Medizinische Behandlungen: Was zahlt die Krankenkasse und was nicht?

Externe Redaktion
Ein Therapeut massiert den R√ľcken eines Patienten, welcher am Behandlungsbett liegt.

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In Deutschland muss jeder krankenversichert sein ‚Äď entweder √ľber die gesetzliche oder √ľber die private Krankenkasse. Damit einher geht der Anspruch auf eine Reihe an Leistungen. Dennoch gibt es auch Behandlungen, f√ľr welche die Krankenkasse nicht oder nur zum Teil aufkommt. Es ist bei der Wahl der Versicherung sowie vor einem Arztbesuch deshalb wichtig zu kl√§ren, wer die Kosten schlussendlich tragen muss. Immer wieder kommt es diesbez√ľglich zu Streitigkeiten vor Gericht und einige Urteile haben in den vergangenen Jahren f√ľr neue Pr√§zedenzf√§lle gesorgt. Ein √úberblick.

Ein Therapeut massiert den R√ľcken eines Patienten, welcher am Behandlungsbett liegt.

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So funktioniert die Krankenversicherung in Deutschland

Die Pflicht zur Krankenversicherung regelt, dass in Deutschland jeder √ľber eine gesetzliche oder private Krankenversicherung verf√ľgen muss. Es handelt sich somit um zwei verschiedene Systeme, die koexistieren und jede der Varianten bringt individuelle Vor- sowie Nachteile mit sich. Fakt ist aber, dass nicht jeder die freie Wahl hat, sondern bis zu einer gewissen Einkommensgrenze gilt f√ľr Arbeitnehmer die Pflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung. In die private Krankenkasse darf demnach nur, wer mehr verdient oder selbst√§ndig ist. Weitere Ausnahmen gelten f√ľr Beamte, Zeitsoldaten sowie Richter. Sie d√ľrfen frei entscheiden, ob sie freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben oder sich privat versichern ‚Äď eine der beiden Optionen m√ľssen sie jedoch w√§hlen.

Nun gibt es eine ganze Reihe an Personen, die in keine der genannten Kategorien geh√∂ren und die somit durch das Raster zu fallen drohen, wie dies fr√ľher h√§ufig passierte. Genau deshalb wurde die Krankenversicherungspflicht eingef√ľhrt und dementsprechend sind auch solche Ausnahmen mittlerweile streng geregelt: Auszubildende, Praktikanten, Studierende, Bezieher von Arbeitslosengeld, Rentner, K√ľnstler, Publizisten, land- und forstwirtschaftliche Unternehmer sowie Personen ohne einen anderweitigen Anspruch auf Leistungen im Krankheitsfall m√ľssen ebenfalls in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten. Wer in der gesetzlichen Krankenkasse freiwillig oder pflichtversichert ist, genie√üt jedoch die freie Wahl, welcher Versicherungstr√§ger gew√§hlt wird.¬†

Leistungen können sich erheblich unterscheiden

Das Krankenversicherungssystem in Deutschland ist dementsprechend kompliziert und das macht pauschale Aussagen schwierig, wenn es beispielsweise um die Leistungen geht. Diese k√∂nnen sich n√§mlich je nach Krankenversicherung stark unterscheiden, was auch f√ľr die Beitr√§ge gilt. Das ist vor allem, aber nicht nur, zwischen privaten sowie gesetzlichen Anbietern der Fall. Allerdings bedeutet das nicht zwangsl√§ufig, dass bei h√∂heren Beitr√§gen auch mehr Leistungen im Versicherungsschutz inbegriffen sind. Es ist deshalb wichtig, sich die Policen im Detail anzusehen und diese sorgf√§ltig zu vergleichen. Insbesondere jene Personen, welche die Wahl zwischen der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse haben, k√∂nnen davon finanziell stark profitieren. Aber sogar zwischen den gesetzlichen Anbietern gibt es nennenswerte Unterschiede, die es bei der Entscheidung zu ber√ľcksichtigen gilt.¬†

