Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Blutkreislauf und Herz Abbildung

Das Herz-Kreislauf-System ist das lebenswichtige System des menschlichen Körpers, denn ohne ist das Leben schlichtweg nicht möglich. Doch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind stark verbreitet und umfassen Erkrankungen des Herzens ebenso wie Schäden an den Blutgefäßen. Vielfach handelt es sich um chronische Erkrankungen, die gar nicht oder nur mittels Operationen dauerhaft behandelt werden können. Bei akuten Symptomen droht häufig große Gefahr, denn ein Herzinfarkt kann schnell tödlich enden. Daher sind die Früherkennung und die Prävention unheimlich wichtig. Dieser Artikel erklärt, welche präventiven Maßnahmen helfen und bei welchen Symptomen ein Arztbesuch dringend angeraten ist.

Abbildung Blutkreislauf und Herz - Unser Herz-Kreislauf-System ist für unsere Gesundheit unerlässlich. Doch wie können wir Krankheiten vorbeugen?

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Das Herz-Kreislauf-System: Ein Überblick

Der Begriff „Herz-Kreislauf-System“ fasst bestimmte Bereiche des menschlichen Organismus zusammen. Die Hauptaufgabe des Herz-Kreislauf-Systems ist, den Körper, also Organe und alle Gewebeschichten mit Sauerstoff zu versorgen und gleichzeitig Schadstoffe abzutransportieren. Während sich die Begrifflichkeit festgesetzt hat, dient sie jedoch nur der Zusammenfassung der beiden Blutkreisläufe: dem kleinen und dem großen Kreislauf. Beide greifen ineinander.

Kleiner Blutkreislauf: Der Lungenkreislauf

Die rechte Herzhälfte spielt bei diesem Kreislauf eine tragende Rolle. Sie pumpt über den Lungenkreislauf das sauerstoffarme Blut in die Lunge, sodass es mit Sauerstoff angereichert werden kann:

  • Sauerstoffarmes Blut: Es wird über den Lungenkreislauf aus dem Körper in Richtung des rechten Vorhofs des Herzens gepumpt. Dort sammelt es sich, bis es in die rechte Herzkammer gepumpt wird.
  • Lungenarterie: Über die Lungenarterie gelangt das Blut nun in die Lunge. Dort wird es von Kohlendioxid gereinigt und mit neuem Sauerstoff angereichert. Über die Lungenvene wird das frische Blut in den linken Herzvorhof gebracht.
  • Wichtige Faktoren: Die beiden Herzklappen spielen bei diesem Kreislauf eine sehr wichtige Rolle. Das ist einmal die Trikuspidalklappe. Sie trennt den rechten Vorhof von der Herzkammer. Strömt das Blut zur Lunge, muss es die Pulmonalklappe passieren.

Großer Blutkreislauf: Der Körperkreislauf

Dieser Bestandteil des Herz-Kreislauf-Systems schließt sich automatisch an den Lungenkreislauf an, ergänzt ihn und endet letztendlich wieder in ihm:

  • Sauerstoffreiches Blut: Das zuvor im linken Vorhof gesammelte und mit Sauerstoff angereicherte Blut wird in die linke Herzkammer geleitet.
  • Hauptschlagader: Durch die Pumpbewegung des Herzens wird das Blut in die Hauptschlagader gedrückt. Die Aorta transportiert das Blut nun durch den gesamten Körper und versorgt Organe und Gewebe mit frischem, sauerstoffreichem Blut. Zugleich geben die Organe Kohlendioxid und weitere Abfallstoffe an das Blut ab, sodass es später wieder gereinigt werden kann. Der Rücklauf zu dem rechten Vorhof erfolgt über die Venen des Körpers.
  • Wichtige Faktoren: Auch im linken Herzbereich sind die einzelnen Kammern voneinander getrennt. Die Mitralklappe grenzt den Vorhof von der Kammer ab, während die Aortenklappe verhindert, dass das Blut ungewollt in die Hauptschlagader gelangt.

Diese Erklärung zeigt bereits die Wichtigkeit des gesamten Systems und all seiner Bestandteile:

  • Herz
  • Venen
  • Arterien
  • Lunge

Erkrankungen oder Schwachstellen im System schwächen automatisch den gesamten Apparat. Das ist verständlich, denn wenn beispielsweise das Herz nicht ausreichend pumpt, kann weder sauerstoffreiches Blut in den Organismus hineingepumpt noch sauerstoffarmes Blut in der Lunge aufbereitet werden.

