Baumpollen

Baumpollen

Grundlagen

Baumpollen sind kleine Partikel, die von B√§umen produziert werden, um andere B√§ume zu best√§uben. Diese Pollen werden durch den Wind oder Insekten von Baum zu Baum transportiert, um die Fortpflanzung zu erm√∂glichen. F√ľr Menschen, die an allergischen Reaktionen leiden, kann die hohe Konzentration von Baumpollen in der Luft jedoch zu Beschwerden wie Niesen, laufender Nase, Juckreiz und Augenreizungen f√ľhren. Im Fr√ľhling und in der Sommerzeit treten diese Beschwerden bei Allergikern besonders h√§ufig auf, da in diesem Zeitraum die meisten B√§ume ihre Bl√ľtezeit haben.

Bäume von denen ein besonderes allergische Potenzial ausgeht sind:

  • Hasel
  • Erle
  • Ulme
  • Weide
  • Pappel
  • Esche
  • Birke
  • Hainbuche
  • Eiche
  • Rotbuche

Medikamente mit Baumpollen

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
ITULAZAX 12 SQ-Bet Lyophilisat zum Einnehmen Baumpollen ALK-Abello A/S

Wirkung

Ursachen von Pollenallergien

Bei Pollenallergien, gemeinhin auch als Heuschnupfen (allergische Rhinitis) bekannt, handelt es sich um eine √ľberschie√üende Reaktion des Immunsystems auf normalerweise nicht sch√§dliche Stoffe. Einer Allergie geht immer ein Erstkontakt mit einem Allergen (Sensibilisierung) vorraus. Dabei reagiert das Immunsystem auf das Allergen und beginnt mit der Produktion von Antik√∂rpern vom Typ IgE, die gegen dieses Antigen gerichtet sind. ¬†Die Antik√∂rper aktivieren bei erneutem Kontakt mit dem Allergen dann die sogenannten Mastzellen, welche daraufhin Stoffe aussch√ľtten (Histamin, Leukotriene, PAF), die f√ľr die typischen Symptome verantwortlich sind.

Die Zahl der Allergiker nimmt seit vielen Jahren stetig zu und d√ľrfte in Zukunft aufgrund von zunehmender Industrialisierung und den Folgen des Klimawandels auch weiterhin ansteigen. Eine m√∂gliche Erkl√§rung f√ľr dieses Ph√§nomen, ist die sogenannten Hygiene-These. Diese Theorie nahm Ihren Ursprung als entdeckt wurde, dass Allergien haupts√§chlich in Industrienationen auftreten und in Entwicklungsl√§ndern praktisch nicht auftreten. Die Urspr√ľngliche Aufgabe der IgE-Antik√∂rper war die Abwehr von Parasiten. In den entwickelten L√§ndern, sind jedoch Krankheiten, die durch paraist√§re Krankheitserreger hervorgerufen werden, zu einer Seltenheit geworden. Die Theorie besagt, dass durch den ausbleibenden Kontakt mit den eigentlichen Erregern, eine Reaktion gegen andere Stoffe (wie Pollen) beg√ľnstigt wird. Durch Schadstoffe in der Luft, k√∂nnen Reaktionen auf Allergene zus√§tzlich verst√§rkt werden. Die Theorie kann durch die Tatsache, dass Menschen, die in l√§ndlichen Regionen leben und viel Kontakt mit Tieren und Pflanzen haben, ebenfalls ein geringeres Allergierisiko haben, untermauert werden. Besonders in der fr√ľhen Lebensphase kann sich eine erh√∂hte Exposition gegen√ľber Natur positiv auf das Immunsystem auswirken und Allergien potenziell verhindert werden.

Allergien können außerdem vererbt werden, was ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Allergien ist.

Behandlungsmöglichkeiten einer Pollenallergie

Um einer Pollenallergie entgegenzuwirken gibt es im Allgemeinen 3 verschiedene Ansätze, die alleine oder in Kombination angewandt werden können.

Karenz

Die erste M√∂glichkeit ist die soganennte Karenz. Darunter versteht man die Vermeidung jeglichen Kontakts mit dem Allergen. Die Durchf√ľhrbarkeit der Karenz ist abh√§ngig vom jeweiligen Allergen. Im Falle der Pollenallergie ist eine vollst√§ndige Karenz verh√§ltnism√§√üig schwierig. Es wird empfohlen nach Kontakt mit Pollen in der Luft, nach M√∂glichkeit die Kleidung zu wechseln und die Haare zu waschen. Zus√§tzlich k√∂nnen Atemschutzmasken aus Stoff oder mit Filter getragen werden. Ein Nachhaltige "Heilung" der Allergie kann durch eine Allergenkarenz im Normalfall nicht erreicht werden.

