Alizaprid

ATC CodeA03FA05
CAS-Nummer59338-93-1
PUB-Nummer135413504
Drugbank IDDB01425
SummenformelC16H21N5O2
Molare Masse (g·mol−1)315,38
Aggregatzustandfest
Schmelzpunkt (°C)139

Grundlagen

Alizaprid ist ein Wirkstoff, der zur Vorbeugung und Behandlung von Symptomen wie Übelekeit und Erbrechen verwendet wird. 

Anwendung und Indikationen

Alizaprid wird insbesondere bei Übelkeit eingesetzt, die durch Chemo- oder Strahlentherapie verursacht wird. Es wird auch zur Behandlung von Übelkeit vor und nach Operationen verwendet. Der Wirkstoff ist verschreibungspflichtig und ist momentan nur in Deutschand, Belgien, Luxemburg und Frankreich zugelassen. Es ist in Form von Tabletten oder Injetktionslösungen erhältlich und die Dosierung beträgt in der Regel 50 mg pro Tablette und 50 mg/2mL bei Injektionslsöungen.

Geschichte

Alizaprid wird von den Firmen Sanofi-Aventis Deutschland und Delpharm hergestellt und vertrieben.

Pharmakologie

Pharmakologie und Wirkmechanismus

Alizaprid ist ein Antiemetikum und gehört zur Gruppe der Prokinetika. Es ähnelt in Struktur und Wirkung dem häufig verwendeten Prokinetikum Metoclopramid. Alizaprid kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden, was sein Wirkung erst möglich macht.

Die antiemetische Wirkung von Alizaprid beruht auf seiner antagonistischen Wirkung an D2-Rezeptoren im Zentralnervensystem (ZNS). Die durch die meisten Reize ausgelöste Übelkeit und das Erbrechen werden dadurch verhindert.

Pharmakokinetik

Die Ausscheidung von Alizaprid erfolgt durch die Niere. Die Halbwertszeit beträgt etwa 3 Stunden.

Wechselwirkungen

Folgende Arzneistoffe können die Wirkung von Alizaprid verstärken:

  • Schmerzmittel und Hustenstiller aus der Gruppe der Opioide
  • Beruhigunsmittel und Sedativa (z.B: Barbiturate, Hypnotika)
  • Benzodiazepine
  • H1-Antihistaminika
  • Bestimmte Antidepressiva (Mirtazapin, Doxepin, Mianserin, Amitriptylin)
  • Clonidin und andere zentral wirksame Anithypertensiva

Die Wirkung der folgenden Arzneimittel kann durch die Einnahme von Alizaprid verstärkt werden:

  • Neuroleptika wie Phenothiazine und Chlorpromazin werden verstärkt und verstärken auch die Wirkung von Alizaprid
  • Antihypertensiva können das Risiko für eine zu starke Blutdrucksenkung erhöhen

Die folgenden Arzneistoffe bewirken eine Abschwächung oder Aufhebung der Wirkung von Alizaprid:

  • Dopamin-Agonisten wie Levodopa, Ropinirol oder Cabergolin haben eine entgegengesetzt Wirkung am Dopaminrezeptor und können die Wirkung von Alizaprid aufheben
  • Anticholinergika wie Atropin schwächen die Wirkung ab

Sonstige Wechselwirkungen:

Eine gleichzeitige Einnahme mit Kortisonpräparaten kann das Risiko für Muskelkrämpfe und unwillkürliche Bewegungen erhöhen.

Alkohol kann die beruhigende Wirkung von Alizaprid verstärken und sollte deshalb während der Einnahme nicht zu sich genommen werden.

Toxizität

Kontraindikationen

Bei den folgenden Zuständen und Patientengruppen darf Alizaprid nicht eingesetzt werden:

  • Allergie gegen Alizaprid
  • Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • Prolaktinabhängige Tumoren (beispielsweise Brustkrebs)
  • gleichzeitige Einnahme mit Arzneimitteln zur Behandlung von Parkinson (Levodopa)
  • gleichzeitige Einnahme mit Neuroleptika
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Schwangere

Nebenwirkungen

Durch die Passage der Blut-Hirn-Schranke kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • übermäßiger Milchfluss
  • Brustvergrößerung beim Mann
  • Zyklusstörungen
  • Muskelverspannungen und Krämpfe
  • Parkinson ähnliche Erscheinungen
  • Erregungszustände
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Blutdruckabfall
  • Schweißausbrüche
  • Durchfall
  • Mundtrockenheit

Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit sind zu wenige Daten vorhanden, die die Unbedenklichkeit von Alizaprid zu bestätigen. Ein Anwendung ist daher kontraindiziert.

Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc

Autor


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