Kleinere Schwachstellen können beispielsweise Venenleiden und geschwollene Füße zur Folge haben. Heikler sind indes verstopfte Arterien, Venen oder direkte Schwächen am Herz.

Glücklicherweise ist das Herz-Kreislauf-System von Natur aus sehr stabil. Im direkten Vergleich gerät es seltener aus dem Tritt als beispielsweise das Verdauungssystem. Dennoch können erbliche Vorbelastungen, die Lebensweise oder angeborene Erkrankungen zu einer Schwächung beitragen, die schließlich zu ernsthaften Symptomen und Krankheiten führt.

Frau läuft auf einem Waldweg - Eine gute Kondition trägt in mehrfacher Hinsicht zu einer besseren Gesundheit bei. © Microgen – 216797064 / Adobe Stock

Wie lässt sich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken?

Grundsätzlich ist es einfacher als gedacht, durch einen gesunden Lebenswandel Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Die Prävention lässt sich mit dem Schutz vor Sonnenbrand vergleichen: Wer sich eincremt und rechtzeitig aus der Sonne geht, schützt die Haut. Und wer eine generell gesunde Lebensweise für sich entdeckt, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, ohne sich besonders anstrengen zu müssen. 

Drei Faktoren spielen hierbei eine besondere Rolle: Ausreichende Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein gutes Stress-Management.

Ausreichende Bewegung

Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, viel zu sitzen, Nahrung im Überfluss zu haben und die Bewegung zu vermeiden. Ein großer Faktor bei Herz-Kreislauf-Problemen ist tatsächlich die mangelnde Bewegung.

Sich ausreichend zu bewegen, ist aus verschiedenen Gründen wichtig:

  • Kondition: Eine gute Ausdauer bedeutet, dass der Körper Belastungen standhalten kann. Die Kondition zu verbessern, stärkt somit auch Herz und Lunge. Durch die vermehrte Belastung muss das Herz schneller und kräftiger pumpen, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen. Diese zielgerichtete Belastung trainiert das Herz. Denn dieses wird zwar als Organ bezeichnet, ist aber eigentlich ein Muskel. Auch die Lungenkapazität vergrößert sich durch die Bewegung: Die Lunge kann das Blut dadurch schneller und besser mit Sauerstoff anreichern.
  • Abtransport: Schadstoffe und Kohlendioxid werden in der Bewegung besser aus dem Blut und somit dem Körper abtransportiert. Dies beugt mitunter arteriellen Ablagerungen vor, die durchaus gefährlich werden können. Wer Probleme mit geschwollenen Knöcheln hat, wird noch etwas anderes feststellen: Durch die Bewegung baut der Körper die Lymphflüssigkeit ab, die sich in den unteren Beinen im Gewebe sammelt und zu Schwellungen führt. Insbesondere die Arbeit der Wadenmuskeln ist hierfür wichtig.
  • Gewicht: Durch die Bewegung werden mehr Kalorien verbrannt. Zugleich greift der Körper auf eingelagerte Fette zurück, um das Energielevel zu halten. Bewegung hilft daher grundsätzlich, eine Verfettung zu verhindern und das Gewicht zu verringern.

Wer muskelaufbauenden Sport treibt, wird sehr wahrscheinlich weniger an Gewicht verlieren, sondern eher an Gewicht zulegen. Das ist in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System nicht tragisch. Muskeln fördern die Gesunderhaltung des Körpers und verbrennen selbst im Ruhezustand wesentlich mehr Kalorien als einfaches Gewebe.

Gesundes Essen - Eine gesunde und ausgewogene Ernährung versorgt den Körper optimal mit allen Nährstoffen und hält auch das Herz gesund. © leungchopan – 233132775 / Adobe Stock

Eine ausgewogene Ernährung

Die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems hängt unweigerlich mit der Ernährung zusammen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise ist daher ungemein wichtig. Doch was bedeutet das?

  • Angemessen: Der erste Schritt im Ernährungsmanagement besteht darin, den eigenen Energiebedarf zu ermitteln und darauf basierend die nötige Kalorienmenge zu berechnen. Letztendlich ist auch die ausgewogene Ernährung schädlich, wenn dauerhaft zu viel oder zu wenig gegessen wird.
  • Ernährung: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung basiert nicht direkt auf Ernährungsweisen. Es geht darum, dass der Körper alle benötigten Nährstoffe und Fette erhält. Somit müssen Veganer und Vegetarier ebenfalls auf ihren Bedarf achten, um Mängel zu vermeiden.