Pharmakotherapie

Mit Hilfe einer Pharmakotherapie können Allergien lediglich symptomatisch behandelt werden. Die am meisten verwendeten Arzneistoffe sind die sogenannten H1-Antihistaminika. Diese verringern durch die Blockade von Histamin-Rezeptoren, die typischen Symtome einer allergischen Reaktion. Zu den am meisten verwendeten Stoffen gehören beispielsweise Levocetirizin und Loratadin.

Der Einsatz von Glucokortikoiden geh√∂rt ebenfalls zur "First-Line-Therapie". Diese wirken sich positiv auf die nasalen Symptome aus und verhindern sehr wirksam ein Verstopfen der Nase. Diese Therapie erfolgt meistens lokal in Form von Nasensprays und kann in Kombination mit oralen Antihistaminika verwendet werden. Die f√ľr die allergische Behandlung eingesetzten Wirkstoff sind meistens Mometason oder Budesonid.

Etwas weniger h√§ufig eingesetzt werden die Mastzellstabilisatoren. Dabei wird haupts√§chlich der Wirkstoff Cromoglicins√§ure eingesetzt. Dieser verhindert, das Mastzellen Enz√ľndungsmediatoren freisetzen. Dadurch kann die Intensit√§t der Symptome verringert werden. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist im Vergleich zu den Antihistaminika und Corticosteroiden jedoch wesentlich geringer.

Eine weitere Alternative ist die kurzzeitige Behandlung der nasalen Symptome (hautpsächlich das Verstopfen oder Laufen der Nase) mit Hilfe eines Sympathomimetikum. Zu den bekanntesten Stoffen gehören Oxymetazolin und Xylometazolin. Eine langfristige Therapie mit diesen Stoffen ist kontraindiziert, da diese paradoxerweise selbst schnupfenartige Symptome (Rhinitis medikamentosa) auslösen können.

Hyposensibilisierung

Die Allergen-Immuntherapie, auch bekannt als Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung, ist eine medizinische Behandlung f√ľr Umweltallergien. Bei dieser Therapie werden Menschen immer gr√∂√üeren Mengen des Allergens ausgesetzt, um die Reaktion des Immunsystems zu ver√§ndern.¬†Die Hyposensibilisierung ist bisher die einzige M√∂glichkeit Allergien daueraft zu heilen.¬†Die Therapie gilt als besonders vielversprechend bei Patient:innen, die gegen einen oder wenige Stoffe allergisch reagieren und ist effizienter je fr√ľher mit der Behandlung begonnen wird.

Bei dieser Therapie werden¬†in Intervallen von ca. 3 Woche¬†immer wieder Allergene unter die Haut der Betroffenen injiziert oder in manchen F√§llen unter die Zunge verabreicht. Dabei werden immer weiter steigende Konzentrationen des Allergens verabreicht bis eine Plateaukonzentration erreicht ist. Das Ziel der Therapie ist der sogenannte Isotypenswitch. Man will eine spezielle Reaktion des Immunsystems erreichen, bei der Antik√∂rper gegen das Allergen gebildet werden, welche normalerweise f√ľr die Abwehr anderer Erreger wie Bakterien und Viren zust√§ndig sind (Antik√∂rper vom Typ IgG). Dadurch erkennen diese neuen Antik√∂rper das Allergen, bevor es an IgE-Antik√∂rper binden kann, wodurch es neutralisiert wird, bevor eine allergische Reaktion entstehen kann. Entscheidend sind hierbei die stetig ansteigenden Dosen des Allergens, damit das Immunsystem "lernt", dass es sich hierbei um einen ungef√§hrlichen Stoff handelt.

Die Wirkung kann auch noch Jahre nach Beendigung der Behandlung anhalten. Sie ist im Allgemeinen sicher und wirksam bei allergischer Rhinitis, allergischer Konjunktivitis, allergischen Asthmaformen und stechenden Insekten. Es wird angenommen, dass die Wirkung bei Kindern noch wirksamer ist als bei Erwachsenen, jedoch ist diese Annahme bis jetzt noch nicht durch Studien bestätigt worden.

Toxizität

Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung

  • R√∂tungen und Hautreaktionen an der Einstichstelle
  • Juckreiz und Schwellungen im Mund (bei Verabreichung unter die Zunge)
  • M√ľdigkeit und Kopfschmerzen
  • allergische Reaktionen

Redaktionelle Grundsätze

Alle f√ľr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von gepr√ľften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universit√§ten). Dabei legen wir gro√üen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc
Autor

Markus Falkenstätter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der Universität Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

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