NatĂŒrliche Scheidenflora und Vaginaltrockenheit bei Frauen

lily on a blue board

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Ein ausgeglichenes Vaginalmilieu ist fĂŒr die Gesundheit der Frau von grĂ¶ĂŸter Bedeutung. Um sich vor Krankheiten schĂŒtzen zu können ist es deswegen wichtig, dieses Gleichgewicht zu halten. Auch nach den Wechseljahren können Komplikationen entstehen, weswegen Symptome frĂŒh erkannt und behandelt werden sollten.

Lilien liegen auf einem blauen Holzbrett.

shutterstock.com / daizuoxin

Scheidenflora im Frauenkörper:

Die Scheidenflora ist die natĂŒrlich vorkommende Besiedelung von Bakterien im Vaginalbereich. Die Abwehrfunktion von Krankheitserregern und die Regulierung der Scheidenregion zĂ€hlen zu den wichtigsten Aufgaben der Vaginalflora. In einer gesunden Scheide sind die Anzahl und Zusammensetzung dieser schĂŒtzenden Bakterien in einem Gleichgewicht. Diese Vielfalt an Bakterien (ungefĂ€hr 100 Mio. Keime pro Milliliter Scheidensekret) wird von MilchsĂ€urebakterien dominiert, da sich diese im Scheidenmilieu am besten ausbreiten können. Die essenzielle Funktion der MilchsĂ€urebakterien, oder auch Lactobazillen genannt, besteht darin, die aus der Scheide stammenden Glykogene, d.h. Vielfachzucker, in MilchsĂ€ure umzuwandeln. Diese MilchsĂ€ure senkt den pH-Wert der Scheide, was wiederum die Vermehrung anderer pathogener Keime hindert. Neben MilchsĂ€ure produzieren die Lactobazillen auch Wasserstoffperoxid, welches ebenso eine antibakterielle Wirkung fĂŒr die Scheide aufzeigt. Das sĂ€uerliche Vaginalmilieu bewegt sich im Idealfall in einem pH-Wert Bereich von 3,8 bis 4,4. 

HĂ€ufige Risikofaktoren:

Die hÀufigsten Risikofaktoren eines vaginalen Ungleichgewichtes sind falsche oder fehlende Intimhygiene, Medikamenteneinnahme, Stress und hormonelle VerÀnderungen.  Vor allem bei Schwankungen im Hormonhaushalt der Frauen kann es auch zu einer Vaginaltrockenheit kommen. 

Hormon-Schwankungen:

Wenn Frauen in das Klimakterium, d.h. in die Wechseljahre, kommen, treten hormonelle Schwankungen im weiblichen Körper auf. Unter anderem sinkt auch der Östrogenspiegel. Dies hat zur Folge, dass die Durchblutung in den Schamlippen und vaginalen Bereichen abnimmt. Dadurch kann die Scheide abtrocknen. 

Vaginale Störungen nach der Menopause:

Laut einer unlĂ€ngst in der Wissenschaftszeitschrift JAMA Internal Medicine publizierten Studie beklagen fast die HĂ€lfte aller Frauen nach den Wechseljahren störende vulvovaginale Symptome. In der multizentrischen, randomisierten und placebokontrollierten klinischen Studie wurden 302 Frauen 12 Wochen lang entweder mit dem Östrogen Estradiol (in Tablettenform), oder einer vaginalen Feuchtigkeitscreme mehrmals wöchentlich behandelt. Eine dritte Studiengruppe bekam wĂ€hrend der gesamten Studienzeit lediglich ein Placebo-Gel. Alle Frauen hatten störende vaginale Symptome. Unter den hĂ€ufigsten Symptomen waren Schmerzen bei vaginaler Penetration (60% der Frauen), gefolgt von Scheidentrockenheit (21% der Frauen). Das Resultat dieser Studie zeigte, dass weder die Estradiol-Tabletten noch die vaginale Feuchtigkeitscreme zusĂ€tzliche Vorteile der Placebo-Studiengruppe gegenĂŒber lieferte. GrundsĂ€tzlich funktioniert ein Placebo um die 30% der Zeit. In diesem Fall wirkte das Placebo besser als erwartet, denn es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen der Wirkung von Estradiol, der vaginalen Feuchtigkeitscreme und dem Placebo-Gel. Laut der Studienleiterin Dr. Mitchell könnte die Schmiereigenschaft des neutralen Placebo-Gels ein Grund dafĂŒr sein. Diese haben möglicherweise dazu beigetragen, die Scheidentrockenheit zu behandeln. Demzufolge ist das mentale Befinden, welches wahrscheinlich die biologischen ZustĂ€nde im Körper beeinflussen kann, nicht außer Acht zu lassen. 

Ein großes Tabu?

Obwohl viele Frauen eine Störung im vaginalen Bereich erfahren, zögern manche, den vaginalen oder sexuellen Zustand mit einem Arzt zu besprechen. Eine Studie hat deswegen einen Fragebogen entwickelt, welcher die Identifikation und Diagnose solcher Beschwerden im Genitalbereich bei Frauen ĂŒber 45 Jahren bei ihrem jĂ€hrlichen Arztbesuch verbessern soll. 

In einer weiteren, in dem Menopause-Journal der North American Menopause Society veröffentlichten, Studie wurde die Effizienz eines Selbstbericht-Fragebogens ausgewertet, in dem unter anderem auch die Auswirkungen von vaginaler Trockenheit von Frauen nach der Menopause auf deren Wohlbefinden bewertet wurden. 113 Frauen haben in dem Zeitraum Oktober 2019 bis Februar 2020 den sogenannten Day-to-Day Impact of Vaginal Aging (abgekĂŒrzt DIVA) -Fragebogen vollstĂ€ndig ausgefĂŒllt. Die Diagnoseraten der Vaginalbeschwerden von Frauen, welche den DIVA-Fragebogen ausgefĂŒllt haben, wurden mit den Diagnoseraten von Frauen, welche das nicht taten, bewertet und verglichen. Das Ergebnis zeigte, dass Frauen, die den Fragebogen im Zeitraum ausgefĂŒllt haben, eine Diagnoserate von 37.2% aufzeigten. Frauen, die keinen DIVA-Fragebogen ausgefĂŒllt hatten, zeigten eine Diagnoserate von nur 10%. Bei Frauen nach den Wechseljahren lag die Diagnoserate mit Fragebogen bei 44.2% und 8.5% ohne Fragebogen. 

Fazit:

Es bestehen sehr viele unterschiedliche GrĂŒnde fĂŒr eine Scheidentrockenheit. Stress, hormonelle VerĂ€nderungen, ĂŒbertriebene oder mangelnde Intimhygiene oder als Folge von anderen Krankheiten können eine Vaginaltrockenheit hervorrufen. Deswegen ist es wichtig nicht davor zu scheuen einen Frauenarzt zu konsultieren, falls man das GefĂŒhl hat die Scheide sei zu trocken.  

Quellenangaben

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Danilo Glisic

Danilo Glisic
Autor

Als Biologie- und Mathematikstudent verfasst er leidenschaftlich Magazinartikel zu aktuellen medizinischen Themen. Aufgrund seiner AffinitÀt zu Zahlen, Daten und Fakten, liegt sein Fokus dabei auf der Beschreibung von relevanten klinischen Studienergebnissen.

Letztes Update

12.12.2020

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