Zur Vorbeugung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und auch während der Therapie einer bestehenden Erkrankung werden folgende Lebensmittel empfohlen:

  • Frisches Gemüse und Obst: Pro Tag sollten fünf Handvoll Obst und Gemüse zu sich genommen werden. Aufgrund des Fruchtzuckers im Obst sollte allerdings der Gemüseanteil überwiegen.
  • Fisch: Anstelle von Fleisch sollte zweimal in der Woche auf Fisch zurückgegriffen werden.
  • Vegetarische Kost: Generell ist es ratsam, weniger und bevorzugt mageres Fleisch zu essen. Mehrmals die Woche sollte vollständig auf Fleisch verzichtet und stattdessen vegetarisch gekocht werden.
  • Öle als gesunde Fette: Anstelle schlechter Fette sind hochwertige Öle die gesündere Wahl. Die ungesunden Nahrungsfette wie Transfettsäuren erhöhen das schlechte Cholesterin im Blut, welches sich an den Arterienwänden ablagern kann. Besonders in frittierten und gebratenen Lebensmitteln kommen diese schlechten Fette vor. Der Vorteil: Viele schlechte Fette lassen sich gut durch gesunde Öle ersetzen. Olivenöl, Rapsöl oder Hanföl enthalten ungesättigte Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System stärken.
  • Vollkorn: Produkte aus Vollkorn sollten einen Großteil der Weißmehlprodukte ersetzen.
  • Hülsenfrüchte und Nüsse: Sie sind gesund, machen satt und Nüsse eignen sich hervorragend als gesunder Snack zwischendurch. Zudem sind sie reich an ungesättigten Fettsäuren und bieten einen guten Mix aus Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen.

Auf Salz sollte präventiv möglichst verzichtet werden. Das ist natürlich in der Nahrung nicht zu 100 Prozent möglich, doch rät es sich, den Salzkonsum zu reduzieren. Salz bindet die im Körper befindliche Flüssigkeit, wodurch das Blut eindickt und der Druck in den Blutgefäßen steigt. Die Auswertung des Deutsches Erwachsenen Gesundheitssurveys (DEGS) des Robert-Koch-Instituts ergab jedoch, dass die Menschen hierzulande insgesamt zu viel Salz konsumieren: Statt der empfohlenen Höchstmenge von 6 Gramm täglich sind es bei Frauen durchschnittlich 8,4 Gramm und bei Männern sogar 10 Gramm Salz.

Und wie sieht es mit Alkohol aus? Fakt ist, dass es zu diesem Thema etliche Mythen gibt, aber auch Studien befassen sich mit der Herzgesundheit in Verbindung mit Alkohol.

Letztendlich gilt Rotwein als das alkoholische Getränk, welches im Gegensatz zu anderen dem Herz-Kreislauf-System unter Umständen sogar nützen kann. In Rotweinen befindet sich ein Inhaltsstoff namens Resveratrol, dem eine herzschützende Wirkung nachgesagt wird. Deshalb stufte die Mayo Clinic in den USA den maßvollen Rotweingenuss als „herzgesund“ ein. Es handelt sich jedoch lediglich um Hinweise darauf, dass so ein Zusammenhang bestehen könnte. Endgültig erwiesen ist dies nicht.

Grundsätzlich gilt:

Menge: In Maßen getrunken, schadet auch der Rotwein wahrscheinlich nicht. Jedoch herrscht gemeinhin eine falsche Auffassung davon, was dies eigentlich in Einheiten bedeutet. Als Maßstab gelten für Frauen 0,125 Liter Wein pro Tag, für Männer die doppelte Menge. Dabei wird auf mindestens zwei alkoholfreie Tage gesetzt.

Tabu: Weißweine, Biere, Sekt, Fruchtweine (Zucker) und härterer Alkohol haben eine eher negative Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und sollten allenfalls sehr selten genossen werden.

Die gesunde Ernährungsweise ist auf lange Sicht ausgelegt. Wer sich allgemein gesund und ausgewogen ernährt, darf ruhig zwischendurch Bier trinken oder Grillfleisch genießen.

