Clenbuterol

Clenbuterol

Grundlagen

Clenbuterol ist ein abschwellendes und bronchienerweiterndes Mittel, das bei einer Vielzahl von Atemwegserkrankungen eingesetzt wird. Es zÀhlt zur Gruppe der beta-Sympathomimetika.

Anwendungen und Indikationen

Clenbuterol ist ein langwirkendes Antiasthmatikum und Broncholytikum. Es wird zur Langzeittherapie von Asthma Bronchiale, COPD und chronisch obstruktiver Bronchitis eingesetzt. Es ist nicht geeignet zur akuten Behandlung von Bronchospasmen aufgrund seines verzögerten Wirkeintritts.

Es wird im Gegensatz zu anderen Vertretern dieser Gruppe nicht inhalativ, sondern als Tablette oder Lösung zum Einnehmen verabreicht. Es wird hÀufig gemeinsam mit Ambroxol, einem schleimlösenden Mittel, kombiniert.

Clenbuterol ist in Deutschland und Österreich zugelassen, jedoch nicht in den USA. Es wird in vielen LĂ€ndern auch zur Anwendung in der VeterinĂ€rmedizin.

Geschichte

Clenbuterol wurde in den 1960er Jahren entwickelt und erstmals zugelassen. In den darauffolgenden Jahren ist Clenbuterol aufgrund der Anwendung als Dopingmittel in Verruf geraten. Zu Beginn der 2000er Jahre wurde es zudem als „Weight-Loss“-Produkt angepriesen. Diese Wirkung hat sich allerdings als haltlos erwiesen.

Medikamente mit Clenbuterol

Medikament Wirkstoff(e) Zulassungsinhaber
Spiropent Clenbuterol HIKMA Farmaceutica (Portugal)

Wirkung

Pharmakodynamik und Wirkmechanismus

Clenbuterol ist ein ÎČ2-Sympathomimetikum und welches an ÎČ2-Rezeptoren bindet. Dies ist bedingt durch seine strukturelle Ähnlichkeit mit Adrenalin und Noradrenalin, den natĂŒrlichen Agonisten dieses Rezeptors. Die Aktivierung von ÎČ2-Rezeptoren durch Clenbuterol fĂŒhrt zu einer Entspannung der glatten Muskulatur in der Lunge, im Magen-Darm-Trakt, in der GebĂ€rmutter und in verschiedenen BlutgefĂ€ĂŸen. Die Aktivierung von ÎČ2-Rezeptoren bewirken zudem eine Vasodilatation des Herzmuskels.

Bei Asthma und Àhnlichen Beschwerden der Lunge kommt es zu Verkrampfungen der glatten Muskulatur der Bronchien, wodurch das Atmen erschwert wird. Durch die Gabe von Clenbuterol kann das Auftreten von Bronchospasmen minimiert werden. Aufgrund der langen Wirkung, und des langsamen Wirkeintrittes eignet es sich nicht zur Behandlung von akuten Bronchospasmen.

Pharmakokinetik

Die Absorption nach oraler Einnahme erfolgt schnell und fast komplett (98%). Die Halbwertszeit betrÀgt rund 36-39 Stunden.

Wechselwirkungen

Mit den folgenden Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten:

  • Bei der Anwendung mit anderen ÎČ2-Sympathomimetika, Anticholinergika, trizyklische und MAO-Hemmer und Narkosegase können Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System verstĂ€rkt werden
  • Theophyllin, Kortikosteroide, DigitalisprĂ€parate und Diuretika (außer kaliumsparende Diuretika) können das Risiko fĂŒr einen Kaliummangel verringern
  • Betablocker können die Wirkung von Clenbuterol aufheben
  • Die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika kann bei gleichzeitiger Behandlung vermindert werden
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Clenbuterol und hustenstillenden Mitteln (Antitussiva) kann aufgrund des eingeschrĂ€nkten Hustenreflexes ein gefĂ€hrlicher Sekretstau entstehen

ToxizitÀt

Kontraindikationen

In den folgenden FĂ€llen darf Clenbuterol nicht eingesetzt werden:

  • Bei Allergie gegen Clenbuterol
  • Bei einer SchilddrĂŒsenĂŒberfunktion
  • Bei hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie
  • Bei tachykarden Herzrhythmusstörungen (zu schneller Herzschlag)
  • Bei PhĂ€ochromozytom (ein Tumor der Nebennieren)

Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen können auftreten.

HĂ€ufig:

  • Herzklopfen
  • Beschleunigte Herzschlagfolge
  • Muskelzittern
  • NervositĂ€t

Gelegentlich:

  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Mundtrockenheit
  • Verdauungsstörungen und Durchfall
  • Hautausschlag
  • Muskelschmerzen
  • MuskelkrĂ€mpfe

Nicht bekannt:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Angina Pectoris (Herzenge)
  • Schwindel
  • Abfall des Kaliumgehaltes im Blut
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • UnruhegefĂŒhl

Schwangerschaft und Stillzeit

WĂ€hrend der Schwangerschaft ist Clenbuterol nicht empfohlen. Dies gilt besonders fĂŒr die ersten 3 Monate der Schwangerschaft und aufgrund der Wehen hemmenden Wirkung fĂŒr die Tage vor der Entbindung.

Clenbuterol geht in die Muttermilch ĂŒber. Daher sollte es nicht in der Stillzeit eingesetzt werden oder das Stillen unterbrochen werden.

MissbrÀuchliche Verwendung

Clenbuterol kann kurzfristig die Herzleistung, die maximale Herzfrequenz und damit die Trainingsleistung von Sportlern erhöhen. Zudem erhöht es den Grundumsatz und eine anabole Wirkung auf das Muskelwachstum wird diskutiert. Aufgrund dieser Wirkungen kann es von Leistungssportlern zu Dopingzwecken missbrÀuchlich verwendet werden. Daher ist eine durch das Internationale Olympische Komitee (engl. IOC) verbotene Substanz.

In der kĂŒrzeren Vergangenheit wurde es außerdem als sogenanntes „Weight-Loss-Product“ angepriesen. FĂŒr diese Verwendung liegen allerdings zu wenige klinische Studien vor.

Chemische & physikalische Eigenschaften

ATC Code R03AC14, R03CC13
Summenformel C12H18Cl2N2O
Molare Masse (g·mol−1) 277,19
Aggregatzustand fest
Dichte (g·cm−3) 1,42
Schmelzpunkt (°C) 116–119
PKS Wert 9,5
CAS-Nummer 37148-27-9
PUB-Nummer 2783
Drugbank ID DB01407

Redaktionelle GrundsÀtze

Alle fĂŒr den Inhalt herangezogenen Informationen stammen von geprĂŒften Quellen (anerkannte Institutionen, Fachleute, Studien renommierter UniversitĂ€ten). Dabei legen wir großen Wert auf die Qualifikation der Autoren und den wissenschaftlichen Hintergrund der Informationen. Somit stellen wir sicher, dass unsere Recherchen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.
Markus FalkenstÀtter, BSc

Markus FalkenstÀtter, BSc
Autor

Markus FalkenstÀtter ist Autor zu pharmazeutischen Themen in der Medizin-Redaktion von Medikamio. Er befindet sich im letzten Semester seines Pharmaziestudiums an der UniversitÀt Wien und liebt das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Naturwissenschaften.

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