Warfarin

ATC CodeB01AA03
CAS-Nummer81-81-2
PUB-Nummer54678486
Drugbank IDDB00682
SummenformelC19H16O4
Molare Masse (g·mol−1)308,333
Aggregatzustandfest
Dichte (g·cm−3)1,3
Schmelzpunkt (°C)161
Siedepunkt (°C)515,2
PKS Wert6,33; -6,6

Grundlagen

Warfarin ist ein Antikoagulanz (umgangssprachlich auch „Blutverdünner“) aus der Gruppe der Kumarin-Derivate. Es kann bei Vorhofflimmern, zur Prophylaxe oder Therapie thromboembolischer Ereignisse oder zur Langzeitbehandlung nach einem Herzinfarkt bei Risikofaktoren für Thromboembolien eingesetzt werden. In Deutschland wird stattdessen meist Phenprocoumon verwendet, welches zur gleichen Wirkstoffgruppe gehört und sich durch eine deutlich längere Halbwertszeit auszeichnet.

Pharmakologie

Pharmakodynamik
Warfarin ist ein Vitamin-K-Antagonist und hemmt dadurch die Synthese der Vitamin-K abhängigen Gerinnungsfaktoren II, VII, XI und X sowie der gerinnungshemmenden Proteine C und S. Durch die verringerte Bildung der Gerinnungsfaktoren kommt es zur antikoagulatorischen Wirkung.

Pharmakokinetik
Bei oraler Einnahme beträgt die Bioverfügbarkeit fast 100 %. Die Wirkung tritt bereits nach 24 bis 72 Stunden ein, der maximale Effekt nach 5 bis 7 Tagen. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 40 Stunden, metabolisiert wird Warfarin über das Enzym CYP2C9.

Wechselwirkungen
Da Warfarin mit vielen weiteren Medikamenten interagiert, sollte bei Patienten, die weitere Medikamente einnehmen, regelmäßig die richtige Antikoagulanzien- Dosierung durch Bestimmung der INR gemessen werden. Eine Blutungsneigung kann durch parallele Einnahme von Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder anderen Antikoagulanzien verstärkt werden. Ebenso können verschiedene Medikamente, darunter Rifampicin, Azathioprin oder Johanniskraut, die antithrombotische Wirkung abschwächen.

Toxizität

Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Nasenbluten und Blutungen des Magen-Darm-Trakts, des Gehirn oder der Netzhaut, die in seltenen Fällen bis zum Tod führen. Ebenfalls können Haarausfall und Hautausschläge auftreten. Durch die Hemmung der Synthese von Protein C und S kann es zu Beginn der Therapie zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Deswegen sollte initial überlappend eine Antikoagulation mit niedermolekularem Heparin oder ähnlichen Medikamenten erfolgen.

Toxikologische Daten
Das geschmacks- und geruchlose Warfarin kann als Rattengift eingesetzt werden. Hierbei liegt die mittlere letale Dosis bei einer einzelnen Dosis bei 50 bis 500 mg/kg, bei Aufnahme über mehrere Tage sogar nur bei 1 mg/kg. Die Verwendung geht aktuell jedoch zurück, da bereits viele Populationen Resistenzen gegen das Mittel entwickelt haben.

Markus Falkenstätter, BSc

Markus Falkenstätter, BSc

Autor

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Mag. pharm. Stefanie Lehenauer

Lektor


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