Mann entspannt - Regelmäßige Phasen der Entspannung helfen dem Körper dabei, Stresshormone abzubauen und negative Auswirkungen zu verhindern. © cherryandbees – 294577794 / Adobe Stock

Stress-Management

Wie schädlich sich Stress auf die Gesundheit und Psyche auswirkt, wurde lange geahnt, wird aber in den letzten Jahren besonders deutlich untersucht. Doch was ist Stress eigentlich? Biologisch bedeutet Stress, dass der Körper in erhöhter Anspannung und Alarmbereitschaft ist, Adrenalin ausschüttet und sich zum Kampf oder zur Flucht bereitmacht. Diese Abläufe stammen noch aus den Anfängen der Menschheit. Heute ist Stress jedoch oft ein Anzeichen für hohe oder falsche Belastungen, Anforderungen und Überforderungen.

Hält der gestresste Zustand über längere Zeit an, hat das Folgen:

  • Kreislauf: Dauerhafter Stress kann hohen Blutdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen. Sind Arterien bereits vorgeschädigt, halten sie dem erhöhten Blutdruck nicht stand.
  • Nebeneffekte: Zudem hat chronischer Stress Nebeneffekten wie minderwertigem Schlaf und Gereiztheit und endet nicht selten in falschen Entlastungsversuchen: Frustessen, vermehrter Nikotinkonsum sowie der Konsum von Alkohol und Drogen.
  • Psyche: Wer permanent gestresst ist, kann außerdem psychische Erkrankungen davontragen. Dazu gehören das Burnout-Syndrom, Depressionen sowie Angst- und Panikzustände.

Ein gutes Stress-Management ist somit eine wichtige Form der Prävention. Ziel ist es, bewusst Phasen der Entspannung in den Alltag zu integrieren. Viele Menschen nutzen dafür Techniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung. Außerdem hilft es, Aufgaben zu delegieren oder abzulehnen, sich zu bewegen, in Ruhe in den Tag zu starten oder einem Hobby nachzugehen. Wichtig ist jedoch immer, den Stressauslöser zu finden und daran zu arbeiten.

Symptome, Ursachen und Risikofaktoren

Viele Menschen fürchten sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Sorge ist berechtigt, denn im schlimmsten Fall führt eine Erkrankung zum Tod. Daher ist es wichtig, die Risikofaktoren, Ursachen sowie die Symptome zu kennen.

Wichtige veränderbare und vermeidbare Risikofaktoren

Die präventiven Maßnahmen lassen bereits vermuten, welche Risikofaktoren veränderbar und vermeidbar sind. Grundlegend geht es um:

  • Übergewicht: Deutliches Übergewicht schädigt den gesamten Körper. Es geht oft mit Einlagerungen in den Arterien und hohem Blutdruck einher, sodass das Herz-Kreislauf-System noch stärker geschädigt wird.
  • Bewegungsmangel: Mangelnde Bewegung führt nicht nur zu Übergewicht, sondern belastet auch das Herz-Kreislauf-System, weil es nicht trainiert wird. Doch Vorsicht: Wer bereits unter hohem Gewicht leidet und untrainiert ist, muss die Bewegung mit Bedacht angehen.
  • Alkohol: Der regelmäßige Alkoholkonsum schädigt den gesamten Körper. Unter anderem greift er die Herzzellen an und schwächt somit eines der wichtigsten Organe.
  • Rauchen: Dass das Laster ungesund ist, ist bekannt. Nikotin ist ein Nervengift und schädigt Zellen, die Schadstoffe aus Tabakzigaretten lagern sich nicht nur in der Lunge ab, sie führen auch zu verengten Blutgefäßen. Verdampfter Tabak oder Liquids sind im Vergleich zur Tabakzigarette wohl weniger schädlich, doch ist die beste Prävention, ganz auf das Rauchen zu verzichten.
Arterienverkalkung - Eine Arterienverkalkung hat zur Folge, dass das Blut nicht mehr richtig fließen kann. © Christoph Burgstedt – 237633120 / Adobe Stock

Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Es gibt durchaus angeborene oder genetische Schwächen des Herz-Kreislauf-Systems. Traten in der Familie bereits deutliche Erkrankungen auf, so steigt die Gefahr, selbst davon betroffen zu sein. Die Ursachen finden sich meist im folgenden Bereich:

  • Bluthochdruck: Ein erhöhter Blutdruck strapaziert das Herz und die Adern. Das Blut wird mit hohem Druck durch die Arterien gepumpt, was diese auf Dauer schädigt.
  • Arterienverkalkung: Ablagerungen an den Innenwänden von Arterien verhalten sich ähnlich wie Ablagerungen im Abwasserrohr: Das Blut muss mit höherer Kraft durch die Engpässe gepresst werden, während sich immer weitere Partikel an den Engstellen ablegen. Im Endeffekt verstopft die Arterie. Bei kleineren Blutgefäßen kann der Körper das noch halbwegs kompensieren, doch gerade bei einer Verstopfung der Herzkranzgefäße steigt das Risiko für einen Herzinfarkt.
Frau fasst sich ans Herz - Herzinfarkte gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland – umso wichtiger ist es, die Symptome frühzeitig zu erkennen.

