische Ansätze häufig zum Schmerzlindern angewendet, indem sie die Freisetzung und Produktion von diesen Gewebshormonen hemmen können. Dazu werden sogenannte NSARs (d.h. nichtsteroidale Antirheumatika) und orale Kontrazeptiva verwendet, welche jedoch bei längerer Einnahme zu Nebenwirkungen führen können.

Komplementäre Methoden verwenden Kräuter, Yoga, Entspannung, Psychotherapie, Massage, Hypnose, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel wie Kalzium und Magnesium sowie Akupressur und Akupunktur, um die Regelschmerzen zu lindern. Einschränkungen finden sich in allen Therapiemethoden: während NSARs bei Patienten mit Verdauungsproblemen kontraindiziert sein könnten, lassen sich bestimmte Heilpflanzen nicht immer einfach finden. Um eine Übersicht über die aktuellen Fortschritte in diesem Gebiet zu erstellen, analysierten die Forscher der im Jahr 2019 publizierten Studie 17 Studien zu diesem Thema.

Komplementärmedizin und Arzneimitteltherapie untersucht:

Von Beginn bis März 2018 wurden Datenbanken wie Pubmed, Web of Sciences, Scopus, Iran medey und SID durchgesucht und Literatur in englischer und persischer Sprache analysiert. Einschlusskriterien dafür waren:

  • Randomisierte klinische Studien
  • Studienthema Dysmenorrhoe
  • Patienten hatten keine Infektionskrankheiten wie Viren, Pilze usw.

Ausschlusskriterien beinhalteten folgende Aspekte:

  • Unzureichende Stichproben
  • Begrenzter Stichprobenumfang
  • Infektionskrankheiten

Dabei wurden die eingeschlossenen Informationen von zwei Gutachtern analysiert und bearbeitet. 

Resultate:

Von den insgesamt 17 Arbeiten waren 10 über Komplementärmedizin, 3 mittels Arzneimitteltherapien und 4 mit Akupressur und Akupunktur durchgeführt worden. Dabei hatte jede Studie zwischen 24 und 303 Patientinnen und dauerte zwischen 1 und 6 Monaten. Die dazu verwendeten Messgrößen waren die visuelle Analogskala und klinische Effizienz der einzelnen Behandlungen. Die dabei verzeichneten Nebenwirkungen beinhalteten Ereignisse wie Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Bauchschmerzen und Leber- bzw.  Nierenerkrankungen. 5 Studien der Komplementärmedizin verwendeten Fenchel, drei Kamille und drei die Pflanzenart Zataria multiflora. Alle diese Pflanzenarten wurden in der Vergangenheit auf deren Wirkung bei Regelschmerzen mittels Studien erforscht. In der Arzneimitteltherapie verglich eine Studien Celexcib-Kapseln mit Paroxen, eine Studie verglich vaginales Sildenafil-Citrat mit vaginalem Placebo und eine Studie verglich orale Mefenaminsäure mit Placebo Kapseln mit Zucker.  

Kontrollgruppen bekamen Placebo, Placebo-Vaginaltabletten, Fenbid-Tabletten, Ibuprofen-Tabletten, Vitamin E, Mefenaminsäure, ätherisches Öl, Indometacin oder Naproxen. Die Studiengruppen erhielten orales Diclofenac, vaginales Sildenafilzitrat, orales Celecoxib, Fenchelkapseln oder -tropfen, Kamillenkapseln oder Zataria multiflora-Tropfen. Auch die untersuchten Meta-Analysen aus dem Jahr 2017 ergaben, dass verschiedene Akupressur-Methoden, verglichen mit medikamentösen Behandlungen, aufgrund von keinen Nebenwirkungen eine alternative Behandlungsmethode für Dysmenorrhoe sein könnte.

Fazit:

Laut der Analyse könnten sowohl komplementärmedizinische Behandlungen wie Heilpflanzen und Akupressur, als auch Medikamente den empfundenen Schmerz durch eine Senkung des Prostaglandinspiegels verringern. Zusätzlich dazu zeigten die Untersuchungen, dass die Therapien Stickstoffmonoxid vermitteln, Endorphinspiegel erhöhen und die Durchblutung beim Uterus verbessern. Um einen effektiven Nutzen dieser Behandlungsmethoden besser beschreiben zu können und das Ausbleiben von ungewünschten Nebenwirkungen sicherzustellen, werden Studien mit größeren Populationen, längerer Beobachtungsdauer, Vergleiche mit Medikamenten und idealerweise Analyse von molekularen Mechanismen benötigt, um dieses global signifikante Auftreten bei Frauen unterschiedlicher Altersgruppen effektiver behandeln und den wissenschaftlichen Diskurs transparent fortführen zu können. 

Quellenangaben

Autor

Danilo Glisic

Letztes Update

13.12.2021

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