Viele Versicherungen locken also mit zus√§tzlichen Leistungen, um sich von der Konkurrenz abzuheben ‚Äď oder sie bieten dieselben Leistungen zu geringeren Preisen. Allerdings ist es wichtig, den Versicherungsvertrag im Detail zu lesen, denn vor allem bei der privaten Krankenversicherung (PKV) k√∂nnen im Kleingedruckten einige Fallen lauern. Wichtig zu wissen ist zudem, dass die beiden Versicherungsarten grundlegend verschieden funktionieren: Bei der privaten Krankenversicherung gilt das √Ąquivalenzprinzip, bei der gesetzlichen Krankenkasse das sogenannte Solidarit√§tsprinzip. Dennoch ist sowohl bei der PKV als auch bei der GKV (Gesetzlichen Krankenversicherung) mittlerweile gesetzlich geregelt, welche Leistungen sie mindestens √ľbernehmen m√ľssen. Nur dann bieten sie schlie√ülich einen ausreichenden Schutz, der durch die Krankenversicherungspflicht erf√ľllt werden soll.

Diese Leistungen √ľbernimmt die gesetzliche Krankenkasse

Weil die GKV und die PKV nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren, unterscheiden sich auch die soeben erw√§hnten, gesetzlichen Vorgaben zur Kosten√ľbernahme. Bei der privaten Krankenversicherung haben die Versicherten mehr Wahlm√∂glichkeiten und erhalten in den meisten F√§llen auch mehr Leistungen f√ľr h√∂here Beitr√§ge. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich die Beitragsh√∂he hingegen nach dem Einkommen, wohingegen allen Versicherungsnehmern des gleichen Anbieters dieselben Leistungen zustehen. Das gilt zumindest f√ľr die Pflichtleistungen, die oftmals auch als Regelleistungen bezeichnet werden. Jedes GKV-Mitglied hat demnach Anspruch auf

  • medizinisch notwendige Behandlungen
  • inklusive der zugeh√∂rigen Diagnostik
  • und Rehabilitation.

Das bedeutet, dass die gesetzliche Krankenversicherung bei medizinischer Notwendigkeit die gesamte Behandlung, diagnostische Ma√ünahmen, Vorsorge, Nachsorge, Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel bezahlt. Weiterhin haben die Patienten ein Recht auf Zahlung von Krankengeld. All das gilt unabh√§ngig vom gezahlten Beitrag. Im Sozialgesetzbuch ist au√üerdem definiert, dass all diese Ma√ünahmen ‚Äěausreichend, zweckm√§√üig und wirtschaftlich‚Äú sein m√ľssen. Was das Ma√ü des Notwendigen √ľberschreitet, wird im Regelfall nicht bezahlt. Doch von jeder Regel gibt es bekanntlich Ausnahmen.

Eine √Ąrztin berechnet Etwas mit Hilfe eines Taschenrechners, w√§hrend Sie vor einem offenen Notebook sitzt. Man sieht nur die H√§nde und Teile des Tisches.

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Ausnahmefall ‚ÄěIGeL‚Äú: Individuelle Gesundheitsleistungen

Was von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht √ľbernommen wird, f√§llt in die sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL. Diese k√∂nnen √§rztliche, zahn√§rztliche oder auch psychotherapeutische Leistungen sein, f√ľr die keine medizinische Notwendigkeit besteht, zumindest in rechtlicher Hinsicht. Dementsprechend m√ľssen die Patienten diese aus eigener Tasche bezahlen, wenn sie diese in Anspruch nehmen m√∂chten. Sch√§tzungsweise eine Milliarde Euro haben gesetzlich Versicherte in Deutschland daf√ľr im Jahr 2018 ausgegeben, beispielsweise f√ľr zus√§tzliche Ultraschall-Untersuchungen oder neue Diagnoseverfahren. Obwohl IGeL nicht als medizinisch notwendig gelten, k√∂nnen sie dennoch je nach individuellem Fall sinnvoll sein. Immer mehr Krankenkassen versuchen deshalb Kunden anzulocken, indem sie einige IGeL freiwillig ganz oder teilweise bezahlen.