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Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten

Ein großes Problem der Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems liegt darin, dass die Symptome oft nicht eindeutig oder direkt zuzuordnen sind. Zudem unterscheiden sich die Symptome teils deutlich nach Geschlecht.

So weist sich ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) bei einem Mann mit ganz anderen Anzeichen aus als bei der Frau: Atemnot, Druckgefühl und Schmerzen im linken Arm sind bei Männern typisch. Frauen haben teils Schmerzen im unteren Rücken oder Schmerzen im Oberbauch.

Allgemein gibt es folgende Symptome:

  • Brustschmerzen: Auch das Engegefühl gehört dazu.
  • Atemnot: Sie tritt oft in Verbindung mit Schwindel auf.
  • Herzbeschwerden: Dazu gehören Herzstolpern, Herzrasen und Kreislaufprobleme.
  • Körperliche Anzeichen: Das umfasst geschwollene Beine oder Füße (wobei besonders einseitige Schwellungen auf einen Herzfehler hindeuten), Ohnmacht, Schwitzen oder Frieren sowie Kopfschmerzen.

Aber auch wenig eindeutige Anzeichen wie das vermehrte nächtliche Wasserlassen, andauernde Müdigkeit oder kalte Hände und Füße gelten als Symptome.

Da viele Anzeichen im Alltag schnell übersehen werden, da schließlich jeder schon einmal Schwindelgefühle oder Kreislaufprobleme hatte, sollte mindestens einmal jährlich eine umfassende Vorsorgeuntersuchung stattfinden.

Über ein Blutbild lassen sich Gefahrenpotenziale gut eruieren. Ist beispielsweise der Wert des schlechten Cholesterins deutlich überhöht oder der Sauerstoffgehalt im Blut zu gering, ist das bereits ein wichtiger Anhaltspunkt. Wer sich fühlt, als stolpere das Herz, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen und das abklären lassen. Mittels Langzeit-EKG und weiteren Untersuchungen lassen sich die ärgsten Probleme meist schon frühzeitig erkennen und Schlimmeres verhindern.

Der Notarzt ist in folgenden Fällen immer zu rufen, wobei es hier wiederum geschlechtsspezifische Unterschiede gibt:

  • Mann: Männer klagen oft über einen sehr plötzlich einsetzenden und starken Brustschmerz, der länger als fünf Minuten andauert und gerne in den linken Arm, teils auch in den oberen Rücken ausstrahlt. Der Brustkorb fühlt sich eingeschnürt an.
  • Frau: Kommt es zu einem Druck- oder Engegefühl in der Brust, Atemnot, gepaart mit Schweißausbrüchen, Rücken- und Oberbauchschmerzen oder gar Erbrechen und Übelkeit, ist immer an einen Herzinfarkt zu denken. Das gilt insbesondere für Frauen nach der Menopause. Herzinfarkte treten bei Frauen oft erst im späteren Lebensalter auf.

Fazit: Präventiv statt reaktiv

Das Herz-Kreislauf-System ist ein kleines Wunderwerk, dabei spüren wir von ihm wenig, solange es gut funktioniert. Damit das so bleibt, sollten präventive Maßnahmen ergriffen werden. Die gesunde Lebensweise mit gutem, abwechslungsreichem Essen und viel Bewegung ist dafür ein guter Anfang, um die Risikofaktoren abzumildern.

Kommt es jedoch zu Symptomen, vor allem wiederholt, so sollten diese unbedingt abgeklärt werden. Bei Symptomen, die auch nur entfernt an einen Herzinfarkt erinnern, ist schnelles Handeln das oberste Gebot, um einen möglichen tödlichen Ausgang zu verhindern.

Redaktionelle Grundsätze

Alle für den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprüften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter Universitäten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.

Olivia Malvani

Olivia Malvani
Lektor

Als Studentin der Ernährungswissenschaften verfasst sie Magazinartikel zu aktuellen medizinisch-pharmazeutischen Themen und verbindet diese mit ihrem persönlichen Interesse für präventive Ernährung und Gesundheitsförderung.

Letztes Update

10.01.2023

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