F√ľr Versicherte in der GKV kann es sich demnach lohnen, die Leistungskataloge verschiedene Anbieter zu vergleichen. Etwa f√ľnf Prozent des Leistungsumfangs von gesetzlichen Krankenversicherungen entfallen n√§mlich auf die sogenannten Satzungsleistungen, sprich zus√§tzliche Angebote zur Pr√§vention, Fr√ľherkennung oder Therapie von Erkrankungen. Manchmal werden die Kosten f√ľr die entsprechenden IGeL dabei vollst√§ndig √ľbernommen, in anderen F√§llen nur teilweise. In jedem Fall bedeutet das f√ľr die Versicherten aber Kosteneinsparungen sowie eine bessere medizinische Versorgung. Zudem werden die IGeL √ľbernommen, wenn im Einzelfall eine medizinische Notwendigkeit besteht, weil beispielsweise eine famili√§re Vorbelastung f√ľr ein erh√∂htes Brustkrebsrisiko sorgt. Bei solchen Risikof√§llen oder bei einem begr√ľndeten Krankheitsverdacht √ľbernimmt die GKV auch folgende IGeL:

  • Augeninnendruckmessung
  • PSA-Test
  • Ultraschall der Brust
  • Ultraschall der Eierst√∂cke

Weiterhin gibt es individuelle Gesundheitsleistungen, die altersabh√§ngig bezahlt werden und seit einigen Jahren werden auch standardm√§√üig immer mehr IGeL in die Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Beispielsweise wird seit dem Jahr 2006 die Akupunkturbehandlung bei chronischen R√ľckenschmerzen bezahlt, seit 2012 die Urin-Zuckermessung f√ľr Schwangere und seit 2018 die Sto√üwellentherapie bei Fersenschmerz ‚Äď und damit ist die Liste an Beispielen noch lange nicht zu Ende. Tendenziell werden von gesetzlichen Krankenversicherungen also immer mehr Leistungen √ľbernommen, jedoch k√∂nnten auch die Beitr√§ge in Zukunft weiter ansteigen.

Unterschiede zur privaten Krankenversicherung

Durch das √Ąquivalenzprinzip gibt es bei privaten Krankenkassen noch gr√∂√üere Unterschiede in den Leistungskatalogen. In den meisten F√§llen sind diese aber gro√üz√ľgiger als jene der GKV. Dazu geh√∂ren Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen sowie anfallende Heilbehandlungen. Auch werden viele zus√§tzliche oder neuartige Behandlungsmethoden von privaten Krankenversicherungen √ľbernommen, die bei den gesetzlichen Krankenkassen (noch) zu den IGeL geh√∂ren. Allerdings m√ľssen die Patienten bei der PKV erst einmal in Vorleistung gehen, sprich beim Arzt bezahlen sie aus der eigenen Tasche. Anschlie√üend wird direkt mit der Krankenversicherung abgerechnet. Das bedeutet, dass privat Versicherte ein entsprechendes Budget brauchen, um auch hohe Rechnungen erst einmal selbst zu bezahlen ‚Äď und dass stets ein gewisses Risiko besteht, falls die Kosten nicht, nicht vollst√§ndig oder erst nach sehr langer Zeit von der Versicherung √ľbernommen werden, was zu Streitigkeiten f√ľhren kann. Dennoch werden auch von der privaten Krankenversicherung nicht alle IGeL √ľbernommen, sodass sich erneut ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt.¬†

Wann die Krankenkasse nicht oder nur teilweise zahlt

Sowohl bei privaten als auch bei gesetzlichen Krankenversicherungen gibt es demnach Leistungen, die nicht oder nur teilweise gezahlt werden. Sie m√ľssen dabei stets das Wirtschaftlichkeitsprinzip walten lassen. F√ľr zus√§tzliche Leistungen wie kosmetische Eingriffe reichen die Einnahmen durch die Beitr√§ge daher schlichtweg nicht aus. Nicht immer ist es jedoch leicht zu unterscheiden, ob eine medizinische Notwendigkeit vorliegt oder nicht. Nicht oder nur teilweise bezahlen Krankenkassen dementsprechend in folgenden F√§llen:

  • Station√§re Behandlungen

Zwar werden medizinisch notwendige Krankenhausbehandlungen √ľbernommen, nicht aber die Mehrkosten f√ľr eine garantierte Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmern. Auch k√∂nnen Patienten bei einem Klinikaufenthalt zwar auf eine Chefarztbehandlung bestehen, jedoch wird diese von den Krankenkassen nicht bezahlt. Findet die Behandlung jedoch zuf√§llig durch den Chefarzt statt, sind diese Leistungen nat√ľrlich inbegriffen. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung f√§llt au√üerdem ein Eigenanteil von zehn Euro pro Tag f√ľr Krankenhausaufenthalte an. Diese wird f√ľr maximal 28 Tage je Jahr berechnet. Die Behandlung in Privat- oder Spezialkliniken wird bei der gesetzlichen Krankenkasse nicht in jedem Fall √ľbernommen.¬†

  • Arznei-, Heil- und Hilfsmittel

Ob eine Selbstbeteiligung zu zahlen ist und in welcher H√∂he, h√§ngt bei der PKV vom individuellen Tarif ab. Prinzipiell werden bei der privaten Versicherung aber mehr Medikamente bezahlt als bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Letztere berechnet einen Eigenanteil in H√∂he von zehn Prozent, der mindestens f√ľnf und maximal zehn Euro betragen darf. Das gilt sogar bei √§rztlich verordneten Medikamenten. Auch werden die meisten frei verk√§uflichen Medikamente nicht erstattet und f√ľr Hilfsmittel gelten, wenn √ľberhaupt, nur geringe Festzusch√ľsse. Sie werden zudem nur in einfachster Ausf√ľhrung bezahlt und bei Heilmitteln gilt eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent zuz√ľglich zehn Euro pro Verordnung. Was nicht in den Leistungskatalog f√§llt, beispielsweise Kosten f√ľr eine Brille, wird nur in Ausnahmef√§llen √ľbernommen, eben bei medizinischer Notwendigkeit.


Eine Nahaufnahme einer Versicherten Karte aus Deutschland, Bargeld und Medikamente.

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  • Ambulante oder station√§re Kuren

Wenn gewisse Voraussetzungen erf√ľllt sind, √ľbernehmen gesetzliche Krankenkassen Kuraufenthalte mit einer L√§nge von drei Wochen sowie alle vier Jahre. Dabei kann es sich sowohl um eine station√§re als auch um eine ambulante Kur handeln. Die Kosten√ľbernahme umfasst in diese F√§llen auch die Verpflegung sowie Unterbringung, allerdings f√§llt erneut die Zuzahlung in H√∂he von zehn Euro pro Tag an. Bei der privaten Krankenversicherung sind Kuren demgegen√ľber meist nicht inbegriffen, sofern kein entsprechender Tarif gew√§hlt wurde.¬†

  • Kranken(tage)geld

Wenn es durch eine Krankheit zu einer Arbeitsunf√§higkeit kommt, die l√§nger als sechs Wochen andauert, haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf Krankengeld. Dieses soll Verdienstausf√§lle ausgleichen und wird in H√∂he von bis zu 90 Prozent des Netto-Arbeitsentgelts bezahlt ‚Äď f√ľr maximal 78 Wochen. Auch bietet die GKV in einigen F√§llen das sogenannte Kinderkrankengeld an. Diese Leistungen sind in privaten Policen meist nicht inbegriffen, k√∂nnen aber zus√§tzlich abgeschlossen werden. Dabei haben die Versicherten mehr Flexibilit√§t, um die H√∂he des Krankengeldes festzulegen.

  • Alternative Behandlungen

Immer mehr Menschen setzen bei akuten Beschwerden oder präventiv auch auf alternative Behandlungen, beispielsweise durch Heilpraktiker. Diese sind bei einer gesetzlichen Krankenversicherung prinzipiell nicht inbegriffen, allerdings können einige dieser Behandlungen zum freiwilligen Leistungskatalog gehören. Bei der PKV sind Behandlungen außerhalb der Schulmedizin hingegen in vielen Fällen von Vornherein eingeschlossen oder sie können ebenfalls als Zusatzleistung gewählt werden.

  • Zahn√§rztliche und kieferorthop√§dische Leistungen

Die zahn√§rztlichen Leistungen sind in der GKV √§u√üerst begrenzt und reduzieren sich auf das medizinisch Notwendige. Dazu geh√∂rt beispielsweise die Kontrolluntersuchung und Prophylaxe. Ein Zahnersatz wird nur in den wenigsten F√§llen √ľbernommen und wenn, dann in der einfachsten Form. Eine private Krankenversicherung ist diesbez√ľglich in der Regel etwas gro√üz√ľgiger. Inbegriffen sind dort meist auch Zahnreinigungen oder hochwertiger Zahnersatz, jedoch werden diese bei vielen Tarifen nur anteilig bezahlt. Unterschiede gibt es auch bei kieferorthop√§dischen Behandlungen, die je nach Tarif ganz oder teilweise √ľbernommen werden. In der gesetzlichen Krankenkasse findet ebenfalls zumeist eine anteilige oder sogar vollst√§ndige Kosten√ľbernahme statt.

  • Leistungen im Ausland

W√§hrend private Krankenversicherungen oftmals weltweit gelten, enden diese bei gesetzlichen Krankenversicherungen an der europ√§ischen Grenze. Gesetzlich Versicherte ben√∂tigen daher f√ľr weiter entfernte oder l√§ngere Reisen eine zus√§tzliche Absicherung. Auch innerhalb der EU kann es zu Einschr√§nkungen der Leistungen im Ausland kommen, beispielsweise werden R√ľcktransporte oftmals nicht erstattet. Je nach Tarif sind diese in der PKV vollst√§ndig abgedeckt ‚Äď es lohnt sich somit ein Blick auf die Details.

  • Sterbegeld

Ein Sterbegeld wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen seit dem Jahr 2004 nicht mehr bezahlt. Auch in den meisten privaten Krankenversicherungen ist dieses nicht inbegriffen. 

Eine Frau zeigt einem Zahnarzt im Behandlungsraum die Stelle im Mundbereich, wo Sie Zahnschmerzen hat.

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Tarife pr√ľfen und Zusatzversicherungen abschlie√üen

Es gibt also nennenswerte Unterschiede zwischen PKV und GKV, wenn es um ihre Leistungen geht. Eine vollst√§ndige Absicherung in s√§mtlichen F√§llen bieten sie jedoch beide nicht. Bei privaten Policen lohnt sich daher die Wahl passender Tarife oder Zusatzversicherungen, die oftmals direkt in Kombination abgeschlossen werden k√∂nnen. Gesetzlich Versicherte k√∂nnen durch private Zusatzversicherungen eine umfassende finanzielle Absicherung herstellen, sei es durch eine Sterbegeldversicherung, Zahnzusatzversicherung, Heilpraktikerversicherung, Brillenzusatzversicherung oder Krankenhauszusatzversicherung ‚Äď die Auswahl ist gro√ü und bietet f√ľr jedes Szenario eine passende Wahl. Welche sich davon f√ľr wen lohnen, muss jedoch individuell entschieden werden, schlie√ülich bedeutet jede dieser Policen auch zus√§tzliche Kosten.

Behandlungskosten aus eigener Tasche finanzieren

Es gilt also abzuw√§gen, ob sich die Zusatzkosten f√ľr leistungsst√§rkere Tarife in der PKV oder Zusatzversicherungen f√ľr die GKV lohnen. Alternativ kann Geld zur Seite gelegt werden, um im Fall der F√§lle jene Behandlungen, die nicht von der Krankenkasse √ľbernommen werden, aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Zudem gibt es weitere M√∂glichkeiten, um diese bei Bedarf zu finanzieren, abh√§ngig von der individuellen Situation. In jedem Fall lohnt es sich erst einmal, bei der Krankenversicherung eine Kosten√ľbernahme anzufragen. Vor allem, wenn ein Arzt die medizinische Notwendigkeit best√§tigt, stehen die Chancen durchaus gut, dass zumindest ein Teil der Kosten √ľbernommen wird.¬†

Ist dies nicht der Fall oder muss die Selbstbeteiligung finanziert werden, kann auch ein Kredit die L√∂sung sein. Das bedeutet maximale Flexibilit√§t bei der Kreditsumme, bei der H√∂he der monatlichen Raten und bei weiteren Faktoren ‚Äď sowie eine schnelle Auszahlung, wenn dieser online abgeschlossen wird. Ein Vergleich lohnt sich dabei, dann sind durchaus gute Konditionen m√∂glich und selbst h√∂here Ausgaben wie jene f√ľr einen hochwertigen Zahnersatz lassen sich stemmen. Daraufhin k√∂nnen sie in Raten abbezahlt werden, √§hnlich den Beitr√§gen, die f√ľr eine Zusatzversicherung notwendig w√§ren. Der Vorteil: Die Versicherten m√ľssen nur bezahlen, wenn sie die Leistungen tats√§chlich in Anspruch nehmen und nicht, wie bei einer Zusatzversicherung oder einem teureren Tarif, leistungsunabh√§ngig. Zuletzt gibt es in einigen Einzelf√§llen die M√∂glichkeit, finanzielle Unterst√ľtzung durch spezielle Stiftungen zu erhalten:

  • ADAC Stiftung
  • Deutsche Krebshilfe
  • Ernst Jakob-Henne-Stiftung
  • Ernst Prost Stiftung
  • Franz Beckenbauer Stiftung
  • Kartei der Not
  • Professor Herrmann Auer-Stiftung
  • Stefan Morsch Stiftung
  • Stiftung Antenne Bayern

Je nach individuellem Fall kommen noch weitere Stiftungen oder auch Fundraising-Aktionen infrage. Wer selbst schwer erkrankt ist und die Kosten nicht bezahlen kann oder beispielsweise Hilfe mit den Behandlungskosten f√ľr das eigene Kind ben√∂tigt, sollte demnach solche M√∂glichkeiten recherchieren sowie nutzen.

Eine weibliche medizinische Wissenschaftlerin analysiert Computertomographien eines Gehirns.

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Neue Grenzen der ‚Äěmedizinischen Notwendigkeit‚Äú

Mittlerweile gibt es aber auch immer mehr Pr√§zedenzf√§lle, in denen private oder gesetzliche Krankenkassen Kosten √ľbernommen haben, obwohl diese eigentlich nicht zu den Leistungskatalogen geh√∂ren. Es ist somit eine Grauzone entstanden, in der eine Kosten√ľbernahme zumindest anteilig m√∂glich ist ‚Äď und daher lohnt es sich, wie vorab erw√§hnt, bei der zust√§ndigen Krankenkasse zumindest anzufragen. Solche Grauzonen sind heutzutage zum Beispiel der Wiederaufbau der Brust nach einer Brustkrebstherapie, neuartige Therapien im Entwicklungsstadium oder die Teilnahme an Studien.

Zusammenfassung

Dass eine Krankenversicherung s√§mtliche Kosten f√ľr medizinische Behandlungen √ľbernimmt, ist also ein Trugschluss. Das gilt f√ľr private ebenso wie f√ľr gesetzliche Krankenkassen. Es ist deshalb wichtig, beim Abschluss der jeweiligen Police auf den Leistungskatalog zu achten und verschiedene Anbieter zu vergleichen. Das lohnt sich sogar bei gesetzlichen Krankenversicherungen, obwohl diese einen geringeren Spielraum haben. Zudem gibt es Alternativen, um hohe Behandlungskosten zu decken, wenn diese nicht oder nur teilweise von der Versicherung √ľbernommen werden ‚Äď und auch die Grauzone w√§chst immer weiter. Allerdings k√∂nnten die Versicherten das in Zukunft auch √ľber h√∂here Beitr√§ge bezahlen, was erneut f√ľr die PKV und GKV gleicherma√üen gilt.

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Gastartikel k√∂nnen auch Links zu Webseiten von Dritten enthalten, die keine Quellen darstellen.

Kurt Weber
Gastautor

Kurt Weber arbeitet als freiberuflicher Medizin-Redakteur und schreibt Fachartikel zu Themen aus dem Gesundheitsbereich.

Letztes Update

01.06.2022

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